Team RoßtalTour Juni 2000 Österreich - Italien - Schweiz
 
Eglfing - HuglfingPeißenberg14.6.200063,90 km / 755 Hm / 28,6 km/h
Dieser Bericht wurde uns begeisternderweise von Christian Barth zugesandt und niemand vom quäldich-Team war dabei. Deswegen sollten alle Fragen direkt an Christian gestellt werden. Habt ihr auch einen Bericht, den ihr hier veröffentlichen wollt? Hier findet ihr, wie es geht.

Früh morgens um 7.30 Uhr beginnen wir die Anreise zu unserem Quartier im oberbayerischen Dörfchen Obereglfing bei Murnau am Staffelsee. Dort angekommen haben wir uns erst einmal gemütlich eingerichtet und zu Mittag eine Portion der täglichen Kohlenhydrat-Nahrung namens Nudeln eingenommen. Die haben wir auch bitter nötig, denn für den Nachmittag war ja schon ein erster Härtetest für Mensch und Maschine geplant: Die 1. Etappe.
Und so machen wir uns also auf exakt den selben Weg wie schon im vorherigen Sommer, als wir diese Etappe schon einmal gefahren sind. Von Eglfing rollen wir uns ein in Richtung Huglfing, um von dort aus in flottem Tempo nach Peißenberg zu fahren. Am Ortsausgang von Peißenberg führt eine schmale Straße mit 15% durch ein kleines Wäldchen nach oben. Ich schaue zu meinem Mitstreiter zurück, der an meinem Hinterrad fährt. Seine Miene verrät mir genau das, was mir auch gerade durch den Kopf schießt: "Jetzt geht's los!" Täuscht der Eindruck oder ist die Straße hinauf nach Hohenpeißenberg dieses Jahr steiler als im letzten? Nein, aber wir müssen schon ganz schön ackern, um im Rhythmus zu bleiben. In Hohenpeißenberg biegen wir links ab und müssen wieder auf das kleine Blatt schalten, damit wir das zweite steilere Stück des Berges erklimmen können. Auf dieser Straße überholen wir zwei abgestiegene Mountainbikefahrer, die es trotz ihrer kleinen Witzübersetzung nicht geschafft haben, im Sattel zu bleiben und lieber abgestiegen sind, um zu pausieren und sich nicht quälen zu müssen. Wir aber fahren ruhig weiter durch ein letztes Waldstück. Jetzt fahren wir wieder hinaus in die Sonne und mir läuft bereits der Schweiß in Strömen übers Gesicht. Aber ich muss aufpassen auf den Angriff von meinem Mitstreiter, denn es geht ja schließlich um die ersten Bergpunkte der Tour - sämtliche Anstiege der Tour wurden vorher von uns in verschiedene Kategorien (wie bei der Tour de France) je nach Schwierigkeit eingeteilt, um am Ende des ‚Urlaubs' den besten Bergfahrer von uns beiden herauszufinden - Der Peißenberg zählt mit seinen 988 m über dem Meer zur Kategorie 3, wofür es 10 Punkte gibt. Ich bin also vorbereitet auf den Angriff, der jedoch bislang noch ausbleibt. Da, die letzten 350 m bis zum Gipfel sind angebrochen, und mein Kollege greift von meinem Hinterrad aus an. Ich versuche alles, will hochschalten, was mir jedoch nicht gelingt. Da ist er natürlich bereits zu weit weg, und ich fahre nun weiter meinen Rhythmus bis zum Gipfel, wo ich 8 Sekunden auf die "Bergziege" verloren habe. Allerdings scheint mit meiner Form etwas nicht zu stimmen, denn obwohl ich eigentlich immer sehr viel schwitze bei solchen Touren, erscheint es mir die große Schweißmenge doch etwas seltsam... Anschließend fahren wir wieder die Abfahrt hinunter und müssen dann einen anspruchsvollen Anstieg nach Böbing hochtreten, der uns aber nicht allzu sehr weh tut. Nach 64 km gewinne ich noch den obligatorischen Zielsprint in Eglfing, und wir freuen uns schon auf den kommenden Tag, wo das Hahntennjoch zu bewältigen sein wird.