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Čakor (1849 m)

Dinarisches Gebirge.
Weiterfahrt hinter dem Pass: wie auf einem Balkon
Diese Beschreibung ist kürzlich bei uns eingegangen und befindet sich momentan noch in Redaktion. Sie endet voraussichtlich am 30.04.2012.
Zuständiger Redakteur: stb72 Mail an Absender - mehr zur Redaktion erfahren.
Der Čakor ist ein hoher Bergpass im äussersten Osten Montenegros. Die Strasse über den Pass stellt eine Verbindung zwischen dem Raum Plav in Montenegro und der Stadt Peja/Peć im Nordwesten des Kosovo dar.

Die durchgehende Verbindung zwischen Plav und Peć wurde vom jugoslawischen König Aleksandar im Jahr 1925 eröffnet. Im 1999 wurde ein paar Meter Strasse an der Grenze unbefahrbar gemacht. 2011 wurden Neuasphaltierungsarbeiten sowie eine Verbreiterung der Strasse auf vier Meter auf montenegrinischer Seite bis zur Grenze abgeschlossen. Zudem weisen Strassenschilder im Raum Plav erneut auf die Stadt Peć hin, was auf eine Öffnung des Grenzübergangs hoffen lässt. Dies wird durch einen Artikel in einer serbischen Online-Zeitung bestätigt. Im 2011 sind zirka 2,5 km auf kosovarischer Seite weiterhin ungeteert.

Das Gebiet blickt auf eine ereignissvolle Geschichte zurück. Der Patriarchat von Peć wurde im 14. Jahrhundert gegründet. Der Kosovo gehörte zur Türkei bis 1912, dann fiel Peć an Montenegro. Die Region von Plav an der Westseite des Čakor gehörte ebenfalls der Türkei. Die Mehrheit der Bevölkerung in Murino am Fuss des Čakor ist christlich-orthodox, im benachbarten Plav dagegen muslimisch.

Am Stadtrand von Peć steht das UNESCO-eingetragene Pećka Patrijaršija. Sie wird 2011 von slowenischen NATO-Truppen streng bewacht. Der Eintritt ist tagsüber möglich, mit entsprechender Bekleidung und nach Abgabe des Reisepasses. Die Kirche gehört zu den wichtigsten Kulturstätten des Balkans sowie des östlichen Christentums.

Bitte beachten: der Grenzübertritt vom Kosovo her ist (Stand 2011) formel nicht gestattet. Die kosovarische Seite (Rugova-Tal) wird von Schweizer Soldaten leicht überwacht, die montenigrinische Seite von der Grenzwacht (Granicna Policija). Geschichten im Internet über Grenzübertritte von Radlern beschreiben nichts negatives: Einheimische machen dagegen auf mögliche Verhaftung aufmerksam. Wie oben erwähnt, dürfte die Wiedereröffnung nicht all zu weit in der Zukunft liegen.
Für die Beschreibung danken wir Renko Mail an Absender

Liste der Auffahrten

Ostauffahrt ab Peć 36 km1348 HmSchön: 5 SterneHart: 5 Sterne

Ostauffahrt ab Peć   36 km / 1348 Hm Schön: 5 Sterne Hart: 5 Sterne

Diese Beschreibung ist kürzlich bei uns eingegangen und befindet sich momentan noch in Redaktion. Sie endet voraussichtlich am 30.04.2012.
Zuständiger Redakteur: stb72 Mail an Absender - mehr zur Redaktion erfahren.
Der Beginn der Ostauffahrt auf den Čakor liegt in der Stadt Peć wo die zweite Pass-Strasse vom Kosovo nach Montenegro, jene über den Kula, ihren Ausgang hat . Die Stadt hat einen ähnlichen Rummel wie andere Städte im Kosovo, sie ist aber etwas kleiner als zum Beispiel Prizren oder vor allen Dingen Pristina. Der Bazar ist einen Besuch wert (er wurde im 1999 zerstört, ist heute vollständig restuariert).
Von der Fussgängerzone im Zentrum von Peć fährt man weiter in RIchtung Westen. Das Einbahnsystem lenkt den Verkehr kurz nach rechts, dann wieder nach links. Auf der linken Strassenseite passiert man die restaurierte katolische Kirche von Peć.

Die Strasse gewinnt nur sehr sanft an Höhe. Links und rechts stehen Restaurants, dann ändert sich die Umgebung plötzlich: die Stadt ist zu Ende, ein Wachposte der NATO steht. Links befindet sich der Eingang zum Serbisch-Orthodoxen Pećka Patrijaršija. Die Hauptstrasse führt gerade aus weiter, eine Mauer trennt sie von der Patriarsija.

Dann beginnt eines der Highlights des Kosovo: die Rugova-Schlucht. Die Strasse schlängelt durch das tief eingeschnittene Tal. Dort wo das Tal zu eng ist, hat man die Strasse in den Berg geschlagen: mal mit kurzen Tunneln, mal mit Überhängen. Kehren folgen, der Höhengewinn bleibt im Alpenvergleich moderat. Weiter oben breitet sich das Tal etwas aus. Familien aus Pec machen Picknick am Fluss, auch gibt es einzelne Restaurants. Wie sonst im Kosovo findet man auch hier Erinnerungen an Menschen die ihr Leben im Kosovo-Konflikt verloren haben.

Nach za. 24 km geht die Asphaltierung zu Ende. Eine geschotterte Piste führt gerade aus. Die 2011 nicht signalisierte Route nach dem Čakor führt aber links weiter, das Tal wird wieder enger. Nun ist die Weiterfahrt gar nicht rennradtauglich: die Strasse ist zudem zum Teil durch Vegetation recht eng. Nur die gleiche Stutzmauer auf der linken Hangseite wie weiter unten erinnert an eine frühere Bedeutung der Strasse.

Nach etwa 2,5km erreicht man die im Internet viel fotografierten Sperrblöcke, die eine Weiterfahrt per Auto verunmöglichen. Obwohl der Pass noch in weiter Ferne liegt, befindet sich bereits hier die internationale Grenze zwischen dem Kosovo und Montenegro. Zur grossen Überraschung ist aber die Strasse hinter dem letzten Betonblock neulich asphaltiert.

Nun geht die Fahrt weiter im Sattel. Die Strasse führt zuerst ein Stück gerade aus, ehe eine Serie von Serpentinen beginnt, Steigung hier bei 10%. Nach weiteren 7 Kilometern durch eine malerische, an die Alpen erinnernde Hochgebirgslandschaft ist die Passhöhe endlich erreicht.

Auf dem Pass war im 2011 nur ein Strassenunterhaltsgebäude. Ein Denkmal steht an Gefallenen in den Ersten und Zweiten Weltkriegen. Im Ersten war Montenegro ein unabhängiger Staat: im Zweiten Teil des Königreichs Jugoslawien. Ein weiteres Denkmal erinnert an die in der allgemeinen Beschreibung erwähnten Einweihung der Pass-Strasse im 1925.

Hinter dem Pass ändert sich die Landschaft: Anstatt beklemmende Enge hat man eine Art Amphitheater mit grenzenlosen Ausblicken nach Westen. Zuerst führt die Strasse flach, verliert dann später an Höhe. Auch hier ist sie neulich asphaltiert worden.

Im Dorf Murino geht die Abfahrt zu Ende. Am Rande des Dorfs ist eine orthodoxe Kirche im Bau. Links führt die Hauptstrasse nach Plav mit schönem See. Die Strasse führt dann weiter zu einem Dorf namens Gusinje, dann quert die Strasse die Grenze zu Albanien, der Übergang ist erst seit kurzem wieder passierbar. Die lange, extrem anspruchsvolle Fortsetzung durch wildestes Gebiet nach Skodra bzw. Podgorica wurde von einem holländischen Tourenfahrer mit den Wörtern "wie Pakistan" beschrieben.
Rechts führt die Strasse weiter ins Herz von Montenegro.

Diese Passstrasse steht nach Auffassung des Autors eindeutig auf gleicher Höhe mit den Klassikern der Alpen. Viele Kilometer und Höhenmeter, ganz unterschiedliche, ursprüngliche Landschaften, und ein rudimentärer Ausbau. Noch dazu kommt illegaler Grenzübertritt, Kirchenbau und serbisch-nationalistische Graffiti in Murino, der niedergebrannte und in kürzester Zeit wiederaufgebaute Peć mit orientalischem Flair, das Rugova-Tal mit kosovar-albanischen Volkstraditionen und letztlich auch viel Kriegswiderstand, und allen voran die geschlossene, mittelalterliche Welt des Patriarchat von Peć. Der Gegensatz zwischen der Kleinigkeit der harmlos und verletzlich wirkenden Kirche mit ihren einmaligen, unbeschreiblich schönen und imposanten, Jahrhunderte alten Fresken, und einfach dem Ausmass der politischen Explosivität als serbische Insel inmitten des albanisch dominierten Kosovo, könnten unterschiedlicher nicht sein. Sie wird vermutlich für viele Jahrzehnte von der NATO überwacht, denn ein Angriff auf die Kirche wie beim Devic-Kloster im Drenica-Tal 2004 könnte verheerende Folgen einleiten.
Für die Beschreibung danken wir Renko Mail an Absender

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Platz   Fahrer     Zeit                    Datum            Aktion
1.Renko Mail an Absender5 h 30 m 00 s17.08.2011