Čerchov (1042 m)
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Čerchov (1042 m)
Schwarzkopf
Oberpfälzer Wald, Plzeňský kraj/Region Pilsen.
Der Čerchov, dessen deutscher Name „Schwarzkopf“ lautet, liegt im tschechischen Teil des Oberpfälzer Waldes und ist der höchste Berg dieses kleinen Mittelgebirges. Auf seinem Gipfelgelände stehen zwei Türme und eine Reihe von Baracken. Der eine Turm ist ein im Jahr 1904 erbauter Aussichtsturm, der andere, gespickt mit Abhöranlagen, wurde bis zum Fall der Berliner Mauer von den Sowjets und der Stasi und später von der tschechischen Armee bis nach 1990 als Aufklärungsposten genutzt, weswegen es lange Zeit nicht erlaubt war, den Gipfel des Berges zu betreten, wenn man nicht gerade einer der Aufklärer war. Die Aufklärungsstation gehört zu einer Kette von ähnlichen Horchposten entlang der deutschen Grenze und setzt sich nach Norden fort über den Velký Zvon (859 m), den Havran (894 m) bis zum Dyleň (939 m). Vom Čerchov aus horchten die roten Betonköpfe u.a. die NATO-Abhöranlage auf dem Schwarzriegel aus, während wiederum die kalten NATO-Krieger vom Schwarzriegel aus die Ostarmeen überwachten.
Das hört sich natürlich wahnsinnig spannend an. Man mag sich gar nicht vorstellen, wie die Horcher jahrelang zwischen angekauten Butterstullen und zerfledderten Praline-Heften hockten und sich verzweifelt wünschten, die Leute von gegenüber würden einmal, ein einziges Mal, etwas Außergewöhnliches von sich geben.
Um das frühere Treiben auf dem Čerchov auch durch eine solide Infrastruktur zu unterstützen, wurde der Wald an seiner Ostflanke von einem Netz aus teils geschotterten, teils asphaltierten und teils betonierten Pisten durchzogen. Der Gipfel kann mit dem Rennrad also über Asphalt und später Beton erreicht werden. Manche (wie zum Beispiel den Autor) mag die Auffahrt reizen, weil es eine der steilsten Strecken im Westen Tschechiens ist mit einem Steigungsmaximum von deutlich über 20 %. Auch der weite Blick vom Aussichtsturm über den Oberpfälzer Wald und den Böhmerwald im Süden ist nicht von schlechten Eltern. Man sollte sich aber darüber im Klaren sein, dass die Qualität des Pistenbelags mittlerweile nicht mehr allzu ansprechend ist. Bei der Auffahrt ist die Behinderung nicht sehr groß, man muss nur aufpassen, nicht in einer der groben Regenwasserrinnen hängen zu bleiben, die auf den letzten zwei Kilometern in regelmäßigen Abständen in den Boden gemauert wurden. Bei der Abfahrt allerdings rüttelt man über die Betonplatten und wünscht sich, nie auf die Idee gekommen zu sein, dem Čerchov einen Besuch abgestattet zu haben.
Trotz dieser negativen Begleitumstände nehmen wir den Berg ins Passlexikon auf. Irgendjemand wird sich schon für ihn interessieren. Unsere Empfehlung ist aber, seine Erstürmung lieber mit dem Mountainbike anzugehen. Wer mit dem Rennrad unterwegs ist, dem sei die Passstraße über den Dachsriegel ans Herz gelegt, die westlich des Čerchov durch einen ruhigen und größtenteils bewaldeten Teil des Oberpfälzer Walds verläuft.
Für die Beschreibung danken wir AP 

Liste der Auffahrten
| Nordanfahrt von Capartice | 4,4 km | 365 Hm | ![]() | ![]() |
Nordanfahrt von Capartice 4,4 km / 365 Hm

Die hier beschriebene Auffahrt beginnt an der Hauptverkehrsstraße zwischen Waldmünchen in Deutschland und Klenči pod Čerchovem in Tschechien auf Höhe der winzigen Siedlung Capartice. Egal ob man die Hauptverkehrsstraße von Deutschland oder aus Tschechien her befährt, bis zum Abzweig zum Čerchov wird man schon einige Höhenmeter gesammelt haben, da die Straße in der Nähe des Abzweigs ihren höchsten Punkt erreicht. Eine Beschreibung ausgehend von den genannten Ortschaften ist aber nicht angebracht, denn wir berücksichtigen hier die Regel, dass eine Auffahrt am letzten Abzweig ihren Anfang hat. Wer möchte, dem sei es freigestellt, Capartice als Kulminationspunkt eines niedrigen Passes zu sehen, dessen Ostseite von Klenči pod Čerchovem immerhin knapp 250 Hm hat. Der Weg zum Čerchov ist ausgeschildert und somit schwer zu verfehlen. Es geht auf einem engen asphaltierten Waldweg erst einmal wellig ohne bedeutenden Höhengewinn voran. Mit Autos muss man nicht unbedingt rechnen auf diesem Sträßchen, aber es sind doch einige Wanderer unterwegs. Großartige Aussichten gibt es keine, damit muss man bis zum Ende der Strecke warten.
Nach zweieinhalb Kilometern ruhiger Fahrt ist Schluss mit lustig. Es fängt die oben erwähnte Betonpiste an, die enorm steil nach oben zieht. Dieser Abschnitt ist nicht nur wegen der hohen Steigung schwer zu fahren, sondern auch wegen der gefühlten Hunderten von Wasserrinnen, die einen unweigerlich zu Fall bringen, wenn man sie falsch ansteuert. Im Grunde genommen bietet die Auffahrt nun eine fordernde Kraft- und Geschicklichkeitsübung auf dem Rennrad. Bevor man aber seine letzten Energiereserven anzapfen muss, ist die Übung absolviert und der Gipfel erreicht.
Wie schon in der Allgemeinbeschreibung erwähnt, macht die Abfahrt aus der Befahrung des Čerchov ein grenzwertiges Vergnügen. Wenn es juckt, der möge den Berg ansteuern, aber er kann eigentlich keinem Rennradler empfohlen werden. Bei der Abfahrt sollte man nicht den gleichen Fehler machen wie der Autor und den am unteren Ende der Betonpiste abzweigenden asphaltierten Waldweg in Richtung Süden benutzen. Zwar kann man über diesen Weg recht schnell zur Hauptverkehrsstraße zwischen Furth im Wald in Deutschland und Domažlice in Tschechien gelangen, aber er ist in einem schauderhaften Zustand und teilweise mit Moos überwachsen.
Für die Beschreibung danken wir AP 













