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Alp Grindel (1950 m) Grindel Oberläger

Blick zurück auf den Eiger

Auffahrten

Von Renko – Beginnt man am Bahnhof Grindelwald, so benutzt man zuerst die Straße in Richtung Grosse Scheidegg. Nach 2,2 km bei angenehmer Steigung biegt man links ab beim gelben Wegweisschild „Grindel Oberläger”. Die Straße ist bereits schmaler: der Höhengewinn beträgt gut 10 %.
1,5 km später geht es weiter nach rechts (Wegweisschild „Oberläger”). Bald folgt die erste mächtige, aber vorerst kurze Rampe. Radler können diese Rampe als Vorprüfung benützen: klappt es nicht gut, so liegt die gewöhnliche Straße auf die Grosse Scheidegg 2 km zurück.

Aber niemand kehrt gerne um. Erst beim zweiten Versuch komme ich hoch, der Puls rast viel zu hoch, als dass es dies verdient hätte. Die Quittung für die Mittagsauffahrt auf den Männlichen?
Rampenartig geht es vorerst weiter. Danach folgt ein kurzes Flachstück. Hier kann man neben dem Bach pausieren und die Ruhe genießen. Von den abertausenden Touristen, die Tag für Tag auf die Kleine Scheidegg und das Jungfraujoch fahren, keine Spur. Die Ruhe an diesem Herbstnachmittag ist wunderschön.
Nun geht es weiterhin parallel zum Bach, und man fährt in die nächste, sehr steile Rampe. Dort ist es aber anders als zuvor. Nach hundert Metern ist die Rampe nicht zu Ende, auch nicht nach 200. Ich kann nicht weiter und steige enttäuscht ab. Die Rampe hat einfach kein Ende, und ich habe nicht mehr die Beine um hochzukommen.
Nach längerer Laufpassage steige ich wieder aufs Rad, ab Unterläger (5,75 km) verringert sich die Steigung auf etwa 15 %, aber das Vorwärtskommen ist viel zu langsam, es mangelt einfach an Energie, der Akku ist für heute eindeutig leer.
Kurz vor den Häusern von Grindel Oberläger lässt die Steigung endgültig nach. Hier drehe ich mich um und staune: Es ist eine Traumaussicht auf die berühmtesten Söhne Grindelwalds, das Wetterhorn und den Eiger. Die toten Beine sind kurz vergessen. Ein Gefühl von Gerechtigkeit herrscht. Denn für eine Killerauffahrt gibt es eine Killeraussicht, und das ganz zurecht!
Hinter Grindel Oberläger (Alp Grindel) führt die Straße teils geteert, teils staubig, noch 50 Hm und 1,2 km weiter zum Hochpunkt Gratschärem, ehe eine 1,25 km lange Abfahrt zur Grossen Scheidegg beginnt.

Eine noch anspruchsvollere, rennradtaugliche Auffahrt in der Schweiz als die Alp Grindel kann es einfach nicht geben. Die angeblich 28 % steile Griesalp, eine der absolut spannendsten und spassvollsten Auffahrten der Schweiz, ist kinderleicht im Vergleich, so wie auch der Pragelpass. Vielleicht der jurassische Balmberg erinnert ein wenig, aber nur ein wenig, an die Alp Grindel, die im 3,9 km langen Kernstück gegen 650 Hm gewinnt, was einen Steigungsdurchschnitt von ungefähr 17 % ausmacht.
Vorher war die Alp Grindel hier nur als Ergänzung zur Grossen Scheidegg aufgeführt. Nun findet sie ihren Platz als eingenständige Auffahrt – und dies absolut zurecht!

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Schnellste Zeit
01:06:00 | 31.10.2013
ben730
Mittlere Zeit
Dolce Vita
01:10:00 | 03.09.2016
Steinboc

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