Alpe Fuori (1530 m)

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Alpe Fuori (1530 m)
Alpe Andromia, Alpe Furioso, Alpe Fiasco

Alpen, Walliser Alpen, Valle Ossola, Piemont.
Kommentar überflüssig.
Die Alpe Fuori ist eine Alm gelegen irgendwo in den Bergen oberhalb von Domodossola. Dass man in den italienischen Alpen in der Nähe von Kleinstädten irgendwelche Alpi findet, ist jetzt nicht weiter ungewöhnlich. Ungewöhnlich an der Alpe Fuori ist der Weg zu ihr hoch, der zu den allersteilsten asphaltierten Wegen zählt, die es überhaupt in Europa gibt. Wer jetzt denkt, dass man die Alpe Fuori mit dem Mortirolo, dem Pragelpass oder sogar mit dem Zoncolan vergleichen kann, der wird enttäuscht, oder vielmehr überrascht sein: die Auffahrt ist viel härter und stellt vermutlich das Äußerste dar, was mit einem normalen Rennrad noch machbar ist.
Oder auch nicht, wie der erste Abgesandte des Redaktionsteams feststellte, der jemals im Val d’Ossola eintraf, um sich wohlgemut an der Alpe zu versuchen. Und kläglich scheiterte. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben, und man sieht sich immer zweimal im Leben, um ein paar aufmunternde Platitüden zu bemühen.
Oberhalb der Alpe Fuori liegt eine zweite Alpe namens Andromia, zu der aber kein asphaltierter Weg mehr führt (tatsächlich endet der Asphalt ein paar hundert Meter vor der Alpe Fuori). Die Beschilderung weist eher auf die zweite Alpe hin, anscheinend ist deren Name in der Gegend geläufiger.


Beschreibung vom tortenbäcker Mail an Absender:

Die Alpe Fuori ist eine berühmt-berüchtigte Alp nördlich von Domodossola. Wenn man salite Glauben schenken mag, dann gehört die Auffahrt zu dieser Alp mit zu den härtesten überhaupt. Das Profil ist tatsächlich furchteinflößend. Es verrät aber noch nicht alles. Die Fahrt ist noch deutlich härter als angenommen, da der Belag leider oft zu wünschen übrig lässt. Zudem ist der obere Teil steigungsmäßig recht unregelmäßig. Dies erkennt man im Profil mangels höherer Auflösung aber gar nicht.
Der Klaus Mail an Absender hat mich dazu angestiftet, diese wuchtige Rampe anzugehen. Natürlich konnte ich der Versuchung nicht widerstehen und bin hingefahren. Von der Schweiz her kommend eignet sich zum Aufwärmen der Simplon bestens, zumindest dann, wenn man zur frühen Morgenstunde unterwegs und der Verkehr entsprechend minimal ist. Aber besser dabei keine Körner verschwenden, die werden später noch gebraucht.
Die Alpe Fuori fährt man allein wegen der Herausforderung. Aussicht ist praktisch nicht vorhanden, da man ständig im Wald unterwegs ist. Auch wenn es welche gäbe, könnte Otto Normalroller diese mit 185er Puls nicht wirklich genießen. Zudem muss man mit eher mäßigem Belag leben, vor allem Blätter und Rollsplit sind häufig anzutreffen. An manchen Stellen ist der Belag sehr wellig, und man verliert bei großer Steigung leicht den Halt. Nur mit Glück kam ich bei allen heiklen Passagen durch, manchmal war es knapp. Wenn man im Wiegetritt bei einer Umdrehung die Haftung verliert, steht man sofort still und die Stabilität ist dahin. Umkippen ist dann der nächste logische Schritt.
An drei Stellen fehlt der Belag gänzlich. Die ersten beiden sind Flachstücke und gerade noch am Limit mit Rennrad befahrbar. Das dritte ist ganz oben, direkt vor der Alp. Hier steigt man besser ab. Ich bin bis wenige Meter vor die Alp durchgefahren, aber bei dem groben Schotter mit viel Laub ist das ganz eindeutig eine schlechte Idee. Die Sturzgefahr ist beträchtlich.
Wenn man diese Auffahrt mit gängigen Pässen mit 5 Härtesternen vergleicht, muss man unweigerlich feststellen, dass die Alpe Fuori in einer völlig anderen Liga spielt. Die Grosse Scheidegg lässt sich beispielsweise im Vergleich locker noch vor dem Frühstück hochrollen. Eine Unterscheidung ist deshalb wohl angebracht, entweder 6 Sterne oder Hors catégorie, wobei mir letztere Variante besser gefällt.

Wer die Herausforderung angehen will, hier noch ein paar Gedanken zum Anforderungsprofil:
- Dreifach oder Kompakt scheint Pflicht, kaum vorstellbar, wie man ohne hochkommen sollte (30/23 hat bei mir gereicht). Eigentlich würde ein Single-Speed Rad mit kleiner Übersetzung besser passen, dabei könnte man sich das Gewicht aller Schaltkomponenten sparen. Wozu braucht man denn hier das 52er Blatt?
- Man sollte über längere Zeit ohne Probleme im Wiegetritt fahren können.
- Eventuell wäre man mit leicht breiteren Reifen besser bedient, mit meinen dünnen Schlappen bin ich manchmal durchgedreht.
- Normale Straßenpässe sind kaum als Vorbereitung geeignet, man sollte sich steile Bergstraßen mit mäßigem Belag aussuchen.
- Als Vorbereitung aufwärts dicke Gänge fahren. Denn auch 30/25 ist spätestens bei 20 % ein dicker Gang.
- Die Bremsen müssen unbedingt in tadellosem Zustand sein.
Für die Beschreibung danken wir jansahnerfan Mail an Absender

Liste der Auffahrten

Ostanfahrt von Preglia9,1 km1128 HmSchön: 3 SterneHart: 6 Sterne

Ostanfahrt von Preglia  9,1 km / 1128 Hm Schön: 3 Sterne Hart: 6 Sterne

Profile und Tracks

Profil der Auffahrt Ostanfahrt von Preglia
Vom Simplon her kommend fährt man an der Hauptstraße von Preglia entlang und biegt an der Bar Sport rechts ab. Nach wenigen Metern ist Bosco-Canei ausgeschildert, hier nochmals rechts abbiegen. Die folgenden zwei Kilometer dienen dem Warmfahren, ganz locker bewältigt man die mäßige Steigung.
Der Start der Ernsthaftigkeit erfolgt gleich im Anschluss. Die Abzweigung zur Alp ist dank Schild nicht zu verfehlen. Die erste Sprintwertung folgt auf dem Fuß, die Startmeter sind außerordentlich steil und der Belag ist katastrophal, beinahe wäre ich hier schon das erste Mal verhungert. Zum Glück wird der Belag danach wieder besser. Bald folgt der abartige vierte Kilometer, den man vollständig im Wiegetritt bewältigt. Hier könnte es dem Durchschnitts-Rennradfahrer durchaus passieren, dass die Arme einsäuern, da man ohne Pause heftig am Lenker ziehen muss. Zum ersten Mal war meine langjährige Sportkletterkarriere ein spürbarer Vorteil. Wenn man einen einarmigen Klimmzug kann, hat man diesbezüglich keine Probleme.
Hat man danach die Alpe Onzo erreicht, wird es etwas flacher, und man kann neue Kräfte sammeln. Etwa 100 Hm weiter oben kommt man zu einer Schranke, die mein Plan, die Rampe am Stück durchzufahren, durchkreuzt hat. Die 15 Sekunden Unterbrechung, um die Karre über die Rampe zu hieven, blieben aber zum Glück die einzigen bis zum Schluss. Für den motorisierten Verkehr ist spätestens hier die Fahrt zu Ende.
Danach wird die Steigung recht unregelmäßig, und die Fahrt gleicht einem Intervalltraining. Bei Flachstücken (alles im Bereich 10 % und darunter) erholt man sich, und schon türmt sich die nächste Rampe mit über 20 % auf. Submaximal tankt man sich dann durch bis zum nächsten sogenannten Flachstück. Dabei fährt man mit Vorteil, wenn man mit Anlauf in die Rampe rein fährt. Problem dabei: Ordinäre Waldschnecken dürften krasser beschleunigen als der dopinglose Otto Bergfahrer im 12 %-Gelände. Tja, man kann es zumindest versuchen. Es ist manchmal so steil, dass sogar im Wiegetritt das Vorderrad den Kontakt zum Boden verliert. Geschätzt kurzzeitig bis 30 %. Aussicht hat man dabei genau ein einziges Mal.
Eine der härtesten Passagen folgt nach dem asphaltlosen Flachstück. Hat man hier nicht locker gelassen, steigt die Chance, dass man es bis oben packt. Kurz vor der Alp hört der Asphalt gänzlich auf, und man steigt besser ab. Die Alp selbst ist hübsch, ein paar typische Steinhäuser zieren die Wiese. Die Abfahrt ist zwingend mit großer Vorsicht zu fahren, doch dies ist ein No-Brainer, wenn man die Strecke soeben hochgefahren ist.
Für die Beschreibung danken wir tortenbäcker Mail an Absender

Highscores

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Platz   Fahrer     Zeit                    Datum            Aktion
tortenbäcker Mail an Absenderohne Zeit31.05.2009