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Banska Vrata (1085 m)

Südwestanfahrt: Man hat das Meer im Rücken.

Auffahrten

Von AP – Die Küstenanfahrt zur Banska Vrata beginnt am südlichen Ortsende von Novi Vinodolski, wo eine Straße von der Adriatischen Küstenstraße ins Hinterland abbiegt. Ausgeschildert an jener Stelle ist unter anderem die in der Allgemeinbeschreibung erwähnte Skistation am Bjelolasica.
Auf dem ersten Kilometer ist die Steigung kaum erwähnenswert, steigert sich aber später auf angenehm zu fahrende 6 %. Von diesem Durchschnitt wird auf den vielen Kilometern bis zur Passhöhe kaum einmal abgewichen. Der Pass ist also das, was die meisten als Rollerberg bezeichnen, während manche Mail an Absender so weit gehen, bei den gegebenen Verhältnissen eine spürbare Steigung schlankweg zu verneinen.
Hinter Novi Vinodolski ist erstmal nicht viel mehr zu sehen als niedriger mediterraner Buschwald mit ein paar Wiesen dazwischen. Ganz weit hinten am Horizont rücken langsam die Berge der Velika kapela ins Blickfeld.
Da die Straße nicht an einem steilen Hang nach oben zieht, sondern sich in eine langsam ansteigende, hügelige Landschaft hineinwindet, sind spektakuläre Ausblicke auf die Adria und die Insel Krk vor Novi Vinodolski Mangelware bzw. bieten sich erst dann, wenn man sich umdreht. Von manchen Stellen aus kann man aber weit nach Süden schauen, wo sich der Velebit auftürmt, getrennt von der Insel Rab durch die Meerenge des Velebitski kanal. Was ein wenig stört, ist die hässliche Müllkippe oberhalb der Straße ein paar Kilometer von Novi Vinodolski entfernt. Tatsächlich gibt es doch einige dieser zerzausten Müllkippen im kroatischen Hinterland, wie man auch auf dem Weg nach Oltari feststellen kann. Als Faustregel gilt: Kreischt irgendwo weitab vom Meer eine Möwe, ist der Müll nicht weit weg.
Zwei Dörfer, Donji Zagon und Ledenice, liegen in einer weiten Senke unterhalb der Straße, ein drittes namens Bater durchfährt man nach 10 Kilometern. Viele Menschen scheinen in Bater nicht zu leben, es steht nur eine Handvoll Häuser am Straßenrand. Hinter dem Dorf folgt der schönste Abschnitt der Auffahrt: Man durchfährt eine Schlucht, hinter der sich die Landschaft urplötzlich ausdehnt und einen prärieartigen Charakter hat. Zu einem solchen tragen nicht nur die weiten Grasflächen mit den weißen Karstfelsen, sondern auch die Pferde bei, die auf der Straße herumstehen und dem Radfahrer hinterherglotzen. Man meint fast, diese Gegend aus irgendeinem Karl-May-Film zu kennen. Über die Prärie hinweg geht für ein paar Meter auch die Steigung zurück.
Noch ein Wort im Zusammenhang mit den kroatischen Mustangs: Sie sind nicht die einzigen Tiere, die der Autor bei seinem Besuch auf und neben der Straße hat frei herumlaufen sehen. Kühe und Esel trieben ebenfalls ihr Unwesen, und wer ein bißchen Glück (oder Pech?) hat, der könnte auf den letzten Kilometern auch einen Bären antreffen, denn die Velika kapela ist Bärengebiet.
Oberhalb der Prärie macht die Straße ein paar Schlenker am Hang, so dass man dort einen schönen Blick über diese Art von Hochebene hat. Sollte man wie der Autor das Pech haben, an einem Tag mit Fallwind aus dem Hinterland herab unterwegs zu sein, wird es auf dem nächsten Streckenabschnitt ungemütlich, denn der Wind im Gesicht kann das Fortkommen doch ziemlich erschweren.
Aber schon bald ist das letzte Dorf vor der Passhöhe, Breze, erreicht. Dort erst beginnt eigentlich das Gebiet der Velika Kapela, unschwer zu erkennen an den bewaldeten Berghängen um das Dorf herum. Eine Sägemühle deutet an, wovon man in dem Ort neben der Landwirtschaft noch lebt. Hinter Breze rollt man in den Wald hinein, der sich bis zur Passhöhe hin nicht mehr öffnet. Die Straßenqualität lässt auf dem letzten Streckenabschnitt deutlich nach. Vermutlich gibt es so relativ weit oben im Winter wesentlich mehr Tage mit Frost, der dem Asphalt zusetzt.
Dem Autor sind auf den 5 km zwischen Breze und der Passhöhe kein Mensch und kein Auto mehr begegnet. Außer ein paar zwitschernden Vögeln herrschte eine Totenstille. Ein brummender Bär wäre deutlich zu hören gewesen. Wie aber soll man reagieren, wenn plötzlich Meister Petz auf der Straße säße?

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