Bosco Gurin (1506 m)

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Bosco Gurin (1506 m)

Alpen, Lepontinische Alpen, Lago Maggiore (Langensee), Tessin.
Terrassierungen bei Linescio.
Hierbei handelt es sich zwar nicht um einen Passübergang, jedoch eine Bergankunft, die es in sich hat. Bosco Gurin ist ein Bergdorf im Maggiatal im Tessin. Man erreicht es nach 16 km und 1088 Höhenmetern. Die Anfahrt ist anspruchsvoll und genau das Richtige für Pässefahrer, die die Herausforderung lieben.
Bosco Gurin befindet sich auf 1506 m Höhe und ist das höchstgelegene Dorf im Tessin. Es blickt auf eine mehr als 700-jährige Geschichte zurück. Tatsächlich ist urkundlich belegt, dass Bosco Gurin bereits 1253 eine unabhängige Gemeinde mit einem eigenen Statthalter war. Das Dorf ist vorwiegend von Nachfahren der Walser bewohnt, die das Gebiet einst besiedelt hatten. Die Einwohner sprechen italienisch und Gurinerdeutsch, einem deutschen Dialekt. Die Kultur dieses Bergvolkes hat den Charakter dieses Dorfes geprägt.
Noch selten war ich vor einer Bergfahrt so nervös wie zu Begin der Etappe nach Bosco Gurin. Ähnlich erging es mir nur vor dem Col de Galibier. Aber warum? Ziemlich genau vor einem Jahr wollte ich zum erstenmal nach Bosco Gurin. Ein Gewitter war im Anzug. Also fuhr ich von Beginn weg Vollgas. Doch dafür büßte ich im obersten Drittel der Stecke. Auf den letzten fünf Kilometern ist die Stecke sehr steil. Ich musste mehrmals vom Rad, um mich kurz zu erholen und den Puls zu senken. Das ist mir vorher noch nie passiert. Ich hatte also heuer noch eine Rechnung offen. Doch zuerst der Reihe nach.
Für die Beschreibung danken wir Schnegg Mail an Absender

Liste der Auffahrten

Ostauffahrt von Cevio16 km1088 HmSchön: 4 SterneHart: 4 Sterne

Ostauffahrt von Cevio  16 km / 1088 Hm Schön: 4 Sterne Hart: 4 Sterne

Profile und Tracks

Profil der Auffahrt Ostauffahrt von Cevio
Ausgangspunkt ist Cevio auf 418 m Höhe, Hauptort des Maggiatals. Es empfiehlt sich, schon einige Dörfer talabwärts von Cevio aufs Rad zu steigen, z.B. bei Maggia. Dies hat zwei Vorteile. Zum einen fährt man dann durch eine grandiose Landschaft mit bewaldeten steilen Hängen, einer weiten naturbelassenen Flusslandschaft und vorbei an überhängenden Felspartien mit schroffen Seitenbächen. Zum anderen kann man sich auf der Ebene vor den großen Steigungen einfahren. Denn nach Cevio beginnt die Straße sofort anzusteigen und gewinnt auf einer Serpentinenstrasse schnell an Höhe. Es eröffnet sich ein sagenhafter Blick zurück auf die Flussebene der Maggia. Die zehn Serpentinenkehren verlaufen in einem Waldstück, welches angenehmen Schatten spendet. Dies dürfte einer der schönsten Anfangspassagen von Passfahrten überhaupt sein. Die Kehren sind imposant und die Aussicht wunderbar! Die Steigung verleitet, druckvoll hochzufahren. Doch Vorsicht. Es lohnt sich, die Kräfte einzuteilen. Wer hier nicht aufpasst wird es später büßen.
Als erstes Dorf erricht man Linescio nach 4 km und 220 Höhenmetern. Lieblich liegt es am Eingang des Rovanatals, hoch oben über dem Maggia-Haupttal. Die Bewohner haben die südexponierte Gunstlage zu nutzen gewusst, indem sie an den steilen Hängen von 25 bis 30 % Terrassierungen mit Steinmauern angebracht haben. Mit mehr als 25 km Terrassenmauern dürften diese Anlagen in ihrer Ausdehnung wohl zu den bedeutendsten gehören, die in Bergdörfern der Alpensüdseite angelegt worden sind. Die Strasse schlängelt sich durch typische enge Dorfgassen und verläuft kurze Zeit flach. Doch schon kurz nach Linescio beginnt sie wieder anzusteigen. Über eine Brücke passiert man eine imposante Schlucht, in der sich die Rovana zwischen engen Felsen eingeklemmt zu Tale stürzt. Sechs Kilometer hinter Linescio, und nach 216 Höhenmetern erreicht man Cerentino auf 980 m Höhe. Wie ein Adlerhost liegt dieses Bergdorf an einer Bergflanke, die das Tal in zwei Täler trennt. Man genießt einen schönen Blick zurück auf die zurückgelegte Strecke.
Von Cerentino sind es noch 6 km bis nach Bosco Gurin. Doch diese haben es in sich. Auf dem letzten Abschnitt sind 523 Höhenmeter zu bewältigen. Also mehr als doppelt so viele Höhenmeter auf fast der Hälfte der bisher zurückgelegten Strecke. Die Straße überquert zum zweiten mal den Bach und beginnt brutal anzusteigen. Erholungsphasen gibt es auf den letzten 5 km keine. Die Steigung gibt nicht nach und beträgt 12 bis 15 %. Immer weiter entfernt man sich vom traumhaften Wildbach. Schon bald ist das Tosen des Bachs nur noch weit unten hörbar. Man kämpft sich in die Nadelwaldstufe vor. Der harzige säuerliche Duft der Lärchen und Fichten löst die Laubwald-Umgebung ab. Glücklich, wer über drei Kettenblätter verfügt und runterschalten kann. Alle übrigen müssen kämpfen und drücken.
Oben wird man von einem überdimensionierten vorgelagerten Parkplatz von Bosco Gurin erwartet. Zeugnis von Wintersport-Aktivität, mit der sich das Dorf neuen Aufschwung erhofft. Das schöne Dorf und die Gewissheit, eine anspruchsvolle Etappe gemeistert zu haben, entschädigen für die Strapazen. Wer es mit 2-fach Kranz und ohne Anzuhalten bis nach oben schafft, darf sich wahrlich als guter Bergfahrer bezeichnen.
Für die Beschreibung danken wir Schnegg Mail an Absender

Highscores

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Fahrer     Zeit                    Datum            Aktion
Schnellste Zeit: Schnegg Mail an Absender0 h 54 m 00 s10.07.2008
Mittlere Zeit: Bussi Mail an Absender1 h 10 m 52 s24.06.1997
Langsamste Zeit: 1 h 46 m 00 s05.05.2009