Campello Monti (1305 m)

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Campello Monti (1305 m)
Val Strona, Ggampel

Alpen, Walliser Alpen, Piemont.
Blick zurück von oben
Die Fahrt nach Campello Monti ist eine Reise in die Vergangenheit. Das Dorf liegt am Ende des Val Strona und hat seinen Ausgangspunkt am kleinen Nachbarsee des Lago Maggiore, dem Lago d'Orta. Geschichtlich interessant ist das ganze deshalb, weil es sich um eines der alten Walserdörfer im Tessin handelt. Die Walser kamen einst aus dem Wallis zum Teil über den Simplonpass nach Süden, wo u.a. das Val Strona oder das benachbarte Val Stresia besiedelt wurden. Zu diesem Tal und der dortigen Hauptgemeinde Rimella bestand auch eine enge Beziehung in früheren Zeiten. Zur interessanten Geschichte der Walser kann man z.B. hier nachlesen.
Geht man von Campello Monti aus weiter nach Norden, so erreicht man über das zum Monte Rosa führende Valle Anasca und dann über den Monte-Moro-Pass (2868 m Höhe) bereits den Mattmarksee und das Saastal, eines der ganz alten Walsertäler im Wallis.
Sehr viel näher über den Bergkamm nach Nordosten und für wenige Radfahrer interessanter liegt übrigens die steile Rampe hinauf zur Alpe Rossombolmo von Ornavasso aus.

Wie alle dieser alten Bergdörfer ist Campello Monti von Abwanderung aufgrund von Industrialisierung und Arbeitslosigkeit betroffen, so dass viele Siedlungen praktisch ausgestorben sind. Campello Montis letzter ständiger Einwohner starb offenbar 1980. Heutzutage ist das Dorf nur im Sommer zu touristischen Zwecken bewohnt, einige Almen werden jedoch wieder bewirtschaftet.
Um diese vergessene, wunderschöne und abseits gelegene Bergregion nachhaltig zu erhalten gibt es einige Bestrebungen, die eine Alternative zum für Mensch und Natur rücksichtslosen Massentourismus bieten soll und natürlich im Konflikt mit ebenjenem stehen. Für interessante Informationen hierzu verweisen wir auf die Geschichte von Rimella und den Wanderwegen der Grande Traversata delle Alpi.

Die Fahrt durch das Tal ist mit Sicherheit im Herbst durch die Laubwälder am schönsten, jedoch auch die Fahrt dieses Fahrers Anfang April durch die kahlen Bäume und die ursprüngliche Gebirgslandschaft war durchaus beeindruckend. Ganz am Ende in Campello Monti ist dann je nach Jahreszeit völlige Stille und keine Menschenseele zu sehen, eine italienische Seite zu dieser Auffahrt spricht sogar von „una tranquilità irreali e quasi mistici!” – dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.
Für die Beschreibung danken wir stb72 Mail an Absender

Liste der Auffahrten

Ostauffahrt von Omegna19,3 km998 HmSchön: 4 SterneHart: 3 Sterne

Ostauffahrt von Omegna  19,3 km / 998 Hm Schön: 4 Sterne Hart: 3 Sterne

Der Ausgangspunkt Omegna auf gut 300 m Höhe am Lago d'Orta ist natürlich leicht zu finden, den Weg ins Val Strona muss man sich durch den Ort schon ein wenig suchen, größere Probleme hierbei hat man aber sicher nicht und es lohnt sich. Die wahre Schönheit dieser abseitigen Täler wird sicher nur zu Fuß in den höheren Lagen ganz offenbar, jedoch bekommt man auch während dieser Auffahrt sehr schöne Eindrücke hiervon.
Die ganze Fahrt über begleitet uns der kleine Fluss Strona, der jedoch meist weit unterhalb der Straße liegt. Zu Anfangs noch kurz ein wenig steiler wir es dann für lange Zeit sehr angenehm zu fahren, nennenswerte Prozente sind kaum einmal zu bezwingen und auch das ein- oder andere Flachstück ist vorhanden. Auf den 13,5 km werden lediglich ca. 500 Hm zurückgelegt, was einen Durchschnitt unter 4 % ergibt.
Wer etwas mehr Schwierigkeiten auf sich nehmen will, kann mehrmals zu einigen Bergdörfern abbiegen, die auch mit Straßen untereinander verbunden sind, was sicherlich eine sehr schöne Variante ist. Gleich nach 2 km gibt es wohl auch einen Almweg bis auf 1275 m Höhe zur Alpe Morello.
Der Weg im Tal führt jedoch angenehm leicht kurvig entlang des Tales durch einige kleine Dörfer wie Strona und Marmo bis Otra auf 820 m Höhe (km 13,5). Die Straße ist nicht allzu schmal und führt zwar von vielen Bäumen gesäumt, jedoch nicht im dichten Wald nach oben. Ab Otra wird es dann deutlich steiler durch die einzigen 4 Kehren hindurch bis Forno und weiter bis Piana di Forno auf 1087 m Höhe (km 17,5). Dorf heißt hier natürlich etwas anderes als hierzulande, meist wenige sehr alte Steinhäuser mit sehr ursprünglichem Charakter, die wohl wie Campello Monti kaum noch dauerhafte Bewohner haben.
In diesem Bereich ist die Straße dann wesentlich schmaler, kurviger und meist im Laubwald. Das ist sehr schön zu fahren in Verbindung mit deutlich steileren (jedoch noch normalen) Prozenten. Dieses Bild ändert sich dann aber auf den letzten 500 Metern noch und die Straße führt in einer deftigen Steilrampe bei bis zu 16 % bis Campello Monti, einer etwas größeren Ansiedlung.
Mit großer Wahrscheinlichkeit erwartet einen hier oben Außerhalb der Saison völlige Stille. Der Asphalt endet an einem kleinen Platz und ein kleiner Ausflug in das Dorf hinein ist zu empfehlen. Im Sommer ist eine Verpflegungsmöglichkeit im Dorf sehr wahrscheinlich, ist es doch auch Etappenort der Grande Traversata delle Alpi.
Für die Beschreibung danken wir stb72 Mail an Absender

Highscores

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Platz   Fahrer     Zeit                    Datum            Aktion
stb72 Mail an Absenderohne Zeit04.04.2005
serpentine Mail an Absenderohne Zeit22.04.2011
Sirniz Mail an Absenderohne Zeit22.04.2011