Campo Imperatore (2130 m)

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Campo Imperatore (2130 m)
Gran Sasso d'Italia

Apennin, Mittlerer Apennin, Abruzzen.
..Serpentinen.
Das Gran-Sasso-d’Italia-Massiv ist der zentrale Höhenzug im Nationalpark des Gran Sasso und der Monti della Laga. Die Region ist extrem dünn besiedelt, unzugänglich und in kaum einer europäischen Region leben mehr Bären, Wölfe und Adler. Die Region liegt am Schnittpunkt der afrikanischen und europäischen Platte, was immer wieder, wie zuletzt im Frühjahr 2009, zu heftigen Erdbeben führt. Die Hochebene des Campo Imperatore, auf etwa 1600 bis 1900 m Höhe gelegen, erinnert wegen ihrer fast völlig fehlenden Vegetation an eine Mondlandschaft und ist vergleichbar mit Hochebenen im Himalaya. Der höchste auf asphaltierter Straße erreichbare Punkt liegt südlich des Corno Grande (2912 m Höhe), des höchsten Bergs des Gran-Sasso-Massivs und auch des ganzen Apennins. Dort findet man das Hotel Campo Imperatore und ein Observatorium. Übrigens war Mussolini nach seinen Sturz hierher verbannt worden und wurde durch eine deutsche Kommandoeinheit befreit (das sogenannte Unternehmen Eiche).

Die Anfahrt in die Region erfolgt mit dem Auto am schnellsten entweder über die Adriaautobahn oder aus Rom. Wir bereisten die Region per Rucksack und Rennrad und kamen über die Hochfläche des Piano Grande in den Sibillinischen Bergen und nahmen unseren Ausgangspunkt in Amatrice. Obwohl diese Route nicht den kürzesten und härtesten Anstieg darstellt, ist er wegen der unglaublichen landschaftlichen Schönheit empfehlenswert.


Anmerkung: Der Zugang zum Campo Imperatore erfolgt, egal aus welcher Richtung man kommt, über Pässe, die im QD-Passlexikon nicht getrennt aufgeführt sind. Wir wollen ihre Namen aber nicht verschweigen. Von Westen aus erreicht man den Campo Imperatore über den Valico di San Franco und den Valico di Monte Cristo, von Süden aus entweder über den Valico di Monte Cristo, wenn man in Paganica startet, oder über den Valico delle Trincee, wenn man über Barisciano und Santo Stefanio di Sessanio fährt, von Südosten aus über den Valico di Capo di Serre, von Osten aus über die Forca di Penne und den Valico di Capo di Serre, und von Nordosten aus über den Valico di Vado di Sole.

Für die Beschreibung danken wir christoph Mail an Absender

Liste der Auffahrten

Nordwestanfahrt von Amatrice81 km2140 HmSchön: 5 SterneHart: 5 Sterne
Südostanfahrt ab Torre de Passeri73 km2650 HmSchön: 5 SterneHart: 4 Sterne

Nordwestanfahrt von Amatrice  81 km / 2140 Hm Schön: 5 Sterne Hart: 5 Sterne

Profile und Tracks

Profil der Auffahrt Nordwestanfahrt von Amatrice
Amatrice, eine Kleinstadt, liegt auf 950 m Höhe am Nordwestrand des Gran-Sasso-d’Italia-Massivs. Von hier schlängelt sich eine kleine, enge, aber gut asphaltierte Straße über ca. 11 km Richtung Lago di Campotosto. Nach etwa zwei Dritteln dieser Wegstrecke ist ein Scheitelpunkt erreicht (der Valico di Cornillo auf 1328 m Höhe), und die Straße fällt nun leicht zum Stausee ab, der auf 1300 m Höhe liegt. Zu seinem Bau gibt es viele Geschichten, die einem den Schauder über den Rücken laufen lassen.
Man nimmt die südliche Umfahrung und fährt an einer Engstelle über den Damm weiter nach Süden. Es geht nun etwa 5 km bergab, wobei man etwa 150 Hm verliert, die man in den folgenden 3 km auf der SS80 bis zum sogenannten Passo delle Capannelle auf ungefähr 1300 m Höhe wieder einfährt. Der Passo delle Capannelle stellt den Einstieg Richtung Hochfläche des Campo Imperatore dar und war vor dem Bau der Autobahn durch das Gran-Sasso-d’Italia-Massiv die Hauptverbindung aus Richtung Rom nach Teramo.
Man biegt auf die SP86 in Richtung Assergi ein und klettert zunächst weitere ca. 3 km zum Valico di San Franco auf 1454 m Höhe, bis man dann über die nächsten 15 km wieder 500 hm verliert und nun auf knapp 1000 m Höhe bei Fonte Cerreto auf die von L’Aquila kommende SR17bis stößt. Die Straße wird nun sehr viel enger, ist aber noch immer gut ausgebaut. Immerhin ist die Region des Gran Sasso d’Italia ein bekanntes Ziel des Giro d’Italia und von hoher touristischer Bedeutung.
Ab der Kreuzung von Fonte Cerreto gibt es keinen flachen Meter mehr, und die Straße steigt stetig zunächst kurvig, dann auch mit geraden Anteilen weiter an, bis man auf ca. 1760 m auf die Hochfläche trifft. Dort ist alles unwirklich, lebensfeindlich und gleicht einer Mondlandschaft. Alles hängt vom Wind ab, wie sehr man leidet, oder vielleicht auch unterstützt wird. Der Übergang zur Hochfläche ist auf den Karten als Pass vermerkt, es ist der Valico di Monte Cristo (1767 m Höhe).
Die letzten 10 km bis zum Hotel in der Nähe des Corno Grande laufen in weiten und meist übersichtlichen Kurven im weiten Bogen an der Flanke des abgesetzten Massivs nach oben. Die Höhenluft macht sich bemerkbar, und auch der lange Anstieg, falls man von Amatrice hochkommt. Lediglich auf den letzten 2–3 km wird es noch mal eng in den Kurven, und die Steilheit nimmt nochmals zu.
Schnee bis weit in den Sommer ist nicht unüblich, wir erlebten noch über einen Meter hohe gefräste Schneewände. Trotz aller Ruhe und wenig Autoverkehr auf der Strecke herrscht am Gipfelpunkt doch meist ein gewisser Trubel, auch Touristen-Autobusse quälen sich hier hoch. Das riesige Gipfelhotel ist, auch wegen seiner historischen Bedeutung, noch immer ein magischer Anziehungspunkt für viele Menschen. Die Abfahrt durch das gesamte Campo Imperatore nach Isola del Gran Sasso d’Italia ist landschaftlich traumhaft schön, und man hat nun fast das gesamte Massiv umrundet.
Für die Beschreibung danken wir christoph Mail an Absender

Highscores

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Platz   Fahrer     Zeit                    Datum            Aktion
claudio40 Mail an Absenderohne Zeit07.06.2003
christoph Mail an Absenderohne Zeit18.06.1999
bolo Mail an Absenderohne Zeit02.08.2010
bolo Mail an Absenderohne Zeit17.08.2011
bolo Mail an Absenderohne Zeit24.08.2011

Südostanfahrt ab Torre de Passeri  73 km / 2650 Hm Schön: 5 Sterne Hart: 4 Sterne

Profile und Tracks

Profil der Auffahrt Südostanfahrt ab Torre de Passeri
Der letzte Versuch, den Gran Sasso von Südosten zu befahren endete vor 2 Jahren in sintflutartigen Regenfällen. Dieses Mal haben wir eine stabile Hochdrucklage und bezahlen diese Wettersicherheit mit Temperaturen im Tal jenseits der 35 Grad Marke.
Die Länge der Strecke im Verhältnis zu den bewältigten Höhenmetern täuscht über die tatsächliche Schwierigkeit des Anstieges. Das Gran Sasso-Massiv ist plateauartig aufgebaut, so dass sich Anstiege immer wieder mit langen Flachstrecken und sogar Höhenverlusten abwechseln.
Der Ausgangspunkt für diese Auffahrtstrecke nahe Torre de Passeri auf 230 m Höhe ermöglicht eine Anfahrt über die Autobahn Pescara–Rom genauso wie mit der Bahn auf der gleichen Verbindung.
Wir kamen vom Passo San Leonardo aus dem Maiella-Nationalpark und fuhren gerade mal 500 m auf der Hauptstraße, bis wir über eine kleine Autobahnbrücke den Ausgangspunkt erreichten und Richtung Castiglione a Casauria abbogen. Der Abzweig ist unspektakulär, und nichts deutet darauf hin, dass sich hier ein möglicher Startpunkt zu einer der eindrucksvollsten Bergstraßen Italiens befindet.
Die ersten Kilometer bis Castiglione führen gemächlich mit durchschnittlich 6 % Steigung in weiten Schleifen durch landwirtschftlich genutzes Terrain. Unmittelbar nach Castiglione zieht die Steigung zunächst auf 10 % an, bevor man vor Pescosansonesco auf ein Flachstück trifft und sogar einige Höhenmeter verliert. Den Ort erreicht man nach knapp 10 km. Im Ort wird die Straße kurzfristig bis zu max. 20 Prozent steil, unmittelbar danach zieht sie sich am Bergrücken flach entlang und fällt Richtung Corvara auch wieder ab. Ab Corvara schlägt die Richtung von Nord nach Nordwest um, die Steigung liegt auf den nächsten Kilometern zwischen 6 und 10 %.
Es gibt in der gesamten Gegend nur sehr wenige Unterkunftsmöglichkeiten. Der Agriturismo Aperegina („Bienenkönigin”) bei Kilometer 17 liegt auf 830 m Höhe etwas versteckt abseits der Straße. Der Hof ist eine absolut perfekte Unterkunftsmöglichkeit mit Essen aus hauseigenen Produkten, ebenso der Rot- und Weißwein, Unterkunft in kleinen, aber gut ausgestatteten Hütten und Frühstück. Alles was das Radlerherz begehrt.
Bis zum Kilometer 20 und dem Zusammenschluss mit der Straße 620 steigt die Straße weiter an, um dann hinter der Forca di Penne auf etwa 920 m Höhe über 5 Kilometer entlang des Bergrückens um 250 m bis kurz vor Ofena abzufallen. Hier verzweigt die Straße, und wir fahren rechts nach Villa San Luca. Ab hier geht es wieder mal steigend, mal flach, bis man bei Kilometer 39 Castel del Monte auf 1340 m Höhe erreicht. Bäume gibt es jetzt nur noch sehr wenige, das Terrain wird zunehmend steinig. In Castel del Monte spielte übrigens der Film „Der Amerikaner“ mit George Clooney.
Es folgt nun bis Kilometer 50 ein Wechsel mit sanften Anstiegen und Flachstücken (das ist der Anstieg zum Valico di Capo di Serre), bis man auf 1500 m Höhe im „italienischen Tibet“ ankommt. Die Hochebene unter dem Campo Imperatore ist im Juli über und über mit niederer Magervegetation bedeckt, ist aber ansonsten völlig kahl und kann sehr unwirtlich sein.
Je nach Windverhältnissen kann dieser wellige Abschnitt sehr anspruchsvoll sein. Die Straße, teilweise aus sehr rauhem Asphalt, zieht nun über 10 km durch diese Hochebene, bis man nach etwa 60 km auf 1600 m den finalen Abwzeig zur Gipfelstraße erreicht. Diese 10 km lange finale Schluss-Steigung beginnt mit einer 2 km langen flachen Abfahrt. Na toll. Das hatte ich aus der Erinnerung von 1998 glatt verdrängt.
Dann geht es immer noch flach, oder nur sanft ansteigend für weitere 2 km in den Talschluss. Jetzt tritt der Corno Grande, der höchste Gipfel des Massivs hinter einem vorgelagerten Bergrücken hervor, und man erkennt den Straßenverlauf bis zum ehemaligen Gipfelhotel und der Bergstation der Gondel und des Sessellifts. Hier griff Marco Pantani in einem unvergessenen Kraftakt beim Giro 1998 nach dem Maglia Rosa und trug es bis ins Ziel.
Das ehemalige Gipfelhotel, in dem Mussolini inhaftiert war, ist seit unserem letzten Besuch 1998 geschlossen worden. Dementsprechend hat der Mussolini-Tourismus abgenommen. Während vor 13 Jahren der große Parkplatz mit Reisebussen verstopft war, empfing uns heute ein fast leerer Platz. Alles, einschliesslich der Skilifte, macht einen etwas heruntergekommenden Eindruck. Es ist hier so hässlich wie eine Skistation im Sommer nun mal ist. Bei einer rollenden Würstelbraterei gibt es immerhin zur Stärkung sehr gute, würzige Bratwürste aus den Abruzzen und eiskalte Cola.
Die Abfahrt bis zum letzten Abzweig erfolgt auf gleicher Strecke.
Wir setzen unsere Fahrt nach Amatrice über den Lago Campotosto fort und haben auf dem Weg dorthin noch zwei traumhafte Abfahrten und einen 20 km langen, aber nur 5 % steilen Anstieg in grosser Hitze zu bewältigen.
Für die Beschreibung danken wir christoph Mail an Absender

Highscores

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Platz   Fahrer     Zeit                    Datum            Aktion
christoph Mail an Absenderohne Zeit12.07.2011