Col d'Izoard (2360 m)

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Col d'Izoard (2360 m)

Alpen, Cottische Alpen, Provence-Alpes-Côte d'Azur.
Col d'Izoard: Casse Déserte auf der Südabfahrt.
Bei der Aufzählung der französischen Klassiker wird der Col d’Izoard gerne mal unterschlagen. Kein Wunder, ist ja auch die Konkurrenz im Mutterland des Radsports mit Galibier, Ventoux oder Tourmalet, die regelmäßig von der Tour de France angesteuert werden, denkbar groß. So ist der Izoard eher in der Kategorie der Geheimfavoriten anzusiedeln.

Seine verkehrsmäßige Bedeutung ist gleich null. Der Col d’Izoard verbindet Briançon mit dem Queyras und somit schließlich mit Guillestre – in Nord-Süd-Richtung kann man also problemlos auch im Durance-Tal fahren, statt sich über den Pass zu quälen. Dennoch oder vielleicht gerade deswegen ist der Col d’Izoard ein ruhiger, abgeschiedener landschaftlicher Leckerbissen. Ist man im unteren Teil noch im lichten Kiefernwald unterwegs, bietet sich weiter oben eine grandiose Serpentinenstrecke in zerklüfteter und wilder Felslandschaft – gekrönt von der Casse déserte auf der Südseite, einer wüstenartigen Verwitterungslandschaft. Und zudem ist es wohl der einzige Pass in seiner Kategorie, der auf gesamter Strecke einen Radstreifen auf der Straße aufweist.
Mehrere Passagen im zweistelligen Prozentbereich machen den Pass auch sportlich anspruchsvoll.
Vor der eigentlichen Südrampe zwischen Guillestre und Chateau-Queyras durchquert man die Combe du Queyras, eine schöne Schlucht. Die gesamte Südseite des Passes liegt im einem regionalen Naturpark.

Der Col d’Izoard liegt auf der Route des Grandes Alpes und wird deshalb am besten auf einer mehrtägigen Etappentour bezwungen. Möglichkeiten zum Anschluss sind im Norden ab Briançon der Col du Lautaret in Richtung Grenoble oder Col du Galibier, sowie der Col du Montgenèvre nach Italien, sowie im Süden ab Guillestre der Col de Vars in Richtung Barcelonnette oder der Col d’Agnel nach Italien. Selbstverständlich bietet sich auch eine Rundtour ab Briançon oder Guillestre über den Izoard mit Rückweg durch das Durance-Tal an.

(Wir danken Tobi für die ursprüngliche, inzwischen überarbeitete Beschreibung.)
Für die Beschreibung danken wir wellfleischoberst Mail an Absender

Liste der Auffahrten

Nordrampe von Briançon21,5 km1039 HmSchön: 3 SterneHart: 3 Sterne
Südrampe von Guillestre31,5 km1361 HmSchön: 4 SterneHart: 4 Sterne

Nordrampe von Briançon  21,5 km / 1039 Hm Schön: 3 Sterne Hart: 3 Sterne

Profile und Tracks

Profil der Auffahrt Nordrampe von Briançon
Ausgangspunkt der nördlichen Auffahrt ist Briancon (1321 m). Auf der sehr gut ausgebauten D902 fährt man durch die enorme Schlucht der Cerveyrette. Nach 12 km erreicht man Cervières (1608 m). Bevor man die eigentliche Steigung in Angriff nimmt und der Straße nach Süden folgt, sollte man nach Norden blicken, um einen ersten Eindruck zu gewinnen, welch bizarres Landschaftsbild auf der Südseite des Passes auf einen wartet.
Durch den Bois de Péméant führt es windungsreich und durchweg zweispurig mit bis zu 12 % Steigung empor, zu beachten sind die teilweise steilen Innenradien der Kehren. In diesem Abschnitt ist eine Aussicht Fehlanzeige. Verläßt man wenig unterhalb des Refuge Napoléon den Lärchenwald, so sieht man die fortgeschrittene Erosion dieser Gebirgsregion, riesige Geröllfelder beherrschen die Landschaft. Der Sattel, tief zwischen den Bergen eingebettet, ist nach weiteren 1,5 km erreicht. Im Süden und Südosten beherrschen die Gipfel der Queyras das Bild.
Die Südseite ist vermutlich einzigartig in den Alpen. Felspyramiden und Felsnadeln stehen in den Schutthalden und verzaubern alles in eine bizarre Mondlandschaft, die Casse Déserte. Schaut die Bilder an, die für sich sprechen. Nach der Casse Déserte folgt eine kurze Gegensteigung, die einen unangenehmen Rhythmuswechsel mit sich bringt und nicht unterschätzt werden sollte. In mehreren Serpentinen verliert man danach bei max. 12 % Gefälle rasch an Höhe, ehe man Brunissard (1760 m) erreicht. An heißen Tagen hat der Asphalt auf der Südseite die Tendenz aufzuweichen, wodurch ein großes Gefahrenpotential entsteht – langsamer ist besonders hier sicherer. Entlang der Rivière läßt man Arvieux (1544 m) und die ausgedehnte Wiesenlandschaft hinter sich, bis man schließlich unterhalb des Châteux-Queyras in das Tal der Guil auf die D902 einmündet (1384 m).
Fährt man hier nach Südwesten die tief eingeschnittene und enge Queyras-Schlucht mit ihren vielen Tunnels entlang, so erreicht man nach 17 km Guillestre. Folgt man der D902 hier allerdings in östlicher Richtung, wartet 25 km weiter der gewaltige 2746 m hohe Col d’Agnel, die Nummer vier der asphaltierten Alpenpässe.
Für die Beschreibung danken wir Tobi Mail an Absender

Highscores

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Fahrer     Zeit                    Datum            Aktion
Schnellste Zeit: Schnegg Mail an Absender1 h 08 m 00 s13.07.2005
Mittlere Zeit: bergwind Mail an Absender1 h 38 m 09 s22.06.2008
Langsamste Zeit: 2 h 35 m 00 s08.10.2005

Südrampe von Guillestre  31,5 km / 1361 Hm Schön: 4 Sterne Hart: 4 Sterne

Profile und Tracks

Profil der Auffahrt Südrampe von Guillestre
Die Südrampe des Izoard ist wesentlicher Bestandteil der Radstrecke des Embrunman. Dieser jedes Jahr am 15. August ausgetragene Wettkampf gilt mit ca. 3600 Hm auf der Radstrecke, sowie 400 Hm auf der Laufstrecke als einer der härtesten Langdistanz-Triathlone.
Direkt ab Guillestre (1000 m) steigt die Straße steil an. Nach gut 1–2 km ist auf knapp 1100 m jedoch schon der vorläufige Hochpunkt erreicht, und die folgenden 3 km führt die Strecke leicht fallend durch die tief eingeschnittene Combe du Queyras. Leider liegt diese auf der linken Seite, so dass die Straße den Blick hinab einschränkt. Auf diesem Abschnitt sind einige kurze Tunnel zu durchfahren. Nach einer Brücke über die Guil jetzt auf der linken Seite des Flusses fahrend, steigt die Strecke auf den kommenden 10 km leicht an. Die Steigung liegt hierbei überwiegend im Bereich von Null bis 3, maximal 5 %. Nach insgesamt 16 km, auf 1266 m Höhe, entfernt sich die Straße vom Flusslauf. Mit ca. 6 % beginnt hier der eigentliche Anstieg. Gut einen Kilometer weiter zweigt nach links die Passstraße von der Straße durchs Guiltal ab. Vom Col d’Agnel kommend stößt man hier aus entgegengesetzter Richtung auf die beschriebene Strecke und hat noch gut 1000 Hm auf knapp 15 km Strecke zu erklimmen.
Zunächst beträgt die Steigung überwiegend 5–8%, wird jedoch bis Arvieux – 4 km hinter dem Abzweig auf 1544 m gelegen – immer wieder von kurzen Flachstellen unterbrochen. Ab hier bis zur Casse Deserte   einer unwirtlichen Gerölllandschaft auf 2220 m Höhe gut 2 km und 140 Hm vor dem Gipfel gelegen – steigt die Strecke auf 8 km mit konstant 8–10 % an.
Nach Empfinden des Autors am schwierigsten hierbei ist der erste Abschnitt bis zum Beginn des Serpentinenanstieg kurz hinter Brunissard (1760 m). Von Arvieux bis hierhin verläuft die Strecke strikt geradeaus, ohne jegliches optische Feedback für die überwundene Höhe. Mit Beginn der Serpentinen nimmt die Steigung zwar nicht ab, jedoch wird die Aussicht schnell besser, und schon dadurch fällt die Fahrt leichter. Wegen der recht konstanten Steigung lässt sich trotz der hohen Steigung relativ gut ein Rhythmus finden. Während auf der Nordrampe die Straße übersät ist mit den Namen prominenter Radfahrer, findet man hier vereinzelt die Namen unbekannter Triathleten auf die Straße gemalt. An der Casse Deserte wird der Anstieg durch ein etwa 500 m langes leichtes Gefälle unterbrochen. Mit ähnlicher Steigung wie zuvor wird nach weiteren 2 km die Passhöhe erreicht. Auf der linken Seite befindet sich eine kleine Anhöhe, die sich in wenigen Minuten zu Fuß erreichen lässt und lohnenden Ausblick auf die umliegenden Berge bietet.
Die Abfahrt nach Briancon ist gut ausgebaut und lässt sich schnell fahren. Kurz vor Briançon wird sie von einer ca. 2 km langen Flachstrecke unterbrochen.
Für die Beschreibung danken wir DragAttack Mail an Absender

Highscores

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Fahrer     Zeit                    Datum            Aktion
Schnellste Zeit: Marcomax Mail an Absender1 h 04 m 40 s16.07.2006
Mittlere Zeit: Greenhorn Mail an Absender1 h 38 m 00 s27.09.2004
Langsamste Zeit: 2 h 27 m 00 s27.09.2006