Col du Galibier (2645 m)

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Col du Galibier (2645 m)

Alpen, Cottische Alpen, Dauphiné-Alpen, Provence-Alpes-Côte d'Azur, Rhône-Alpes.
Serpentinen zum Col du Galibier
Der Col du Galibier zählt wohl zu den bekanntesten klassischen Anstiegen der Tour de France – man kann ihn getrost in einem Atemzug mit dem Col du Tourmalet in den Pyrenäen, dem Mont Ventoux in der Provence oder dem benachbarten Alpe d’Huez nennen. Mit seinen 2645 m Scheitelhöhe ist der Galibier zudem nicht nur der fünfthöchste asphaltierte Alpenpass (nach Iséran, Stilfser Joch, Agnel und Restefond/Bonette), sondern häufig auch das Dach der Tour, an dem als Sonderpreis das Souvenir Henri Desgrange zu Ehren des Gründers der Tour de France ausgefahren wird. Ebenfalls zu Ehren Desgranges findet sich auf der Südseite am Scheiteltunnel knapp unterhalb der Passhöhe ein Gedenkstein.

Der Pass verbindet St.-Michel-de-Maurienne im Norden mit dem Col du Lautaret im Süden, also die Maurienne mit dem Oisans bzw. dem Briançonnais, und stellt somit eine wichtige Nord-Süd-Verbindung in den zentralen Westalpen dar. Auf der Nordrampe muss man als „Vorpass” den Col du Télégraphe überqueren, um zum eigentlichen Ausgangsort Valloire zu gelangen. Auch die bekannte Route des Grandes Alpes verläuft über den Col du Galibier.

Doch der Galibier ist nicht nur ein Radsport-Klassiker, der mit ordentlich Tour-de-France-Flair aufwarten kann, sondern auch ein absoluter landschaftlicher Leckerbissen. Insbesondere die karge Mondlandschaft im oberen Teil bietet eine grandiose Alpenkulisse; das ganze garniert mit einem Panorama, das vom Mont Blanc im Norden bis zum südlichsten Viertausender der Alpen, der Barre des Écrins, im Süden reicht. Absolut empfehlenswert ist auch der Aussichtspunkt, für den man vom kleinen Parkplatz an der Passhöhe noch ein paar Hundert Meter zu Fuß gehen muss.
Neben der 2645 m hohen Passstraße gibt es auch noch einen Scheiteltunnel auf 2556 m Höhe. Dieser ist jedoch für Fahrräder (sowie für Fußgänger) gesperrt.

Auf legendärem Territorium in den französischen Alpen finden sich natürlich genügend weitere interessante Pässe, mit denen sich der Col du Galibier auch zu anspruchsvollen und schönen Touren verbinden lässt. Als Parallelpässe zwischen Maurienne und Oisans können der Col de la Croix de Fer und der Col du Glandon angesehen werden. Oft führten Tour-Etappen über den Galibier schließlich hinauf nach Alpe d’Huez. Ist man auf der Route des Grandes Alpes unterwegs, so schließt sich im Süden ab Briançon der Col d’Izoard an, im Norden lockt ab Lanslebourg der Col de l’Iséran zur Weiterfahrt. Parallel zu letzterem kann man auch den weiter westlich verlaufenden Col de la Madeleine wählen.

Im Jahr 1911 war der Col du Galibier der erste jemals bei der Tour de France überquerte Alpenpass. Aus diesem Anlass wird auch 100 Jahre später, bei der Tour 2011, dieser Pass wieder im Mittelpunkt stehen. Die 18. Etappe am 21. Juli wird mit einer Bergankunft von Süden auf dem Galibier enden, und am Tag darauf wird der Pass dann erneut bezwungen, diesmal von Norden. Diese 19. Etappe soll nach Überquerung des Galibier mit einer Bergankunft in Alpe d’Huez enden.

(Wir danken Tobi für die ursprüngliche, inzwischen überarbeitete Beschreibung.)
Für die Beschreibung danken wir wellfleischoberst Mail an Absender

Liste der Auffahrten

Nordrampe von Valloire17 km1246 HmSchön: 5 SterneHart: 5 Sterne
Südseite vom Col du Lautaret8,5 km588 HmSchön: 5 SterneHart: 3 Sterne

Nordrampe von Valloire  17 km / 1246 Hm Schön: 5 Sterne Hart: 5 Sterne

Profile und Tracks

Profil der Auffahrt Nordrampe von Valloire
Auf den Col du Galibier gelangt man über den Col du Télégraphe. Ein gern gewählter Ausgangsort ist hier St Jean de Maurienne.
Die Abfahrt vom Télégraph endet in Valloire. Am Ausgang dieses Ortes beginnt dann der eigentliche Anstieg zum Galibier. Zunächst fährt man im wesentlichen geradeaus ein langgezogenes Tal hinauf. Auf diesen etwa 9 km bleiben die Steigungsprozente einstellig. Am Ende des Tales macht die Straße eine 180°-Rechtskurve und führt den Hang hinauf. Jetzt kommt der steilere etwa 8 km lange Teil des Anstieges. Nach einigen Serpentinen bekommt man Blick auf die zu erklimmende Höhenkette. Wer hier seinen Kopf nach oben reckt und den Pass entdeckt, bekommt einen besonderen Eindruck von der noch bevorstehenden Arbeit. Nervenschwachen Radlern sei das daher nicht empfohlen! Die Straße führt jetzt durch Wiesen und Gerölllandschaft zur Passhöhe. Wiederkehrende Passagen mit Steigungen von 12% und mehr fordern einem einiges ab.
Die letzten 1,5 Kilometer führen in mehreren nochmals sehr steilen Serpentinen zur Passhöhe. Gerade, wer mit sportlichen Ambitionen den Galibier erklimmt, sollte für dieses Stück eine Kraftreserve in der Hinterhand halten. Zuletzt aber, versprechen wir, wird der atemberaubende Blick von der Höhe die Abhänge hinunter noch jeden Radfahrer für seine Qualen entschädigen!
Mit dem Begleitfahrzeug ist der Pass einwandfrei befahrbar. Entgegenkommende Fahrzeuge können überall passieren. Der Sraßenbelag ist (in Anbetracht der Höhenlage!) ordentlich.
Für die Beschreibung danken wir Tobi Mail an Absender

Highscores

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Fahrer     Zeit                    Datum            Aktion
Schnellste Zeit: pak Mail an Absender1 h 08 m 43 s31.07.2005
Mittlere Zeit: Lutzebaeck Mail an Absender1 h 43 m 36 s13.07.2005
Langsamste Zeit: 4 h 10 m 00 s05.09.2009

Südseite vom Col du Lautaret  8,5 km / 588 Hm Schön: 5 Sterne Hart: 3 Sterne

Profile und Tracks

Profil der Auffahrt Südseite vom Col du Lautaret
Sicherlich kann die Südseite des Col du Galibier in puncto Schwierigkeitsgrad nicht ganz mit der „Mörder-Kombination“ aus Col du Telegraphe und Galibier-Nordseite mithalten. Denn strenggenommen beginnt die Südauffahrt zum weltberühmten Col du Galibier erst auf einer Höhe von 2058 m, nämlich auf der Passhöhe des Col du Lautaret. Doch das ist nur die halbe Wahrheit, denn der von beiden Seiten recht flache, aber dafür auch um so längere Col du Lautaret will schließlich auch erstmal bezwungen werden und Höhenmeter bekommt man bekanntlich nirgendwo geschenkt! Sprich: wer die Galibier-Südrampe von Briancon aus anfährt hat immerhin schon über 700 Höhenmeter in den Knochen, aus Richtung Bourg d`Oisans sind es sogar schon über 1300 zurückgelegte Höhenmeter!
Kommt man also aus Richtung Briancon, so biegt man am Lautaret noch vor der Gebäudegruppe auf der Lautaret-Passhöhe nach rechts ab, kommt man aus dem Oisans so durchfährt man den Touristentrubel hier oben und biegt dann entsprechend nach links in Richtung Galibier ab. Bevor es losgeht noch ein kleiner Tipp: auf dem Lautaret kann man zum letzten Mal seine Wasserflaschen nachfüllen (z. B. in einem der Gasthäuser). Die Straße wird sofort nach dem Abzweig deutlich schmaler (jetzt ohne Mittelstreifenmarkierung) und führt stetig bergan. Auch der Verkehr hat im Vergleich zum vielbefahrenen Lautaret schlagartig nachgelassen, sehr angenehm wirkt sich hier oben außerdem aus, dass die Überfahrt über den Galibier für den Schwerlastverkehr gesperrt ist (denn gerade die vielen Lastzüge auf der Lautaret-Nationalstraße können mitunter ganz schön nerven).
Die Auffahrt auf der D 902 (wie die Straße jetzt heißt) ist unerwartet unspektakulär, es gibt vor allem im unteren Teil der Südrampe kaum Kehren (insgesamt kommt die Galibier Südrampe auf 8,5 Kilometern mit vergleichsweise wenigen acht Kehren aus). Dafür ist die Landschaft hier oben um so aufregender, ein karges aber höchst faszinierendes Hochgebirgspanorama tut sich auf - wunderschön sieht man z. B. auf die von Briançon her kommende Straße zurück. Etwas gewöhnungsbedürftig ist auch die Tatsache, dass es hier oben keine Leitplanken gibt, dank des wirklich geringen Verkehrs zwingt einen aber auch niemand, am äußersten Straßenrand zu fahren.
Nach 7,6 Kilometern Bergfahrt erreichen wir auf einer Höhe von 2556 m den „alten“ Kulminationspunkt des Galibier, denn bis 1979 ging es von hier aus ausschließlich durch den 363 m langen Galibier-Scheiteltunnel weiter. Bis hierhin betrug die durchschnittliche Steigung 6,5 % (gerechnet ab dem Col du Lautaret), zweistellige Steigungsspitzen waren bisher nicht zu „beklagen“. Doch wir wollen schließlich weiter zum Gipfel (abgesehen davon ist der Tunnel ohnehin für Radfahrer gesperrt), deshalb biegen wir bei Europas höchstgelegener Verkehrsampel (!) nach rechts ab, um die 1979 errichtete Scheitelstrecke zu erklimmen (nach dem Bau der Scheitelstrecke wurde der Tunnel für eine Zeit lang sogar komplett stillgelegt, seit ein paar Jahren ist er jedoch wieder für den Verkehr freigegeben).
Und jetzt kommt der Hammer: während man es von anderen Pässen gewohnt ist, dass diese auf den letzten Metern meistens etwas flacher werden, ist es beim Galibier genau umgekehrt! Es beginnt jetzt ein hammerharter Schlussanstieg, auf den letzten 900 Metern sind immerhin noch 90 Höhenmeter zu überwinden, dies entspricht also ziemlich genau 10,0 % Durchschnittssteigung, die Spitzensteigung hier oben beträgt sogar bis zu 12 %! 900 Meter Schlussanstieg klingt zwar harmlos, doch angesichts der dünnen Höhenluft und der Tatsache dass man nun schon weit über 1000 Höhenmeter in den Knochen hat, wird manch einer heilfroh sein, wenn sein Renner mit dem Segen eines „Rentnerritzels“ ausgestattet ist.
Auch wenn der Moment etwas ungünstig erscheint: man sollte es trotzdem nicht versäumen, kurz vor dem 900 m langen Schlussabschnitt noch eine kleine Rast beim Denkmal des Tour de France-Gründers Henry Desgrange (1865 – 1940) einzulegen, ihm zu Ehren hat man hier oben beim Südportal des Galibier-Tunnels eine imposante steinerne Stele errichtet. Denn sein wir mal ehrlich: ohne die Tour de France würden sich hier wahrscheinlich nicht einmal halb so viele Hobbyradler die Rampen des Galibier hochquälen. Wenn man so will, haben wir es also dem seligen Henry Desgrange zu verdanken, dass wir uns diesen Wahnsinn überhaupt antun. Immerhin ist der Galibier bei der Tour im Schnitt fast jedes zweite Jahr im Programm, auch wenn der Alpenriese in der Vergangenheit häufiger von der Nordseite denn vom Col du Lautaret aus bezwungen wurde.
8,5 km nach dem Lautaret erreichen wir schließlich die „neue“ Passhöhe des Galibier, sie liegt in einer scharfen Rechtskurve und ist vergleichsweise unspektakulär. Außer einem kleinen Parkplatz und dem braunen Passschild (welches leider wie so oft völlig mit Aufklebern zugemüllt wurde) gibt es hier oben keinerlei „touristische Infrastruktur“, dafür ist die Aussicht – insbesondere auf die jetzt vor uns liegende Abfahrt in Richtung Valloire – um so spektakulärer!
Für die Beschreibung danken wir Kai Mail an Absender

Highscores

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Fahrer     Zeit                    Datum            Aktion
Schnellste Zeit: RitzelWürger Mail an Absender0 h 36 m 15 s07.08.2009
Mittlere Zeit: Radsportfan92 Mail an Absender0 h 47 m 34 s03.09.2008
Langsamste Zeit: 1 h 20 m 00 s11.08.2011