Col du Grand St. Bernard (2473 m)

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Col du Grand St. Bernard (2473 m)
Großer St. Bernhard

Alpen, Walliser Alpen, Wallis, Aostatal.
das letzte Stück zum Pass
Die 70 km lange Passstraße des Grossen St. Bernhard verbindet das schweizerische Martigny (460 m) im Norden mit Aosta in Italien. Die 43,5 km lange Nordanfahrt gehört mit seinen 2009 Hm zu denen mit der größten Höhenmeterdifferenz. Nicht einmal die gefürchtete Anfahrt zum Stilfser Joch aus Prad kann die 2000 Hm knacken.
25 km östlich vom Mont-Blanc-Massiv gelegen ist der Pass immer noch von vielen knapp-3000ern umgeben.
Aus Martigny kann man in westlicher Richtung den Col de la Forclaz in Angriff nehmen, dem Rhonetal in nördlicher Richtung stromab zum 40 km entfernt leigenden Genfer See folgen oder der Rhone entgegen 80 km in nordöstliche Richtung nach Brig fahren, um den Simplonpass in Angriff zu nehmen (oder noch besser einen der massiven Anstiege im Wallis). Weitere 36 km später spührt man in Ulrichen den Atem des zentralschweizer Furka- und Nufenenpasses, die dort ihren Ausgang nehmen.
Für die Beschreibung danken wir johannes Mail an Absender

Liste der Auffahrten

Nordrampe von Martigny45,5 km2009 HmSchön: 3 SterneHart: 4 Sterne
Südrampe ab Aosta34 km1886 HmSchön: 4 SterneHart: 4 Sterne

Nordrampe von Martigny  45,5 km / 2009 Hm Schön: 3 Sterne Hart: 4 Sterne

Profile und Tracks

Profil der Auffahrt Nordrampe von Martigny
Martigny (460 m) im Rhônetal ist der geeignete Ausgangspunkt (guter Campingplatz!) für einen Aufstieg des Grossen St. Bernhard von seiner Nordseite. Soviel gleich vorneweg: Die Schönheitswertung für den Grossen St. Bernhard müßte eigentlich zweigeteilt sein, so wie die Straße zum Gipfel in gewisser Weise zwei Teile hat. Denn das große Problem des Passes ist, dass er eine viel genutzte Verbindung zwischen dem Unterwallis und dem Aostatal darstellt - und der Verkehr auf dem Teilstück bis zum Tunnel (immerhin 39 Km) dementsprechend heftig ist. Vor allem italienische Motorradfahrer hört man im Sommer bei schönem Wetter immer wieder von hinten "heranfliegen", und in Rechtskurven sollte man dann besser nicht das linke Knie nach außen strecken ...
Über Bovernier, Sembrancher und Orsières zieht sich die Straße den Berg hinauf und belohnt mit einer schönen Aussicht in das Tal. Teilweise gibt es immerhin extra ausgewiesene und durchaus brauchbare Fahrspuren für Radfahrer. Ärgerlich sind allerdings ein paar kleinere Tunnels bzw. Galerien, die man besser sehr schnell hinter sich lassen sollte.
In Bourg St. Bernard geht dann der "richtige" Passanstieg los, und der Pass erhält ab hier zweimal die Höchstpunktzahl: Es wird schön, und es wird steil. Wenn man nach 6,5 km um die letzte Kurve biegt und unverhofft auf das Hospiz und die (unvermeidlichen) Touri-Läden trifft, ist man schon froh, angekommen zu sein. Wiederum belohnt einen der Aufstieg mit zwei märchenhaften Blicken zu den zwei Seiten des Passes. Vor allem die Südseite mit dem See, der etwas unterhalb des Gipfels liegt, ist sehr malerisch.
Für die Abfahrt nach Aosta gilt ebenfalls: bis zum Zusammentreffen der Pass-Straße mit der Hauptverkehrsstraße (immerhin erst nach 14,5 km) kann man es rauschen lassen, danach nervt der Autoverkehr.
Für die Beschreibung danken wir johannes Mail an Absender

Highscores

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Fahrer     Zeit                    Datum            Aktion
Schnellste Zeit: gerigoat Mail an Absender2 h 09 m 00 s16.06.1998
Mittlere Zeit: Sabrina Mail an Absender2 h 39 m 43 s17.09.2005
Langsamste Zeit: 3 h 32 m 00 s27.06.2011

Südrampe ab Aosta  34 km / 1886 Hm Schön: 4 Sterne Hart: 4 Sterne

Profile und Tracks

Profil der Auffahrt Südrampe ab Aosta
In abgeschwächter Form gilt für die Südrampe die gleiche Zweiteilung der Landschaftswertung wie für die Nordrampe. Im unteren Bereich, bis sich die Passstrecke von der Tunnelstrecke löst, ist diese landschaftlich wenig interessant, im weiteren Verlauf zunehmend beeindruckend. Mit 14 zu 20 km hat die Südrampe ein wesentlich günstigeres Verhältnis Passstrecke zu Hauptstraße als die Nordrampe mit 7 zu 38km.
Ab Aosta (583 m) steigt die Straße auf den ersten 2 km durch die Vororte mit fast 8% unerwartet steil an. Anschließend lässt die Steigung spürbar nach. Von einer kurzen Serpentinengruppe nach gut 4 km erreicht man weitgehend kehrenfrei nach 16 km auf 1280 m Höhe den Ort Etroubes. Auf diesem Abschnitt beträgt die Steigung meist 4-6%. Dieser Ort ist seit Aosta der erste, den die Straße nicht umgeht, und gleichzeitig bis zum Pass die letzte Gelegenheit, um Wasser und Proviant aufzufüllen. Im weiteren Verlauf bis zum Verlassen der Tunnelstrecke in der Nähe von St.-Rhemy nimmt die Steigung etwas zu und beträgt überwiegend ca. 5-7%. Kurz hinter Etroubles befindet sich sogar eine kurze Steilstelle mit bis zu 10%. Endlich, nach knapp 20km in 1610 m Höhe zweigt die Strecke zum Pass nach rechts von der Hauptstraße ab.
Im Gegensatz zur Nordrampe ist dieses noch nicht der Beginn des steilen Anstiegs. Bei leicht nachlassender Steigung folgt man dem Flusslauf in ein Seitental. Hierbei sind zweimal zwei Serpentinen zu überwinden, bevor die Strecke nach knapp 24 km den Fluß mit einer 180° Kurve nach links überquert. Hierbei sieht man die Tunnelstrecke, die auf Stelzen und zum Schutz vor Schnee überdacht deutlich höher am Hang des Tales entlang führt. Direkt darunter erkennt man den eigenen weiteren Streckenverlauf. Mit zwei langen Geraden und einer Kehre gewinnt die Strecke zunächst talauswärts bei jetzt wieder höherer Steigung von etwa 7% an Höhe. Dabei unterquert man die Tunnelstrecke und verringert beständig die Höhendifferenz zu selbiger. Wenig weiter windet sich das Tal nach links – die Tunnelstrecke biegt hier nach rechts und verschwindet endlich auf 1875 m Höhe im gegenüberliegenden Hang. Wir folgen dem Tal, das wenig später in einem Kessel endet. Jetzt oberhalb der Baumgrenze wird die Landschaft immer beeindruckender, und für sich betrachtet hätte der folgende Abschnitt die Landschaftliche Höchstnote verdient. Geradeaus erblickt man hoch über einem ein Gebäude. Dort ist noch nicht der Pass, sondern nur ein weiterer höher gelegener Talkessel – von hier aus etwa auf halber Strecke zum Pass. Auf dem Weg dorthin überquert man etwa bei km 27 wieder den Fluß. Hier beginnt der steilste Teil der Steigung. Wieder mit nur einer Kehre und zwei langen Geraden, zunächst nach links, steigt die Straße mit gut 8% am Rand des Kessels empor und erreicht den oberen Talkessel. Mit bizarrem Muster gewinnt die Strecke am Boden des zweiten Kessels an Höhe und erreicht schließlich dessen Rand. Im Uhrzeigersinn führt die Strecke fast unvermindert stark steigend am Hang entlang, und erreicht nach gut 33km die Passregion.
Der höchste Punkt der Strecke (2469 m) liegt noch knapp einen Kilometer weiter und gut 10 m höher auf der Schweizer Seite des jetzt vor einem liegenden Sees. Zum Rasten und bei Bedarf auch zum Zelten jedoch halte ich die italienische Seite für reizvoller. Wer hier oben nächtigt, sollte nicht verpassen, den Ausblick von der letzten Kurve vor Erreichen der Paßregion ausgiebig zu genießen. Bei Dunkelheit kann man von hier aus lange die Scheinwerfer der hinabfahrenden Autos durch das bizarre Muster der Straße verfolgen. Ebenso zu empfehlen ist eine Wanderung zum Aussichtspunkt Chenalette auf 2789 m. Diese beginnt auf der Schweizer Seite direkt beim Hospiz-Museum. Die Strecke ist mit rot-weißen Wegweiser Markiert. Für Hin- und Rückweg benötigt man jeweils ca. 30min.
Die Abfahrt ist auf den ersten 7km kurvenreich und landschaftlich ein Genuss. Direkt an der ersten Kehre lohnt es sich nochmals anzuhalten, um die Aussicht zu genießen. Die weitere Abfahrt bietet auf überdimensionierter Hauptstraße landschaftlich wenig Reize. Bei nur wenigen scharfen Kurven und nur zweimal zwei Serpentinen läßt sie sich schnell überwinden.
Leider erst bei meiner Nachbearbeitung habe ich eine Alternativstrecke auf der Südrampe gefunden, auf der sich bis Etroubles der größte Teil der Hauptstraße umgehen ließe. Hierzu biegt man nach knapp 4 km bei Variney, kurz vor der ersten Serpentinengruppe, rechts von der Hauptstraße ab. Wenige Kilometer weiter hält man sich links und erreicht über Allain direkt hinter Etroubles wieder die Hauptstraße. Nach meinen Informationen dürfte der Umweg ca. 3-4 km betragen. Alternativ verlässt man Aosta in Richtung Roisan und fährt über Roisan nach Allein und weiter nach Etroubles. Hierbei dürfte der Umweg ca. 6-7km betragen. Ist jemand die Strecken schon gefahren und kann Informationen über Straßenqualität, zusätzliche Steigungen, Steilheit etc. machen?
Für die Beschreibung danken wir DragAttack Mail an Absender

Highscores

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Fahrer     Zeit                    Datum            Aktion
Schnellste Zeit: kingoflechhausen Mail an Absender1 h 55 m 00 s01.09.2010
Mittlere Zeit: Rampenpitti Mail an Absender2 h 15 m 00 s08.08.2010
Langsamste Zeit: 2 h 42 m 55 s23.07.2011