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Col du Grand St. Bernard (2473 m) Colle del Gran San Bernardo, Großer St. Bernhard

Geroellfelder,

Auffahrten

Von johannes – Martigny (460 m) im Rhônetal ist der geeignete Ausgangspunkt (guter Campingplatz!) für einen Aufstieg des Grossen St. Bernhard von seiner Nordseite. Soviel gleich vorneweg: Die Schönheitswertung für den Grossen St. Bernhard müßte eigentlich zweigeteilt sein, so wie die Straße zum Gipfel in gewisser Weise zwei Teile hat. Denn das große Problem des Passes ist, dass er eine viel genutzte Verbindung zwischen dem Unterwallis und dem Aostatal darstellt, und der Verkehr auf dem Teilstück bis zum Tunnel (immerhin 39 km) dementsprechend heftig ist. Vor allem italienische Motorradfahrer hört man im Sommer bei schönem Wetter immer wieder von hinten heranfliegen, und in Rechtskurven sollte man dann besser nicht das linke Knie nach außen strecken ...

Über Bovernier, Sembrancher und Orsières zieht sich die Straße den Berg hinauf und belohnt mit einer schönen Aussicht in das Tal. Teilweise gibt es immerhin extra ausgewiesene und durchaus brauchbare Fahrspuren für Radfahrer. Ärgerlich sind allerdings ein paar kleinere Tunnels bzw. Galerien, die man besser sehr schnell hinter sich lassen sollte.
In Bourg St. Bernard beginnt dann der „richtige“ Passanstieg, und der Pass erhält ab hier zweimal die Höchstpunktzahl: Es wird schön und es wird steil. Wenn man nach 6,5 km um die letzte Kurve biegt und unverhofft auf das Hospiz und die (unvermeidlichen) Touri-Läden trifft, ist man schon froh, angekommen zu sein. Wiederum belohnt einen der Aufstieg mit zwei märchenhaften Blicken zu den zwei Seiten des Passes. Vor allem die Südseite mit dem See, der etwas unterhalb des Gipfels liegt, ist sehr malerisch.

Für die Abfahrt nach Aosta gilt ebenfalls: bis zum Zusammentreffen der Passstraße mit der Hauptverkehrsstraße (immerhin erst nach 14,5 km) kann man es rauschen lassen, danach nervt der Autoverkehr.

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Schnellste Zeit
02:09:00 | 16.06.1998
gerigoat
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03:00:00 | 07.10.2012
marekxc70
Dolce Vita
05:30:00 | 24.08.2015
sugu
Von DragAttack – In abgeschwächter Form gilt für die Südrampe die gleiche Zweiteilung der Landschaftswertung wie für die Nordrampe. Im unteren Bereich, bis sich die Passstrecke von der Tunnelstrecke löst, ist diese landschaftlich wenig interessant, im weiteren Verlauf zunehmend beeindruckend. Mit 14 zu 20 km hat die Südrampe ein wesentlich günstigeres Verhältnis Passstrecke zu Hauptstraße als die Nordrampe mit 7 zu 38 km.

Ab Aosta (583 m) steigt die Straße auf den ersten 2 km durch die Vororte mit fast 8 % unerwartet steil an. Anschließend lässt die Steigung spürbar nach. Von einer kurzen Serpentinengruppe nach gut 4 km erreicht man weitgehend kehrenfrei nach 16 km auf 1280 m Höhe den Ort Etroubes. Auf diesem Abschnitt beträgt die Steigung meist 4 bis 6 %. Dieser Ort ist seit Aosta der erste, den die Straße nicht umgeht, und gleichzeitig bis zum Pass die letzte Gelegenheit, um Wasser und Proviant aufzufüllen.
Im weiteren Verlauf bis zum Verlassen der Tunnelstrecke in der Nähe von St.-Rhemy nimmt die Steigung etwas zu und beträgt überwiegend ca. 5 bis 7 %. Kurz hinter Etroubles befindet sich sogar eine kurze Steilstelle mit bis zu 10 %. Endlich, nach knapp 20 km in 1610 m Höhe, zweigt die Strecke zum Pass nach rechts von der Hauptstraße ab.
Im Gegensatz zur Nordrampe ist dieses noch nicht der Beginn des steilen Anstiegs. Bei leicht nachlassender Steigung folgt man dem Flusslauf in ein Seitental. Hierbei sind zweimal zwei Serpentinen zu überwinden, bevor die Strecke nach knapp 24 km den Fluss mit einer 180°-Kurve nach links überquert. Hierbei sieht man die Tunnelstrecke, die auf Stelzen und zum Schutz vor Schnee überdacht deutlich höher am Hang des Tales entlang führt. Direkt darunter erkennt man den eigenen weiteren Streckenverlauf. Mit zwei langen Geraden und einer Kehre gewinnt die Strecke zunächst talauswärts bei jetzt wieder höherer Steigung von etwa 7 % an Höhe. Dabei unterquert man die Tunnelstrecke und verringert beständig die Höhendifferenz zu selbiger. Wenig weiter windet sich das Tal nach links – die Tunnelstrecke biegt hier nach rechts und verschwindet endlich auf 1875 m Höhe im gegenüberliegenden Hang.
Wir folgen dem Tal, das wenig später in einem Kessel endet. Jetzt oberhalb der Baumgrenze wird die Landschaft immer beeindruckender, und für sich betrachtet hätte der folgende Abschnitt die Landschaftliche Höchstnote verdient. Geradeaus erblickt man hoch über einem ein Gebäude. Dort ist noch nicht der Pass, sondern nur ein weiterer höher gelegener Talkessel – von hier aus etwa auf halber Strecke zum Pass.
Auf dem Weg dorthin überquert man etwa bei Kilometer 27 wieder den Fluss. Hier beginnt der steilste Teil der Steigung. Wieder mit nur einer Kehre und zwei langen Geraden, zunächst nach links, steigt die Straße mit gut 8 % am Rand des Kessels empor und erreicht den oberen Talkessel. Mit bizarrem Muster gewinnt die Strecke am Boden des zweiten Kessels an Höhe und erreicht schließlich dessen Rand. Im Uhrzeigersinn führt die Strecke fast unvermindert stark steigend am Hang entlang und erreicht nach gut 33 km die Passregion.
Der höchste Punkt der Strecke (2469 m) liegt noch knapp einen Kilometer weiter und gut 10 m höher auf der Schweizer Seite des jetzt vor einem liegenden Sees. Zum Rasten und bei Bedarf auch zum Zelten jedoch halte ich die italienische Seite für reizvoller. Wer hier oben nächtigt, sollte nicht verpassen, den Ausblick von der letzten Kurve vor Erreichen der Passregion ausgiebig zu genießen. Bei Dunkelheit kann man von hier aus lange die Scheinwerfer der hinabfahrenden Autos durch das bizarre Muster der Straße verfolgen. Ebenso zu empfehlen ist eine Wanderung zum Aussichtspunkt Chenalette auf 2789 m. Diese beginnt auf der Schweizer Seite direkt beim Hospiz-Museum. Die Strecke ist mit rot-weißen Wegweisern markiert. Für Hin- und Rückweg benötigt man jeweils ca. 30 Minuten.

Die Abfahrt ist auf den ersten 7 km kurvenreich und landschaftlich ein Genuss. Direkt an der ersten Kehre lohnt es sich nochmals anzuhalten, um die Aussicht zu genießen. Die weitere Abfahrt bietet auf überdimensionierter Hauptstraße landschaftlich wenig Reize. Bei nur wenigen scharfen Kurven und nur zweimal zwei Serpentinen lässt sie sich schnell überwinden.


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Schnellste Zeit
01:55:00 | 01.09.2010
kingoflechhausen
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02:10:00 | 27.08.1989
Radeln
Dolce Vita
02:42:55 | 23.07.2011
TorstenJ
Von Spinarello – Bei der Südroute zum Grand St. Bernard besteht auf der normalen Strecke das Problem, dass es sich auf den ersten 18 km um eine sehr stark befahrene Transitstraße handelt, bevor der eigentliche Pass von der Transitroute zum Tunnel abzweigt. Die übliche Passage ist landschaftlich nicht besonders reizvoll und wegen des starken Verkehrs nicht angenehm zu fahren. Glücklicherweise gibt es auf der gegenüberliegenden Seite des Tals eine Nebenstrecke auf ruhigen Straßen, mit der man fast die gesamte Distanz bis zum Abzweig des Passes von der Transitstrecke überbrücken kann.
Diese Route führt ab Aosta über Porrosan, Roisan und Allein und mündet erst kurz hinter Etroubles in die Hauptstrecke. Von dort sind es nur noch 3 km auf der Transitstraße bis zum Abzweig der echten Passstrecke. Wer sich mit einem etwas unruhigen Profil, 150 zusätzlichen Höhenmetern sowie fünf Zusatzkilometern anfreunden kann, gewinnt eine landschaftlich wesentlich schönere und ruhigere Anfahrt zum großen Finale. Die Strecke ist gut ausgeschildert und es gibt keine extremen Rampen, sondern anspruchsvolles, aber angenehmes Klettern, schätzungsweise im Bereich von 7 bis 10 %.

Die Nebenstrecke lässt sich in zwei Abschnitte unterteilen. Der Einstieg findet sich auf der Nationalstraße durch Aosta, etwa 500 m talabwärts vom Abzweig der Hauptstrecke zum Pass. Man folgt der Beschilderung Richtung Valpelline und Roisan. Die Steigung zieht nach dem Abbiegen von der Nationalstraße sofort ordentlich an sodass man direkt in einen Kletterrhythmus kommt. Diese erste Steigungsphase erstreckt sich über etwa drei Kilometer und verläuft durch stark bebaute Randbereiche von Aosta. Erfreulicherweise taucht aber in Richtung zum Valpelline gleich ein beeindruckender Berg auf, vermutlich der Mont Morion (3487 m).
Nach Roisan hin, einem hübschen Bergdorf, flacht die Steigung dann deutlich ab und es folgt hinter Roisan eine erste Abfahrt, jetzt durch bewaldetes Gebiet, bei der man etwa 100 Höhenmeter verliert. Man hat die Möglichkeit, auf der Straße zu bleiben oder links auf eine kleine Nebenstraße abzuzweigen (die etwas kürzere Variante). Beide Straßen überqueren am Talboden den Fluss Buthier de Valpelline und münden dann in die Straße Richtung Valpelline und Champillon.
Hat man die kürzere Variante über die kleine Straße gewählt, fährt man nun rechts ein kurzes Stück das Tal hoch, wenn man den komfortabler zu fahrenden Umweg über die größere Straße gewählt hat, wendet man sich nach links Richtung Aosta und rollt einen halben Kilometer talabwärts. Die beiden Varianten vereinen sich beim Abzweig nach Allein, welches ausgeschildert ist.
Man hat nun etwa 9 km zurückgelegt und es beginnt der zweite Abschnitt der Nebenstrecke. Nach dem Abzweig folgt eine sehr schöne Serpentinenpassage, wo man sich bei ebenmäßigem Streckenverlauf und ordentlicher, aber gleichmäßiger Steigung wieder sehr schön in einen Kletterrhythmus finden kann. Am Ende der Serpentinen bietet sich ein beeindruckender Ausblick Richtung Aostatal, wo sich am Horizont ein Eisriese zeigt, der zum Gran-Paradiso-Massiv gehört. Die Strecke zieht sich nun recht idyllisch weiter den Berg hinauf, das Profil wird aber nun zunehmend unruhig und das macht etwas Mühe.
Landschaftlich bleibt es aber reizvoll, mit Blicken talaufwärts in eine noch sehr grüne und bewaldete Berglandschaft. Man passiert Allein, einen ansprechenden kleinen Bergort und folgt jetzt der Beschilderung nach Etroubles. Die Steigung lässt nun deutlich nach, es kommen sogar kleine Gefällstücke, die wieder von kurzen Anstiegen abgelöst werden. Man hat nun runde 1300 Meter über dem Meer erreicht, den Höhepunkt der Nebenstrecke, die hier deutlich oberhalb der Transitstraße verläuft. Nach Etroubles hin findet sich eine zweite größere Abfahrt, bei der man erneut einiges an Höhe verliert. Auch Etroubles ist ein reizvolles Bergdorf, mit den für die Gegend charakteristischen Hausdächern aus großen Steinplatten.

Kurz hinter Etroubles mündet die Nebenstrecke schließlich in die Hauptroute, man hat nun 22 km und etwa 900 Höhenmeter bewältigt. Bis zu Passhöhe folgen weitere 18 km und runde 1200 Höhenmeter sodass sich eine Gesamtdistanz von 39 Kilometern und etwas mehr als 2000 Höhenmetern bis zum Col du Grand St. Bernard ergibt – eine echte Herausforderung!
An dieser Stelle kann ich nun auf die sehr schöne Beschreibung der Hauptstrecke durch DragAttack verweisen und merke nur noch an, daß die letzten acht Kilometer zum Pass für mich ein absolutes Sahnestück des Radsports im Hochgebirge darstellen.


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