Col Sainte-Anne (615 m)
Col Sainte-Anne (615 m)
Côte d'Azur, Provence-Alpes-Côte d'Azur.
Marseille (0 m) grenzt im Norden an den Höhenzug Chaine de lEtoile mit dem Pilon de Roi (651 m) als höchstem Punkt. Neben der Departementsstasse D908, genannt Cote des Thermes (392 m) am östlichen Rand ist der einzige echte Übergang eine vergessene Strasse über den Col Sainte-Anne. Er findet seine Ausgangspunkte in Plan-de-Cuques (160 m), einem Vorort von Marseille, im Süden und Mimet (420 m) im Norden. Auf den einschlägigen Karten der Region ist diese Verbindung als „für den öffentlichen Verkehr gesperrt“ gekennzeichnet. Das bestehende Fahrverbot wird vor Ort mehrfach durch z.T. kaum lesbare Schilder und Absperrschranken signalisiert. Letztere befanden sich bei der Befahrung durch den Autor allerdings alle im geöffneten Zustand.In der Regel bekommt man als Radfahrer in Südfrankreich unter diesen Umständen keine Schwierigkeiten. Das ist jedoch komplett anders, wenn in den trockenen Jahreszeiten Feuergefahr besteht. Dann ist dieser Pass mit einer zusätzlichen totalen Aufenthaltssperre für alle Personen belegt. Darauf wird dann durch zusätzliche Schilder und Sperren hingewiesen. Bei einer Missachtung ist es dann nicht nur richtig teuer, sondern auch gefährlich. Meist ist dann der Aufenthalt in diesem Gebiet bis 11.00 Uhr vormittags erlaubt, so dass man den Pass nur am Morgen befahren kann, was aufgrund der Mittagshitze aber sowieso ratsam ist.
Ausserdem ist in den Karten „nicht regelmässig unterhalten“ vermerkt. Bei der Befahrung der Südrampe wird dann auch klar, was das bedeutet. Früher muss die Fahrbahndecke tatsächlich einmal durchgehend asphaltiert gewesen sein, zumindest gibt es durchgehend Reste davon. Aber das einstige Kloster „Notre Dame des Anges“, zu dessen Zufahrt dieser Pass wohl haupsächlich gedient hat, ist scheinbar schon lange verlassen. Heute ist die Straße zu großen Teilen in einem desolaten Zustand. Große Löcher klaffen in der Decke, denen man teilweise nicht ausweichen kann, und eigentlich sollte man einem Straßenrennrad und seinem Lenker so etwas nicht zumuten. Dort, wo intensiv ausgebessert wurde, findet sich meist eine dicke Schicht lockerer Split auf dem Asphalt, so dass in den steileren Passagen weder eine schnelle Abfahrt noch ein Wiegetritt möglich sind. Hätte der Autor das vorher gewusst, wäre diese Beschreibung wohl nie zustande gekommen. Vielleicht gibt es aber ein paar Hardcore-Crosser, die gerade so etwas suchen. All denen wünschen wir viel Vergnügen.
Für die Beschreibung danken wir TBone 

Liste der Auffahrten
| Südauffahrt aus Plan-de-Cuques | 9 km | 455 Hm | ![]() | ![]() |
Südauffahrt aus Plan-de-Cuques 9 km / 455 Hm

Leider gibt es auf der gesamten Strecke keine Hinweistafel auf die Passhöhe. Ausgangspunkt der Route ist der nördlichste Kreisverkehr in Plan-de-Cuques, einer Vorstadtgemeinde nordöstlich von Marseille, etwa 15 km vom Stadtzentrum entfernt. Er ist daran zu erkennen, dass sich hier auch das örtliche Postamt befindet. In diesem Kreisverkehr biegt man nach Norden ab, stadtauswärts fahrend wäre das links. Der folgende Kilometer verläuft auf einer schon recht steilen Gerade durch ein Wohnviertel, bis wir nach ca. 1,5 km das scheinbare Ende dieser Straße erreichen. Hier geht es allerdings dann doch noch links weiter, der Ausschilderung „Chemin de Mimet“ folgend.Damit lassen wir auch die Zivilisation hinter uns und erreichen nach einer kurzen knackigen Rampe eine Art Hochplateau. Von hier aus hat man schon eine grandiose Aussicht aufs Mittelmeer und die Hafenanlagen von Marseille. Zusehends wird der Asphalt schlechter, und bei Kilometer drei erreichen wir einen riesigen, langgezogenen, fensterlosen Betonbau, der an traditionelle Süd-Oldenburger Schweinemastbestände erinnert. Ein Schild „Stand de Tire“ (Schießstand) klärt dann aber, warum vor dem Gebäude lauter Polizeifahrzeuge abgestellt sind.
Von hier aus geht es auf den nächsten Kilometern bei schlimmsten Strassenverhältnissen ständig ein wenig auf und ab; zunächst im lichten Nadelwald, später immer steiniger werdend. Nach sechs Kilometern erreichen wir das alte Kloster, und nun wird die Asphaltqualität wieder akzeptabel. Kurz danach geht es in den steilsten Teil der Anfahrt über: 1,5 km mit Spitzen von 15 Prozent. Der letzte Kilometer bis zur Passhöhe ist dann teilweise sogar wieder abfallend.
Wir sind die ganze Zeit schon in einer herrlichen Landschaft; hier oben wohnt kein Mensch. Dabei ist Marseille nicht weit entfernt, und wenig später werden wir uns wieder mitten im Speckgürtel der ehemals zweitgrößten Stadt Frankreichs wiederfinden. Die Passhöhe ist unspektakulär, und die Abfahrt bis Mimet nur kurz. Das alte Dorfzentrum von Mimet ist einen kurzen Besuch allemal wert. Dazu muss man aber ca. zwei Kilometer nach der Passhöhe an einer Gabelung rechts abbiegen und nicht links dem Hinweis Autres Directions folgen. Wenn man Glück hat, ist das Café am Dorfplatz dann auch geöffnet.
Wenn man wieder züruck nach Marseille möchte, erreicht man unterhalb von Mimet eine gut befahrene Straße (D7), der man über St. Savournin und Cadolive Richtung Peypin folgt. Kurz vor Peypin nicht links abbiegen, sondern die oben erwähnte D 908 über die Cote des Thermes wieder nach Plan-de-Cuques abfahren. Das ist eine schön gewundene Straße mit gutem Asphalt, auf der man es dann wieder richtig krachen lassen kann.
Für die Beschreibung danken wir TBone 














