Collada de Collfred (1326 m)

Verstecke den Buchungsstand der quaeldich-Reisen & Events
netzathleten

Collada de Collfred (1326 m)

Pyrenäen, Serralada Transversal, Katalonien.
Oder bringt seinen Rücken in S-Form.
Der Collfred ist eines der am besten gehüteten Geheimnisse der katalanischen Bergwelt. Auf den meisten Karten ist er gar nicht verzeichnet, aber es gibt ihn, im Nordosten der Comarca Osona an der Grenze zur Garrotxa und zum Ripollès. Er liegt in der Serra de Santa Magdalena, die gemeinhin zusammen mit der Serra de Milany östlich davon und den Bergketten von Bellmunt (siehe Santuari de la Mare de Déu de Bellmunt) und Puigsacalm im Süden als eine geographische Einheit verstanden wird und zu den Vorpyrenäen gehört. Trotz seines Namens (Collfred bedeutet Kältepass) kommt man vor allem auf der Ostanfahrt aus der Garrotxa hoch ordentlich ins Schwitzen, da es sich um eine der anspruchsvollsten Auffahrten Kataloniens handelt.
Nicht nur wegen seines geringen Verkehrsaufkommens ist die Befahrung des Collfreds sehr zu empfehlen. Ich habe ihn zweimal überquert und kann mich daran erinnern, daß ich beim zweiten Mal zwischen der Garrotxa und Vidrá ganze drei Autos gesehen habe, darunter einen Milchtanklastwagen. Dieser Abschnitt des Wegs bringt wegen der engen Straße und der Abgeschiedenheit der Gegend auch einen Hauch Abenteuer mit sich. Generell ist die Straßenbeschaffenheit sehr gut, wobei auf der Ostanfahrt die allersteilsten Streckenabschnitte mit Beton bedeckt sind.
Verbindungsmöglichkeiten gibt es einige. In Sant Quirze de Besora, dem Ausgangspunkt der Westanfahrt, geht es in die andere Richtung, also nach Westen, hoch ins Lluçanes zum Santuari de la Mare de Déu dels Munts (1059 m Höhe, bitte nicht verwechseln mit dem Santuari de la Mare de Déu del Mont, man kommt ganz schön durcheinander mit den vielen Santuaris). Im Süden liegt der Coll de Bracons, den man zusammen mit dem Collfred in einer Runde fahren kann. Oder man holt weiter aus und fährt die Runde über die Auffahrten zur Hochebene Collsacabra (Coll de Bac/Coll de Condreu).

Anmerkung: Die Bilder Nummer 1, 2, 3, 5, 6 und 9 zu diesem Pass wurden uns zur Verfügung gestellt von Raül Massabé Casabona, einem guten Freund und exzellenten Kenner der südwesteuropäischen Bergwelt. Besucht auch seine tolle Internetseite www.ramacabici.com mit vielen detaillierten Steigungsprofilen und feinen Bildern aus den Pyrenäen und anderen Gebirgen.
Für die Beschreibung danken wir AP Mail an Absender

Liste der Auffahrten

Westanfahrt von Sant Quirze de Besora22 km751 HmSchön: 3 SterneHart: 3 Sterne
Ostanfahrt von Sant Privat d'en Bas14,3 km836 HmSchön: 3 SterneHart: 4 Sterne

Westanfahrt von Sant Quirze de Besora  22 km / 751 Hm Schön: 3 Sterne Hart: 3 Sterne

Wir legen los in Sant Quirze de Besora (575 m Höhe), direkt am Fluss Ter, und nehmen die BV-5227 in Richtung Santa Maria de Besora/Vidrá. Es geht erst einmal gemütlich bergauf; bei einem Schnitt von um die 5 % Steigung radeln wir durch eine recht grüne Wald- und Wiesenlandschaft. Nach 6,5 km durchfahren wir das Dorf Santa Maria de Besora (870 m Höhe) mit einer verfallenen Burg auf einer Bergspitze in der Nähe. Dahinter ändert sich weder an der Landschaft noch an der Steigung viel, außer dass sich ab und an ein Flachstück einschleicht. Im Süden rückt das Santuari de la Mare de Déu de Bellmunt in unser Blickfeld.
Bei Kilometer 12 überqueren wir den Coll de Vidrá (1010 m Höhe) und rollen bergab nach Vidrá (980 m Höhe) hinein. In diesem Dorf halten wir uns dann Richtung Ciuret/Collfred und fahren noch etwa 1 km weiter bergab auf einer deutlich engeren, aber frisch geteerten Straße in das Tal des Baches Riera de Ciuret. Die Gegend ist sehr einsam, der Mischwald wird dichter, der Bach plätschert gemütlich an uns vorbei. Zunächst geht es relativ flach den Bach entlang, bevor die Steigung ab Kilometer 16 hinter einer Brücke wieder anzieht.
Nach ungefähr 19 km erreichen wir den winzigen Ort Ciuret (1140 m Höhe), der inmitten einer Art Alm liegt. Dahinter kommt dann der steilste Abschnitt der Westanfahrt, über drei Serpentinen geht es mit etwa 7,5 % Steigung an einem bewaldeten Bergrücken hinauf. Später wird es wieder flacher; auf dem letzten Kilometer wechseln sich Flachstücke mit Rampen ab, bevor wir bei Kilometer 22 den Collfred erreichen. Oben gibt es kein Schild, nur einen Kuhrost, und vor uns sehen wir den Bauernhof, der genauso wie der Pass heißt.
Für die Beschreibung danken wir AP Mail an Absender

Highscores

Highscore eintragen. Bisher keine Einträge in der Highscore. Sei der erste.

Ostanfahrt von Sant Privat d'en Bas  14,3 km / 836 Hm Schön: 3 Sterne Hart: 4 Sterne

Die Ostanfahrt besteht aus zwei unterschiedlichen Abschnitten, einem enorm steilen ersten Teil und einem welligen zweiten Teil. Dabei erinnert der erste Teil an den Mortirolo, weil die Steigung sehr unregelmäßig ist und zwischen flach und 20 % alles auftischt, was eine Steigung so zu bieten hat.
Ganz harmlos fängt die Auffahrt an; vor dem kleinen Dorf Sant Privat d´en Bas in der Nähe von Olot biegt ein enges Sträßchen ab in Richtung Vidrá, das uns fast flach für 1,5 km durch Wiesen und Felder hindurch zu einem bewaldeten Berghang hinführt. Kaum in den Wald hinein gefahren, klappt der Weg auch schon nach oben und es ist, als ob wir gegen eine Wand prallten. 17 % Steigung bringen die Beine schnell auf Betriebstemperatur. Mitten im dritten Kilometer bringt ein Flachstück Erleichterung. Dahinter folgt der steilste Abschnitt des Anstiegs. Auf den nächsten 3,5 km müssen wir mehr als 400 Hm überwinden, wobei die Maximalsteigung bei 20 % liegt. Zum Glück ist es ziemlich schattig, da sich der Wald nur hin und wieder öffnet und kurz Platz für kleine Wiesen macht.
Auf dem siebten Kilometer können wir wieder ein wenig durchschnaufen, weil der mit etwa 7 %  Steigung ohne Rampen angenehmer zu fahren ist. Die offenen Flächen werden immer größer. Zwischen Kilometer 7 und 8 passieren wir noch mal zwei sehr steile Rampen im Bereich von 20 % Steigung, getrennt von einem Flachstück.
Und nun ändert sich der Charakter des Anstiegs vollständig. Wir sind auf einer Hochfläche angekommen, auf ungefähr 1150 m Höhe, so daß wir auf den letzten 6,5 km nur noch 200 Höhenmeter erklimmen müssen. Das Profil dieses zweiten Teils der Auffahrt ist wie eine Achterbahn, mal geht es mäßig bergan, mal türmen sich Rampen auf, die zum Glück nicht mehr ganz so steil sind wie auf den ersten Kilometern, und mal rollen wir sogar bergab. Dabei durchqueren wir nur noch vereinzelte Waldstücke, eher häufen sich die Almweiden, von denen aus Kühe unserem Treiben zuschauen. Immer wieder haben wir schöne Ausblicke auf die Vulkane der Garrotxa hinter uns, auf die Serra de Freixeneda im Süden und einmal sogar auf den Pyrenäenhauptkamm im Norden.
Auf den letzten knapp 1,5 km besinnt sich die Auffahrt wieder darauf, dass ein Pass auch ordentlich ansteigen sollte. Wir fahren an dem Bauernhof Collfred vorbei und überwinden eine letzte Rampe mit 15 % Steigung, bevor wir die enge Passhöhe erreichen und uns freuen dürfen, einen der schwierigsten Anstiege Kataloniens bewältigt zu haben.
Für die Beschreibung danken wir AP Mail an Absender

Highscores

Highscore eintragen. Bisher keine Einträge in der Highscore. Sei der erste.