Cruz de Tejeda (1520 m)

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Cruz de Tejeda (1520 m)

Gran Canaria, Kanarische Inseln.
Blick von der Paßhöhe über den Barranco de Tejeda zum Roque Bentayga.
Gran Canaria hat bekanntlich die Form eines Kegels mit dem höchsten Punkt, dem Pico de las Nieves fast genau in der Inselmitte. Woraus man schließen könnte, dass man, von wo auch immer man startet, früher oder später immer am Pico de las Nieves ankäme, wenn man nur lange genug bergauf führe und die richtigen Abzweigungen nähme. Somit gäbe es auf der Insel nur einen Zielpunkt für den Bergradler, der unzählige Auffahrtsvarianten hätte.
Tatsächlich verhält es sich aber so, dass die Spezialisten auf der Insel zwischen einer stattlichen Anzahl von Zielpunkten unterscheiden. Zwar gibt es nicht so viele und auch landschaftlich nicht so unterschiedliche Ziele wie auf der Nachbarinsel Teneriffa, aber dennoch existieren Hochpunkte, über die man nicht weiter zum Pico de las Nieves gelangt, zum Beispiel der Naturpark Pinar del Tamadaba oder Sackgassen in verlassene Hochtäler wie der Barranco de Guadayeque. Und es gibt sogar richtige Pässe auf Gran Canaria! Von den Pässen ist der Übergang, der Cruz de Tejeda genannt wird, der höchste auf der Insel.

Die Straße über den Pass verbindet den dicht besiedelten Nordosten der Insel, sprich den Großraum Las Palmas, mit der grandiosen Inselmitte. Grandios deswegen, weil es dort aussieht, als hätte ein Titan mit Urkräften einen gewaltigen Berg zerrissen und die Felstrümmer getrieben von seiner übermenschlichen Phantasie mal hier, mal dort aufgetürmt. Auf der Südseite des Passes wacht einer der markantesten Felsen der Gegend, der Roque Bentayga (1404 m Höhe), über den Barranco de Tejeda. An der Basis des Roque Bentayga liegt eine verfallene Kultstätte der Ureinwohner Gran Canarias, zu der man über einen steilen Pfad hinaufsteigen kann. Jener Barranco wiederum ist kein Tal, wie man es sich gemeinhin vorstellt mit Bergflanken links und rechts und einem Bächlein in der Mitte, sondern der Abbruch einer der vielen Caldera der Insel.
Da der Nordosten der Insel über das dichteste Straßennetz der Kanaren verfügt, kann man das Cruz de Tejeda von dort aus auf verschiedenen Varianten erreichen, die aber bis spätestens wenige Kilometer unterhalb der Passhöhe auf einer Straße vereint sind. Vom Barranco de Tejeda aus führt nur eine Straße zum Pass, die aber über eine Nebenstraße, die früher einmal die Hauptstraße war (siehe unten), verlängert werden kann.
In Nord-Süd-Richtung wird die Passhöhe ebenfalls von einer Höhenstraße gequert, auf der man nach Norden hin an der Montaña de los Moriscos (1771 m Höhe) vorbeikommt, dem höchsten Berg des Inselnordens, während man sich nach Süden hin zum Pico de las Nieves durchschlagen kann. Das spinnenartige Straßennetz gerade im Norden und Osten Gran Canarias ist sehr verwirrend, und es ist schwierig, dies in ein paar Sätzen anschaulich darzulegen. Die oben angeführte These, dass alle Straßen Gran Canarias am Pico de las Nieves enden, enthält vielleicht doch ein Körnchen Wahrheit...

Weil auf der Passhöhe viele Wege zusammenlaufen und um die Bedeutung des Ortes herauszustreichen, wurde dort 1960 das namensgebende Kreuz errichtet. Direkt hinter dem Kreuz ist der Eingang eines Paradors, der aus einer einfachen Herberge heraus entstanden ist. Wer dort übernachten möchte und keinen Platz findet, kann es im gegenüberliegenden Hotel Rural El Refugio versuchen. Diese beiden Einrichtungen, in denen man auch einfach nur Essen gehen kann, ohne gleich ein Zimmer buchen zu müssen, und die spektakulären Wanderpfade um das Cruz de Tejeda herum machen die Passhöhe zu einem beliebten Ausflugsziel, an dem gerade an Wochenenden einiges los ist.
Für meteorologisch Interessierte sei erwähnt, dass der Pass an manchen Tagen eine Wettergrenze ist. Oft ballen sich nämlich im Inselnorden hohe Wolken, die nichts anderes sind als die gesammelte Feuchtigkeit des Nordostpassats, des vorherrschenden Windes der Kanarischen Inseln. Sobald diese Wolken nun am Cruz de Tejeda vorbeidrängen, werden sie über dem Barranco de Tejeda von der kräftigen subtropischen Sonne zerschmolzen wie Eiswürfel in den Dünen von Maspalomas. Dieses Phänomen ist hier im Bild festgehalten: Während der Pass in den Wolken ist, scheint über Tejeda die Sonne. Wobei Tejeda aber immer noch so viel Niederschlag abbekommt, dass man dort gute Bedingungen für den Ackerbau hat.

Anfahrt von Las Palmas über Tafira und San Mateo  34 km / 1530 Hm Schön: 3 Sterne Hart: 3 Sterne

Las Palmas ist in aller Regel kein Reiseziel für ausländische Touristen, und wenn, dann höchstens für einen Tagesausflug. Alle Welt drängt sich in den künstlichen Urlaubszentren wie Maspalomas oder Puerto de Mogán, dabei ist Las Palmas doch eine echte spanische Großstadt mit allen Ecken und Kanten, die eine Großstadt nun mal hat. Es gibt hässliche Viertel, und es gibt die Vegueta mit ihrer hübschen Architektur und den lauschigen Plätzen. Es gibt finstere Gassen, und es gibt die fantastische Strandpromenade Las Canteras, an der man tagelang entlangflanieren möchte. Schlechtes Wetter lässt sich in Las Palmas prima aussitzen, dann geht man halt ins Museum oder ins Theater oder in ein gutes Restaurant. Was macht man an kühleren Tagen in Playa del Inglés? In irgendeinem Einkaufszentrum abhängen...
Als Startpunkt eines Radausflugs ist Las Palmas mit seinem großstädtischen Verkehr natürlich nicht ganz so gut geeignet, das versteht sich von selbst. Nichtsdestotrotz kann man von dort aus ins Inselinnere zum Cruz de Tejeda fahren. Die hier vorgestellte Variante führt durch den Barranco Guiniguada zur Passhöhe. Es ist weder die schönste noch die steilste noch die ruhigste aller Varianten, aber con algo hay que empezar, wie es so schön im ersten Kapitel vieler Spanischlehrbücher heißt, und das gilt auch für die Wege zum Cruz de Tejeda. Und so verläuft die Anfahrt:

In der Nähe der Altstadt biegt man auf die Carretera del Centro ein und fährt auf ihr aus dem eigentlichen Stadtbereich von Las Palmas hinaus. Aufpassen, dass man nicht auf der Schnellstraße im Hinterland von Las Palmas landet, an der fährt man ein Stück entlang! Über eine weite Doppelkurve hinter einem Riesenkreisel über der Schnellstraße geht es in Richtung Tafira. Eine weitere Schnellstraße wird überquert, und dann ist man schon im unteren Teil von Tafira angekommen.
Tafira durchfährt man am besten auf der Hauptstraße durch das Zentrum (Carretera de Tafira Alta). Im oberen Teil des Orts biegt man auf die GC-15 ein, auf der man im folgenden über Santa Brígida, fast noch ein Vorort von Las Palmas für Leute mit einigen Euros mehr im Geldbeutel, nach Vega de San Mateo fährt. Bis Vega de San Mateo ist die Landschaft ziemlich stark zersiedelt, was kein Wunder ist, lebt doch im Großraum des Barranco Guiniguada die Hälfte der Bevölkerung der Insel. Die Gegend ist sehr grün für kanarische Verhältnisse, ganz anders als im Hinterland von Maspalomas, und erinnert ein wenig an das Tal von Orotava auf Teneriffa, nicht zuletzt durch die intensive landwirtschaftliche Nutzung des Bodens. An der Straße entlang stehen viele Bäume, zum Teil Platanen und Eukalyptusbäume (könnte auch etwas anderes sein), so dass man kilometerlang wie durch eine Allee fährt.
Hinter Vega de San Mateo wird die Straße enger, und man hat so langsam das Gefühl, dass es mit dem Bergradeln losgeht (obwohl man schon mehr als 700 Hm absolviert hat). Die Straße schlängelt sich ins Inselinnere hinein. Man sieht links und rechts kleine Ansiedlungen, Terrassenfelder und steile Berghänge. Spektakulär wird es dann hinter Las Lagunetas auf immerhin schon 1300 m Höhe. Auf den letzten Kilometern zieht sich die Straße über einige Kehren an einem steilen Hang hinauf, so dass man weite Ausblicke über den Nordosten der Insel hat. Gegen Ende der Auffahrt kommt man noch an einer Kreuzung vorbei, an der es nach rechts in Richtung Teror und dem Inselnorden geht, und schließlich ist die Passhöhe erreicht.

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Kurze Südwestanfahrt aus dem Barranco de Tejeda  7,2 km / 505 Hm Schön: 4 Sterne Hart: 3 Sterne

Profile und Tracks

Profil der Auffahrt Kurze Südwestanfahrt aus dem Barranco de Tejeda
Zwischen San Bartolomé de Tirajana und dem Cruz de Tejeda schlängelt sich eine Hauptstraße östlich des Pico de las Nieves durch die Inselmitte Gran Canarias, die zu den schönsten Panoramastraßen der Kanaren gehört. Die Straße hat verschiedene Hochpunkte, den Puerto de Cruz Grande nördlich von San Bartolomé, die Hoya de la Vieja nördlich von Ayacata und eben das Cruz de Tejeda. Dementsprechend beginnt die hier beschriebene Auffahrt in einer Senke zwischen der Hoya de la Vieja und Tejeda, nicht weit entfernt von letztgenanntem Ort. „Barranco de Tejeda“ ist dort auf einem Schild zu lesen, und eine Handvoll weiße Häuser stehen links und rechts der Straße.
Die Straße steigt nicht allzu dramatisch in Richtung Ortsmitte von Tejeda an. Den Roque Bentayga hat man während der Auffahrt natürlich im Blickfeld, aber da man den Abzweig zu ihm hin vor dem Beginn des Anstiegs passiert haben wird, ist man den Anblick nun mittlerweile gewohnt; spektakulär ist er allemal.
Tejeda ist ein relativ großer Ort, in dem sich auch schon mal der Ausflugsverkehr stauen kann. Oberhalb von Tejeda sieht man die Straße nach Artenara unterhalb des schroffen Felskamms des Moriscos. Dreht man sich um, sieht man den steinernen Zeigefinger des Roque Nublo. Die Straße ist nun gesäumt von Agaven und merkwürdigen flachen, runden Büschen. Ist das vielleicht Baumheide?
Ab dem Abzweig nach Erijilla/Majuelo zieht die Steigung mächtig an. Man gelangt an breite Kreuzung, an der es links weg geht in Richtung Las Palmas. Man könnte auch auf der Straße nach La Culata bleiben, die früher die Hauptstraße gewesen sein muss. Dieser Weg ist eine Variante der Anfahrt, der verkehrsärmer und etwa drei Kilometer länger ist. Beide Strecken vereinen sich etwa zwei Kilometer unterhalb der Passhöhe.
Es folgt ein Kreisel, in dem man sich rechts wieder in Richtung Las Palmas halten muss. Die sich anschließende Gerade zieht erbarmungslos mit einem Schnitt von 13–14 % nach oben. Ablenken kann man sich aber durch einen tollen Blick auf den Roque Nublo nach vorne und einen weiteren tollen Blick auf den Roque Bentayga nach rechts. Hinter einer weiten Linkskurve hat man dann wieder den Moriscos vor sich und kann den Pass zur rechten Hand erahnen.
Schließlich kommt man an die letzte, oben schon erwähnte Kreuzung, an der es rechts nach La Culata und links zum Pass geht. Die Steigung entspannt sich wieder, ebenso wird die Straße enger und kurviger. Immer mehr Bäume stehen am Wegrand. Auf den letzten Metern hat man dann zwischen den Stämmen hindurch einen wunderbaren Weitblick über den Osten der Insel, bevor die Passhöhe erreicht wird.

Highscores

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Platz   Fahrer     Zeit                    Datum            Aktion
Peterjobst Mail an Absenderohne Zeit04.05.2009
SUGI67 Mail an Absenderohne Zeit07.01.2011
GolfSierra Mail an Absenderohne Zeit04.09.2006