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Durmitor Sedlo (1908 m) Prevoj Sedlo, Prevoj Prijespa

Der Tara-Kanyon ist ab hier nicht bewohnbar!

Auffahrten

Von Renko – Die Ostauffahrt beginnt an einem der Wahrzeichen des ehemaligen Jugoslawien: die Đurđevića Tara-Brücke. Die Brücke wurde zwischen 1937 und 1940 gebaut. Der mittlere Bogen wurde 1942 durch die Partisanen zerstört, die Brücke wurde ein Jahr nach Ende des Kriegs bereits wiedereröffnet. Die nächste Querung der Tara nach Norden hin liegt 46 km flussaufwärts in Mojkovac. Flussabwärts gibt es keine Möglichkeit mehr, den Fluss zu überqueren. Erst im ostbosnischen Goražde gibt es eine Verbindung in Richtung Norden nach Serbien.
Die Auffahrt beginnt mit dem Ausstieg aus dem Tara-Tal. Die moderat ansteigende Straße benutzt eine Serie von Haarnadelkurven um Höhe zu gewinnen. Die Auffahrt bietet immer bessere Ausblicke in die immer schmaler werdende Fortsetzung des Tara-Canyons, ein Eldorado für Wassersport-Fans und die tiefste Schlucht Europas.
Nach zehn Kilometern ist die Auffahrt vorerst unterbrochen. Die Straße verlässt die Tara-Schlucht und führt über die flache Ebene von Žabljak. Mit dem nur mehr geringen Höhengewinn kann der Radler eine ziemlich ursprüngliche Landschaft genießen, mit den für den Balkan typischen kleinen Häusern mit steilen Dächern.
Nach einigen Kilometern erreicht man schliesslich den um 1500 m hoch gelegenen Kurort Žabljak. Der Ort besteht aus hübschen alten Häusern mit nur wenigen Monstern aus der Tito-Zeit. Der Ort macht aber im allgemeinen einen freundlichen Eindruck. Im Zentrum des Kurorts endet die Straße aus der Tara-Schlucht. Rechts setzt sich die Straße fort für weitere drei Kilometer bis zum Crno Jezero (Schwarzsee). Im Sommer sorgt der niedrigere Wasserpegel dafür, dass sich der See in zwei aufspaltet. Am Fuss des Bergs Medjed gelegen, machen die zwei Seen einen malerisch schönen Eindruck.
Die Straße in Richtung des Durmitor biegt aber in Žabljak links ab. Vorerst profitiert man von dem Ausbau dieser Straße (sie führt eigentlich am Durmitor vorbei nach dem Piva-Tal und Podgorica). Nach etwa acht Kilometern folgt man der Beschilderung nach Škrčka jezera (Seen). Die Straße ist (2011) frisch geteert, aber deutlich schmaler. Nun beginnt der richtige Aufstieg: die Piste beginnt rasch an Höhe zu gewinnen, bietet ganz knapp Platz für zwei Autos. Man fährt in ein schmales Tal, das immer aussichtsreicher wird. Nun hat man eine richtig hochalpine Landschaft. Das Ganze erinnert ganz stark an die knallharte Auffahrt von Demonte auf den Col Valcavera in den Bergen des Piemont.
Mitten in der Schlussphase steht ein Restaurant. Verpflegung gibt es also – danach hat man noch etwa einen Kilometer bis zum Pass auf knapp über 1900 m Höhe zurückzulegen.

Hinter der Passhöhe (Prevoj Sedlo) setzt sich die verblüffende Ähnlichkeit mit dem Valcavera und das hinter dem Pass liegende, einstige Militärgebiet fort. In ähnlich glasklarer Luft hat man eine kurze Abfahrt, dann eine längere Flachpassage. Danach beginnt die Piste erneut an Höhe zu gewinnen, nach sieben Kilometern erreicht man eine zweite Passhöhe (Prevoj Prijespa).
Weiter setzt sich die Passfahrt fort. Es folgen zahllose energieraubende Minirampen, durch eine Landschaft, die an die Spaghetti-Western der Sechzigerjahre erinnert. Die Zeit vergeht, wie auch die Energie. Schliesslich erreicht man einen Weiler auf etwa 1400 Metern über dem Meeresspiegel. Dann folgt das letzte und vielleicht spannendste Teilstück der Überfahrt aus dem Osten: die Abfahrt auf sehr kühn angelegte, nicht ganz ungefährliche Piste in das Piva-Tal und die Fortsetzung nach Bosnien...

Was die Landschaft hier anbelangt, kommt selbst der erfahrenste Alpenkenner in die Anwendung von Superlativen. Der Tara-Canyon ist eines der Haupt-Naturwunder des gesamten Balkans (der Höheunterschied ist nur etwas weniger als jener des Grand Canyon in Arizona, USA) und entsprechend ein Mekka für Rafting. Die Brücke über der Schlucht hat einen einzigartigen Charme und beweist, dass nicht nur die Türkei tolle Brücken auf der Balkan-Halbinsel baute, sondern auch die Ingenieure des Königreichs Jugoslawien. Die Landschaft der Ebene rund um Žabljak ist ganz reizvoll, die kleinen Häuser mit ihren steilen Dächern haben einen ganz besonderen Charme. Die zwei Bergseen bei Žabljak vermitteln hochalpinen Eindruck par excellence, der Schlussanstieg dann zum Pass auf schmalem Bergsträßchen erinnert wie erwähnt an die Südalpen (Colle dei Morti, Col Valcavera), hinter dem Pass hat man ein herrliches Hochplateau, wo die Zeit still zu stehen scheint. Und zuallerletzt kann die steile Abfahrt auf kühn trassierter Strasse ins Piva-Tal nur als atemberaubend beschrieben werden. Das alles auf nur einer Pass-Strasse, versteht sich!

Bezüglich Härtebeurteilung verdient die Auffahrt wegen der Länge sowie der höheren Steigungswerte im Schlussanstieg gut vier Sterne. Was im Vorfeld des Besuchs nicht ganz so klar war, das waren die zahlreichen hinter dem Pass liegenden, zum Teil steilen Zwischenaufstiege und einfach viele weitere flache Kilometer bis zum Beginn der eigentlichen Abfahrt ins Piva-Tal.
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