Falkenstein (Nordpfalz) (465 m)

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Falkenstein (Nordpfalz) (465 m)

Nordpfälzer Bergland, Rheinland-Pfalz.
Gibts nicht jedes Jahr ...
Ganz im Westen des Donnersbergmassivs versteckt liegt ein Tal mit einem winzigen Dorf und einer pittoresken Burgruine, dessen Name im Kreise der Subspezies pfälzischsprechender Rennradfahrer Furcht und Schrecken verbreitet und (wenn überhaupt) nur mit Ehrfurcht ausgesprochen wird: Falkenstein – der steilste Berg der Pfalz. 25 Prozent, eine Rampe so steil, dass sich manche nicht mal trauen sie hinunterzufahren aus Angst über den Lenker zu fliegen. Das Revier der „Tiere”, die das Teil zwei-, dreimal hintereinander zu Trainingszwecken oder gar mit Kinderanhänger fahren. Aber auch Stätte schmachvoller Niederlagen, wo man womöglich unfreiwillig absteigen und schieben muss oder gleich mitsamt seinem Rad umfällt, wenn man nicht mehr rechtzeitig aus den Pedalen kommt. Das alles ist Falkenstein – unser kleiner pfälzischer Legenden-Hügel.

Dieser schöne Flecken zieht nicht erst seit gestern die Menschen an. Bereits um 1135 wurde der schroffe Vulkanitkegel im Dorf als Standort für eine Burg auserkoren, die zu den bedeutendsten der Pfalz gehörte. Für die Bewohner dagegen war das Leben auf den steilen und steinigen Höhen früher sicher nicht leicht. Von den Auswanderungswellen des frühen 19. Jahrhunderts war Falkenstein wegen seiner ungünstigen Lage besonders betroffen. Dass es ein armes Dorf war, kann der Betrachter trotz aller (durchaus gelungenen) Verschönerungsmaßnahmen heute noch erkennen.
Mit der beginnenden Neuzeit wurde die Region zu einem beliebten Erholungs- und Wandergebiet. Hunderte von Wochenendhausbesitzern, die sich auf den ehemaligen Feldern ihre Domizile geschaffen haben, können nicht irren. Vom Schaffen der ersten Touristenvereine zeugen noch das Schöne Echo am Wambacher Hof und der originelle Geländerweg mit Felstunnel in den Wänden der Falkensteiner Schlucht. Es lohnt sich durchaus, die Gegend auch einmal zu Fuß zu durchstreifen.
Radfahrtechnisch gesehen ist das Tal ein wenig umständlich zu erreichen. Der Beginn der Südrampe befindet sich im Tal des Wambachs zwischen der alten gienanthschen Eisenschmelz und Imsbach. Die Anfahrt erfolgt entweder über die B48 aus dem Alsenztal oder von Langmeil.
Ähnlich ist es bei der unspektakuläreren Nordrampe, die zwischen dem Rußmühlerhof und Marienthal startet. Die Anfahrt hierher geht von Rockenhausen oder vom Bastenhaus.
Die Südrampe ist vor einiger Zeit komplett neu geteert worden und somit in perfektem Zustand, was man von der Nordseite leider (noch) nicht sagen kann.
Die Straße ist stellenweise fast einspurig und bis auf Schönwettersonntage wenig befahren. Zum erforderlichen Übersetzungsverhältnis für die Südseite möchte ich keine Empfehlungen abgeben. Nur soviel: 39/25 hat einmal nicht gereicht, mit 39/27 ging es dann ganz gut. Wichtiger erscheint eine satte Kondition, die man sich durch viele, viele Kilometer, am besten lang und steil bergauf und am allerbesten mittels ein paar Alpentouren erarbeitet. Hat es dann geklappt, garantiert der Endorphinrausch gute Laune, die tagelang anhält.
Aber wenn man sich von Süden nun halt mal nicht traut? Auch aus dem Appelbachtal ist der Pass eine Reise wert – 25 % Abfahrt sind allemal spannend und die herrliche Landschaft bleibt dieselbe.
Für die Beschreibung danken wir bruchpilot Mail an Absender

Liste der Auffahrten

Südrampe vom Wambacher Hof4 km220 HmSchön: 4 SterneHart: 4 Sterne

Südrampe vom Wambacher Hof  4 km / 220 Hm Schön: 4 Sterne Hart: 4 Sterne

Profile und Tracks

Profil der Auffahrt Südrampe vom Wambacher Hof
Die nackten Zahlen haben hier (wie so oft!) keinerlei Aussagekraft, schließlich sind nur 220 Meter Höhendifferenz zu bewältigen und dies auf einer – man möchte meinen – üppig bemessenen Fahrstrecke von 4 km. Nach Adam Riese läge man da gerade mal bei knapp 6 % Durchschnittssteigung!
Wie sich die Sache tatsächlich abspielen wird, erkennt man bald nach dem Abzweig der Talstraße (auf ca. 245 m Höhe). Die ersten 2,5 km sind sehr flach, von ein paar Wellen abgesehen nicht über 2 % steil, und können mühelos im großen Blatt hoch getreten werden. Das ist jedoch auch gar nicht schlimm, denn gerade im unteren Bereich wird dem Auge viel Interessantes geboten.
Auf ausgezeichnetem Asphalt gondelt man am Rande eines weiten Wiesenbodens taleinwärts. Nach einigen hundert Metern kann man das Schöne Echo ausprobieren (alter Wegweiser am Straßenrand).
Nächster Paukenschlag: die Schlucht, eine unter Naturschutz stehende Durchbruchstelle des Falkensteiner Baches, welcher sich hier einen einmaligen Minicanyon mit zum Teil 25 m hohen Felswänden geschaffen hat. Die Felsen bestehen aus Konglomerat- und Brekziengestein und sind als alte Abtragungsprodukte der Donnersberg-Intrusion zu deuten. Diese soll einst einmal bedeutend mächtiger gewesen sein als heute und das umliegende Land um bis zu 1500 m überragt haben. Schade, dass dies schon Millionen Jahre her ist – da hätten wir Pfälzer mal einen richtigen Berg zum Trainieren gehabt... Leider ist der interessante Teil der Schlucht recht kurz. Das Tal weitet sich in Folge immer stärker und gewinnt einen freundlicheren Charakter.
Nachdem man auf einer Brücke die Bachseite gewechselt hat, ist jedoch langsam Schluss mit lustig. Man schaue einmal hoch und verinnerliche sich die Lage des spitzgiebeligen Falkensteiner Hofs oben auf der Berglehne. Dort ist nämlich unser Ziel.
Die Straße zieht jetzt langsam an und erreicht bald Werte um die 8 %. Die ersten Häuser des Dorfes werden passiert, die Burgruine kommt ins Blickfeld. Am Buswendeplatz(!) geht es für ein paar Meter gegen 10 %, dann folgt nochmal eine etwa 50 m lange Verschnauf- und Konzentrationszone.
Danach aber heißt es kraftvoll und gleichzeitig bedächtig zuzubeißen. Die Straße zieht nach rechts weg und bewegt sich jetzt im Bereich zwischen 18 und 20 %. Es geht in die markante Spitzkehre und nun nach links ansteigend auf den Burgfelsen zu. Hinter der schwachen Rechtskurve – dort, wo man so langsam der Meinung ist, es könnte jetzt auch gut sein – kommt das steilste Stück. 100 m zwar nur, aber nun wirklich um die 23 bis 25 % steil. Da hat man wahrscheinlich keinen Blick mehr für die schön restaurierte Burgruine mit der kleinen Freilichtbühne am Straßenrand, die tolle Aussicht, überhaupt die einzigartige, pittoreske Lage dieses wunderschönen kleinen Bergnests.
Ausgelaugt erreicht man das Oberdorf, die Steigung nimmt endlich ab, und nach einem kleinen Links-Rechts-Schlenker ist die Passhöhe erreicht. Hier öffnet sich der Blick weit nach Norden ins Quellgebiet des Appelbaches, eindrucksvoll begrenzt von den Donnersbergsteilhängen, welche sich als Fortsetzung der Tour förmlich aufdrängen. Wer sich „nur” den Falkenstein zum Ziel gesetzt hat, findet in dem erwähnten Falkensteiner Hof eine gastliche (wenn auch nicht ganz billige) Stätte um die Flüssigkeits- und Energiespeicher wieder aufzufüllen. Im Sommer sitzt man herrlich auf der Panoramaterrasse – die halbe Pfalz und ihr härtester Berg liegen einem hier zu Füßen.
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Highscores

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Platz   Fahrer     Zeit                    Datum            Aktion
1.Lothar63 Mail an Absender0 h 14 m 27 s14.08.2011
2.Gepäcktour Mail an Absender0 h 18 m 30 s20.02.2011
Sprengmeister Mail an Absenderohne Zeit26.05.2007
HuiLui Mail an Absenderohne Zeit13.05.2009
Lahme Schnecke Mail an Absenderohne Zeit26.04.2011
donatellothomato Mail an Absenderohne Zeit24.04.2011
kletterkünstler Mail an Absenderohne Zeit29.06.2011
Bloeff Mail an Absenderohne Zeit06.08.2011
paelzman Mail an Absenderohne Zeit28.04.2012
KPO Mail an Absenderohne Zeit13.08.2010
JoMei Mail an Absenderohne Zeit05.07.2009
Schorsch Mail an Absenderohne Zeit17.07.2008
wolfgang56 Mail an Absenderohne Zeit12.06.2010
Heitzer1974 Mail an Absenderohne Zeit05.06.2010
rohlofffan Mail an Absenderohne Zeit08.05.2010
kadir Mail an Absenderohne Zeit07.05.2009
ciclodedolor Mail an Absenderohne Zeit17.08.2006
bruchpilot Mail an Absenderohne Zeit09.10.2009
Hincapie Mail an Absenderohne Zeit12.05.2012