Finstertaler Stausee (2335 m)

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Finstertaler Stausee (2335 m)

Alpen, Stubaier Alpen, Tirol.
Staumauer
Der Weg zum Finstertaler Stausee ist eine kleine Versorgungsstraße, die kurz unterhalb der Passhöhe der Kühtaistraße auf der Westseite auf einer Höhe von ca. 1970 m nach Süden abzweigt.
Wer den Kühtaisattel fährt, sollte sich dieses Sahnestück und die zusätzlichen ca. 370 Hm nicht entgehen lassen, führt die Straße doch kehrenreich in der hochalpinen Landschaft wunderschön nach oben. Das Highlight ist hierbei eine 360-Grad-Schleife, die zur Hälfte durch einen kleinen Tunnel führt (welcher leider auch verschlossen werden kann).

Bei den Umweltschützern sehr umstritten sind die Straßen, die von den Stromunternehmen Österreichs zum Bau der Stauseen angelegt wurden (hier die TIWAG), für Rennradler sind sie immer eine Befahrung wert. Da ohne touristische Hintergedanken gebaut, wurde auf gemäßigte Prozente keinen Wert gelegt, und so sind einige der steileren Alpenstraßen entstanden. Die Straße zum Finstertaler See ist aufgrund der Kürze sicher nicht die schwerste dieser Straßen und kann z.B. mit dem Kärtner Oscheniksee sicher nicht konkurrieren. Nimmt man jedoch die angrenzenden Täler als Ausgangspunkt, so ergibt sich in der Summe eine sehr lange und je nach Wahl des Ausgangspunktes z.T. auch sehr steile Auffahrt.

Man kann zum Stausee in Oetz oder Kematen als klassische Startpunkte des Kühtai beginnen, aber erst der steile Haimingerberg als erster Anstiegsteil bietet uns das volle Programm.

Für Interessierte hier noch einige Daten zum Speichersee:
TIWAG-Speicherstausee mit Erdschüttdamm
Dammschüttung: 4,4 Millionen Kubikmeter (2x die Cheopspyramide)
Fassungsvolumen: 60 Millionen Kubikmeter
Verbunden ist der Hauptspeicher mit dem kleinen Zwischenspeicher Längental an der Kühtaistraße, wo das Wasser gesammelt und zum See zur Füllung hochgepumpt wird, da der natürliche Zulauf hierfür 10 Jahre brauchen würde.
Der Staudamm hat eine Höhe von 149 m und eine Kronenlänge von rund 650 m.
Für die Beschreibung danken wir stb72 Mail an Absender

Liste der Auffahrten

Nordwestanfahrt von Haiming über das Sattele22,2 km1812 HmSchön: 4 SterneHart: 5 Sterne
Stichstraße vom Kühtaisattel3,6 km370 HmSchön: 5 SterneHart: 2 Sterne

Nordwestanfahrt von Haiming über das Sattele  22,2 km / 1812 Hm Schön: 4 Sterne Hart: 5 Sterne

Profile und Tracks

Profil der Auffahrt Nordwestanfahrt von Haiming über das Sattele
Im Internet kursiert die Auffahrt ab Haiming im Inntal als Diga di Finstertal auf diversen Seiten und ist laut salite.ch in dieser Variante der viertschwerste Anstieg Österreichs. Aus diesem Grund ist hier diese Variante als gesonderte Auffahrt ebenfalls beschrieben.

Wir haben es hier mit einem dreigeteilten Anstieg zu tun:
Nach ca. 1000 Hm zum Silzer Sattele (der niedliche Name macht die Quälerei übrigens auch nicht leichter) folgt eine kleine Abfahrt bis Ochsengarten, von wo dann die nächsten ca. 400 Hm auf der Kühtaistraße bis kurz vor die Passhöhe zurückzulegen sind. Hier zweigt dann zum Schluss die schöne und steile Stichstraße zum See ab und führt uns zum Ziel für insgesamt ca. 1800 Hm.

Teil 1:
Von Haiming zum Silzer Sattel

Teil 2:
Nach kurzer Abfahrt erreichen wir nach 2 km Ochsengarten auf der Westrampe zum Kühtai auf einer Höhe von ca. 1550 m. Wer sich zu Höherem berufen fühlt, biegt an der Kreuzung links ab und es folgen zunächst 1,5 flache Kilometer, bevor das giftige Steilstück kurz hinter Ochsengarten ansteht. Nach der kleinen Brücke heißt es wieder einen Kilometer bei bis zu 16 % zu überstehen, gefolgt von einem längeren flacheren Stück.
Die kurze Kehrenpassage vor dem Zwischenspeicher Längental (den oberen Staudamm bereits im Blick) ist wieder knackig steil, dann wieder flach am See entlang und gleich wieder eine steilere Linkskurve, der typische unrhythmische Kühtaianstieg eben. 7 km hinter Ochsengarten erreichen wir die ersten Gebäude bzw. Station vor Kühtai, den Ort und die Passhöhe bereits ganz nahe. Auf hier ca. 1980 m Höhe endet dann der Mittelteil dieses Anstiegs, und nach rechts sieht man hinter der Schranke die kleine Zubringerstraße (guter Belag) zum See abbiegen.

Teil 3:
Die letzten 3,6 km dann wie nachfolgend beschrieben die herrliche Stichstraße hinauf zum Finstertaler See.

Fazit
Mit ca. 1800 Hm auf knapp 23 km endet hier ein klarer 5-Sterne-Anstieg mit insgesamt ca. 12 bis 13 km, z.T. deutlich jenseits der 10 %-Marke. Ob es tatsächlich der vierthärteste ganz Österreichs ist, kann der Autor nicht beurteilen, gibt es doch im Mittelteil auch einige Erholungspassagen und keine unbezwingbaren Steilrampen – Bewertungen dieser Art sind in der Regel ja sowieso nur tendenziell richtig.
Für die Beschreibung danken wir stb72 Mail an Absender

Highscores

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Platz   Fahrer     Zeit                    Datum            Aktion
1.tdfcb99 Mail an Absender1 h 51 m 40 s09.07.2011
2.masch Mail an Absender2 h 10 m 00 s01.08.2008
3.Flachlandtiroler Mail an Absender2 h 12 m 00 s13.07.2010
stb72 Mail an Absenderohne Zeit21.06.2008
AlpenFan Mail an Absenderohne Zeit07.08.2009
jaerv Mail an Absenderohne Zeit03.10.2009
Obelix11 Mail an Absenderohne Zeit07.07.2007
stb72 Mail an Absenderohne Zeit02.10.2011

Stichstraße vom Kühtaisattel  3,6 km / 370 Hm Schön: 5 Sterne Hart: 2 Sterne

Profile und Tracks

Profil der Auffahrt Stichstraße vom Kühtaisattel
Die 3,6 km zum Stausee sind vom feinsten und machen richtig Spaß, mit bereits vielen Höhenmetern in den Beinen und auch hier giftigen Prozenten ist das Vergnügen jedoch nicht ganz einfach. Der Abzweig ist etwas unterhalb von Kühtai auf der Oetzanfahrt bei einer Schranke.
Zuerst ein paar Meter bergab folgt eine zweite Schranke einschließlich „Durchfahrt verboten”-Schild, so dass man hier praktisch keinem begegnet – herrlich nach den Motorradhorden des Kühtais.
Nach längerer Gerade folgen dann vier größere Kehren, und die Durchschnittssteigung auf diesen ersten 2 km pendelt sich bei über 9 % ein. Den imposanten Schüttdamm sieht man ständig über sich und hat auch die steil den Damm querende Straße und den Tunnel oben gut im Blick. Bei Kehre vier ist dann noch ein Ferienhaus oder etwas artverwandtes, bevor die Straße zurück zum Damm zieht.
Ab hier wird es dann wieder steiler und zweistellig in den Prozenten bis oben. Die Querung des Dammes ist dann mit Abstand das steilste Stück des Schlussteils bei immerhin 12–17 %. Am Ende der ca. 400 m langen Querung folgt dann ein dunkles Loch von einem Tunnel. Ein Licht ist jedoch nicht notwendig, geht doch automatisch eine Notbeleuchtung an, die gerade so ausreichend ist. Dass einem hier ein Fahrzeug begegnet, ist auch sehr unwahrscheinlich.
Der nur etwa 200 m lange (hoffentlich unverschlossene) Tunnel ist steil, nass und macht eine enge 180-Grad-Kurve. Nach dem Ausgang vollendet das Sträßchen dann den kompletten Kreis und noch 2 kurze Kehren folgen bis zur Mauerkrone. Der Asphaltbelag endet schließlich nach 2 weiteren Mini-Serpentinen etwas oberhalb des Sees an einer Schutzhütte.

Hier oben herrscht himmlische Ruhe, und sogar ein paar Bänkchen laden zur wohlverdienten Pause ein, es ist wohl auch ein beliebtes Wanderziel. Bei den Höhenangaben war man sich dann etwas uneins, das Passschild sagt zwar 2350 m, die Mauerkrone wird jedoch mit 2325 m Höhe angegeben, so dass der Endpunkt an der Hütte wohl irgendwo dazwischen liegt (ist ja auch egal).
Für die Beschreibung danken wir stb72 Mail an Absender

Highscores

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Fahrer     Zeit                    Datum            Aktion
Schnellste Zeit: Burki Mail an Absender0 h 21 m 03 s31.07.2010
Mittlere Zeit: HillSmith Mail an Absender0 h 24 m 00 s10.08.2010
Langsamste Zeit: 0 h 28 m 00 s02.08.2011