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Gestelenpass (1851 m) Meienberg

Die letzten Kehren unterhalb der Steilwand.

Auffahrten

Von TBone – Das Simmental findet seinen Ausgang in Wimmis unweit Spiez am Thunersee. Kurz nach dem Taleingang in Latterbach (670 m) biegt man links ins Diemtigtal ab. Auch geradeaus könnten wir das Simmental hinauf nach 24 vergleichsweise langweiligen Kilometern Grubenwald (940 m) erreichen, aber wer will das schon?
Gleich zu Beginn passieren wir die Ortschaft Oey, und von nun an geht es ganz gemächlich bergauf. Die Straße zieht sich entlang des Chirel, eines Zuflusses der Simme. Bald erreichen wir eine Straßenkreuzung, an der wir rechts in Richtung Zwischenflüh und Grimmialp weiterfahren, und nun erwartet uns auch das erste etwas steilere Stück in einer kurzen Schlucht. Langsam wird es immer einsamer, denn weiter das Tal hinauf gibt es keine wirklichen Ortschaften, nur vereinzelte Höfe. Linkerhand lassen wir den Skilift Riedli liegen und kommen bei Kilometer 11,5 an der Poststation Zwischenflüh (1041 m) an. Bis hier haben wir gerade einmal etwas mehr als 400 Hm überwunden. Weiter geradeaus geht es zur Grimmalp auf ca. 1200 m; sicher auch ein lohnendes Ziel.
Zum Gestelenpass fährt man vor der Post rechts ab. Ein Schild weist auf den bevorstehenden Anstieg hin, 10 km und 800 Hm, das ist leicht zu rechnen. Und nun beginnt der Spaß auch richtig. Die folgenden zwei Kilometer sind teilweise über 10 % steil (Achtung: nach ca. 700 m links halten!) und bringen uns in das wunderschöne vom Menigbach durchflossene Hochtal Menigrund, in dem sich die Straße über ca. 2 km fast flach fortsetzt.
An einer Wegabelung folgen wir rechts dem Wegweiser in Richtung Seeberg. Am Ende des Menigrundes auf nun 1341 m beginnt das zweite Steilstück: 1,5 km und 195 Hm, in weiten Serpentinen eine Schlucht hinauf. Wir erreichen das zweite Hochtal, Hintermenigen, das im Western von einer beeindruckenden Felswand begrenzt wird. Wieder finden wir uns inmitten grüner Matten, immer noch vom Bach begleitet. Nach einem deutlich flacheren Kilometer müssen wir uns auf 1596 m wieder rechts halten in Richtung Obergestelen. Links gehts es zum Seeberg.
Nachdem wir die Talseite wechseln, folgt der 2 km lange Schlussanstieg nach Obergestelen auf 1800 m. Dieser wird noch kurz von einem ca. 500 m langen Flachstück unterbrochen, bevor es in einer Kehre in eben diese oben erwähnte Felswand geht. Ab Obergestelen (rechts halten) ist es dann noch ein flacher Kilometer bis zur Passhöhe, wobei die letzen 300 m zwar geschottert, aber einigermaßen fahrbar sind.
An der Passhöhe herrscht schlichte Strenge. Kein Passschild, keine Bäume, einzig ein Weiderost bietet den Augen halt. Dafür genießen wir schöne Weitblicke hinüber zum Bergsee am Seeberg und hinunter in die Lenk tausend Meter unter uns.

Abfahrt: Sie ist eng, steil und unübersichtlich. Auf 9 km beträgt der Höhenverlust 911 m, aber so richtig laufen lassen kann man es nirgendwo. Im Prinzip steht man ständig auf den Bremsen. Ein paar hundert Meter hinter der Passhöhe geht es in einen kurzen Gegenanstieg, der sich aber auf dem großen Blatt wegdrücken lässt. Danach kommt bald das oben erwähnte Schotterstück. Dies ist unangenehm, da weich, und eventuell schiebt man das Rad besser. Der Asphalt ist recht holprig, und es gibt reihenweise Weideroste und Wasserablaufrinnen. Kurz, es macht nur bedingt Spaß. Zum Auffahren muss diese Seite aber ein echter Brocken sein – teilweise sicher deutlich über 15 %. So kommen uns auch nur einige Mountainbiker entgegen, und selbst die scheinen ziemlich zu leiden; wobei, die sehen ja irgendwie immer so aus.
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Dolce Vita
Von gurnigel – Für die sportlich anspruchsvolle (mehr als 10 % im Schnitt und diverse Passagen mit bis zu 15 %, oder um es in den Worten von Alex Zülle zu sagen: „Ein richtiger Sauhund!”) Westauffahrt des Gestelenpasses kann als Ausgangsort der kleine Ort Grubenwald im Simmental gewählt werden.
Grubenwald erreicht man über zwei Nebenstraßen, die zwischen Zweisimmen und Garstatt von der Hauptstraße abzweigen. (Tipp: Wer den Gestelenpass mit dem Jaunpass verknüpfen möchte, kann ab Garstatt eine alternative Auffahrt wählen, die ca. 1 km vor der Passhöhe wieder in die vielbefahrene Hauptroute zum Jaun einbiegt.)
Zu Beginn des Anstiegs zu unserem Pass wählt man in Grubenwald die Straße talauswärts, welche hier noch mit moderater Steigung durch die letzten Häuser und ein kleines Waldstück führt. Bereits nach ca. 400 m baut sich an der rechten Hangseite jedoch die erste Rampe vor dem Radsportler auf. Mit gut 10 % ziehen wir in dieser ersten Geraden zügig den Hang hinauf. Ohne in der Steigung nachzulassen führen die nächsten knapp 2 km über einige Serpentinen recht abwechslungsreich weiter nach oben, und ein kurzer Tiefblick nach Grubenwald gibt einen zusätzlichen Motivationsschub.
Der teilweise schattenspendende Wald wird nun für längere Zeit verlassen, und während man einige Bergbauernbetriebe passiert, ist auch die Steigung etwas angenehmer zu fahren. Für diese Möglichkeit zur Erholung büßt man jedoch bitter, denn nach einer langgezogenen Linkskurve fährt man plötzlich auf eine regelrechte Wand zu. Bei Steigungsspitzen gegen 20 % ist trotz 34/25 mit Souplesse nichts mehr zu machen, sondern es ist rohe Gewalt gefragt, um sich bei durchschnittlich 15 % irgendwie durchzukämpfen.
Der Schmerz in den Beinen lässt nach diesem mentalen Schocker allerdings wieder nach, und der Weg führt jetzt über offene Alpwiesen weiter den Hang hinauf. Mit einem Blick nach oben versucht man häufiger den weiteren Verlauf der Strecke zu erahnen, und man vermutet den Passübergang hier noch in einem Einschnitt der über einem liegenden Felswand, deren Bäume von diversen Stürmen (oder Borkenkäferbefall?) arg zugerichtet sind.
Es sei verraten, dass man mit dieser Einschätzung natürlich falsch liegt, denn auf einer Höhe von bereits 1500 m folgt für längere Zeit die letzte richtige Kurve, und die Straße zieht mehr als 2 km geradeaus taleinwärts. In den nun folgenden Passagen hat man einen wunderbaren Blick ins Tal, über die Fribourger Voralpen und Richtung Saanenland. Wer außerdem – wie der Autor – das Glück hat, die Strecke bei tiefstehender Sonne und anbrechender Dämmerung unter die Rädern zu nehmen, wird Zeuge einer einmaligen Stimmung, die für sämtliche Leiden entschädigt.
Aber auch trotz der Endorphine wird man bald wieder auf den Boden der Realität geholt: Noch fehlen nämlich 300 ziemlich schwere Höhenmeter bis zum Scheitelpunkt! In einem etwas flacheren Abschnitt wird man zuerst von einem längeren Schotterstück begrüßt, das gegen Ende immer steiler wird, im Sitzen jedoch ohne Probleme auch mit dem Rennrad fahrbar ist (zumindest in trockenem Zustand). Trotzdem braucht man bei dem unruhigen Untergrund deutlich mehr Kraft als auf Asphalt, und man ist froh, wenn die Hände wieder ohne zu schütteln auf dem Lenker liegen. Endlich erreicht man die nächste Kurve, und eine weitere steile Rampe türmt sich auf. Die Vegetation ändert sich hier spürbar und man fühlt, dass der Scheitelpunkt nicht mehr allzu weit sein kann. Aber der Pass hält noch eine letzte Überraschung in Form einer kurzen Zwischenabfahrt bereit, und unter Umständen (z.B. mit knapp 190 km in den Beinen...) macht sich durchaus eine leichte Verzweiflung breit!
Den Schwung aus der Abfahrt sollte man jedoch gleich nutzen um die ersten Stellen des nochmals ziemlich steilen Schlussstücks zu bewältigen, welches man in Erwartung der rasanten Abfahrt nach Zwischenflüh einfacher als befürchtet meistert, um schließlich die wiederum geschotterte Passhöhe zu erreichen.
12 Befahrungen Befahrung eintragen
Schnellste Zeit
00:56:05 | 20.10.2012
sandroval
Mittlere Zeit
01:02:15 | 09.10.2010
sandroval
Dolce Vita
01:13:00 | 01.10.2011
marlene
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