Großer Wintersberg (581 m)

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Großer Wintersberg (581 m)
Le Grand Wintersberg

Vogesen, Alsace (Elsaß).
Le Grand Wintersberg, wie er korrekt heißt, ist die höchste Erhebung der nördlichen Vogesen. Er erreicht mit 581 m Höhe fast die magische 600er Grenze. Steigt man dann noch auf dem 25 m hohen Aussichtsturm, genießt man unverfälschte Höhenluft.
Wie im Pfälzer Wald befinden sich auch hier die höchsten Berge am Rande des Gebirges und nicht in der Mitte. Nach Westen hin dachen die Nordvogesen dann aber sehr rasch ab und bilden eine stark zerklüftete, kleinräumige Buntsandsteinlandschaft mit endlosen Wäldern, Kegelbergen, Sandsteinfelsen, Weihern und sumpfigen Ebenen. Das rennradtaugliche Straßennetz ist in Frankreich dichter als drüben in Deutschland, da oft durch reizvolle einspurige aber asphaltierte Forststraßen ergänzt. Richtige Pässe gibt es nördlich der Zaberner Senke allerdings nur wenige zu erklimmen. Quäldich-würdig erscheinen mir aber auf jeden Fall diese beiden Wintersberg-Aufstiege, sowohl was die Länge und Höhe betrifft als auch die zu bewältigenden Steigungsprozente.
Während die Auffahrt von Niederbronn direkt auch für Plaisir-Radler geeignet ist, sollte man für das Riesthal schon ein Butterbrot mehr gefrühstückt haben. Beide Wege treffen sich auf dem Col de la Liese. Hier stehen eine Wanderhütte des Vogesenclubs (am Wochenende bewirtschaftet) und ein (leider im Krieg stark beschädigtes) gallo-römisches Felsrelief mit einer Sphinx-ähnlichen Frauenfigur – eben der Liese. Hier steht man vor der Wahl, sich mit dem Erreichten zufrieden zu geben oder noch den Schlussanstieg zum Gipfel zu versuchen. Um diesen aber dann auch in würdevoller Form zu meistern, sollte man nicht vollkommen untrainiert anreisen.
Wer in der Gegend weilt und Material für einen schnellen 1000er bei nur rund 60 km Fahrstrecke sucht, dem sei folgendes enchaînement empfohlen: Von Niederbronn die Riesthal-Auffahrt zum Wintersberg und den Normalweg zurück in die Stadt. Dann über Oberbronn nach Zinswiller, zum Col de l’Ungerthal und zurück nach Oberbronn. Wieder nach Niederbronn und erneut auf den Wintersberg, diesmal auf der Normalroute mit Abfahrt durch das Riesthal. Klingt nicht nach dem Riesenknaller, doch man bekommt auf engstem Raum viel Interessantes und Schönes geboten und wird nebenbei kaum von Autos oder Motorradhorden belästigt.
Für die Beschreibung danken wir bruchpilot Mail an Absender

Westauffahrt vom Riesthaler Forsthaus  4,5 km / 366 Hm Schön: 3 Sterne Hart: 3 Sterne

Profile und Tracks

Profil der Auffahrt Westauffahrt vom Riesthaler Forsthaus
Zusammen mit der Auffahrt zum Turm eindeutig die härteste Prüfung in den Nordvogesen (nördlich von Saverne).
Der Startpunkt unseres Vorhabens befindet sich an der Maison forestière de Riesthal direkt an der N62 (Haguenau–Sarreguemines) im tief eingeschnittenen Tal des Falkensteinerbaches (215 m). Aus Richtung Niederbronn kommend, zweigt unmittelbar vor dem Gebäude rechts das Forststräßchen zum Winterberg ab. Vorsicht beim Abbiegen wegen des hier großflächig verteilten Splitts. Der Aufstieg ist zwar durchgängig asphaltiert, könnte jedoch hier und da durchaus eine kleine Ausbesserung vertragen. Wegen des Hochwaldes bleiben die Temperaturen stets im angenehmen Bereich... zu sehen gibts dadurch unterwegs allerdings auch nicht viel.
Wir dürfen uns also voll und ganz auf unsere Kletteraufgabe konzentrieren und folgen dem Bachlauf zunächst relativ gemütlich taleinwärts. Nach etwa 1 km – bei einem kleinen Brunnen – beginnt das Sträßchen jedoch deutlich anzuziehen. Schon stecken wir mitten im steilsten Stück, welches sich nun knapp 1,5 km bei schätzungsweise 13 bis 14 % den Berghang empor zieht. Kurz nach der Durchquerung eines markanten Seitentälchens ist das Schlimmste überstanden, und es wird flacher. Einige lang gezogene Schlenker im Bereich von 8 % führen hinauf zur einzigen echten Kehre der Straße, knapp unter der bewaldeten Kammhöhe des Col du Riesthal (502 m). Fast eben geht es weiter hinüber zum Col de la Liese (513 m) und zum großen Finale.
Es sind von hier zwar nur noch etwa 500 m Fahrstrecke bis zum Gipfel, doch die verbleibenden Höhenmeter lassen nichts Gutes befürchten. Zu Recht, wie wir gleich sehen werden, denn nach dem scharfen Rechtsabzweig der Gipfelstraße geht es sofort mit soliden zweistelligen Steigungsprozenten zur Sache. Im Bereich einer leichten Linkskurve befindet sich die härteste Stelle, wo noch einmal 2 bis 3 % draufgelegt werden. Eine gediegene Grundkondition, ein kräftiger und gleichzeitig bedächtiger Wiegetritt sowie eine Übersetzung um die 39/27 sind die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Befahrung [ganz zu schweigen von der notwendigen souplesse; Anm. d. Red.].
Zum Glück hält diese „Hammer”-Passage aber nur recht kurz an, bevor das Sträßchen auf dem weiten und größtenteils waldfreien Gipfelplateau ausläuft. Ein Blick vom altehrwürdigen Aussichtsturm vermittelt eine traumhafte Rundumsicht über die Nordvogesen, die Rheinebene und den Schwarzwald. Leider bietet sich das Umfeld nicht ganz so traumhaft dar: Unzählige zerschmetterte Bierflaschen und im Gras verstreute Glasscherben weisen es unverkennbar als den Schauplatz nächtlicher Saufexzesse aus. Passt gut auf Eure Schlappen auf...
Für die Beschreibung danken wir bruchpilot Mail an Absender

Highscores

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Platz   Fahrer     Zeit                    Datum            Aktion
bruchpilot Mail an Absenderohne Zeit19.07.2008

Ostauffahrt von Niederbronn-les-Bains  6 km / 394 Hm Schön: 2 Sterne Hart: 2 Sterne

Profile und Tracks

Profil der Auffahrt Ostauffahrt von Niederbronn-les-Bains
Die Ostauffahrt zum höchsten Nordvogesengipfel beginnt tief unten in den milden Randbereichen der Plaine d’Alsace, im Zentrum des Kurstädtchens Bad Niederbronn (exakt 187 m Höhe). Hier an der Randspalte des Oberrheinischen Grabenbruchs sprudeln heiße Quellen, welche schon Kelten und Römer zu Kurzwecken genutzt haben. Darüber hinaus trifft man Mineralwasser aus der Source du Lichteneck unter der Marke Celtique immer mal wieder auch in (südwest-)deutschen Supermärkten an. Ansonsten ist Niederbronn eine Miniaturausgabe von Neustadt an der Weinstraße, jedoch von typisch elsässischem Charakter, hübsch herausgeputzt, herrlich gelegen am Fuße des Gebirges, mit einem mäßig verwirrenden Einbahnstraßengeflecht beiderseits des Falkensteinerbachs.
Im Zentrum nehmen wir kurz die Straße in Richtung Bitche, um dann nach 500 m halbrechts abzubiegen. Ein knapp 100 m langer Stich von ca. 15 % leitet hinauf ins Wohngebiet Montrouge, wir fahren stets geradeaus und erreichen alsbald den Orts- und gleichzeitig Waldrand. Kurz hinter einem Wasserbehälter gabelt sich das Sträßchen: Links geht es hinunter zur Mineralwasserfabrik (von dort kann die Auffahrt natürlich auch begonnen werden), rechts hinauf führt unser Weg Richtung Wintersberg. Die nun ansetzende Rampe schlängelt sich schier endlos die Berghänge des Durschbachtals unterhalb des Vorder- und des Heidenkopfs hinauf, um nach 4,5 km bei einem Schutzhüttchen endlich den Kamm zu erreichen. Sie ist gleichmäßig steil (5–7 %), bietet wegen des dichten Waldes nur wenig Sicht und wirkt insgesamt ein wenig eintönig (weshalb auch nur zwei Schönheitssterne vergeben werden). Nach der Schutzhütte nimmt die Steigung ab, und die holprige Trasse führt unter dem Petit Wintersberg hindurch zum nahen Col de la Liese (513 m). Details zum Gipfelaufstieg siehe Westauffahrt: 500 m Entfernung, maximal 16 % auf 200 m.
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Highscores

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Platz   Fahrer     Zeit                    Datum            Aktion
1.claudegougenheim Mail an Absender0 h 24 m 00 s21.05.2008
euphrasine Mail an Absender0 h 24 m 00 s23.04.2011
bruchpilot Mail an Absenderohne Zeit19.07.2008
schille Mail an Absenderohne Zeit13.08.2010
smk r Mail an Absenderohne Zeit19.08.2010