Grüntenhütte (1477 m)

Verstecke den Buchungsstand der quaeldich-Reisen & Events
netzathleten

Grüntenhütte (1477 m)

Alpen, Allgäu, Allgäuer Alpen, Bayern.
An der GrüntenhütteArmin Kübelbeck
Die auf 1477 m unterhalb des Gipfels des Grünten liegende Grüntenhütte ist der Endpunkt einer kleinen asphaltierten Straße. Der Grünten ragt mit 1738 m majestätisch über dem Allgäu. Etwas unterhalb des Gipfels befindet sich ein rießiger rot-weißer Sendemast. Wer schon mal im Allgäu war, hat den Grünten garantiert nicht übersehen.
Die Grüntenhütte ist wunderschön gelegen, hat humane Preise, gutes Essen und bietet sogar Übernachtungsmöglichkeiten. Von der Hütte zum Gipfel sind es zu Fuß ca. 40 min. Der Weg lohnt sich, denn – gute Sicht vorausgesetzt – die Aussicht auf das Allgäu und das Alpenvorland sind einzigartig.
Das Gebiet um die Grüntenhütte ist durch viele Skilifte erschlossen. Im Sommer geht es hier aber deutlich ruhiger zu.

Ein paar wichtige Tipps gleich vorweg: – Im Sommer, bei guter Witterung nur früh morgens oder abends fahren. Die Strecke liegt voll in der Sonne und ins Schwitzen kommt man auch so ganz gewaltig.
– Nur mit Helm und Bremsen im Top-Zustand herunterfahren. So viel Gewicht wie möglich auf das Hinterrad verlagern.
– Nur bei ausgezeichnetem körperlichem Zustand die Tour machen.
– Mit Flachland-Schaltungen, z.B. 39/23, jede Hoffnung auf „Durchfahren“ vergessen

Warum das alles? Nun, das Profil sagt zwar einiges aus – leider habe ich es erst nach meiner Erstbefahrung gefunden – aber Zahlen und Diagramme können die Wirklichkeit nur sehr eingeschränkt beschreiben. Es handelt sich hier um Extrem-Radfahren.
Als ich physisch schon ziemlich am Anschlag hinter der Kammeregg Alpe am Kammeregglift 2 vom Rad stieg, weil mir dieser Anblick des nur leicht gewundenen, nicht enden wollenden, so frech einfach den kürzesten Weg suchenden, pervers steilen und voll in der Sonne liegenden Sträßchens nun auch psychisch voll zusetzte, fragte ich mich u.a., kann man das überhaupt mit einem Rennrad schaffen bzw. wie fährt ein Profi hier hoch? Die andere Frage war: Umkehren? Die zweite Frage beantwortete ich mit nein und schob das Rad, unterbrochen von ein paar radelnden Abschnitten, weiter in Richtung Grüntenhütte. Dabei machte ich die Erfahrung, dass ich beim Radeln in diesen Steigungsabschnitten von 20 % und mehr nicht viel schneller als beim Schieben war.
Die erste Frage konnte ich erst zu Hause beantworten. Also wie würde ein Marco Pantani in der Form vom 19.7.1997, als er bei der Tour de France die Etappe nach Alpe d’Huez gewann und so – mit oder ohne EPO– den dort noch gültigen Rekord hält, die 20 % Steigung an der Grüntenhütte meistern? Seine Steigleistung und persönlichen Daten bei kreuzotter.de in das wunderschöne Java-Script eingegeben ergibt für die letzten 2 km mit 19,5 % Steigung eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 11,1 km/h bei 400 Watt Leistung bzw. einer Leistungsdichte von 7 Watt/kg Körpergewicht. Bei halber Leistung und 10 kg mehr an Körpergewicht befindet man sich als durchtrainierter normaler Mensch dann so bei 5 km/h – ein strammer Spaziergänger ist in der Ebene genauso schnell. Und 5 km/h mit einer Übersetzung zu fahren ist schwierig und grausam zugleich. Mit einer Untersetzung, wie bei einem Mountainbike, sieht es schon besser aus. Die dann höhere Trittfrequenz stabilisiert die Fahrt und spart natürlich jede Menge Kraft.

Seit 1999 wird ja bei der Vuelta der Alto de l’Anglirú des öftern ins Programm genommen. Auf 13,2 km Länge hat er „nur“ 10 % mittlere Steigung, aber zwischen Kilometer 10 und 11 sind zwei Rampen mit mehr als 20 % Steigung. Der Cuena las Cabres mit 23,6 % Steigung ist dabei die größte Herausforderung.
Und was fahren die Profis auf diesen vergleichbar kurzen, aber genauso steilen Rampen? Auf radsport-news.com kann man folgendes dazu lesen: „Die Rennräder der Fahrer werden am Sonntag mit einer Spezialübersetzung ausgerüstet. Selbst ein Fernando Escartin kam beim Training am Anglirú im Dezember nicht mit einer Übersetzung von 39x26 den Berg hinauf und musste absteigen. Kurz vor der Vuelta erkletterte er den Berg ‚gerade so‘ mit 32/23...“
Wer also etwas Anglirú-Feeling haben will oder gar für die Vuelta trainieren möchte, braucht nicht unbedingt nach Asturien.

Weitere Infos und Bilder von der Auffahrt zur Grüntenhütte gibt es bei
  • alpenrennradtouren.de. Dort heißt es:
    „Die bis zu 23 % steile Auffahrt zur Grüntenhütte dürfte auch mit guter Bergübersetzung das gerade noch mit dem Rennrad befahrbare Maximum darstellen. Trotzdem, einen Versuch ist die Auffahrt wert!“
    Für die Beschreibung danken wir quälix Mail an Absender

    Liste der Auffahrten

    Sackgasse von Kranzegg4,3 km607 HmSchön: 4 SterneHart: 5 Sterne
    Auffahrt von Wagneritz6 km870 HmSchön: 4 SterneHart: 5 Sterne

    Sackgasse von Kranzegg  4,3 km / 607 Hm Schön: 4 Sterne Hart: 5 Sterne

    Profile und Tracks

    Profil der Auffahrt Sackgasse von Kranzegg
    Kranzegg ist ein Ortsteil von Rettenberg, dem – zumindest im Allgäu – bekannten Brauerei-Dorf. Rettenberg ist das südlichste Brauereidorf Deutschlands. Zu welch merkwürdigen Superlativen manche Marketingleute doch kommen können. Klar, dass es dann auch eine Bierkönigin geben muss. Zwei Brauereien (Zötler und Engelbräu) sind hier sesshaft.
    Rettenberg hat mit seinen drei Hauptorten und 32 kleineren Dörfern – eins davon ist Kranzegg – 3800 Einwohner.
    Kranzegg liegt 11 km nordöstlich von Sonthofen und ca. 18 km südlich von Kempten. Der Startpunkt liegt, von Rettenberg bzw. Sonthofen aus gesehen, ca. 100 m vor dem Ortseingang von Kranzegg. Eine kleine Straße biegt rechts ab. Die Abzweigung ist mit „Grüntenhütte“ bzw. „Kammeregg“ gekennzeichnet und führt in die Straße mit dem Namen Kammeregg. Eine Bushaltestelle sowie ein paar Häuser mit einer kleinen Kapelle befinden sich an der Straße.
    Der Startpunkt liegt auf ca. 870 m und der Endpunkt Grüntenhütte auf 1477 m Höhe. Die 607 Hm sind auf nur 4,3 km zu überwinden, was einer mittleren Steigung von 14,1 % entspricht. Andere Quellen kommen auf etwas andere Werte (14,5 %), aber dadurch wird die Strecke auch nicht leichter oder schwerer.
    Die maximale Steigung liegt bei ca. 24 %.
    Die Straße ist in einem sehr guten Zustand. Allerdings ist bei drei Weiderosten erhöhte Vorsicht gebeten. Entgegen der Beschilderung kann man sie auch mit dem Rad befahren – wenn man einen nicht zu kleinen Winkel zu dem Rost einhält. Gleiches gilt für die Regenablaufrinnen, die schräg in der Fahrbahn sind: möglichst im steilen Winkel anfahren, v.a. bergab!

    Durch eine Wiese geht es rechts in eine längere Kurve, die schon bei den ersten Metern ganz nett ansteigt. Wer hätte je gedacht, dass 9,8 % mittlere Steigung auf den ersten 1200 m die kleinste Steigung einer Tour sein können? Die Straße geht am rechts liegenden Wald vorbei recht geradlinig weiter. Ab dem Steinbruch Halblaub – die Straße führt quasi durch den Steinmetzbetrieb hindurch – wird die Straße schon deutlich steiler. Hier sind auf den nächsten 500 m 14,4 % Steigung angesagt. Es geht nochmal durch ein kleines Waldstück, wobei der Weg etwas kurviger wird und gelegentliche kurze flachere Passagen (nur so um die 10 %) etwas Luft verschaffen.
    Hat man den Wald verlassen, erreicht man einen größeren Parkplatz, einen Ausgangspunkt für Wanderer und Radler, die sich den kleinen Prolog ersparen wollen, und Endpunkt für alle Kraftfahrzeuge. Um mit dem Rad weiter zu kommen muss man selbiges über eine Schranke heben. Es geht weiter über eine offene Wiese, bis man in den Wald fährt. Das ungleichmäßige Profil mit mittleren Steigungen um die 15 % lässt kurze Erholungsphasen noch zu, wobei man sich bei 10–12 % Steigung auch nicht so recht erholen kann. Es geht an der links liegenden bewirtschafteten Kammeregg-Alpe (1180 m) vorbei. Der Weg führt aus dem Wald heraus, und nun kommt das demotivierendste an der ganzen Tour. Man sieht den Schlepplift (Kammeregg 2) für den Skibetrieb, und quasi am Schlepplift entlang führt die Straße leicht geschlängelt über die Wiese ganz brutal mit über 20 % – ohne Erholungspassagen – hinauf. Es sind noch ca. 1,8 km bis zur Hütte, und nur die letzten 800 m geht es auf 18 % herunter.
    Wer bis hierher schon mal vom Rad runter musste – außer am Schlagbaum – kann davon ausgehen, dass er von nun an fast nur noch schieben darf. Dieser erste Kilometer der Tortur ist ohne jeden Schatten und, wenn man Pech hat, voll in der Sonne. Mittendrin kommen zwei Mini-Serpentinen, die in den Radien aber auch nicht unter die 18 % Steigung fallen wollen. Gegen Ende dieses brutalen Kilometers wird die Schlepplift-Linie nach links in den Wald hinein verlassen. Der Wald endet einige hundert Meter vor der Hütte, die man auf der Höhe des Bergrückens durch eine Fahne erkennen kann.
    Erst wenige Meter vor der Hütte hat die Quälerei dann endlich ein Ende.

    Vor der Abfahrt unbedingt die Bremsen checken und einen Helm aufsetzen. Möglichst viel Gewicht auf das Hinterrad verlagern. Bei 20 % Gefälle steigt man bei zu heftigem Bremsen ganz schnell über den Lenker ab. Man kann die Finger kaum von der Bremse nehmen. Meine Felgen wurden so heiß, dass man sie nicht mehr anfassen konnte.
    Ich bin sehr gespannt ob es einer mit dem Rennrad ohne Pause und Schieben schafft!
    Für die Beschreibung danken wir quälix Mail an Absender

    Highscores

    Highscore eintragen. Alle 19 Einträge anzeigen.
    Fahrer     Zeit                    Datum            Aktion
    Schnellste Zeit: retti89 Mail an Absender0 h 27 m 13 s20.05.2009
    Mittlere Zeit: Bergziegenmutant Mail an Absender0 h 41 m 00 s29.09.2009
    Langsamste Zeit: 0 h 51 m 20 s06.10.2011

    Auffahrt von Wagneritz  6 km / 870 Hm Schön: 4 Sterne Hart: 5 Sterne

    Wer den Grünten ab Kammeregg schon mal gefahren ist, braucht sich trotzdem nicht zu langweilen wenn er/sie mal wieder in die Gegend kommt. Dankenswerterweise gibt es ja die Variante ab Wagneritz zur Kammeregger Alpe (von dort weiter auf der Hauptroute). Diese bietet gegenüber der bekannten Hauptroute folgende Vorteile:
    1. Sie ist noch weniger begangen, befahren wird sie sowieso nur von Verrückten.
    2. Sie bietet gut 100 Hm mehr, weil der Ausgangspunkt tiefer liegt und zudem eine Zwischenabfahrt vorhanden ist.
    3. Damit der Anspruch auf eine exklusive Erfahrung gewahrt bleibt, beinhaltet diese Variante 1 km Schotter in der Zwischenabfahrt, dafür wird auf Schlagbäume, Regenrinnen und die zwingende Passage von Weidegittern verzichtet (eines kann umfahren werden).
    4. Damit man sich nicht erst langsam an die Steigungen gewöhnen muss wie auf der Hauptroute, kann man von Anfang an austesten, wie sich eine Steigung von 25 % anfühlt. So ist man gewappnet und informiert und kann den Mittelabschnitt frohen Mutes genießen.
    Wer es versuchen will, sollte in jedem Fall eine wirklich berggängige Schaltung am Rad haben und mit MTB-Pedalen und MTB-Schuhen ausgerüstet sein. Meine Empfehlung für diese Strecke ist ein MTB oder ein Crosser, auch mit dem RR ist es für manche möglich.

    Wagneritz liegt südlich von Rettenberg und ist über die Schnellstraße nach Immenstadt (Ausfahrt Immenstadt Süd) gut zu erreichen. Die Straße ist in Wagneritz, das auf 750 Metern Höhe liegt, nicht zu verfehlen.
    Man fährt am Ferienhaus Herz die kleine Straße einfach weiter. Die Steigung geht sofort in den zweistelligen Bereich, schlägt bereits nach wenigen Metern in den 20 %-Bereich aus und erreicht immer wieder Spitzenwerte von 26 %.
    Der Straßenbelag ist gut, die Kehren eng, man fährt am Nordhang, so dass man hier der Sonne weniger ausgesetzt ist, als auf der Hauptroute. Die ersten 250 Höhenmeter sind schnell zurückgelegt, weil es wenige Stellen gibt, die einen zur Ruhe kommen lassen. Erst auf 1000 Meter Höhe kommt ein flacheres Stück.
    In einer Geraden, die 3 bis 15 % aufweist, zieht man weiter nach oben, bis auf 1150 m Höhe ein nicht asphaltierter Abzweig nach links Richtung Kammeregger Alpe abgeht. Dieses meist abwärts führende Schotterstück ist mit einiger Konzentration bei trockenen Verhältnissen auch mit dem RR machbar und 1 km lang. Es mündet an der Kammeregger Alpe in die Hauptroute.
    Da eine Menge Fusstouristen hier ihren Endpunkt finden, kann man ab hier die Auffahrt relativ ungestört, wenn auch atemlos, auf der Hauptroute fortsetzen.
    Für die Beschreibung danken wir christoph Mail an Absender

    Highscores

    Highscore eintragen. Bisher keine Einträge in der Highscore. Sei der erste.
  •