VERY important message

Grüntenhütte (1477 m)

An der GrüntenhütteArmin Kübelbeck

Auffahrten

Von quälixKranzegg ist ein Ortsteil von Rettenberg, dem – zumindest im Allgäu – bekannten Brauerei-Dorf. Rettenberg ist das südlichste Brauereidorf Deutschlands. Zu welch merkwürdigen Superlativen manche Marketingleute doch kommen können. Klar, dass es dann auch eine Bierkönigin geben muss. Zwei Brauereien (Zötler und Engelbräu) sind hier sesshaft.
Rettenberg hat mit seinen drei Hauptorten und 32 kleineren Dörfern – eins davon ist Kranzegg – 3800 Einwohner.
Kranzegg liegt 11 km nordöstlich von Sonthofen und ca. 18 km südlich von Kempten. Der Startpunkt liegt, von Rettenberg bzw. Sonthofen aus gesehen, ca. 100 m vor dem Ortseingang von Kranzegg. Eine kleine Straße biegt rechts ab. Die Abzweigung ist mit „Grüntenhütte“ bzw. „Kammeregg“ gekennzeichnet und führt in die Straße mit dem Namen Kammeregg. Eine Bushaltestelle sowie ein paar Häuser mit einer kleinen Kapelle befinden sich an der Straße.
Der Startpunkt liegt auf ca. 870 m und der Endpunkt Grüntenhütte auf 1477 m Höhe. Die 607 Hm sind auf nur 4,3 km zu überwinden, was einer mittleren Steigung von 14,1 % entspricht. Andere Quellen kommen auf etwas andere Werte (14,5 %), aber dadurch wird die Strecke auch nicht leichter oder schwerer.
Die maximale Steigung liegt bei ca. 24 %.
Die Straße ist in einem sehr guten Zustand. Allerdings ist bei drei Weiderosten erhöhte Vorsicht gebeten. Entgegen der Beschilderung kann man sie auch mit dem Rad befahren – wenn man einen nicht zu kleinen Winkel zu dem Rost einhält. Gleiches gilt für die Regenablaufrinnen, die schräg in der Fahrbahn sind: möglichst im steilen Winkel anfahren, v.a. bergab!

Durch eine Wiese geht es rechts in eine längere Kurve, die schon bei den ersten Metern ganz nett ansteigt. Wer hätte je gedacht, dass 9,8 % mittlere Steigung auf den ersten 1200 m die kleinste Steigung einer Tour sein können? Die Straße geht am rechts liegenden Wald vorbei recht geradlinig weiter. Ab dem Steinbruch Halblaub – die Straße führt quasi durch den Steinmetzbetrieb hindurch – wird die Straße schon deutlich steiler. Hier sind auf den nächsten 500 m 14,4 % Steigung angesagt. Es geht nochmal durch ein kleines Waldstück, wobei der Weg etwas kurviger wird und gelegentliche kurze flachere Passagen (nur so um die 10 %) etwas Luft verschaffen.
Hat man den Wald verlassen, erreicht man einen größeren Parkplatz, einen Ausgangspunkt für Wanderer und Radler, die sich den kleinen Prolog ersparen wollen, und Endpunkt für alle Kraftfahrzeuge. Um mit dem Rad weiter zu kommen muss man selbiges über eine Schranke heben. Es geht weiter über eine offene Wiese, bis man in den Wald fährt. Das ungleichmäßige Profil mit mittleren Steigungen um die 15 % lässt kurze Erholungsphasen noch zu, wobei man sich bei 10–12 % Steigung auch nicht so recht erholen kann. Es geht an der links liegenden bewirtschafteten Kammeregg-Alpe (1180 m) vorbei. Der Weg führt aus dem Wald heraus, und nun kommt das demotivierendste an der ganzen Tour. Man sieht den Schlepplift (Kammeregg 2) für den Skibetrieb, und quasi am Schlepplift entlang führt die Straße leicht geschlängelt über die Wiese ganz brutal mit über 20 % – ohne Erholungspassagen – hinauf. Es sind noch ca. 1,8 km bis zur Hütte, und nur die letzten 800 m geht es auf 18 % herunter.
Wer bis hierher schon mal vom Rad runter musste – außer am Schlagbaum – kann davon ausgehen, dass er von nun an fast nur noch schieben darf. Dieser erste Kilometer der Tortur ist ohne jeden Schatten und, wenn man Pech hat, voll in der Sonne. Mittendrin kommen zwei Mini-Serpentinen, die in den Radien aber auch nicht unter die 18 % Steigung fallen wollen. Gegen Ende dieses brutalen Kilometers wird die Schlepplift-Linie nach links in den Wald hinein verlassen. Der Wald endet einige hundert Meter vor der Hütte, die man auf der Höhe des Bergrückens durch eine Fahne erkennen kann.
Erst wenige Meter vor der Hütte hat die Quälerei dann endlich ein Ende.

Vor der Abfahrt unbedingt die Bremsen checken und einen Helm aufsetzen. Möglichst viel Gewicht auf das Hinterrad verlagern. Bei 20 % Gefälle steigt man bei zu heftigem Bremsen ganz schnell über den Lenker ab. Man kann die Finger kaum von der Bremse nehmen. Meine Felgen wurden so heiß, dass man sie nicht mehr anfassen konnte.
Ich bin sehr gespannt ob es einer mit dem Rennrad ohne Pause und Schieben schafft!

36 Befahrungen Befahrung eintragen
Schnellste Zeit
00:27:13 | 20.05.2009
retti89
Mittlere Zeit
00:37:32 | 30.07.2017
Stueffler
Dolce Vita
00:51:20 | 06.10.2011
Freerider
Von christoph – Wer den Grünten ab Kammeregg schon mal gefahren ist, braucht sich trotzdem nicht zu langweilen wenn er/sie mal wieder in die Gegend kommt. Dankenswerterweise gibt es ja die Variante ab Wagneritz zur Kammeregger Alpe (von dort weiter auf der Hauptroute). Diese bietet gegenüber der bekannten Hauptroute folgende Vorteile:
1. Sie ist noch weniger begangen, befahren wird sie sowieso nur von Verrückten.
2. Sie bietet gut 100 Hm mehr, weil der Ausgangspunkt tiefer liegt und zudem eine Zwischenabfahrt vorhanden ist.
3. Damit der Anspruch auf eine exklusive Erfahrung gewahrt bleibt, beinhaltet diese Variante 1 km Schotter in der Zwischenabfahrt, dafür wird auf Schlagbäume, Regenrinnen und die zwingende Passage von Weidegittern verzichtet (eines kann umfahren werden).
4. Damit man sich nicht erst langsam an die Steigungen gewöhnen muss wie auf der Hauptroute, kann man von Anfang an austesten, wie sich eine Steigung von 25 % anfühlt. So ist man gewappnet und informiert und kann den Mittelabschnitt frohen Mutes genießen.
Wer es versuchen will, sollte in jedem Fall eine wirklich berggängige Schaltung am Rad haben und mit MTB-Pedalen und MTB-Schuhen ausgerüstet sein. Meine Empfehlung für diese Strecke ist ein MTB oder ein Crosser, auch mit dem RR ist es für manche möglich.

Wagneritz liegt südlich von Rettenberg und ist über die Schnellstraße nach Immenstadt (Ausfahrt Immenstadt Süd) gut zu erreichen. Die Straße ist in Wagneritz, das auf 750 Metern Höhe liegt, nicht zu verfehlen.
Man fährt am Ferienhaus Herz die kleine Straße einfach weiter. Die Steigung geht sofort in den zweistelligen Bereich, schlägt bereits nach wenigen Metern in den 20 %-Bereich aus und erreicht immer wieder Spitzenwerte von 26 %.
Der Straßenbelag ist gut, die Kehren eng, man fährt am Nordhang, so dass man hier der Sonne weniger ausgesetzt ist, als auf der Hauptroute. Die ersten 250 Höhenmeter sind schnell zurückgelegt, weil es wenige Stellen gibt, die einen zur Ruhe kommen lassen. Erst auf 1000 Meter Höhe kommt ein flacheres Stück.
In einer Geraden, die 3 bis 15 % aufweist, zieht man weiter nach oben, bis auf 1150 m Höhe ein nicht asphaltierter Abzweig nach links Richtung Kammeregger Alpe abgeht. Dieses meist abwärts führende Schotterstück ist mit einiger Konzentration bei trockenen Verhältnissen auch mit dem RR machbar und 1 km lang. Es mündet an der Kammeregger Alpe in die Hauptroute.
Da eine Menge Fusstouristen hier ihren Endpunkt finden, kann man ab hier die Auffahrt relativ ungestört, wenn auch atemlos, auf der Hauptroute fortsetzen.

3 Befahrungen Befahrung eintragen
Schnellste Zeit
Mittlere Zeit
Dolce Vita

Pässe in de Nähe

Kommentare ansehen