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Hambaum (725 m)

Ziel fast erreicht

Auffahrten

Von IntrinsicJohnny – Die Anfahrt erfolgt von Süden kommend auf der Steyrtal-Bundesstraße von Steinwänd (dort biegt sie von der B138 zwischen Klaus und Kirchdorf an der Krems, beides Orte mit Abfahrten von der A9 Pyhrnautobahn, die Linz und Graz verbindet, ab). Nach ca. sieben Kilometern erreicht man die Ortschaft Leonstein. Biegt man kurz vor der Ortseinfahrt nach rechts, gelangt man nach Molln, wo sich die einzigartige Maultrommelproduktion und das Nationalparkzentrum des Nationlparks Kalpkalpen befinden. Jeder Rennradler, der nicht in der völlig befremdlichen Dualität zwischen Rennrad und Mountainbike gefangen ist, kann sich in Molln nach Lust und Laune mit dem Mountainbike austoben; mit Fahrten tief ins größte zusammenhängende Waldgebiet Mitteleuropas (Reichraminger Hintergebirge) und an die Fußhänge des Sengsen- und des Toten Gebirges. Von Norden kommend der Steyr entlang erreicht man Leonstein der B140 folgend nach ca. 30 Kilometern südlich der Stadt Steyr.

Im Ortsgebiet von Leonstein biegt man von Süden kommend von der B140 Richtung Kirche ab. Links steht der Dorfbrunnen und rechts die alte Post und daneben das verwaiste Schaufenster des ehemaligen Greisslers. Dort befand sich auch der Startpunkt des Rennens und der Zeitnehmung für die Hambaumstraße. Der inoffizielle Rekord auf der 2,8 Kilometer langen Strecke aus dem Jahr 1987 soll übrigens um die 9 Minuten und 15 Sekunden betragen (eine EPOchale Leistung von ca. 1950 VAM, aufgestellt vom damaligen Bergmeister Österreichs).
Die ersten 200 Meter sind praktisch flach, doch schon nach der ersten Linkskurve steigt die erste Rampe zur Kirche hin (rechts gehts zum Frei- und Erlebnisbad Leonstein) ordentlich an und gibt einen Vorgeschmack auf die kommenden 2,5 Kilometer. Wer hier denkt, sich diese Distanz hinaufhechtend unter den Nagel reißen zu können, ist entweder ein wiedergeborener Anquetil oder aber nach wenigen hundert Metern mit brennend leeren Oberschenkeln konfrontiert.
Denn an der Kirche (älterer Teil 1320 im romanischen Stil erbaut und innen später barockisiert) geht es in einer steilen Rechtskehre vorbei dann in die nächste Rampe mit unvermindert zweistelligen Steigungsprozenten, an der sich rechts die erste kleine Andachtskapelle befindet. Dann folgt eine sonnige, noch steilere S-Kurve, ehe es ohne Ruhepause in den schattigen Wald hineingeht. Am Marterl (Marienandachtskapelle aus dem Jahr 1961 unter witterungsgezeichneten Buchen) hat man den ersten Kilometer vollendet und kann in der sommerkühlen Rechtskehre kurz den Druck von den Pedalen nehmen. Dort genießt man auch den ersten freien Blick ins Mollner Becken.
Sofort danach strebt die Straße wieder nach oben, vorbei an einem seit wenigen Jahren leider kahlgeschlagenen Hang, der dafür nun den Blick frei ins grad erwähnte Becken und auf den gegenüberliegenden Gaisberg mit der eindrücklichen Hangnarbe des Schottersteinbruches gibt. Es folgt eine leichte Rechtskurve, hinter der sich ca. 200 m etwas ruhigeres Gefälle befindet. Je nach Pulsfrequenz und Formkurve kann man hier beschleunigen und, sollte dem Mitfahrer die Kette beim Gangwechsel rausspringen, sogar einen mutigen Angriff wagen, oder aber man verschnauft einfach ein wenig, denn bis zur nächsten Rechtskehre geht es dann wieder einige hundert Meter dickflüssiger durch den Wald und vorbei an der Riedbergalm (nicht die im Stubaital), wo der Wanderer rasten kann und von der herauf manchmal nostalgisch-alpin Kuhglocken durch den konzentrierten Rhythmus aus Tritt und Atem dringen.
Schließlich gelangt man an die letzte wahre Kehre, eine Waldkehre, an der sich innen die Gendenktafel für den Namensgeber des zuletzt 2004 ausgetragenen Gedenkrennes, nämlich dem verunglückten Leonsteiner Alfred Priller befindet. Außen zweigt der Forstweg zur Alm, der Jägerhütte (nun in privatem Besitz – Mountainbiker aufgepasst!) und im Weiteren den Planwiesen ab, nach vorne hingegen präsentiert sich dem Radler nun eine zwar ganztägig waldschattige, dafür aber die steilste und letzlich auch herausfordernste Rampe des Hambaums mit durchschnittlich(!) 16 %.
Wird es dann endlich flacher, geht es links zu einem kleinen Parkplatz und dann auf Schotter noch einmal zu vorher genannten Destinationen. Unsere Straße öffnet den Blick jedoch in einer letzten Linkskurve auf das Sengsengebirge, die Mollner Waldberge (wie Raml, Ramsauer Größtenberg u.a.), das Mollner Becken und im Hintergrund zur Hohen Dirn und sogar noch weiter. Hier kann der Endspurt beginnen. Es sind noch ca. 300 Meter bis zur Kuppe und man kann einige Gänge hochschalten. Rechts oben sieht man bereits den Hof des Mörtlbauern. Das schmale Band der Straße windet sich vor einem sanft Richtung Hambaumstadl mit imposanter Linde, noch ein kurzer Antritt über die Kuppe, wo die Zeitnehmung endet, und dann kann man den Schwung auf Schotter gleich links nach dem Scheitel auslaufen lassen.

Nach Pulsnormalisierung oben an der Kuppe angekommen, eröffnet sich einem der Blick auf den Hambaumsattel, der sich wie eine kleine eigenständige Alm zwischen dem unbenannten Hambaumgipfel (einem romantischen Buchengrat mit Ausblick auf das Sengsengebirge – 5 min. zu Fuß, 20 Hm – lohnt sich auch mit Rennradschuhen) und dem Steinkogel auf der einen, sowie dem Plachwitz auf der anderen Seite ausbreitet. Der asphaltierten Straße entlang schweift der Blick über den Wernsgraben ins Rinnerbergerbachtal und den Damwildkogel zum Rinnerberg. Links Richtung Steinkogel gelangt man nach einstündiger Wanderung noch einmal ins Naturschutzgebiet Planwiesen, eine Art „geheimer versteckter Elefantenfriedhof“ für Botaniker mit prächtigen Bergblumenwiesen.

Links befindet sich der Hambaumstadl mit dem letzten Marienmarterl (Bildstock) und rechts geht es zum Mörtlbauern, der, wenn man höflich fragt, auch gern einmal ein Stamperl vom selbstgebrannten Obstler ausschenkt, in dem das Obst des Hambaumsattels steckt. Früher, bis in die späten 1980er, betrieb der Bauer an Winterwochenenden mit seinem Traktor auf der vereisten Hambaumstraße einen Schlittenservice, wo man sich und seinen Schlitten für 5 Schillinge pro Fahrt auf dem mit Kindern (und Kindgebliebenen) überquellenden Anhänger raufziehen lassen konnte, nur um dann die eben beschriebenen Kehren und Steilstücke halsbrecherisch wild, bremsunwillig und ebenfalls mit der Bestzeit im Hinterkopf hinunter zu stürmen. Das alles aber eine Anekdote aus einer Zeit wo es im Winter des oberösterreichischen Voralpenlandes noch viel Schnee gab und Seitenstraßen nicht gestreut und gesalzen wurden.
8 Befahrungen Befahrung eintragen
Schnellste Zeit
00:11:56 | 15.08.2013
IntrinsicJohnny
Mittlere Zeit
00:15:21 | 14.09.2011
bruale
Dolce Vita
00:17:16 | 17.06.2018
Pritzi

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