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Krstac (945 m)

Dinarisches Gebirge, Lovćen.
Die Bucht von Tivat mit dem Flughafen und der Insel Sveti Marco.
Krstac ist einer der vielen Weiler der Hochfläche um das Dorf Njeguši herum, die sich oberhalb der Bucht von Kotor (Boka kotorska auf Serbisch) auf der nördlichen Seite des Lovćen erstreckt, und die erste Ansiedlung, welche man auf dem Weg von besagter Bucht auf die Hochfläche herauf passiert. Unter dem Namen des Weilers ist der Kulminationspunkt der Straße zwischen Kotor und der Hochfläche bekannt. Tatsächlich ist dieser Übergang kein wirklicher Pass, weil die Straße kaum 100 Hm zur Hochfläche herab führt und im folgenden auch schnell wieder in Richtung des Čekanje ansteigt. Somit ist dieser Ort im Grunde genommen ein Zwischenhochpunkt auf dem Weg nach Cetinje, der alten Hauptstadt Montenegros. Auf quaeldich.de ist er aber dennoch als eigenständiger Pass aufgeführt, und das aus zwei Gründen.
Zum einen endet an diesem Übergang die fabelhafte Serpentinenstraße von Kotor herauf, die eine der dramatischsten Streckenführungen der ganzen Adria besitzt. Zum andern ist Krstac der Ausgangspunkt einer noch nicht vor allzu langer Zeit asphaltierten Nebenstrecke hoch zum Njegoš-Mausoleum, das sich fast 1700 m über dem Meer an den Gipfelgrat des Jezerski vrh (1657 m) festklammert. Diese zwei Gründe mögen genügen, um am Krstac einen Schnitt zu machen und ihn gesondert zu würdigen. Der im Mausoleum bestattete Njegoš, eigentlich Petar II. Petrović-Njegoš, wurde übrigens in Njeguši geboren. Zu ihm ist in der Beschreibung des Lovćen ein wenig mehr nachzulesen.
Die Straße von Kotor auf die Njeguši-Hochfläche wurde von 1879 bis 1884 gebaut, also während der Zeit, in der die Doppelmonarchie Österreich-Ungarn über die Länder des westlichen Balkans herrschte. Vor dem Bau der Straße gab es nur einen Maultierpfad nach oben, der heutzutage als Wanderweg benutzt werden kann. In alten Quellen wird dieser Pfad oft als „Scala di Cattaro“ bezeichnet, was zeigt, dass man früher an der Adriaküste das Italienische wegen der jahrhundertelangen Herrschaft Venedigs als Umgangssprache benutzte. Der Architekt der neuen Straße war Josip Slade, der auch für die Planungen anderer Straßen in der Gegend und einiger Bauten in Cetinje und Nikšić federführend war. In 1911 starb er mit 83 Jahren in seiner Heimatstadt Trogir.
Das Städtchen Kotor, der Ausgangspunkt der Straße, ist mehr als einen Besuch wert. Es liegt am Ufer eines der Naturwunder der Adria, nämlich der oben schon erwähnten Bucht von Kotor. Diese Bucht ist ein wie mit dem Messer aus den Steilwänden des Lovćen und des Orjen nördlich davon geschnittener Fjord, der in sich noch einmal in vier enge Becken geteilt ist. Diese „Unterbuchten“ tragen den Namen der jeweiligen Hauptorte an ihren Ufern, also Tivat, Kotor, Risan und Herzeg Novi.
Alle diese Orte sind relativ klein, aber ziemlich trubelig, und der internationale Tourismus beginnt, dort Fuß zu fassen. Kotor ist das städtebauliche Prunkstück; wegen seiner malerischen, von venezianischem Einfluß geprägten Altstadt hat man es in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen. Spaziert man durch seine Altstadt, so sieht man eher architektonische Gemeinsamkeiten mit istrischen Dörfern wie Motovun als mit anderen montenegrinischen Ortschaften wie zum Beispiel Budva weiter im Süden. Und eine der atemberaubensten Aussichten auf Kotor hat man eben von der Straße nach Krstac aus.
Eine allerletzte Bemerkung muss noch sein: Krstac ist ebenfalls der Name einer Weintraube, aus der in Montenegro Weißwein hergestellt wird. Ob der Ort und die Traube miteinander zu tun haben, wissen wir nicht. Zum Weinanbau dürfte sich die Njeguši-Hochfläche klimatisch nicht eignen.
Für die Beschreibung danken wir AP Mail an Absender

Liste der Auffahrten

Westanfahrt von Kotor19,5 km920 HmSchön: 6 SterneHart: 2 Sterne
Ostanfahrt von der Njeguši-Hochfläche3 km100 HmSchönheit nicht bewertetHärte nicht bewertet

Westanfahrt von Kotor  19,5 km / 920 Hm Schön: 6 Sterne Hart: 2 Sterne

Vom Zentrum von Kotor aus hält man sich in südlicher Richtung. Ausgangspunkt der Auffahrt ist eine große Kreuzung, an der es geradeaus in einen Tunnel geht, der nach Westen zu einer Schnellstraße führt, die Tivat mit Budva verbindet. An der Kreuzung biegt man rechts ab. Nach etwas mehr als 5 km überquert man einen niedrigen Übergang namens Trojica (290 m Höhe), von dem aus man zur südlichen Seite der Halbinsel Luštica gelangt und um den herum ein paar Häuser stehen. Bevor man den Übergang erreicht, fährt man durch eine Passage von drei überaus gleichmäßigen Serpentinen oberhalb von Kotor. Die Passage mutet ein wenig rätselhaft an, denn eine Serpentine hätte dort auch ausgereicht. Die Lösung des Rätsels gibt es einige Sätze weiter zu lesen.
Am Trojica geht es links ab. Auf einer ziemlich engen Straße ist man schon bald in einem niedrigen Buschwald unterwegs, der den Berghang überhalb von Kotor fast vollständig bedeckt. Die Steigung der Straße liegt in den meisten Abschnitten der Auffahrt moderat bei um die 5 %. Über einige Serpentinen und Kurven fährt man in nordöstlicher Richtung, so dass man sich nach einigen Kilometern wieder direkt oberhalb von Kotor bewegt.
Auf etwa 500 m Höhe angekommen, beginnt der spektakuläre Serpentinenteil. Recht kurz hintereinander folgen nun 16 Serpentinen, von denen die letzten 13 eng übereinander geschachtelt sind. Die schmale Straße, der steile Hang und die grandiosen Ausblicke über die Meeresbuchten von Kotor und Tivat und die Halbinsel Luštica dazwischen machen diese Auffahrt zu einem wirklich unvergeßlichen Erlebnis. Beeindruckend auch die Anzahl von ausgebrannten Autowracks, die von der Straße gekippt und über den Berghang verstreut sind. Ganz offensichtlich kann man auf dieser Straße nicht vorsichtig genug unterwegs sein, und nicht nur die Aussicht sorgt für ein gewisses Kribbeln im Bauch.
Von dort oben sieht man auch, dass der Serpentinenabschnitt vor dem Trojica aussieht wie ein großes M. Das ist kein Zufall, sondern war so vom Straßenplaner Josip Slade gewollt. Allerdings weiß man nicht genau, wen er mit dem M würdigen wollte. Zur Debatte stehen zwei Mädels, einmal Milena, die Frau des von 1910 bis 1918 als König über Montenegro herrschenden Nikola I., oder Marija, seine Tochter. Offensichtlich war der wackere Architekt einer der beiden Damen äußerst herzlich verbunden. Oder womöglich beiden? Was mag wohl Nikola I. dazu gesagt haben...
Auf knapp 900 m Höhe reißen die Serpentinen dann ab. Die Straße kurvt kaum ansteigend weiter in nordöstliche Richtung, wobei die Bucht langsam aus dem Blickfeld schwindet. Vor der Passhöhe ist noch ein kurzer Tunnel zu durchfahren. Oben angekommen kann man sich überlegen, ob man an den wenigen Häusern von Krstac vorbei zur Njeguši-Hochfläche hinunterfährt oder rechts abbiegt und sich weiter zum Njegoš-Mausoleum emporarbeitet. Wer die zweite Möglichkeit auslässt, ist selbst Schuld!


(Hinweis: Der Autor hat den Pass nicht mit dem Fahrrad, sondern mit dem Bus überquert. Daher gibt es bis jetzt nur eine nicht allzu detaillierte Beschreibung. Wir freuen uns jedoch auf eine ausführliche Beschreibung. Wer sie beisteuern möchte, kann hier nachlesen, wie das funktioniert.)
Für die Beschreibung danken wir AP Mail an Absender

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Ostanfahrt von der Njeguši-Hochfläche  3 km / 100 Hm Schönheit nicht bewertet Härte nicht bewertet

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