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Kühtaisattel (2017 m)

Blick von der Auffahrt zum Finstertaler Stausee auf Kühtai und die Umgebung des Passes

Auffahrten

Von Chris99 – Die landschaftlich reizvollere Strecke ist sicherlich der Aufstieg von Oetz aus. Entlang des Stuibenbachs gewinnt man durch tiefen Wald und zahlreichen Serpentinen relativ gut an Höhe. Doch die schöne Umgebung tröstet nicht über die immer steiler werdende Straße, da teilweise längere Passagen mit bis zu 16 % kräftig in die Beine gehen.
Nach etwa der Hälfte des Westanstiegs erreicht man den Ochsengarten, ein kleines Skigebiet auf ca. 1500 m Höhe. Kurz vor der Passhöhe durchfährt man die Ortschaft Kühtai, das erste große Skidorf der Nordalpen, zahlreiche Lifte starten von hieraus. Als Radler hat man dort nichts zu suchen, weshalb man sich sofort in die Abfahrt wirft. Über relativ lange Geraden erreicht man ohne die Kurbel zu drehen locker Geschwindigkeiten von bis zu 95 km/h oder mehr, und gelangt somit sehr schnell über St.Sigmund (1516 m), Gries (1238 m) und Sellrain an den Oststartort Kematen. Auf der östlichen Seite wird man sogar von drei Flüssen begleitet, nämlich dem Stockacher Bach, dem Zirm-Bach und dem Melach-Bach.

429 Befahrungen Befahrung eintragen
Schnellste Zeit
00:56:37 | 25.06.2012
valverde26
Mittlere Zeit
01:27:13 | 21.08.2016
Niklas
Dolce Vita
02:55:00 | 01.09.2009
warstein
Von Kai – Die Ostrampe des Kühtaisattels ist zwar im Durchschnitt bei weitem nicht so steil wie die Westanfahrt, doch dafür ist sie um ganze 7,2 km länger. Und auch der absolute Höhenunterschied ist um 210 Meter höher als bei der von Oetz ausgehenden Rampe. Möchte man den Kühtaisattel also aus östlicher Richtung befahren, so bietet sich als Startpunkt Kematen in Tirol (610 m) an. Kematen liegt verkehrsgünstig im Inntal, etwa zehn Kilometer westlich der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck. Am gegenüberliegenden Talhang des Inntals (von Kematen aus gesehen) liegt Zirl, gleichzeitig auch Ausgangspunkt der Südostauffahrt zum Seefelder Sattel (1185 m).
Beginn der Kühtai-Passstraße (610 m) ist die große Kreuzung am südlichen Ortsausgang von Kematen (Einmündung der Axamer Straße in die Sellrainstraße). Hier verlässt man das breite Inntal und taucht in das an dieser Stelle sehr enge Sellraintal ein. Schon recht bald nach dem Start vermitteln zwei etwa 300 m lange Schutzgalerien absolutes Hochgebirgsfeeling, obwohl wir noch nicht einmal die magische 1000-Meter-Grenze erreicht haben. Auch die Steigung beginnt recht bald hinter Kematen, von flacher Talstrecke keine Spur. Erste Ortschaft im Sellraingebiet ist die gleichnamige Ortschaft Sellrain (Kilometer 5,9) auf einer Höhe von 909 m. Der Hauptort des Tals ist recht schnell durchfahren, das Tal wird wieder etwas breiter, und man folgt dem Melachbach weiter bergauf.
Nach 11,1 Kilometern Fahrt erreichen wir Gries im Sellrain (1187 m). Hier zweigt linkerhand die Straße nach Praxmar ab, dadurch lässt auch der Verkehr deutlich nach. Dafür zeigt der Berg zum ersten Mal seine Zähne: Eine lange, steile Gerade führt schnurgerade aus der Ortsmitte von Gries den Berg hinauf. In diesem Abschnitt liegt auch die Maximalsteigung der Ostanfahrt von 16 %. Nach ca. einem Kilometer lässt die Steigung etwas nach, und sinkt wieder auf einstellige Werte ab. Hinter dem Weiler Peida (14,6 km, 1492 m) folgt dann völlig unerwartet sogar eine kleine Zwischenabfahrt (etwa 50 Höhenmeter). Diese Abfahrt kommt einem nach den Strapazen auf der Steilrampe hinter Gries gerade richtig gelegen!
Doch die Erholung ist nur von kurzer Dauer, denn hinter Sankt Sigmund im Sellrain (15,7 km, 1516 m) wartet schon die nächste Steilstelle auf uns. Sankt Sigmund durchfahren wir in einer weitgeschwungenen S-Kurve, die oben erwähnte Steigung beginnt dabei noch innerhalb des Ortes. Hier gewinnt man rasch an Höhe, bevor wir Haggen (17,2 km, 1646 m), den letzten Ort vor der Passhöhe, erreichen. Nach weiteren zwei Kilometern in einem einsamen und bildschönen Hochalpental erreicht man schließlich die Zirmbachalm (1783 m), eine bewirtschaftete Hütte. Doch der Versuchung hier einzukehren sollte man besser widerstehen, denn bis zum Kühtaisattel sind es nur noch 3,5 Kilometer, und die fahren sich besser ohne zusätzliche Pause. Als nächstes müssen jedoch noch zwei weitere Lawinenschutzgalerien (250 und 350 m lang) durchfahren werden. Vor der Passhöhe lässt die Steigung endlich nach. Die Durchschnittssteigung auf dem letzten Kilometer beträgt nur noch 4,7 %. Nach 22,7 km Bergfahrt erreicht man dann schließlich die Ortschaft Kühtai, den höchstgelegenen Skiort Österreichs.
Das Schild am Ortseingang von Kühtai ist gleichzeitig auch Hinweisschild auf die Passhöhe Kühtaisattel. Die eigentliche Wasserscheide liegt nur unwesentlich höher innerhalb der Bebauung von Kühtai. Im Sommer wirkt diese alpine Bausünde jedoch eher wie eine verschlafene Stadt im Wilden Westen um die Mittagszeit.

Auch wenn die durchschnittliche Steigung der Gesamtstrecke mit 6,2 % (verteilt auf eine Länge von 22,7 km) nicht unbedingt beeindruckend wirkt, sollte man folgendes beachten: Der Kühtaisattel fährt sich von Kematen aus sehr unrhythmisch. Wer seine Kräfte nicht richtig einteilt, wird die Länge des Passes im oberen Abschnitt unbarmherzig zu spüren bekommen. Und nicht zu vergessen: Das untere Sellrain ist nicht besonders hoch gelegen. Hier unten kann es im Sommer noch ganz schön heiß sein, so dass man an diesem Pass unter Umständen schon frühzeitig wichtige Körner verliert!
Unbedingt noch zu erwähnen wäre, dass die Ostanfahrt von Kematen ohne eine einzige Kehre auskommt. Diese Tatsache macht die Strecke bei der Abfahrt in der Gegenrichtung sicherlich zu einer der schnellsten Abfahrten in den Alpen. Doch Vorsicht: Besonders im oberen Teil muss ständig mit Kühen auf der Fahrbahn gerechnet werden, und auch deren Hinterlassenschaften sollte man bei der rasanten Talfahrt unbedingt im Auge behalten! Ein Helm ist hierbei ohnehin Pflicht! Kaum zu glauben aber wahr: Die wiederkäuenden Rindviecher halten sich sogar in den Galerien (!) im oberen Teil der Strecke auf. Der Passname hätte also von unseren Vorfahren kaum treffender gewählt werden können.

153 Befahrungen Befahrung eintragen
Schnellste Zeit
01:09:20 | 04.09.2009
Bergschnellfahrer
Mittlere Zeit
01:44:00 | 19.06.2014
Sonntagsradler_7
Dolce Vita
04:30:00 | 28.06.2002
Wiegand Thomas
Von stb72 – Die dritte Variante zum Kühtai führt über den steilen Silzer Sattel und ist die schwerste!
Die Anfahrt ist allerdings wie z.B. bei der Nordanfahrt zum Galibier zweigeteilt und somit kein permanenter Anstieg. Nach den ersten gut 1000 Hm über den Haimingerberg folgt zunächst eine 2 km lange Abfahrt, und man verliert ca. 140 Hm, bevor man dann in Ochsengarten 1,5 km vor dem Steilstück auf die Westanfahrt von Oetz einmündet, mit der man dann die letzten ca. 450 Hm gemeinsam zurücklegt.

Zwar kein klassischer durchgehender Passanstieg, ist diese Möglichkeit nicht nur die anspruchvollste nach oben, sondern ist im Bereich des Haimingerberges auch deutlich verkehrsärmer als die manchmal doch etwas überlaufene Standardroute über den Kühtaisattel.

60 Befahrungen Befahrung eintragen
Schnellste Zeit
01:02:34 | 12.08.2012
valverde26
Mittlere Zeit
01:34:25 | 01.10.2009
tdfcb99
Dolce Vita
01:57:00 | 03.08.2010
stormfighter
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