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Les Agites (1558 m)

Blick aus der Steilwand.

Auffahrten

Von helmverweigerer – Diese Auffahrt könnte man leicht unterschätzen, da man denkt, dass die Passhöhe nur auf 1558 m liegt. Schaut man sich aber die nackten Zahlen an (1113 Hm, 13 km, durchschnittliche Steigung knapp 9 %), sieht man, dass sie härter ist als zum Beispiel die Westauffahrt des Nufenen. Zudem hat es bei dieser Auffahrt noch ein paar Flachstücke, so dass man sich die Höhendifferenz in einigen ganz ruppigen Steigungen erkämpfen muss.
Doch der Reihe nach: Startet man in Aigle, fährt man zuerst Richtung Lausanne und sucht die Wegweiser Richtung Yvorne. Wichtig ist hier, nicht dem gelben Militärstraßenschild nach Hongrin zu folgen, denn der Verkehr zu dem auf der östlichen Seite des Passes gelegenen Militärgebiet wird über den Col des Mosses geleitet. In Yvorne folgt man der Straße Richtung Corbeyrier. Man befindet sich hier in einem Rebberg, und die Sonne brennt hier unbarmherzig, es kann also sehr heiß werden. Glücklicherweise gibt es auf den ersten Kilometern dieser Auffahrt unzählige Brunnen mit klarem Quellwasser.
Wie gewohnt in den Rebbergen steigt die Straße hier unmittelbar Ausgangs Yvorne mit zweistelligen Steigungsprozenten. Die Straße windet sich sehr schön in einigen Serpentinen den Rebberg hinauf, und trotz der Steigung lassen sich die imposanten Berge der Walliser Alpen hinter dem Rhoneknie und die Ausläufer der Haute-Savoie am Ufer des Lac Léman (Genfer See) bewundern.
So kämpft man sich empor und erreicht ein Waldstück, welches jedoch nur wenig Schatten spendet. Hier flacht die Straße etwas ab und führt nach knapp 4 km durch das Dorf Vers-Cort, wo sich wieder zahlreiche Brunnen befinden. In einem langen Bogen führt die Straße nun wieder Richtung Rhonetal, nach einer scharfen Rechtskurve geht es dann aber wieder sehr steil bergauf, und man sieht weit über sich den Mont d'Or (2175 m). Nun folgen zwei sehr steile Kilometer durch bewaldetes Gebiet und nach sechs Kilometern befindet man sich in Corbeyrier auf 920 m. Hier fährt man einfach immer geradeaus (es gibt keine Straßenschilder, welche auf den Pass hindeuten), und so erreicht man bei einigermaßen flachem Straßenverlauf einen zweiten Dorfteil mit einem großen, dominanten Haus, welches wohl ein Hotel ist. Heimtückisch führt die Straße recht flach um dieses Haus herum, doch was einen dahinter erwartet, ist ziemlich heftig: Eine brutal steile Rampe mit Steigungsprozenten gegen 20 %. Die schlechte Nachricht: Die Steigung lässt zwar etwas nach, doch bis zur nächsten Ortschaft (Luan) bleibt sie im deutlich zweistelligen Bereich.
Besagtes Luan ist nach etwa neun Kilometern erreicht und präsentiert sich lediglich als Ansammlung einiger Häuser, hat aber einen Brunnen und ein Restaurant zu bieten. Zudem ist die Straße hier wieder recht flach, so dass man sich etwas erholen kann. Man hat außerdem bereits die Höhe von 1220 Metern erreicht, es bleiben also nur noch etwa 300 Hm. Doch kurz außerhalb Luan geht es wieder richtig zur Sache, bis man nach 11 km das Schild erreicht hat, welches den Verkehr durch den nur einspurig befahrbahren Tunnel zeitlich regelt. Die Durchfahrtszeiten sind auf einem der Bilder erkennbar. Als Radfahrer ist es sicher möglich, diesen Tunnel auch bei Gegenverkehr zu meistern. Nicht entgehen lassen sollte man sich aber einen Blick vom Picknicktisch, welcher hier installiert wurde. Unter sich sieht man das Ende des Rhonetals und den Lac Léman: eine tolle Aussicht.
Der Tunnel ist problemlos befahrbar. Er ist zwar unbeleuchtet, es wurden aber in kurzem Abstand Löcher in die Wand geschlagen, welche ausreichend Licht spenden. Der Zweck des Tunnels ist die Passage einer imposanten Steilwand; auch hier hat man immer wieder eine tolle Aussicht. Für die Befahrung des Tunnels sollte man einige Zeit einrechnen, denn auch hier müssen immer wieder steile Rampen gemeistert werden.
Nach dem etwa einen Kilometer langen Tunnelstück ändert sich die Landschaft abermals. Man hat nun die Passhöhe fast erreicht, und es herrscht hier eine liebliche Weidelandschaft am Fuße von schroffen Felsformationen vor, und immer wieder hat man eine tolle Aussicht auf den Genfer See. Der letzte Kilometer verläuft nun fast flach, und irgendwann hat man den höchsten Punkt erreicht und somit eigentlich auch die Passhöhe. Man sollte es sich nicht nehmen lassen und hier etwas Zeit verbringen, um die Ruhe und die schöne Aussicht zu genießen. In dieser Form hat der Autor das auf Schweizer Pässen an einem Sonntag noch nicht oft erlebt.
Insgesamt vereint diese Auffahrt alles, was das Rennradfahrerherz begehrt: Man startet in den Reben, durchfährt Nadelwälder, furchteinflößende Felswände, Weidelandschaft, Serpentinen, bekommt tolle Aussichten, steile Rampen und eine große Höhendifferenz geboten, und all das bei wenig Verkehr. Von der Härte her ist die Auffahrt knapp am fünften Stern vorbeigeschrammt. Für den Autor eine der schönsten Auffahrten in der Schweiz.
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Schnellste Zeit
01:07:29 | 20.08.2016
Kosa
Mittlere Zeit
01:32:00 | 26.08.2012
bernalm
Dolce Vita
02:03:34 | 17.04.2008
timoamberger
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