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Martelltal (2088 m) Val Martello, Plimabrücke am Paradies, Enzianhütte, Rifugio Genziana

Der zugeschneite Speicher.

Auffahrten

Von Renko – Diese anspruchsvolle Auffahrt beginnt in der kleinen Vinschger Ortschaft Goldrain (Coldrano), 19 km westlich liegt Prad und die Nordrampe zum Stilfser Joch und Sulden. 13 km nach Osten beginnt der in nordwestliche Richtung führende Aufstieg ins Schnalstal.
Zuerst überquert man die Trasse der Vinschger Bahn. Sie war einst als durchgehende Verbindung von Meran nach Landeck geplant, der Erste Weltkrieg und die anschließende neue Grenzziehung beendeten jedoch diese Hoffnung. Anfang der achtziger Jahre stillgelegt, wurde die Bahn 2005 wieder in Betrieb genommen und ist zu einem großen Erfolg geworden (die Mitnahme von Fahrrädern ist erlaubt).
Dann fährt man durch die winzige Ortschaft Morter in das Martelltal hinein, und kurz danach beginnt eine Serie von Serpentinen bei einer Steigung von teilweise über 10 Prozent. Bald danach erreicht man dann die einzige größere Ortschaft: Martell. Bei Wunsch kann man durch das Dorf fahren, sonst bleibt man auf der weiterhin steilen Umfahrung.
Oberhalb Martell lässt die Steigung nach, und man erreicht Sankt Maria in der Schmelz (einer meiner liebsten Ortsnamen). Die ordentlich asphaltierte Strasse bietet Platz für zwei Pkw. Hinter Sankt Maria ist eine Talstufe von rund 300 m zu überwinden und auf der schmalen steilen Strasse wird die Stufe nur mühevoll besiegt.
Man erreicht danach den Zufritt-Stausee auf 1850 m Höhe und dementsprechend flacht die Strasse ab, ehe sie unterhalb des Ziels mittels enger Serpentinen und einer Steigung von 14 % die letzte Talstufe überwindet.
Die geschotterte Weiterfahrt zur Zufallhütte (2265 m) ist in der weißen Jahreszeit nicht befahrbar. Nach der Zufallhütte beginnt das Seitental zur Madritschscharte und Sulden.
Gemessen an rein subjektiven Gefühlen bekäme diese Auffahrt sieben Härtesterne, denn sie war für den Autor die erste richtige Auffahrt 2007. Die Straße hat, wie alle Südtirolkenner wohl schmerzhaft wissen, einen beträchtlichen Höhenunterschied. Die Auffahrt ins Martelltal lässt sich etwa mit derjenigen ins Schnalstal vergleichen, wenngleich sie in den Rampen etwas steiler als ihre „Ötzi-Schwester” ist.

Die Bilder verraten ja die Tatsache, dass diese Auffahrt nicht in der Sommerzeit stattfand, obwohl Rennradfahren ja klar eher etwas für die sonnigen warmen Jahreszeiten ist. Wer aber das Glück hat, in Alpennähe zu wohnen, kann die Berge auch zu anderen Zeiten bei anderen Bedingungen sehen und erleben. Für mich sind die Touren bei untypischen Bedingungen irgendwie diejenigen, die länger in Erinnerung bleiben, so z.B. eine eisige Abfahrt durch vereiste Tunnel am Stilfser Joch im Juni, oder die Bekanntschaft mit den Unwettern im August 2005 auf dem Col du Glandon, oder auch der Maloja als erste Winterauffahrt sechs Monate später.
Dieser 5. April 2007 an der Alpensüdseite war auch ein untypischer Tag. Zwar sonnig, waren die Temperaturen wegen eines Kaltlufteinbruchs noch recht tief. Durch den Nordföhn hatten sich die Temperaturen im Vinschgau bereits deutlich erhöht, aber pro 100 Höhenmeter mehr wird es ein Grad kälter. Die steile Rampe unterhalb des Zufrittsees lag im Schatten und war trotz der Anstrengungen richtig bitterkalt. Weiter oben mit Sonne mal wieder wärmer, dann wieder kälter. Die Abfahrt gehört zu den Angelegenheiten, die rasch in Vergessenheit geraten sollten, wo auch sie wohl hingehören...

Dieses Tal ist wirklich sehr speziell und ohne Einschränkung empfehlenswert. Es gibt aber einen Schatten am Horizont: Das Thema Ausbau des Skigebiets Sulden kommt immer wieder auf, und da ist das Madritschtal betroffen und somit auch der obere Teil des Martelltals. Bleibt nur zu hoffen, dass die Bürger der Talschaft den Wert ihrer unberührten Heimat nicht vergessen.
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