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Miex (1080 m) Lac de Taney

Dunst im Rhônetal

Auffahrten

Von Renko – Die Auffahrt beginnt als Abzweig der Hauptstraße 21 zwischen den Orten St. Gingolph und Monthey. Am besten folgt man den Hinweisschildern nach Miex. Es gibt allerdings eine knackige Abkürzung, die links eines Baches beginnt und parallel zu diesem hinauf führt.
Dann geht es auf einer relativ schmalen Straße ziemlich spannungsarm meist im Wald hinauf. Wo der Wald sich öffnet, gibt es schöne Blicke auf die andere Talseite, und zwar auf den Dent de Morcles oberhalb der oben erwähnten Rionda. Zudem war hier selbst anfangs November recht viel Sonnenschein, zu dieser Jahreszeit und hinsichtlich des weiteren Verlaufs der Auffahrt sehr willkommen.
Die erste Siedlung ist eigentlich auch die letzte. Miex hat mindestens ein Restaurant. Hinter dem Dorf befindet sich nach acht Kilometern ein Parkplatz.
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Von Renko – Der Sinn des Besuchs dieser Auffahrt war herauszufinden, ob das Bergsträßchen ab Miex bis zum See Taney mit dem Rennrad befahrbar ist.
Gleich hinter dem Parkplatz beginnt die lediglich für 4x4-Fahrzeuge befahrbare Straße. Das erste Teilstück gehört zu den technisch anspruchsvollsten Unterfangen, die ich je in Angriff genommen habe. Das Sträßchen ist extrem schmal und bietet Platz für ein Auto und sonst nichts mehr. Dann ist der mittlere Teil wegen Splitt komplett unbefahrbar. Die Straße hat aber auch eine sehr ausgeprägte, nach außen gewölbte Form, so dass man rechts in eine tiefe Wasserrinne, links in den Abgrund gesteuert wird. Dies macht das Vorwärtskommen enorm schwierig. Zudem sind nicht beide Autospuren immer splittfrei, so dass man unterwegs gelegentlich gezwungen wird, auf die andere Spur zu wechseln. Das ganze wird mit einer Durchschnittssteigung von ca 16 % geschmückt“.
Vor der ersten Kurve muss der Rennradfahrer absteigen, denn hier besteht die Straße auf kurzer Distanz nur noch aus loser Erde. In der Kurve beginnt wieder die Asphaltierung.
Zwischen der ersten und der zweiten Kurve ist die Straße größtenteils fahrbar. Dennoch liegt die durchschnittliche Steigung knapp über 20 %.
Kurve zwei selbst ist höllisch steil, bis zur dritten Kurve kann man ein bisschen aufatmen. Ab Kurve drei dann bei einem Rastplatz ein Hauch von 30 %. Es klappt dank der hier passablen Asphaltierung, dann ist der Belag wieder weg und die Straße wieder unbefahrbar.
Offenbar hatte man vor sehr vielen Jahren die gesamte Bergstrecke geteert. Die Löcher werden heute leider nur sehr primitiv aufgefüllt mit zu viel Splitt. Das Resultat ist, dass die Straße oft nur wegen des Splitts unbefahrbar wird. Sie erinnert an keine andere Straße in der Schweiz. Am ehesten an eine ähnlich schmale und desolate Bergstraße in der Lombardei, die Alpe Rossombolmo südlich von Domodossola, die mit ähnlicher Steigung und teils archaischer Asphaltierung sich dem Radler kompromisslos in den Weg stellt.
Zurück zur Schweiz. Die großen Probleme beginnen nach der vierten Kurve. Von hier bis zur nächsten Kurve hat man das wohl steilste Teilstück. Bedauerlicherweise kann ich den Kampf aber wegen des desolaten Zustands der Straße nicht aufnehmen, und muss das Fahrrad an der Schulter hängend per Fuß nach oben bewegen.
Ab der sechsten Kurve ist es nicht mehr so schrecklich steil und splittbedeckt. Von hier bis zum Ende der Auffahrt am Col geht es wieder im Sattel. Aber auch hier bei teilweise über 20 % Steigung.

Fazit: Ich war, Anfang November im feuchten Herbst, nicht ein paar Wochen zu spät, sondern um die dreißig Jahre, denn mit einem ordentlichen Belag wäre ich im Sattel oder eher im Wiegetritt hochgekommen. Manchmal dreht sich das Rad der Zeit wohl rückwärts. Aber immerhin, auch wenn diese Entdeckungsreise nicht erfolgreich endete, ist eine Auffahrt ohne sicheres Resultat stets eine spannende, abenteuerliche Angelegenheit.
Hinter dem Pass war nichts mehr mit der sonnigen Auffahrt. Zu dieser Jahreszeit hat sich die Sonne vom Lac de Taney verabschiedet, so dass alles frostigweiß war. Von der märchenhaften Atmosphäre im Sommer keine Spur mehr.
Zurück in Zürich, messe ich die Entfernungen von Kurve zu Kurve mittels einer Landkarte 1:25000 gegen den Höhenunterschied. Die Resultate kann ich kaum glauben. Vom Anfang bis zur ersten Kurve lag der Wert bei durchschnittlich 16 %. Aber danach bis zum Ende lag der Durchschnitt stets über 20 %, Spitze zwischen der vierten und fünften Kurve mit 27 %. Das ist ein Durchschnitt, der nur an den Auffahrten zur Malga Palazzo im Trentino oder zum Schloss Rafenstein oberhalb von Bozen erreicht wird. Nur schade, dass diese wohl einmalige Schweizer Straße für Rennradler nicht mehr richtig befahrbar ist.
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