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Monte Tuttavista (720 m)

Blick auf den Monte Tuttavista.

Auffahrten

Von bruchpilot – Das Tourismuszentrum Orosei befindet sich auf halben Weg zwischen den Kabribikstränden um San Theodoro, Buddoni oder La Caletta und der berühmten Steilküste bei Cala Gonone. Nicht direkt am Meer gelegen, ist das Städtchen im Sommer zwar immer gut besucht, jedoch nie überfüllt, und am kilometerlangen Sandstrand wird man wohl auch in der Hochsaison ein ruhiges Plätzchen finden. Das Hinterland ist nicht zersiedelt und immer noch angenehm landwirtschaftlich geprägt. Von spanischen Verhältnissen mit Hotelburgen, Ferienresorts und ähnlichem Wildwuchs ist die Ecke zum Glück (bislang) verschont geblieben.
Vom Ortszentrum, welches sich praktisch auf Meereshöhe befindet, folgt man der gut ausgebauten SS125 in Richtung Dorgali nach Süden. Es geht leicht bergan, das Städtchen bleibt zurück und idyllisches Grün umfängt uns. Nach 3 km Fahrt durch die Obst- und Olivenhaine am Fuße des Tuttavista zerreißt ein ausgedehntes Steinbruchgelände den Frieden und die Harmonie der Landschaft. Es ist Marmor, der hier gewonnen wird, und die Straße führt gratartig mitten durch das Abbaugebiet. Rechts und links hat man interessante Einblicke in tiefe Löcher, in denen gewaltige Steinblöcke z.T. mit diamantbesetzten Stahlseilen aus dem Berg geschnitten werden.
Nach etwa 4,5 km ab Orosei heißt es aufpassen! In einer markanten Linkskurve der Straße, bei den Gebäuden von Euromarmi, biegt man rechts in eine staubige Werksstraße ab, die nun deutlich steiler durch ein kleines Gewerbegebiet aufwärts führt. Man lässt es jedoch bald hinter sich und folgt dem nun einspurigen Fahrweg in Wellen hinauf zur Berglehne (insgesamt 1,7 km vom Abzweig). War die Strecke bislang unter „Warmfahren“ zu verbuchen, wird es jetzt spannend...
Am Hinweisschild zum Monte Tuttavista biegen wir erneut rechts ab, passieren ein Tor und dürfen sofort auf dem rauen Asphalt des Fahrweges kämpfen. Während der nächsten 1200 m klettern wir in schönem mediterranen Kiefern- und Steineichenwald 140 m in die Höhe, und das nicht gleichmäßig, sondern mit einigen, teilweise beeindruckenden Sprüngen. Nach einer üblen Rampe im Grund eines Dells führt das Sträßchen nach links heraus in den freien, felsdurchsetzten Steilhang und bleibt – damit wir die traumhafte Aussicht und das Gefühl der saugenden Tiefe auch gebührend genießen können – für fünfhundert Meter fast eben. Danach zieht unser Weg wieder an, und mit Erreichen der nächsten Haarnadelkehre startet nun endgültig das Finale furioso. Man darf wohl wirklich das Prädikat „einmalig“ bemühen: auf den nächsten 1800 m erklettern wir nochmal 220 Höhenmeter, bewegen uns dabei stets zwischen 10 und 15 % und passieren in rascher Folgen noch zweiundzwanzig (!) Kehren.
Bei so viel harter Arbeit wird man kaum Augen haben für die landschaftlichen Schönheiten des Anstiegs, insbesondere nicht für das gewaltige Felsenfenster Pedra Istampada (kleines Holzschild in einer Linkskehre nach ca. der Hälfte der Auffahrt). Vermutlich ziemlich ausgepumpt erreicht man das Ende des Asphalts und den Parkplatz unter dem Gipfel, von wo aus schön angelegte Pfädchen mit Holzgeländern zum höchsten Punkt führen.

8 Befahrungen Befahrung eintragen
Schnellste Zeit
00:51:00 | 10.06.2015
Passjäger
Mittlere Zeit
01:03:37 | 27.06.2018
eggerch
Dolce Vita
01:07:00 | 12.05.2016
Wassertrinker
Von bruchpilot – Das Städtchen Galtelli liegt im Verein mit seinen Nachbardörfern Loculi, Irgoli und Onifai in einer wunderschönen kesselartigen Talweitung an den Ufern des Fiume Cedrino. Durch die knapp 800 m hohen Steilhänge des Monte Tuttavista und eine enge Basaltschlucht vom Baderummel an der Küste abgeschirmt wirkt dieser Winkel noch vollkommen ursprünglich. Es gibt Oliven, Gemüse, ein bisschen Wein, der Fluss plätschert träge durch die grüne, schilfbestandene Aue – die Sarden sind hier weitgehend unter sich. Galtelli ist ein Hauptschauplatz von Grazia Deleddas nobelpreisgekrönten Romans Canne al vento (von 1926, auf Deutsch „Schilf im Wind“), der das traditionelle, fast archaische Leben eines alten Knechts und seiner verarmten Herrinnen schildert. Nicht unbedingt flüssig zu lesende, leicht verdauliche Kost, aber für Sardinienliebhaber trotzdem ein Must have... in der Ortsmitte hat man der Dichterin ein kleines Museum gewidmet.
Den Startpunkt für unsere Auffahrt zu finden ist nicht ganz leicht. Eine sichere Variante: Am östlichen Ortsausgang (d.h. Fahrtrichtung Orosei) zweigt am Albergo Bellavista die Via Nonnu Marras von der SS129 ab. Es geht auf mäßigem Belag durch die Randlagen des Städtchens hoch zum Friedhof. Ab dort wird die Straße besser und breiter, heißt nun Via San Pietro und führt in einem weiten Rechtsbogen noch knapp 300 m leicht aufwärts bis zu einer Kreuzung oberhalb von Galtelli. Hier geht es nun links (Süden) in ein schmales Sträßchen, welches in einigen Kehren die Westhänge des Tuttavista empor klettert und nach etwa 4 km, am Abzweig der Gipfelstraße (Schild, Tor), mit der Auffahrt von Orosei zusammen trifft. Landschaft und Ausblicke sind traumhaft und da diesmal auch kein Steinbruch die Idylle trübt, werden hier insgesamt fünf Schönheitssterne vergeben.

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