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Murgtal (1100 m)

Alpen, Glarner Alpen, St. Gallen.
noch ein Blick zurück.
Das Naturschutzgebiet Murgtal kennt als Radfahrer wahrscheinlich keiner, ist es doch klein und versteckt an der Südseite des Walensees – hier fährt man in der Regel einfach vorbei. Bei der radlosen Fraktion ist das Gebiet oben bei den drei Murgseen jedoch ein echter Geheimtipp, und der Blick auf eine alte Wanderkarte mit einem engen Serpentinensträßchen hatte sich im Unterbewußtsein festgesetzt, so dass ein Versuch hier nur eine Frage der Zeit war.
Im Murgtal ist die Natur vor allem oben noch relativ unberührt. Bekannt ist die Gegend u.a. für alte Arvenwälder bei den Seen und Edelkastanienbewuchs weiter unten. Während der Auffahrt entlang des wilden Murgbachs sieht man auch von links und rechts einige Wasserfälle in die Tiefe stürzen. Der Steilhang ist bereits ab unten übersät mit großen Felsbrocken und Findlingen, was auf häufigere Felsstürze in der Geschichte des Tales schließen läßt.
Die Befahrung bis oben (die Seen liegen auf etwa 1800 m Höhe) ist leider mit dem Renner nicht möglich, der Asphalt endet bereits bei ca. 1100 m. Ab hier kann man (mit viel gutem Willen) eine steile Schotterpiste noch knapp 2 km befahren, bevor nach Meinung des Autors Schluss ist – leider.
Trotzdem sind es einige sehr lohnenswerte Höhenmeter in einsamer Natur (bis auf die vereinzelten Wanderer, die die Mautstraße befahren). Der Serpentinen-Steilhang mit seinen 16 Kehren ist ein echtes Highlight, das man in dieser Form nicht so häufig findet.
Für die Beschreibung danken wir stb72 Mail an Absender

Liste der Auffahrten

Nordanfahrt von Murg7,9 km650 HmSchön: 4 SterneHart: 3 Sterne
Weiterfahrt bis Parkplatz 21,5 km160 HmSchön: 3 SterneHart: 4 Sterne

Nordanfahrt von Murg  7,9 km / 650 Hm Schön: 4 Sterne Hart: 3 Sterne

Die Straße beginnt in Murg auf ca. 450 m Höhe direkt am See, das Tal und die Seen sind ausgeschildert. Im unteren Teil bis knapp 600 m gibt es zwei Varianten, danach führt nur noch ein Weg nach oben.
Kommt man von Walenstadt her, nimmt man die Ausfahrt rechts nach Murg, und nach einigen Metern durch das Dorf sieht man die Ausschilderung, die nach links in Richtung Tal führt. Für die ersten 1,5 km durch das Ortsende hindurch führt die Straße bei 7–10 % zuerst kurz über den Murgbach und dann mit drei Kehren aus dem Ort hinaus. Nach einer ganz kurzen Steilrampe bei den letzten Häusern wird es fast eben, und wir queren den Bach (hier kurzer Abstecher zu einem Wasserfall möglich) und gelangen an die Kreuzung zur anderen Variante von unten (2 km, 590 m).
Ab hier folgen 500 steile Meter bei bis zu 11 %, bevor die Straße flach ins malerische Tal durch Wiesen hindurch hinein führt. Nach knapp 4 km auf 720 m Höhe erreichen wir schließlich eine Mautstelle (8 SFr), was für den Velofahrer natürlich nicht gilt (hier auch Verpflegungsmöglichkeit).
Jetzt beginnt der Steilhang, der mit 16 Kehren das enge Tal hinauf führt, den Bach immer zur Linken. Die Kehren verlaufen aus Platzgründen sehr schräg am Hang, was eine höhere Steilheit als bei üblichen Serpentinen zur Folge hat. Nach der Mautstelle folgt zuerst eine Gerade, die sich von 8 % langsam bis auf 13 % am Beginn der Kehren steigert. Diese erwartet man dann auch sehnsüchtig in der Hoffnung auf nachlassende Prozente – wie gesagt ein Irrtum. Bei permanent zwischen so ca. 10 bis 14 % (ganz vereinzelt auch nur 8–9 %) schlängeln sich die Kehren durch die zahlreichen Felsklötze durch den Wiesenhang nach oben, aufgrund der Engstelle sehr gleichmäßig. Wenn die Serpentinenpassage vorbei ist, bleibt die hohe Steigung noch für einige hundert Meter konstant, bis das Tal eben wird und sich etwas weitet. Nun auf ca. 1075 m Höhe bei Kilometer 7 zeigt sich ein Hochtal mit Wiesen, kleinem See und einigen verstreuten Häusern.
Nach 900 flachen Metern schließlich endet der Asphaltbelag auf ca. 1100 m Höhe. Ab hier führt eine Schotterstraße weiter zu zwei Parkplätzen. Die Hoffnung, vielleicht doch zu den Seen zu gelangen, war Grund genug, einen Versuch zu starten (s. gesonderte Beschreibung).
Im Prinzip ist hier jedoch Schluss für den Rennradfahrer, man sollte sich eine so schöne und anstrengende Auffahrt nicht durch Schottersteilrampen verwässern, die ohnehin nicht zum Ziel führen (zumindest wenn man es im voraus weiß).

Da wahrscheinlich trotzdem fast alle hier vorbeiradeln sag ich es einfach nochmal: das Murgtal ist einen Abstecher wirklich wert, man wird es nicht bereuen!
Für die Beschreibung danken wir stb72 Mail an Absender

Highscores

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Platz   Fahrer     Zeit                    Datum            Aktion
stb72 Mail an Absenderohne Zeit01.06.2008
muskulus Mail an Absenderohne Zeit12.09.2009
drRex Mail an Absenderohne Zeit20.08.2009

Weiterfahrt bis Parkplatz 2  1,5 km / 160 Hm Schön: 3 Sterne Hart: 4 Sterne

Zuerst ein kurzes Wort zum Belag: Der ist aufgrund der plattgefahrenen Fahrspuren ganz gut und stellt bis auf die Steilheit bergauf kein größeres Problem dar – die Rückfahrt ist aber nicht wirklich schön.
Ab dem Ende des Asphalbelages auf 1100 m Höhe führt die fein geschotterte Straße weiter zuerst ca. 500 m zum Parkplatz Nr. 1 auf ca. 1150 m Höhe. Nach flachem Beginn erreicht sie immer steiler werdend kurz vor dem Parkplatz ca. 16 % und bleibt auch entlang des Parkplatzs immer über 10 %.
Am Ende des Parkplatzes ändert sich der Belag, und man sieht Rasengittersteine (!) in den Fahrspuren, das ist mir bei einer Bergstraße nun auch noch nie begegnet. Egal, wenigstens ist die Gefahr des Durchdrehens gebannt. Weiter gehts noch für 500 bis zu 18 % steile Meter hinauf, wobei die Gittersteine nur bei den zwei steilsten Stellen verlegt sind. Danach noch einige hundert flachere Meter bis zum zweiten Parkplatz auf ca. 1260 m Höhe.
Ab hier ist schließlich Fahrverbot für Autos, so dass die schön plattgefahrenen Fahrspuren nun auch aufhören, was zumindest für mich auch das Ende bedeutet hat. Die Steigung nimmt hier auf für kurze Rampen über 20 % zu, so dass die Weiterfahrt sinnlos ist, und das freudig erwartete Berggasthaus (geöffnet) bei den Murgseen war somit nicht zu erreichen. Dies ist mit dem Rennrad sowieso hoffnungslos, wie das Bild ganz unten links bestätigt :schweizbilder. Das fährt wohl keiner mehr.
Wer mal Rasengittersteine bei 18 % bergab fahren will, muss diese Auffahrt natürlich noch machen (gute Massage), alle anderen schonen lieber Beine und Material, da der Weg ja leider nicht bis ans gewünschte Ziel führt. Der 4. Härtestern bewertet die gesamte Strecke.
Für die Beschreibung danken wir stb72 Mail an Absender

Highscores

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Platz   Fahrer     Zeit                    Datum            Aktion
stb72 Mail an Absenderohne Zeit01.06.2008
drRex Mail an Absenderohne Zeit20.08.2009