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Narices del Teide (2107 m)

Narices8.

Auffahrten

Von AP – Eines vorab: Eine Auffahrt zu finden, die so lang ist und dabei so wenig Richtungswechsel hat (eigentlich nur fünf), ist bestimmt nicht einfach. Schwer zu fahren ist sie dafür nicht, falls man der Hauptstraße folgt, denn die Steigung bleibt größtenteils im Bereich von 5 bis 6 %. Leider ist der Asphalt (Stand 2016) über weite Strecken extrem holprig. Bergan merkt man davon nicht so viel, bergab kann man sich ein gepflegtes Rütteltrauma einfangen. Deswegen ein kleiner Ratschlag: Lieber über den Alto del Retamar an die Küste abfahren, auch wenn dies bedeutet, die drei Kilometer Schlaglöcher bis zur Boca de Tauce mitnehmen zu müssen.

Man startet in Costa Adeje an der Avenida de Bruselas. Die Straße ist nicht zu verfehlen, sie ist mehrmals ausgeschildert und der große Teil der großen Hotelkästen von Costa Adeje steht an ihr. Man fährt in Richtung Fañabé zur Autobahn hoch und dann ab einem Kreisel unterhalb von Adeje an der Hangseite der Autobahn auf der TF-82 nach Norden.
Und weiter nach Norden.
Immer weiter nach Norden.
Ganz allmählich steigt die Straße an Teneriffas Westflanke hinauf, unterbrochen von kurzen Abfahrten in kleine barrancos zwischen Tejina de Isora und Guia de Isora. Die Landschaft wirkt ein wenig zerzauselt, spärliche Vegetation, unregelmäßige Bebauung mit teilweise nicht fertig gestellten Gebäuden. Am Horizont sieht man La Gomera mit seiner weißen Mütze, der berüchtigten Nebelwolke.
In Guia de Isora kann man die Fahrt ein wenig schwieriger gestalten, in dem man rechts nach Aripe/Chirche abbiegt. Man kürzt so einiges an Weg ab, bezahlt das aber mit Steigungen von 20 %.
Bleibt man auf der Hauptstraße, erreicht man nach knapp zwanzig Kilometern Chio auf etwa 700 m Höhe. Hinter Chio passiert etwas Unvorstellbares: Man biegt nach rechts, dem Schild zum Teide folgend, auf die TF-375 ein und fährt nun nicht mehr nach Norden! Stattdessen geht es nun ungefähr sechs Kilometer lang nach Süden, wobei man sich oberhalb von Guia de Isora bewegt. Die Landschaft ist nun etwas grüner mit Agaven, Büschen und vereinzelten Kiefern, es gibt kaum noch Häuser am Wegesrand.
Genau über Chirche macht die Straße eine weite Kurve....nicht zu fassen! Erst sechsundzwanzig Kilometer gefahren, und schon die zweite Kehre. Auf etwa 1070 m Höhe steht ein Stück hinter der Kurve ein Restaurant am Straßenrand, von dem aus man weit über den Atlantik schauen kann. Meiner trüben Erinnerung nach ist dies nun das letzte Gebäude vor den Cañadas.
Das Restaurant markiert den Beginn der corona forestal. Die Kiefern schließen sich um die Straße und bilden bald einen recht kompakten Wald. Ab dem Restaurant verschlechtert sich auch der Zustand des Asphalts und bessert sich nicht wesentlich bis zur Kreuzung an der Boca de Tauce, schon jenseits der Narices del Teide.
In der corona forestal merkt man sofort, dass der letzte Lavaausbruch auf dieser Seite der Insel weniger lang zurückliegt als im Norden oder im Süden. Die Bäume wachsen praktisch aus den Lavabrocken heraus. Je höher man kommt, desto mehr hat man den Eindruck, nicht die Flora erobere das verwüstete Terrain, sondern im Gegenteil die Felsen quöllen aus der Erde und drückten die Kiefern beiseite.
Nach vierunddreißig Kilometern Fahrt folgt die nächste weite Kurve auf 1450 m Höhe. Dort ist man schon aus der Kernzone des Waldes heraus, und folglich liegt dank der weiten Aussicht ein großer mirador direkt vor der Kurve. Bei klarem Wetter dürfte man La Palma sehen können. Bevor man die Kurve erreicht, muss man die längste Gerade der Auffahrt hinter sich bringen, die beinahe zweitausend Meter lang ist. Bei einer höheren Steigung wäre diese Gerade natürlich ein nervenzerrendes Spektakel.
Bis zum Hochpunkt an den Narices del Teide fehlen nun immer noch über zehn Kilometer. Auf diesen Kilometern durchfährt man zwei weitere weite Kurven, eingebettet in eine Landschaft geprägt durch ein wildes Durcheinander von Kiefern, Teideginster und schroffen Lavabrocken. Das schönste Stück der Auffahrt hat man auf den allerletzten Kilometern. Dort fährt man quasi am Hochrand Teneriffas, mit dem Atlantik weit entfernt zur Rechten und dem Pico Viejo mit dem Teide dahinter direkt voraus. Ob man den Atlantik allerdings tatsächlich sieht, hängt von der Wetterlage ab. Allzu oft breitet sich eine Wolkendecke darüber aus.
Am Hochpunkt oben steht man direkt neben der Flanke des Pico Viejo und schaut auf die Retamares im Süden. Summasummarum hat man eine der längsten Auffahrten der Kanarischen Inseln absolviert, aber es ist bei Weitem nicht die härteste noch, das muss leider gesagt werden, die schönste...
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Von thomasg – Vom Boca de Tauce, dem Kreuzungspunkt zwischen der von Westen heraufführenden TF-38 und der die Cañadas von Süden nach Nordosten durchquerenden TF-21, geht es auf sehr rauer Straße leicht bergan. Man ist umgeben von tiefschwarzer, erkalteter Lava und entdeckt überall interessante Formen und Figuren. Insbesondere wenn Wolkenschwaden über die Lavafelder wehen, hat die Szenerie einen sehr urtümlichen Reiz.
Die wenigen Höhenmeter zum Aussichtpunkt sind schnell überwunden. Der sehr rauhe und streckenweise recht löchrige Asphalt machen das Stück aber nicht einfach, so dass man froh ist, den höchsten Punkt erreicht und wieder glatten Asphalt unter den Rädern zu haben.
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00:10:00 | 10.11.2009
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00:12:00 | 13.11.2006
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