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Ober Gehrenen (1755 m)

Blick auf Thunersee

Auffahrten

Von gurnigel – Bereits die nackten Zahlen lassen erkennen, dass diese Auffahrt ganz schön in die Beine gehen wird, man kann die Strecke aber gedanklich in vier größere Abschnitte unterteilen, was für die Motivation durchaus hilfreich sein kann.
Aber der Reihe nach:
Der Ausgangspunkt befindet sich im Dorf Kien, welches man ohne weiteres findet, indem man ca. 1 km nach Reichenbach im Kandertal links von der vielbefahrenen Hauptstraße Richtung Kandersteg abzweigt. Kien gelangte im Unwettersommer 2005 leider zu schweizweiter Bekanntheit, da weite Teile des Dorfes überschwemmt wurden. Auch im Sommer 2008 sind die Narben dieser Naturkatastrophe noch immer deutlich erkennbar. In Kien angekommen, folgt man in einer großen Rechtskurve dem Wegweiser links mach Aris.
Gleich zu Beginn wartet eine kurze Rampe mit ca. 10 % Steigung, allerdings flacht die Straße danach leicht ab, und nach einer langen Geraden und einigen unübersichtlichen Kurven hat man bald den Ortsteil Aris erreicht.
Bei der einzigen Kreuzung folgt man dem Verlauf der Linkskurve, nach der die Straße weiter abflacht und man auf der anderen Seite des Tales nun schön die Straße Richtung Kiental (siehe auch Passbeschreibung zur Griesalp) verfolgen kann.
Die Beine sollten jetzt schön warmgefahren sein, was auch gut ist, denn 2,3 km hinter Kien beginnt in einer Rechtskurve der zweite, sehr steile Abschnitt des Anstiegs. Auf den nächsten 2,2 km gewinnt man über Rampen mit bis zu 15 % ordentlich an Höhenmetern. Während man im ersten Stück noch kurz einen schönen Ausblick auf das Kandertal erhaschen kann, führt der größte Teil dieses Abschnitts sehr abwechslungsreich durch schönen Mischwald, und man kann den weiteren Straßenverlauf meist erst kurz vorher einsehen. Nach einer längeren Passage über einen Viadukt mit Betonplatten geht die Steigung kurz auf null zurück, und man kann endlich kurz Luft holen und einen Rückblick auf das Geleistete wagen.
Nun wird der dritte Streckenabschnitt eingeläutet, welcher ungefähr 4 km lang ist. Diese Teilstrecke zeichnet sich durch geringere Durchschnittssteigungen, eine herrliche Aussicht auf die gegenüberliegende Bergkette (mit dem Niesen als Wahrzeichen) und Tiefblicke ins Tal aus. Außerdem warten als Zückerchen zwei sehr giftige Rampen sowie eine kurze Zwischenabfahrt auf den körperlich schon angeschlagenen Radler. Im Verlauf dieses Abschitts zieht die Straße meist taleinwärts den Hang entlang, und wenn man nach insgesamt ca. 8,5 km endlich die ersehnte nächste Kreuzung auf ca. 1435 m Höhe erreicht hat, sieht man tief unter sich bereits Frutigen.
Auf dieser Höhe trifft man auch auf die Straße vom zweiten Ausgangsort, Kandergrund. Wem die Strapazen zu viel sind, der kann hier also bereits seine Abfahrt beginnen, die zuerst steil losgeht und dann über eine Art Hochplateau (Wyssenmatti) führt, um schließlich steil nach Rüteni/Kandergrund hinunter abzufallen. Wer noch Kraft hat, sollte dies jedoch erst zum Dessert unter die Räder nehmen und als Hauptgang noch die letzten zweieinhalb sehr harten Kilometer bis nach Ober Gehrenen in Angriff nehmen.
Dazu folgt man bei der erwähnten Kreuzung dem Wegweiser nach Gehrenen, welcher die Straße nach längerem wieder einmal talauswärts führt. Gleich hier hinterfragt man manchmal bereits sein weiteres Vorhaben, da einem aufgrund der exponierten Lage oftmals eine mühsame Brise entgegenschlägt. Doch damit nicht genug, gleich nach der ersten Kurve kann man mit einem Blick nach oben erkennen, wohin der Weg noch führen soll (da hinauf?). Bald folgen jedoch eine Panoramakurve und anschließend eine lange Gerade, die um einen Hügel herumführt.
Die Aussicht wird hier zwar kurzfristig etwas eingeschränkt, aber da man versucht, möglichst kraftschonend eine Pedalumdrehung nach der anderen hinter sich zu bringen, fällt dies nicht wahnsinnig ins Gewicht. Nach einer scheinbar endlosen Zeit erreicht man schließlich eine Ansammlung von Alphütten und eine etwas flachere Passage.
Die Freude ist jedoch von kurzer Dauer, denn bei einem – normalerweise geöffneten – Schlagbaum wird der letzte Kilometer eingeläutet, auf dem noch ca. 150 Höhenmeter zurückzulegen sind. Im Kampf gegen den inneren Schweinehund (nur nicht anhalten, sonst kann ich nicht mehr aufsteigen!) quält man sich den Hang hoch, und selbst mit einer Dreifachkurbel ist der Kräfteverschleiß hier enorm, und öfter wird von der Muskulatur der Wiegetritt verlangt, was den Puls in bisher ungeahnte Höhen treiben kann.
Schließlich schafft man es aber doch noch bis zu einer kleinen Kurve, und nachdem man eine letzte Rampe erklommen hat, ist es endlich geschafft. Zwar folgen noch einige etwas flachere Meter bis zum Ende der Asphaltdecke auf 1755 m, aber zumindest in der Abfahrt sollte man hier anhalten um die wahnsinnige Aussicht zu geniessen, die für sämtliche Anstrengungen mehr als entschädigt. Endorphine geschüttelt und gerührt!
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Schnellste Zeit
01:01:00 | 30.09.2016
titan3
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01:07:15 | 29.08.2011
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01:25:00 | 12.07.2016
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