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Ötztaler Gletscherstraße (2830 m) Rettenbachferner, Tiefenbachferner

Ende der Auffahrt am Tiefenbachferner, am rechten Bildrand der Tunnelausgang.

Auffahrten

Von Maxx77 – Am südlichen Ortsende von Sölden zweigt rechterhand die Straße zu den beiden Gletscherskigebieten am Rettenbachferner (bekannt vom Saisonauftakt des Alpinen Ski-Weltcups) und am Tiefenbachferner, sowie zur Skistation Hochsölden ab.
Wie es sich für eine klassische Alpenstraße gehört, sind die Kehren durchnummeriert, mit Höhenangaben versehen – und außerdem willkommene Verschnaufpausen zwischen den konstant mit 12 bis 14 % steigenden Geraden. Auf etwa 1700 Metern Höhe besteht die letzte Möglichkeit, sich mit der „sanften” Variante zu begnügen und der Abzweigung nach Hochsölden, einem 2100 Meter hoch gelegenen Hoteldorf, zu folgen.
Wer sich jedoch zu Höherem berufen fühlt, bleibt weiter auf der Gletscherstraße und gewinnt fleißig an Höhe, während die Vegetation langsam spärlicher wird. Auf rund 2000 Metern verlassen wir die Westflanke des Ötztals und treten in ein enges Seitental – das Rettenbachtal – ein. Hier befindet sich auch die Mautstelle – und die dortige Geländeverflachung sollte dann auch für einige Zeit die letzte sein...
Am Gletscherbach entlang – den man beim Gasthof Falkner (2145 m) quert – geht es konstant ansteigend nach oben, von wo schon das Eis des Rettenbachferners herunterschimmert. Die wilde Schönheit des hochalpinen Geländes ist dabei ebenso atemberaubend wie die zusehends dünner werdende Höhenluft, denn um sich in der „Todeszone” über 2500 Meter auf dem Rad wohl zu fühlen, sollte man schon ein paar Anden-Trainingslager in den Beinen haben.

Die zunehmende Anstrengung wird aber kompensiert durch bewundernde Blicke, Zurufe, Applaus bis hin zu Hupkonzerten der zahlreichen vorbeifahrenden Wintersportler, die sich im PKW etwas bequemer auf dem Weg zum oder vom Gletscher befinden (zumindest bei meiner Fahrt im Juli 2003 wars so – vor allem belgische Touristen taten sich dabei durch besonderen Enthusiasmus hervor).
Kurz vor der Talstation der Seilbahn auf den Rettenbachferner – der Höhenmesser zeigt inzwischen schon Werte deutlich über 2700 Metern an – zweigt die Straße zum Tiefenbachferner links ab, und durch die praktisch vegetationsfreie Mondlandschaft im Gletschervorfeld geht es weiter nach oben. Höhepunkt ist die Fahrt durch einen 1,7 km langen, spärlich beleuchteten Tunnel mit dem sprichwörtlichen „Licht am Ende” als weitere Orientierungshilfe.
Schaurig-schöne Momente im Inneren des Berges, und – um die Metapher ein weiteres Mal zu strapazieren – am Ende des Tunnels hat das Leiden tatsächlich ein Ende, die Erlösung wartet in Form des höchsten Punktes der Tour auf ZWEITAUSENDACHTHUNDERTUNDDREISSIG Metern Seehöhe! Einziger Wermutstropfen: Auf dem Dach Tirols ist man alles andere als allein: Seine Glücksgefühle darf man auf einem fußballfeldgroßen, üblicherweise dicht besetzen Parkplatz zu den Klängen von DJ Ötzi und Konsorten auskosten...

P.S.: Den meisten von euch wird der Ötztaler Radmarathon ein Begriff sein – im Jahre 1999 nahmen ein paar Hartgesottene die Herausforderung des Veranstalters an, den hier beschriebenen Anstieg im Anschluss an den Ötztaler zu bewältigen. Machte damals also in Summe 250 Kilometer und 7000 Höhenmeter, wahrlich nix für Warmduscher...
201 Befahrungen Befahrung eintragen
Schnellste Zeit
00:59:09 | 14.08.2007
WernerMuellerSchell
Mittlere Zeit
01:40:00 | 28.06.2015
rolli1992
Dolce Vita
03:45:00 | 16.09.2015
rafaelo
Von xandi37einhalb – Die Höhenangaben für diesen Parkplatz differieren ein wenig, es ist manchmal die Rede von 2794 m, dann von 2800 m und schließlich auch von 2803 m. Im Grunde macht das das Kraut auch nicht mehr so richtig fett. Vielleicht liegt es daran, dass der Parkplatz schräg ist.

An der Abzweigung, die zum Tiefenbachferner führt, bleiben wir ganz rechts und fahren an der „Talstation” mit dem Gletscherstadion vorbei. Die Steigung bleibt immer im zweistelligen Bereich bei ca. 12 %, das sind wir ja auch schon gewohnt. Mit drei Kehren führt uns die Straße mitten in die Felswüste, die früher mal unter einem Gletscher versteckt war. Der Straßenbelag lässt sehr zu wünschen übrig, immer wieder sind Löcher im Asphalt, oder es liegen große Steine herum.

Der Parkplatz ist erst nach der letzten Kehre sichtbar, hier flacht die Straße merklich auf ca. 7 % ab, so dass die letzten hundert Meter auch noch genossen werden können. Am Parkplatz angekommen, empfiehlt es sich, scharf nach links abzubiegen und ganz nach oben zu fahren, damit man auch tatsächlich das Maximum an Höhe aus dieser Straße herausholt.

Der Parkplatz selbst stellt sich derartig unspektakulär dar, dass man es kaum glaubt, die zweithöchste asphaltierte Straße Österreichs bezwungen zu haben. Es hat aber auch den Vorteil, dass man seinen Triumph in aller Stille genießen kann.
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