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Oltari (1080 m)

Dinarisches Gebirge, Velebit, Lika-Senj.
Nordwestanfahrt: Schon bald schnurstracks auf die Berge zu.
Das Dorf Oltari liegt auf über 900 m Höhe an der Westflanke des Velebit hoch über der Adria. Zu dem Dorf hoch führt eine Landstraße von dem gemütlichen Küstenort Sveti Juraj aus, die dann hinter Oltari auf über 1000 m Höhe abfällt nach Krasno. Wir haben es also mit einem Pass zu tun. Vielleicht aus Mangel an Vorstellungskraft trägt dieser Pass den gleichen Namen wie das Dorf Oltari, obwohl Oltari nicht die dem Pass nächstgelegene Ortschaft ist. Zwischen Oltari und dem Pass gibt es nämlich noch den Weiler Markovići. Verschiedene Quellen geben den Namen des Dorfes bzw. des Passes als „Oltare“ wieder, aber auf dem Ortsschild ist der letzte Vokal des Namens eindeutig ein „i“.
Wie dem auch sei, dieser Pass ist die höchste vollständig asphaltierte Passstraße im Velebit und einer der höchsten rennradtauglichen Pässe in Kroatien. Natürlich ist der südlich gelegene Veliki Alan wesentlich höher, aber eben nicht über die ganze Strecke asphaltiert.
Zwischen beiden Pässen erstreckt sich eine der faszinierendsten Gegenden des Velebit, von der 1999 insgesamt 109 Quadratkilometer unter Naturschutz gestellt wurden und als Nationalpark Nördlicher Velebit (Nacionalni park Sjeverni Velebit auf Kroatisch) ausgezeichnet sind. Höhepunkte dieses Nationalparks sind u.a. ein botanischer Garten am Berg Zavižan (1676 m Höhe) und der Premužić-Wanderweg (Premužićeva staza auf Kroatisch), der sich auf 50 km Länge durch den Velebit schlängelt. Wer dort auf diesem und anderen Wegen unterwegs ist, sollte nicht meinen, er spaziere durch den Stadtpark nebenan: der Velebit und die Gebiete nördlich davon (zum Beispiel die Velika Kapela) sind teils dicht bewaldet, dünn besiedelt und gehören zu den letzten wilden Naturräumen Europas, in denen es nicht unüblich ist, auf Bären oder Wölfe zu treffen.
Am Zavižan gibt es auch eine Schutzhütte und eine Wetterstation. Für Mountainbiker ist diese Hütte ein beliebtes Ziel, Rennradfahrer müssen aber passen, da die Wege um die Hütte herum nicht asphaltiert sind. Zum nördlichen Eingang des Nationalparks führt eine asphaltierte Straße durch den Bergwald, die oberhalb des Dorfs Oltari nach Süden abbiegt. Der Autor ist dieser Straße ein Stück weit gefolgt, er kann aber keine genauen Angaben darüber machen, wie weit es bis zum Eingang des Parks ist (angeblich noch 10 km ab der Kreuzung) und bis wohin der Asphalt reicht.
Der Naturpark ist nicht die einzige Attraktion, die zur Befahrung des Oltari-Passes reizt. In Krasno gibt es ein kleines Skigebiet, und, was viel bedeutender ist, eine in Kroatien überaus bekannte Marienkirche aus dem 18. Jahrhundert (Crkva Majke Božje Krasnarske auf Kroatisch). Der Marienkult in Krasno ist viel älter als die Kirche, entstammt dem Anfang des 13. Jahrhunderts und hat dazu geführt, dass Krasno neben Trsat (siehe Beschreibung des Poklon) und Marija Bistrica in Nordkroatien einer der wichtigsten Wallfahrtsorte für gläubige Kroaten geworden ist. Den Ort Krasno findet man auf Landkarten meistens als Krasno Polje, was nicht ganz korrekt ist, denn Krasno Polje (Schönes Feld auf Deutsch) ist eigentlich der Name des Tals, in dem Krasno liegt.
Man kann den Oltari-Pass zusammen mit dem Vratnik in einer Runde von zum Beispiel Senj aus fahren, sprich zuerst die Adriatische Küstenstraße nach Süden, hoch nach Oltari, über Krasno bis kurz vor Otočac ins Tal der Gacka zwischen Velebit und Mala Kapela und von dort aus auf den Nationalstraßen 50 bzw. 23 über den Vratnik nach Senj hinab. Die Strecke ist in etwa 86 km lang und hat nur ein Problem: im Sommer sind die Nationalstraßen stark von Ausflugsverkehr belastet, da sie die schnellste Verbindung zwischen der Adriaküste und dem herrlichen Nationalpark der Plitvicer Seen darstellen.
Für die Beschreibung danken wir AP Mail an Absender

Liste der Auffahrten

Nordwestanfahrt von Sveti Juraj15,6 km1060 HmSchön: 4 SterneHart: 3 Sterne
Ostanfahrt von Krasno Polje8 km300 HmSchön: 2 SterneHart: 2 Sterne

Nordwestanfahrt von Sveti Juraj  15,6 km / 1060 Hm Schön: 4 Sterne Hart: 3 Sterne

Profile und Tracks

Profil der Auffahrt Nordwestanfahrt von Sveti Juraj
Der Beginn der Küstenauffahrt zum Oltari-Pass zweigt südlich des kleinen Badeorts Sveti Juraj von der Adriatischen Küstenstraße ab. Ausgeschildert ist dort unter anderem der Nationalpark Nördlicher Velebit.
Bis auf ein paar Schlenker im unteren Bereich der Auffahrt führt die zumindest bei Besuch des Autors kaum befahrene Straße geradewegs nach Südosten ins Innere des Velebit hinein. Steigungstechnisch ist der Weg zweigeteilt, denn auf lockere erste 8 Kilometer, auf denen die Steigung um 5 % herum liegt, folgen sieben abschließende Kilometer, die deutlich steiler sind und mit einem finale furioso von über 15 % Steigung aufwarten.
Die erwähnten Schlenker auf den ersten Kilometern äußern sich unter anderem darin, dass in einer hübschen Passage ein Hügel direkt oberhalb der Küste quasi umrundet wird. Man hat erst einmal einen weiten Blick über die Adria von der Südspitze Krks bis zur Nordspitze von Rab mit drei kleineren Inseln dazwischen. Auf einer dieser Inseln, die vor Rab liegende Goli otok (Nackte Insel auf Deutsch), gab es zur Zeit der Herrschaft von Tito über Ex-Jugoslawien ein berüchtigtes Gefängnis, in dem Regimekritiker unter konzentrationslagerähnlichen Bedingungen Steine klopfen mußten. Genau wie bei der Auffahrt zur Banska Vrata im Norden verschandelt auch oberhalb von Sveti Juraj eine Müllkippe die Landschaft.
Mit dem Meerblick ist es schon bald vorbei, bzw. man hat ihn nur, wenn man eine Eule im Stammbaum vorweisen und seinen Kopf um 180 Grad nach hinten drehen kann. Dafür bauen sich vor einem die Gipfel des Velebit auf. Der erwähnte steilere zweite Abschnitt beginnt unvermittelt während des neunten Kilometers ein Stück hinter dem Weiler Lopci. Sollte der Wind vom Inland zur Küste herabwehen, was nicht allzu unüblich zu sein scheint (dem Autor passierte dies in der Gegend an zwei aufeinanderfolgenden Tagen), so kann man sich auf erschwerte Tretbedingungen einstellen.
Die nicht von der Hand zu weisende Einförmigkeit in der Streckenführung wird mehr als wettgemacht von der herrlichen, wilden Berglandschaft des Velebit. Die Straße klettert am Hang der Biljevine hinauf, einem Höhenzug, der sich vom Hauptkamm des Velebit aus zur Küste hinzieht. Der Autor war im Frühsommer vor Ort, als die Berge in sattes Grün gekleidet waren, aber noch aufregender muss es sein, wenn man ab dem Spätsommer vorbeischaut, denn dann glüht der Velebit in kräftigem Rostrot.
Nachdem man einen zweiten Weiler namens Razbojište passiert hat, taucht um Kilometer 14 herum Oltari auf. Während der warmen Jahreszeit in Oltari zu leben, ist gewiß sehr reizvoll, weil es dort hoch oben über der Adria ein erfrischendes Klima geben dürfte und man von den Wiesen um das Dorf herum einen freien Blick über das Meer hat. Oltari ist also so etwas wie die adriatische Version eines Alpenbergdorfs.
Zwischen Oltari und der Passhöhe drückt man sich über den steilsten Teil der Auffahrt hinweg, den man nicht unterschätzen sollte. Passiert werden noch der oben erwähnte Weiler Markovići und der Abzweig zum Nationalpark Nördlicher Velebit, bevor schließlich die Paßhöhe erreicht ist, die eigentlich ein ordentliches Paßschild verdient hätte.
Für die Beschreibung danken wir AP Mail an Absender

Highscores

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Platz   Fahrer     Zeit                    Datum            Aktion
1.grandeturisme Mail an Absender1 h 18 m 00 s31.05.2010

Ostanfahrt von Krasno Polje  8 km / 300 Hm Schön: 2 Sterne Hart: 2 Sterne

Die Ostanfahrt zum Oltari-Pass, über dem man vom Hinterland (Autobahn Zagreb-Split, Ausfahrt Otočac, dann direkt gegenüberliegende Nebenstraße nach Svica) das Meer bei Sveti Juraj südlich von Senj erreicht, beginnt im langgezogenen Ort Krasno Polje, dem „Schönen Feld“, womit die auffallende landwirtschaftlich genutzte Ebene zu Füßen des Velebit treffend beschrieben wird. Man kann auch bereits an der Autobahnausfahrt oder im nahen Ort Otočac starten, womit sich die Auffahrtlänge auf dann abwechslungsreiche ca. 27 km verlängert und von 460 m Höhe in Otočac über einen Zwischensattel auf 864 m Höhe in das ca. 700 m hoch gelegene Krasno Polje und dann weiter auf den Oltari führt.

In Krasno Polje passieren wir den Sitz der Nationalparkverwaltung (mit Parkplatz) des nördlichen Velebit und ein großes Sägewerk, bevor die Straße steil mit Steigungsspitzen von bis zu 10 %, sonst aber mäßigen 5–6 % Steigung aufwärts in den Bergwald führt. Nach anfangs längeren Rampen und auf dieser Passseite schlechterem Asphalt als bei der Abfahrt zum Meer, erreicht man – wobei die Straße auf den letzten 3n km über mehrere kleine Wellen kaum noch ansteigt – die wenig markante bewaldete und markierungslose Passhöhe kurz vor den bei der Küstenauffahrt erwähnten ersten einfachen Siedlungen auf der meerzugewandten Westseite.

Wer über die Ostseite abfährt (z.B. auf der in der Allgemeinbeschreibung beschriebenen Rundfahrt), sei vor dem deutlich schlechteren Asphalt, Kiesausspülungen und einem längs zur Fahrtrichtung eingebauten Abflussrost oberhalb des erwähnten Sägewerks in Krasno Polje gewarnt!
Für die Beschreibung danken wir grandeturisme Mail an Absender

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