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Oltari (1080 m)

Nordwestanfahrt: Schon bald schnurstracks auf die Berge zu.

Auffahrten

Von AP – Der Beginn der Küstenauffahrt zum Oltari-Pass zweigt südlich des kleinen Badeorts Sveti Juraj von der Adriatischen Küstenstraße ab. Ausgeschildert ist dort unter anderem der Nationalpark Nördlicher Velebit.
Bis auf ein paar Schlenker im unteren Bereich der Auffahrt führt die zumindest bei Besuch des Autors kaum befahrene Straße geradewegs nach Südosten ins Innere des Velebit hinein. Steigungstechnisch ist der Weg zweigeteilt, denn auf lockere erste 8 Kilometer, auf denen die Steigung um 5 % herum liegt, folgen sieben abschließende Kilometer, die deutlich steiler sind und mit einem finale furioso von über 15 % Steigung aufwarten.
Die erwähnten Schlenker auf den ersten Kilometern äußern sich unter anderem darin, dass in einer hübschen Passage ein Hügel direkt oberhalb der Küste quasi umrundet wird. Man hat erst einmal einen weiten Blick über die Adria von der Südspitze Krks bis zur Nordspitze von Rab mit drei kleineren Inseln dazwischen. Auf einer dieser Inseln, die vor Rab liegende Goli otok (Nackte Insel auf Deutsch), gab es zur Zeit der Herrschaft von Tito über Ex-Jugoslawien ein berüchtigtes Gefängnis, in dem Regimekritiker unter konzentrationslagerähnlichen Bedingungen Steine klopfen mußten. Genau wie bei der Auffahrt zur Banska Vrata im Norden verschandelt auch oberhalb von Sveti Juraj eine Müllkippe die Landschaft.
Mit dem Meerblick ist es schon bald vorbei, bzw. man hat ihn nur, wenn man eine Eule im Stammbaum vorweisen und seinen Kopf um 180 Grad nach hinten drehen kann. Dafür bauen sich vor einem die Gipfel des Velebit auf. Der erwähnte steilere zweite Abschnitt beginnt unvermittelt während des neunten Kilometers ein Stück hinter dem Weiler Lopci. Sollte der Wind vom Inland zur Küste herabwehen, was nicht allzu unüblich zu sein scheint (dem Autor passierte dies in der Gegend an zwei aufeinanderfolgenden Tagen), so kann man sich auf erschwerte Tretbedingungen einstellen.
Die nicht von der Hand zu weisende Einförmigkeit in der Streckenführung wird mehr als wettgemacht von der herrlichen, wilden Berglandschaft des Velebit. Die Straße klettert am Hang der Biljevine hinauf, einem Höhenzug, der sich vom Hauptkamm des Velebit aus zur Küste hinzieht. Der Autor war im Frühsommer vor Ort, als die Berge in sattes Grün gekleidet waren, aber noch aufregender muss es sein, wenn man ab dem Spätsommer vorbeischaut, denn dann glüht der Velebit in kräftigem Rostrot.
Nachdem man einen zweiten Weiler namens Razbojište passiert hat, taucht um Kilometer 14 herum Oltari auf. Während der warmen Jahreszeit in Oltari zu leben, ist gewiß sehr reizvoll, weil es dort hoch oben über der Adria ein erfrischendes Klima geben dürfte und man von den Wiesen um das Dorf herum einen freien Blick über das Meer hat. Oltari ist also so etwas wie die adriatische Version eines Alpenbergdorfs.
Zwischen Oltari und der Passhöhe drückt man sich über den steilsten Teil der Auffahrt hinweg, den man nicht unterschätzen sollte. Passiert werden noch der oben erwähnte Weiler Markovići und der Abzweig zum Nationalpark Nördlicher Velebit, bevor schließlich die Paßhöhe erreicht ist, die eigentlich ein ordentliches Paßschild verdient hätte.

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01:18:00 | 31.05.2010
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01:35:00 | 17.10.2012
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01:40:00 | 22.05.2017
icke
Von grandeturisme – Die Ostanfahrt zum Oltari-Pass, über dem man vom Hinterland (Autobahn Zagreb-Split, Ausfahrt Otočac, dann direkt gegenüberliegende Nebenstraße nach Svica) das Meer bei Sveti Juraj südlich von Senj erreicht, beginnt im langgezogenen Ort Krasno Polje, dem „Schönen Feld“, womit die auffallende landwirtschaftlich genutzte Ebene zu Füßen des Velebit treffend beschrieben wird. Man kann auch bereits an der Autobahnausfahrt oder im nahen Ort Otočac starten, womit sich die Auffahrtlänge auf dann abwechslungsreiche ca. 27 km verlängert und von 460 m Höhe in Otočac über einen Zwischensattel auf 864 m Höhe in das ca. 700 m hoch gelegene Krasno Polje und dann weiter auf den Oltari führt.

In Krasno Polje passieren wir den Sitz der Nationalparkverwaltung (mit Parkplatz) des nördlichen Velebit und ein großes Sägewerk, bevor die Straße steil mit Steigungsspitzen von bis zu 10 %, sonst aber mäßigen 5–6 % Steigung aufwärts in den Bergwald führt. Nach anfangs längeren Rampen und auf dieser Passseite schlechterem Asphalt als bei der Abfahrt zum Meer, erreicht man – wobei die Straße auf den letzten 3 km über mehrere kleine Wellen kaum noch ansteigt – die wenig markante bewaldete und markierungslose Passhöhe kurz vor den bei der Küstenauffahrt erwähnten ersten einfachen Siedlungen auf der meerzugewandten Westseite.

Wer über die Ostseite abfährt (z.B. auf der in der Allgemeinbeschreibung beschriebenen Rundfahrt), sei vor dem deutlich schlechteren Asphalt, Kiesausspülungen und einem längs zur Fahrtrichtung eingebauten Abflussrost oberhalb des erwähnten Sägewerks in Krasno Polje gewarnt!

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