Parkplatz Eschacher Weiher (1040 m)

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Parkplatz Eschacher Weiher (1040 m)

Allgäu, Bayern.
Schmidsfelden im Eschachtal
Klassische Passübergänge über einen Gebirgszug sind in der von Gletschern geformten Moränenlandschaft des Allgäu rar, zumindest in der geteerten Version. Neben dem Wellenfahren mit kurzen, zum Teil giftigen Rampen dominieren vor allem im östlichen Allgäu die Stichsträßchen. Hier haben wir es aber in der Tat mit einem klassischen Passübergang zu tun, zwar vor allem auf der Westseite mit einer langen kaum steigenden Anfahrt, aber einem durchaus würdigen Finale.
Leider gibt es keinen würdigen Namen für die Passhöhe. Dafür wird man mit einem prächtigen Alpenpanorama belohnt. Die Straße im Grenzgebiet Bayern/Baden-Württemberg ist verkehrsarm, erschließt die zeitweise fast vergessene, aber geschichtlich hochinteressante Talschaft des Kreuzthal und lässt sich hervorragend einbauen in Touren aus dem westlichen württembergischen Teil des Allgäu Richtung Illertal oder z.B. in eine Umrundung der Adelegg.

Die das Kreuzthal durchfließende Eschach bildet die Landesgrenze, wodurch es zu dem Kuriosum kommt, dass der einzige einigermaßen als Dorf zu bezeichnende Ort in der Talschaft gleich ein Doppelort ist: Eisenbach-Kreuzthal, ersteres württembergisch, letzteres bayrisch, getrennt nur durch eine Brücke in der Ortsmitte.

Wenn man entlang der Eschach radelt, kann man sich kaum vorstellen, dass dieses einsame Tal einst einmal ein frühindustrielles Zentrum der Glasmacherei gewesen sein soll. Nicht nur deshalb ist unbedingt ein Besuch im Museums-Glasmacherdorf Schmidsfelden zu empfehlen. Schmidsfelden war das letzte Glasmacherdorf im Tal. Seine Hütte stellte den Betrieb 1898 ein. Doch die noch vorhandenen Gebäude samt Glashütte wurden nach einem Jahrhundert Dornröschenschlaf liebevoll restauriert und sogar die Hütte wieder in Betrieb genommen.
Die Geschichte der Glasmacher in der einsamen Gebirgslandschaft der Adelegg reicht jedoch bis zum 30-jährigen Krieg zurück. Glasmacher aus dem Schwarzwald und aus Sachsen siedelten sich in den Tälern an der Adelegg wegen der Quarzsandvorkommen und der reichlich vorhandenen Wälder zum Betrieb der Öfen an, aber auch, weil sie in dieser dünn besiedelten Gegend frei leben konnten.
Mit dem Aufkommen der Eisenbahn ging die Zeit der Glasmacher an der Adelegg zu Ende. Zu teuer und damit nicht mehr konkurrenzfähig waren die Produkte aufgrund der langen Transportwege, zu teuer wurde auch das Holz aufgrund des steigenden Papierbedarfes. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde zudem mit dem Niedergang der Berglandwirtschaft an der Adelegg ein Kreis geschlossen: Was die Glasbläser an Wald gerodet hatten, wurde von den Bauern als Weideland genutzt.
Seit den 50er/60er-Jahren sind die aufgegebenen Alpen wieder aufgeforstet worden, so dass die Adelegg heute wieder ein nahezu geschlossenes Waldgebiet ist, mit tief eingeschnittenen Tälern der Eschach bzw. ihrer Seitentobel. Wer nicht mit dem Rennrad unterwegs ist, findet denn auch etliche zum Teil sehr steile Forstwege, die durch diese Tobel hinaufführen auf den Kamm der Adelegg mit dem Schwarzen Grat oder auch zur Wenger Egg-Alpe.

Auf der Ostseite des Passes bietet sich ein komplett anderes Landschaftsbild: weites offenes Weideland mit Einzelgehöften, aber auch einigen zum Teil größeren Dörfern und einem fast kitschigen Gebirgspanorama dahinter – so, wie sich viele das „typische“ Allgäu vorstellen. Kempten, die größte Stadt (sie selber nennen sich auch „Hauptstadt“) des Allgäu, liegt tief unten im Illertal. Als östliche Auffahrt ist jedoch das Sträßchen von Waltenhofen über Buchenberg genannt (OA20), da die Staatsstraße von Kempten bis Buchenberg stark befahren ist.
Für die Beschreibung danken wir Flugrad Mail an Absender

Liste der Auffahrten

Nordwestanfahrt von Leutkirch-Friesenhofen13,5 km355 HmSchön: 4 SterneHart: 2 Sterne
Südostanfahrt von Waltenhofen12 km320 HmSchönheit nicht bewertetHärte nicht bewertet

Nordwestanfahrt von Leutkirch-Friesenhofen  13,5 km / 355 Hm Schön: 4 Sterne Hart: 2 Sterne

Profile und Tracks

Profil der Auffahrt Nordwestanfahrt von Leutkirch-Friesenhofen
Als Startpunkt haben wir die Kirche in Friesenhofen (724 m), einem Ortsteil von Leutkirch, gewählt. Dieses Dorf liegt etwa in der Mitte zwischen Leutkirch und Isny und ist aus allen Richtungen gut auf schwach befahrenen Sträßchen und Wegen erreichbar.

Von Westen kommend biegen wir vor der Kirche nach rechts in die Rimpacher Straße (Radwanderwegweiser nach Schmidsfelden). Wir passieren ein schönes Fachwerkhaus und biegen dahinter nach links in den 6 t-begrenzten Riedweg ein (immer noch Radbeschilderung nach Schmidsfelden).
Das schmale Asphaltsträßchen mit gutem Belag führt durch ein Seitental in den Wald und hat auf dem ersten Kilometer immerhin 5 bis 8 Steigungsprozente zu bieten, Danach flacht es ab, wir durchfahren auf fast ebener Strecke einen noch jungen Wald auf 1,5 km, ehe wir nach weiteren 600 m mit 3–4 % Steigung die erste Zwischenpasshöhe auf fast 800 m erreichen.
Es folgt noch im Wald eine steile Abfahrt, dann haben wir nach 500 m den Waldrand und das Tal der Eschach erreicht. Vor uns liegt das historische Glasmacherdorf Schmidsfelden (763 m Höhe). Ein Besuch lohnt sich unbedingt, deshalb fahren wir durchs Dorf und nicht die Abkürzung am Waldrand entlang. Am Dorfende stoßen wir auf die Hauptstraße ins Kreuzthal, die K8045, in die wir scharf rechts einbiegen (keine Wegweiser!).
Die Straße ist noch breit ausgebaut, linkerhand fließt die Eschach. Bei maximal 2 % Steigung auf den folgenden 4 km bis Eisenbach geht es „Kette rechts“ flott an einigen prächtigen Bauernhöfen vorbei.
Eisenbach ist das letzte württembergische Dorf, wir wechseln im Dorf über die Brücke ins zusammengebaute bayrische Kreuzthal. Auch auf den folgenden 4 km steigt die nun schmalere Straße nur wenig mehr. Das Tal wird aber enger, die Eschach rechterhand knabbert an einigen Stellen den Nagelfluh der Adelegg an, es folgen noch einige einzelne Häuser, dann ist die 900 m-Marke geknackt.
Links und rechts kommen die Buchenmischwälder bis an die Straße heran, die nun merklich stärker ansteigt. Schließlich sind es auch nur noch 2 km bis zur Passhöhe. Vor der ersten Kehre, mittels der die Straße sich aus dem nun zum Tobel werdenden Eschachtal windet, werden schon 8 % erreicht, und bis zur zweiten Kehre folgt der steilste Abschnitt mit durchschnittlich 12 %.
Nach dieser flacht die Straße wieder auf 8 % ab, und nach 1 km ist die Passhöhe am Waldrand erreicht. Rechts öffnet sich der Blick über den etwas tiefer gelegenen Eschacher Weiher weg zum Grünten, dem „Wächter des Allgäu“, und den Oberstdorfer Bergen, schräg vor uns türmen sich die Tiroler und oberbayrischen Riesen, und vor bzw. unter uns liegen Buchenberg und – eine weitere Geländestufe tiefer – Kempten.
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Highscores

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Platz   Fahrer     Zeit                    Datum            Aktion
Bergziegenmutant Mail an Absenderohne Zeit07.04.2011
Flugrad Mail an Absenderohne Zeit07.04.2011
gerschder Mail an Absenderohne Zeit03.07.2011
backtrack Mail an Absenderohne Zeit14.09.2011
radlsteff Mail an Absenderohne Zeit11.06.1998
stanlio Mail an Absenderohne Zeit08.06.1997

Südostanfahrt von Waltenhofen  12 km / 320 Hm Schönheit nicht bewertet Härte nicht bewertet

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radlsteff Mail an Absenderohne Zeit11.06.1998