Passo Coe (1610 m)

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Passo Coe (1610 m)

Alpen, Trentino - Südtirol, Venetien.
Die Straße klebt am Fels.
Am 30. Mai 2002 war der Passo Coe das Ziel einer denkwürdigen Etappe des Giro d’Italia. Denkwürdig deswegen, weil der Giro in jenem Jahr keinen Favoriten mehr hatte, die waren alle aus dem einen oder anderen Grund nicht mehr dabei, als die letzte und entscheidende Bergetappe anstand. Offensichtlich hatten viele Fahrer, die überraschenderweise für einen Gesamtsieg noch in Frage kamen, die Westanfahrt des Passes unterschätzt, denn es gab physische Einbrüche in Serie. Paolo Savoldelli brach weder ein (physisch, nicht etwa in einer Cassa di Risparmio in Folgaria oder anderswo) noch gewann er die Etappe (das erledigte Pavel Tonkov), er verschaffte sich aber den entscheidenden Vorsprung vor seinen Konkurrenten und verteidigte ihn bis Milano.
Die Region, in welcher der Passo Coe liegt (sprich die Berge zwischen dem Etschtal im Osten, dem Val Sugana im Norden, dem Val d'Ástico im Westen und dem Passo Pian delle Fugazze im Süden), zeichnet sich durch ein gut ausgebautes Straßennetz aus, weswegen der erprobte Bergradler dort die Qual der Streckenwahl hat. Es ist aber nicht ganz einfach, den Überblick zu behalten, welche Straße nun zu welchen Pässen führt. So könnte man den Passo Coe als mittleren Bruder zwischen dem kleinen Bruder Passo del Sommo und dem großen Bruder Passo Valbona bezeichnen, denn die unten beschriebene Westanfahrt bringt einen zu allen drei Pässen, je nachdem, wie weit man fährt und wo man abbiegt....und zu allem Überfluß gibt es noch einen Verbindungsweg zum Passo della Borcola!

Eine traurige Geschichte zum Passo Coe gilt es noch zu berichten:
Auf der östlich des Passes in Richtung Passo Valbona gelegenen Alm Malga Zonta kam es in der Nacht des 12. August 1944 zu einem Kampf zwischen deutschen Truppen und in der Almhütte versteckten Partisanen, der in die Geschichte der italienischen Resistenza eingegangen ist. Zwar sind sich die Quellen über den genauen Ablauf des Gefechts nicht ganz einig, aber offensichtlich starben eine unbekannte Anzahl von Deutschen und 17 oder 18 Italiener, von denen manche wohl hingerichtet wurden, nachdem sie die Waffen gestreckt hatten. Dass anscheinend während der Belagerung der Alm deutsche Soldaten von den Partisanen kurzzeitig gefangen genommen und anschließend laufen gelassen wurden, macht das Vorgehen der deutschen Truppen nur noch abscheulicher....
Für die Beschreibung danken wir AP Mail an Absender

Liste der Auffahrten

Westanfahrt von Calliano19,5 km1420 HmSchön: 4 SterneHart: 4 Sterne

Westanfahrt von Calliano  19,5 km / 1420 Hm Schön: 4 Sterne Hart: 4 Sterne

Profile und Tracks

Profil der Auffahrt Westanfahrt von Calliano
In Calliano an der Strada Statale 12 ausgeschildert ist nicht der Passo Coe, sondern Folgaria/Passo del Sommo. Das macht aber nichts, die Richtung stimmt. Eine Vorglühphase bietet uns die Auffahrt nicht an; vielmehr steigt die Straße sofort recht steil an einem landwirtschaftlich genutzten Hang an (hauptsächlich Weinanbau), biegt um die südliche Seite eines großen Felsklotzes, der von dem Castel Beseno gekrönt wird, und führt zunächst am steilen Nordrand einer Schlucht hinauf. Unten in der Schlucht fließt der Rio Cavallo (Rossbach) in Richtung Adige (Etsch).
Dieser erste Streckenabschnitt in der anfangs ziemlich engen Schlucht ist spektakulär und erinnert an die ersten Kilometer der Westanfahrt zum Passo Pian delle Fugazze. Die Straße schlängelt sich durch drei kurze Tunnels, wobei sie vorübergehend zwischen den ersten beiden Tunnels abflacht. Eine kleine Ansiedlung, Dietrobeseno, ist schnell passiert. Rechts über uns rücken die Antennen des Monte Finonchio langsam in unser Blickfeld.
Um Kilometer 5 herum erreichen wir das Dorf Mezzomonte, vor dem die Straße doch recht kräftig ansteigt. Da das Dorf zweigeteilt ist (Mezzomonte di Sotto und Mezzomonte di Sopra), dauert die Durchfahrt ein wenig länger. Der Anstieg ändert dort auch seinen Charakter, wir haben die Schlucht verlassen und fahren nun über Serpentinen einen Berghang hinauf. Die Steigung läßt erstmal nicht nach und bewegt sich im Bereich von 8 bis 10 %. Außer während der Durchfahrt durch ein kurzes Waldstück auf dem neunten Kilometer liegt die Straße ziemlich offen da, was uns schöne Ausblicke auf die Berge und das Dorf Guardia, das die Nordseite des Monte Finonchio bewacht, erlaubt.
Um Kilometer 12 herum biegt links eine Straße ab nach Folgaria hoch; an jener Kreuzung beginnt ein Flachstück, auf dem wir gemütlich an dem unteren Ortsteil von Folgaria vorbeifahren. Auf dem dreizehnten Kilometer erreichen wir einen Verkehrskreisel, von dem aus wir rechts zum Passo della Borcola und links zum Passo del Sommo gelangen könnten. Wir entscheiden uns aber für die goldene Mitte. Die Straße flacht in den negativ steigenden Bereich ab (diese Formulierung ist der Politikersprache entlehnt), so dass wir sogar einmal zweihundert Meter rollen können, ohne zu treten.
Hinter Kilometer 14 beginnt dann der Schlußanstieg. Die Waldpassagen nehmen zu und werden zweimal von offenen Flächen unterbrochen, die wintersportlich genutzt werden (Fondo Grande und Fondo Piccolo). Die Durchschnittssteigung liegt im gleichen Bereich wie die auf dem Streckenabschnitt zwischen Mezzomonte und Folgaria, sprich sie ist recht hoch und zehrt allmählich auch an den Kräften. Kein Wunder, daß die Giroteilnehmer die Auffahrt unterschätzten! Bis auf die knapp zwei Kilometer um Folgaria herum gibt es kaum einmal ein Wegstück zum Durchschnaufen.
Hinter Kilometer 17 sehen wir vor uns ein Haus auf dem Bergkamm, was ganz danach aussieht, die auf der Passhöhe liegende Osteria Coe zu sein. Sieht aber nur so aus, tatsächlich ist es ein Rifugio, dessen Name der Autor vergessen hat und zu dem hin eine Piste kurz vor der Passhöhe abbiegt. Schließlich flacht die Straße ein letztes Mal ab, das Passschild bleibt hinter uns zurück und wir sind an der Osteria angekommen.
Für die Beschreibung danken wir AP Mail an Absender

Highscores

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Platz   Fahrer     Zeit                    Datum            Aktion
1.Kai Sandner Mail an Absender1 h 54 m 31 s25.09.2011
FranzHacki Mail an Absenderohne Zeit20.07.2009