Passo di Campogrosso (1464 m)

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Passo di Campogrosso (1464 m)

Alpen, Trentino - Südtirol, Venetien.
Die Carega-Gruppe zwischen Campogrosso und Pian delle Fugazze. Die Straße davor ist die von Thomas beschriebene Pannenstrecke.
In Recoaro Terme nordwestlich von Vicenza hat das Kurwesen eine lange Tradition, denn schon Ende des 18. Jahrhunderts entstand hier das erste Thermalbad der venezianischen Republik. Vornehme Italiener, Österreicher und Ungarn schlürften das heilende Wasser und labten Augen und Seele an der malerischen Bergwelt der Piccole Dolomiti um den Ort herum.
Später beschlossen sie, daß die Gegend auch dafür geeignet wäre, sich gegenseitig umzubringen. Und so verlief im Pasubio nördlich von Recoaro Terme im ersten Weltkrieg ein Teil der italienisch-österreichischen Front. Ein Ossario, in 1926 erbaut südlich des Passo Pian delle Fugazze, erinnert an die grausamen Schlachten. Hier wurden die Gebeine von etwa 13.000 Gefallenen beider Seiten bestattet. Nachdem sie sich von Generälen und Politikern hatten aufeinanderhetzen lassen, liegen sie nun friedlich bis ans Ende aller Tage zusammen, und man steht vor dem Monument und fragt sich, welchen Sinn das ganze wohl gehabt haben mag.
Was hat dies alles mit dem Passo di Campogrosso zu tun? Nun, von Recoaro aus führt der kürzeste Weg zum Ossario über diesen Übergang. Viele Autos trifft man auf seiner Auffahrt nicht an, denn der Pass erfüllt keinen verkehrstechnischen Zweck: Wer auf die andere Seite der Berge ins Trentino gelangen möchte, fährt die etwas längere, aber besser ausgebaute Strecke über den niedrigen Passo Xon nach Valli del Pasubio und weiter über den Passo Pian delle Fugazze. Aber nicht nur die Einsamkeit der Straße machen den Campogrosso zu einem Schmankerl für jeden Radler, auch das knackige Steigungsprofil und die vielen engen Serpentinen der Südostanfahrt bringen Spaß und Anstrengung. Auf der Passhöhe wartet das Rifugio „Toni Giuriolo” auf den erschöpften Steiger, aber über Öffnungszeiten und kulinarisches Angebot können wir leider nichts berichten.
Für die Beschreibung danken wir AP Mail an Absender

Liste der Auffahrten

Südostanfahrt von Recoaro Terme11,5 km1019 HmSchön: 4 SterneHart: 4 Sterne
Westanfahrt von Rovereto26 km1247 HmSchönheit nicht bewertetHärte nicht bewertet

Südostanfahrt von Recoaro Terme  11,5 km / 1019 Hm Schön: 4 Sterne Hart: 4 Sterne

Profile und Tracks

Profil der Auffahrt Südostanfahrt von Recoaro Terme
Aus dem Zentrum von Recoaro Terme heraus steigt die Straße ein paar Meter mäßig an und wird dann schnell steiler. Bis zum Pass hoch ist der Asphalt in keinem perfekten Zustand, ohne allerdings Anlass zum Klagen zu geben. Mit der Steigung sieht das anders aus. Schon kurz oberhalb von Recoaro fällt das Pedalieren schwerer und zum Pass sind es noch lange 10 km.
Nach ein paar Kilometern taucht ein Ort namens Merendaore am Hang auf. Was als Erinnerung bleibt, ist die lange Gerade in den Ort hinein, die so steil ist, daß beim Treten das Vorderrad den Kontakt zum Teer verliert. Hinter Merendaore geht es mit „mäßigen” 9% - 10% Steigung in eine Serpentine und dann durch Wiesen, die ein warmes strotzendes Grün haben, zum Bergwald hin nach oben.
Ungefähr in der Mitte des Anstiegs hat es ein paar flache Meter. Vor Glück möchte man beinahe weinen, aber hinter der nächsten Kurve pendelt sich die Straße wieder auf ca. 10% Steigung ein, als hätte es das Flachstück nicht gegeben, und die Tränen werden vom Schweiß weggespült. Dahinter führt die Straße in den Wald und dann jagt eine Serpentine die nächste.
Zwischen den Bäumen blickt man ins Tal hinunter und erschrickt fast, wie tief die Wiesen und Häuser schon zurückgeblieben sind innerhalb von nur ein paar Kilometern. Dann wird der Wald niedriger, Felsen tauchen auf und zwei kleine schroffbewandete Tunnel werden durchquert. Schließlich öffnet sich die Landschaft, und in einer langen Linkskurve kämpft man sich zum Rifugio „Toni Giuriolo” hoch. Dahinter folgen noch flache 200m und die Straße fällt ab. Der Pass ist erreicht.

Hinweis

Etwa einen Kilometer hinter dem Passo Campogrosso Richtung Ossario und Passo Pian delle Fugazze gelangt man an eine Weggabelung. Obwohl der Weg geradeaus die Hauptstraße zu sein scheint, nimmt man besser den schmaleren Weg nach rechts. Wohin die andere Straße führt, kann man weiter unten nachlesen. Originalton einiger Wanderer auf Nachfrage des Autors: „Questa strada e rota!”!

Routenvorschläge

Kurze Strecke: Recoaro Terme – Passo di Campogrosso – Abfahrt vom Passo Pian delle Fugazze Richtung Valli del Pasubio, nach ca. 3km links weg Richtung Passo di Xomo (die Stelle heißt „Ponte Verde“) – Passo di Xomo (500 steile Meter, dann 2,5km flach und noch mal 2km leicht ansteigend) – Abfahrt nach Valli del Pasubio – Passo Xon (3km leicht ansteigend, 4km mäßige Steigung durch den Ort Staro) – Abfahrt nach Recoaro. Insgesamt 48km und knapp 1500 Höhenmeter.

Längere Strecke: Recoaro Terme – Passo di Campogrosso – lange Abfahrt mit ein paar Zwischensteigungen vom Pian delle Fugazze nach Rovereto – über den Passo della Borcola zurück ins Veneto (22km, ca. 990 Höhenmeter) – Abfahrt nach Posina – Passo di Xomo (steiler als von der Südseite, 6,5km, ca. 520 Höhenmeter) - Abfahrt nach Valli del Pasubio – Passo Xon – Abfahrt nach Recoaro. Insgesamt ca. 110km und knapp 2960 Höhenmeter.
Für die Beschreibung danken wir AP Mail an Absender

Highscores

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Platz   Fahrer     Zeit                    Datum            Aktion
1.gigi Mail an Absender1 h 02 m 50 s03.11.2011
thomasg Mail an Absenderohne Zeit01.01.2001
alpentoni Mail an Absenderohne Zeit08.09.2007
Abusina Mail an Absenderohne Zeit10.09.2007

Westanfahrt von Rovereto  26 km / 1247 Hm Schönheit nicht bewertet Härte nicht bewertet

Profile und Tracks

Profil der Auffahrt Westanfahrt von Rovereto
Die im Hinweis der Nordanfahrt angesprochene breite Straße führt zunächst etwa 2-3 km mit etwa 8-10% talwärts.
Nachdem sie zunächst noch sehr gut ausgebaut ist, erzeugen mehr und mehr auf der Straße liegende kleinere und größere Steine das Gefühl, dass da was nicht stimmt. Und tatsächlich hört der Asphaltbelag unvermittelt auf und die Straße setzt sich als Naturstraße durch einen Wald fort. Die Strecke führt meist eben am Hang entlang und so ist der Straßenzustand meist erträglich. Lediglich einige grob geschotterte Stellen, bei denen man u. a. ein Bachbett durchqueren muss, sorgen für Unmut. Nach etwa 2-3 km durch den Wald endet das Cross-Intermezzo genauso schnell wie es gekommen ist. Unvermittelt steht man am Beginn eines monumentalen Brückenbauwerks, dass wohl aus überschüssigen EU-Millionen hier in die Landschaft gesetzt wurde. Von hier aus geht es auf meist vorzüglich ausgebauter Straße durch einige Bauernschaften Richtung Rovereto, wobei einige Zwischensteigungen zu überwinden sind.

Die Westanfahrt von Rovereto ist somit wohl eher etwas für Abenteurer. Unsere Pannenstatistik (4 von 5 Mitfahrern fuhren platt) ist vielleicht nicht repräsentativ, spricht aber für sich. Aufgrund des gegenüber der SS 46 wohl deutlich geringeren Verkehrs und der schönen Straßenführung ist sie aber eine Überlegung wert.
Für die Beschreibung danken wir thomasg Mail an Absender

Highscores

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Platz   Fahrer     Zeit                    Datum            Aktion
alpentoni Mail an Absenderohne Zeit07.09.2007
Abusina Mail an Absenderohne Zeit07.09.2007
gigi Mail an Absenderohne Zeit14.10.2011