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Passo di San Marco (1985 m)

04 die großen Kehren im oberen Teil der Nordauffahrt.

Auffahrten

Von AP – Die Befahrung der Südseite des San Marco ist eines meiner denkwürdigsten Passerlebnisse. Denkwürdig nicht wegen der Härte (obwohl es schon recht steil ist und viele Höhenmeter zurückgelegt werden wollen) oder der Schönheit der Gegend (die größtenteils in Wolken gehüllt war), sondern wegen eines Wettersturzes auf der Passhöhe und einer darauffolgenden patschnassen und eiskalten Abfahrt.
Dabei ließ sich alles so gemütlich an:
An einem ruhigen Junimorgen pedaliere ich bei sonnigem Wetter das Valle Brembana hinauf, schiebe mir in Olmo al Brembo einen Riegel rein und beginne dort die Auffahrt. Natürlich steigt der ganze Weg durch das Valle Brembana nach Norden hin von San Pellegrino Terme kommend mehr oder weniger an. Aber ab Olmo al Brembo ist die Steigung erstmals kontinuierlich und auch spürbar.
Durch den Ort hindurch und dahinter immer am Brembo entlang geht es nie steiler voran als mit 6 % Steigung, meistens sogar etwas darunter. Nach etwa 5,5 km zieht die Steigung an und ich erreiche einen Kilometer später das Dorf Mezzoldo, dessen Ortseingang auf etwa 870 m Höhe liegt.
In Mezzoldo wird es zunächst etwas flacher. Später führt die Straße steiler über einige Serpentinen aus dem Ort hinaus und in den Nadelwald hinein. Die Kilometer 8 bis 11 haben es in sich, bei 8 bis 10 % Steigung fahre ich im Wald hoch über dem Brembo bergan. Bei Kilometer 10 höre ich ihn dann wieder rechts von mir rauschen. Dieser Abschnitt gipfelt in einer steilen Doppelserpentine und einer Rampe von 14 % Steigung, hinter der ich dann über eine Kuppe keuche und plötzlich flach an einem Miniaturstausee mit einem Elektrizitätswerk vorbeiradle. Dahinter geht es dann nur leicht bergan durch ein Hochtal mit ein paar Häusern, eines davon ein Restaurant mit einfachen, aber sehr guten lokalen Gerichten. Hier und im benachbarten Rifugio findet der müde Radler auch Übernachtungsmöglichkeiten.
Fast genau bei Kilometer 12 fängt der Schlussanstieg an, es werden 13 Serpentinen signalisiert, alle mit Schildern ausgestattet, worauf die jeweilige Nummer und die Höhenmeter stehen. Die Sonne scheint nun nicht mehr, weil sich dichte Wolken über und an den Bergen zusammenziehen.
Das Stück von Serpentine 1 bis hinter Serpentine 4 bricht urplötzlich meinen Rhythmus, es geht für 1,5 km steil mit bis zu 15 % Steigung an dem Gehöft Castello vorbei, kurz in den Wald hinein und vor dem Gehöft Fraccia wieder hinaus. Dahinter wird es wieder ein wenig flacher. Von dort an liegt die Steigung etwa bei 8 bis 9 % bis kurz vor der Passhöhe.
Trotz des nun ziemlich gleichmäßigen Anstiegs fällt es mir sehr schwer, voranzukommen. Der Weg zieht sich wie Hechtsuppe. Nach ein paar Serpentinen bin ich im hochalpinen Bereich. Allzuviel ist nicht zu sehen, da kalter Nebel über die Berghänge zieht.
Vor Kilometer 18 taucht dann das Rifugio San Marco aus dem Nebel auf, der inzwischen einen fadenscheinigen Regen abläßt. In der Nähe des Rifugios muss auch das alte Hospiz Cà San Marco liegen, das angeblich mit einer ausgefallenen Architektur und einem großen Wappen der Serenissima aufwarten kann. Mag sein, ich bin mittlerweile im Blindflug (bzw. Blindkriech) unterwegs und möchte mich nicht mehr um kunsthistorisch interessante Gebäude kümmern. Der Straßenbelag wird zu allem Überfluß auch ziemlich rauh. Aber wo ein Rifugio ist, da ist normalerweise auch ein Pass nicht weit weg.
Leider nicht am San Marco. Erstmal kommt irgendwo irgendwann die letzte Serpentine. Und dahinter immer noch keine Passhöhe. Ach, hätte ich doch Flügel wie der Markuslöwe!
Nach einem quälend langen Kilometer wird es flacher und dann steht dort endlich das Passschild. Und um es herum strömt der in der Zwischenzeit eisige Regen herab....noch ein paar Grad weniger und es würde schneien.
Die Abfahrt ist noch um einiges unangenehmer als die Wasserschlacht am Passo del Maniva 24 Stunden vorher. Schlotternd und fluchend schaffe ich es bis zum oben erwähnten Restaurant hinab, wo der freundliche Wirt nur für mich (es ist nämlich schon lange nach Mittag) den Herd wieder anwirft und mir mit einem Teller dampfender Pasta zu einem neuen Leben verhilft. Ohne den Teller wäre ich bestimmt irgendwo oberhalb von Mezzoldo im Wald verendet. Und so ist es mir vergönnt, die Beschreibung mit einem Grazie mille an die italienische Gastfreundschaft zu beenden!

17 Befahrungen Befahrung eintragen
Schnellste Zeit
01:29:27 | 06.08.2016
fredi93
Mittlere Zeit
02:00:00 | 20.06.2011
dr dave
Dolce Vita
02:43:00 | 07.08.2012
Chris67
Von helmverweigerer – Die Nordanfahrt auf den Passo San Marco beginnt in Morbegno. Es gibt hier einen lebhaften Dorfkern mit typischer italienischer Piazza und einigen Möglichkeiten, sich mit Verpflegung einzudecken. Man sollte sich hier unbedingt ausreichend mit Wasser versorgen, denn auf der 26 km langen Auffahrt gibt es nur noch ein Dorf mit einer Bar. Zudem verläuft die Auffahrt auf der sonnigen Seite der Bergflanke und ist nur selten mit schattenspendendem Wald gesäumt.
Nach der sehr stark befahrenen Straße durch das Sondriotal sollte man sich sowieso zuerst in einer Bar einen Kaffee gönnen, um wieder etwas zur Ruhe zu kommen und sich mental auf den nahrhaften Aufstieg vorzubereiten.
Die Abzweigung Richtung Passo San Marco ist ausgeschildert und ist daher leicht zu finden. Kurz außerhalb Morbegnos geht es unmittelbar mit den von italienischen Passstraßen gewohnten 7-8 Steigungsprozenten los. Serpentinenreich steigt man im Wald mit gelegentlichen Ausblicken auf Morbegno und die dahinterliegenden imposanten Berge des nahen Graubündens rund um den Malojapass empor und genießt die Ruhe auf dieser wenig befahrenen Straße, die in starkem Kontrast zu dem hektischen Treiben im Sondriotal steht.
So fährt man die ersten Kilometer, und die Kilometerangaben, welche die italienischen Strassen alle hundert Meter zieren, führen einem vor Augen, wie langsam man sich fortbewegt, und dass dieser Aufstieg wohl noch richtig lange dauern wird. Durch die Regelmäßigkeit der Steigung findet man aber einen guten Rhythmus, und da die 14. Etappe des Giro 2007 hier herauf führte, erfreut man sich auf der ganzen Auffahrt an der hervorragenden Asphaltqualität. Zudem bieten die aufgepinselten Parolen Abwechslung und vermitteln etwas Giro-Atmosphäre. Insbesondere Didi der Teufel war äußerst aktiv und hat unzählige seiner Rennvelos auf die Strecke gemalt.
Nach ca. 7 Kilometern ändert die Straße die Richtung und führt nun in ein langes Seitental. Nach einem weiteren Kilometer sieht man die Dörfer Campoerbolo und Albaredo per San Marco vor sich. Erfreulicherweise lässt sich der neunte Kilometer sehr zügig zurücklegen, da die Straße fast flach verläuft. Den Preis dafür bezahlt man aber auf dem darauffolgenden Kilometer, der innerhalb von Campoerbolo eine Steigung gegen 10% aufweist.
Die folgenden 6 Kilometer sind sehr zäh, denn die Straße erklimmt die Talflanke in einigen Serpentinen mit wechselhafter Steigungscharakteristik. Durch diesen steten Wechsel ist es sehr schwierig, ein Gefühl für die bereits gewonnene Höhe zu entwickeln (im Gegensatz zur Südanfahrt fehlen hier auch die Schilder mit den Höhenangaben in jeder Kurve) und man stellt sich darauf ein, dass es so bis zur Passhöhe weitergeht.
Nach 18 Kilometern gibt es aber eine positive Überraschung: Man steigt jetzt nicht mehr weiter die Bergflanke empor, sondern fährt nun tiefer in das Tal hinein. Die Straße verläuft dabei fast flach und ab Kilometer 19 gibt es sogar eine ca. 1 Kilometer lange Abfahrt, jedoch ohne allzu gravierend an Höhe zu verlieren.
Ab Kilometer 21 geht es wieder bergan, und bei Kilometer 23 ist die Waldgrenze erreicht. Hier folgt der landschaftlich beeindruckendste Teil, denn hier oben gibt es außer ein paar Schaf- und Kuhherden und deren Hirten keine Störfaktoren. Dabei wird die Aussicht zurück in das Tal immer spektakulärer. Hier erhascht man auch einen ersten Blick auf die Passhöhe, welche man bisher nur erahnen konnte.
Die letzten 3 Kilometer werden nun wieder ziemlich steil, und in einer letzten Serpentine muss man noch einmal ordentlich Höhenmeter überwinden. Doch auch, wenn dies wohl das steilste Stück der Auffahrt darstellt, ist dieses letzte Stück ein absoluter Genuss und im Angesicht der Passhöhe locker zurückzulegen.
Der Passo San Marco ist von dieser Seite für mich einer der am schönsten zu fahrenden Pässe. Er ist durch seine Länge und die zu überwindende Höhendifferenz hart, aber für jedermann zu meistern, zudem praktisch verkehrsfrei. Die Ruhe auf der Passhöhe, wo es außer dem Passschild nichts Nennenswertes gibt, sucht seinesgleichen. Dabei genießt man bei günstigen Wetterbedingungen eine tolle Aussicht von Graubünden bis nach Bergamo und in die Po-Ebene.
67 Befahrungen Befahrung eintragen
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