Reschenpass (1507 m)

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Reschenpass (1507 m)
Passo di Resia

Alpen, Südtirol, Rätische Alpen, Ötztaler Alpen, Vinschgau, Tirol, Trentino - Südtirol.
Der Reschensee von oben gesehen von der Rescheneralm, am 11.8.2007.
Der Reschenpass ist sicherlich der nach dem Brenner wichtigste und bekannteste Alpenübergang im Verkehr zwischen Deutschland und Italien. Generell ist der Reschenpass deshalb sehr stark befahren und für Radfahrer daher nur eingeschränkt zu empfehlen. Trotzdem wird der ein oder andere nicht darum herumkommen, den Reschenpass auf einer längeren Alpentour zu passieren. Zwar gibt es mit den benachbarten Pässen Timmelsjoch (45 km östlich) und Ofenpass (25 km südwestlich) durchaus Alternativen, doch eignen sich diese beiden nur bedingt für eine Tour in direkter Nord-Süd-Richtung, etwa zum Stilfser Joch.
Der Reschenpass führt über den Alpenhauptkamm und ist somit gleichzeitig auch eine bedeutende Wetterscheide: Während man auf Südtiroler Seite oft noch die warme Sonne genießen kann, kann es nur wenige Kilometer weiter nördlich im Inntal gleichzeitig kalt und regnerisch sein. Trotz der geringen absoluten Höhe des Reschenpasses befinden sich in der unmittelbaren Umgebung auch einige Dreitausendergipfel. Dazu gehören etwa der Wildnördererkogl (3016 m), der Matscher Winkel Kogel (3030 m), der Danzebell (3148 m) und der Piz S-chalambert (3029 m), der schon in der nahen Schweiz liegt. Im Gegensatz zur Darstellung auf manchen Straßenkarten stellt der Reschenpass jedoch nicht die Staatsgrenze zwischen Österreich und Italien dar, sondern liegt etwa einen Kilometer südlich der Grenzlinie.
Die Passhöhe selbst bietet keinerlei Grund zum Verweilen, der touristische Rummel verlagert sich eher in den Bereich des ehemaligen Grenzübergangs sowie in die Ortschaft Reschen / Resia. Im Vergleich der beiden Passrampen ist die Südanfahrt (Vinschgauer Seite) landschaftlich eindeutig schöner, vor allem, weil man auf dieser eher einen Blick auf die umliegenden Bergriesen werfen kann. Die Nordanfahrt auf österreichischer Seite bietet hingegen fast keinerlei Ausblicke auf die alpine Bergwelt.
Für die Beschreibung danken wir Kai Mail an Absender

Liste der Auffahrten

Nordanfahrt von der Kajetansbrücke15,7 km516 HmSchön: 0 SterneHart: 2 Sterne
Südanfahrt von Glurns23,4 km599 HmSchön: 3 SterneHart: 3 Sterne

Nordanfahrt von der Kajetansbrücke  15,7 km / 516 Hm Schön: 0 Sterne Hart: 2 Sterne

Profile und Tracks

Profil der Auffahrt Nordanfahrt von der Kajetansbrücke
Nördlicher Ausgangspunkt für eine Fahrt über den Reschenpass ist die Kajetansbrücke (991 m). Diese Brücke über den Inn befindet sich drei Kilometer südlich der Ortschaft Pfunds (A). Ab hier steigt die Reschen-Bundesstraße (B 180) konstant an und schlängelt sich am linken Hang des Inntals bergauf. Nach 3,2 km erreicht man dann die ehemalige Zollburg Hochfinstermünz (1137 m), die hoch über dem Inntal in den Fels gebaut wurde.
Anschließend folgt der unangenehmste Abschnitt der Nordrampe: eine Kette schier nicht enden wollender Galerien und Tunnels. Hier zu fahren verursacht schon mit entsprechender Beleuchtung ein absolut mulmiges Gefühl, ohne Licht ist es schier undenkbar. Hat man jedoch den letzten Tunnel hinter sich gelassen folgt eine weitere Besonderheit der Nordanfahrt: der Hochfinstermünzpass (Km 5,0 / 1188 m). Hierbei handelt es sich um einen klassischen „unechten Pass“, das heißt nach seiner Passage geht es keinen einzigen Höhenmeter bergab, sondern weiterhin konstant bergauf in Richtung Reschenpass.
Anschließend folgen zwei Serpentinen (die einzigen Kehren auf der Nordrampe), bevor wir beim Kilometer 9,8 Nauders (1365 m) erreichen. Dieser österreichische Ort sollte jedem Rennradfahrer ein Begriff sein, denn hier befinden sich Start und Ziel des RATA (Race across the Alps), also der berühmt-berüchtigten Alpenrundfahrt über 540(!) km und 13.600(!) Höhenmeter an einem Tag. In Nauders zweigt rechterhand auch die Straße zur Norbertshöhe von unserer Bundesstraße ab. Diese Passhöhe ist jedoch weitgehend unbekannt, vor allem weil sie abseits der großen Verkehrsströme liegt.
Nach weiteren 4,7 km erreichen wir dann die Grenze nach Italien bzw. Südtirol auf einer Höhe von 1455 m (Km 14,5 ab Kajetansbrücke). Die Reschen-Bundesstraße heißt ab hier SS 40. Eine Sprachgrenze überwinden wir jedoch nicht, schließlich wird in Südtirol (besonders in den Bergtälern) noch immer überwiegend deutsch gesprochen. Die ausgedehnten ehemaligen Grenzanlagen sind im Zeitalter des Schengener Abkommens zwar alle verwaist – doch kann man an ihrer Größe gut die Bedeutung dieses Grenzübergangs erkennen. Nach weiteren 1200 m erreichen wir dann den Reschenpass auf einer Höhe von 1507 m.
Die Maximalsteigung auf der Nordrampe beträgt 9 % (kurz vor Erreichen der Passhöhe). Die gesamte Steigung der Nordrampe ist jedoch insgesamt betrachtet sehr gleichmäßig (die durchschnittliche Steigung beträgt gerade einmal 3,3 %) und sollte daher eigentlich niemanden vor ernsthafte Probleme stellen.
Für die Beschreibung danken wir Kai Mail an Absender

Highscores

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Platz   Fahrer     Zeit                    Datum            Aktion
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Südanfahrt von Glurns  23,4 km / 599 Hm Schön: 3 Sterne Hart: 3 Sterne

Profile und Tracks

Profil der Auffahrt Südanfahrt von Glurns
Südlicher Ausgangspunkt für eine Fahrt zum Reschenpass ist die Ortschaft Glurns / Glorenza auf 908 m Höhe. Start ist auf dem alten Marktplatz in der Ortsmitte, auf den kopfsteingepflasterte Gassen aus allen vier Himmelsrichtungen zuführen. Wir wählen die SP 85 und fahren auf dieser in nördliche Richtung.
Nach 2,1 km erreicht man Mals / Malles Venosta, dem Hauptort des oberen Vinschgaus. Am Bahnhof biegen wir links ab auf die SS 40 (Reschen-Bundesstraße) und umfahren den Malser Ortskern dabei linkerhand. Ab hier nimmt sowohl der Verkehr als auch die Steigung zu. Die Straße schlängelt sich die sogenannte „Malser Heide“ hoch, geologisch betrachtet handelt es sich hierbei um den größten Murkegel im Alpenraum. Insgesamt gibt es im Bereich des Aufstiegs sechs kehrenartige Kurven, richtige Serpentinen gibt es auf dieser Strecke jedoch nicht.
Die SS 40 läßt Burgeis / Burgusio links liegen, um dann nach 12,2 km Anstieg (ab Glurns) die Staumauer des Haidersees (Lago di Muta) zu erreichen. Obwohl wir gerade einmal etwas mehr als die Hälfte der Strecke zur Passhöhe hinter uns gebracht haben, befinden wir uns hier bereits auf einer Höhe von 1449 m über dem Meer. Ab hier kann man getrost das große Kettenblatt auflegen, bis zur Passhöhe hat man eher das Gefühl, ein flaches Tal als eine Passstraße zu befahren.
Nach der Passage des Haidersees folgt eine Talstufe. Auf 1,4 km gewinnt man bis zur Staumauer des Reschensees / Lago die Resia (1498 m) weitere 49 Hm. Zwischen den beiden Stauseen liegt die Ortschaft Sankt Valentin auf der Heide / San Valentino alla Muta (km 13,2 / 1470 m). Wir fahren auf der rechten Seite des Reschensees entlang, nach der Durchfahrt von vier (angenehm kurzen) Tunnels bzw. Galerien erreichen wir Graun / Curon (Km 19). Hier befindet sich das zweifelsohne bekannteste Fotomotiv am Reschenpass, der aus dem Wasser ragende Kirchturm von Alt-Graun. Als der Stausee nach dem Zweiten Weltkrieg geflutet wurde, hat die Zeit wohl nicht mehr gereicht, auch diesen dem Erdboden gleichzumachen.
Am Ende des Reschen-Stausees erreichen wir schließlich die Ortschaft Reschen / Resia (km 22,6 / 1498 m), die namensgebend für diesen Pass war. Nach weiteren 800 m ist dann die eigentliche Reschen-Passhöhe (1507 m) erreicht, bevor es wieder bergab in Richtung österreichischer Grenze weitergeht. Seit dem Start in Glurns haben wir bis hierher 23,4 km zurückgelegt. Die Maximalsteigung der Südrampe liegt bei etwa 10 %, welche im Bereich der Umgehungsstraße von Mals erreicht wird.

Prinzipiell kann man den Reschensee zwischen Sankt Valentin und Reschen auch am linken Seeufer umfahren, hier dürfte das Verkehrsaufkommen deutlich niedriger sein als auf der SS 40. Diese Möglichkeit ist mir aber erst hinterher, beim Blick auf eine zweite Landkarte bewusst geworden. Daher kann ich über diese alternative Straße auf dem linken Ufer des Stausees leider auch nichts berichten.
Für die Beschreibung danken wir Kai Mail an Absender

Highscores

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Fahrer     Zeit                    Datum            Aktion
Schnellste Zeit: Indy77 Mail an Absender0 h 47 m 57 s05.05.2011
Mittlere Zeit: Uwe_B Mail an Absender1 h 14 m 00 s25.06.2010
Langsamste Zeit: 1 h 42 m 43 s03.09.2006