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Rifugio Alpo (1510 m)

Im oberen Teil.

Auffahrten

Von AP – Die Auffahrt zum Rifugio Alpo läßt sich in zwei Abschnitte unterteilen, einen völlig normalen ersten Teil, der sich in Nichts von anderen italienischen Alpenauffahrten unterscheidet, und einen zweiten Teil, der die Kniescheiben rotieren läßt.
Von Norden kommend fahren wir auf der Hauptstraße durch das Dorf Baitoni hindurch. Die Straße zieht direkt hinter dem Ortsende, etwa auf Höhe des Nordufers des Lago d’Idro, unvermittelt an und führt über drei Serpentinen relativ steil vom See weg. Bald schon wird es immer mal wieder etwas flacher, wir kurven an einem bewaldeten Berghang entlang und sehen das Dorf Bondone links über uns.
Bondone selbst erreichen wir nach etwa 4 Kilometern. Im Süden läßt sich der Monte Cingla (1669 m Höhe) blicken. In der Ortschaft führt die Straße über weitere Serpentinen nach oben, bis wir schließlich hinter den letzten Häusern an einem kleinen Parkplatz unterhalb eines Hubschrauberlandeplatzes vorbeikommen und hinter einer Kehre der zweite Teil des Anstiegs beginnt. An jener Stelle beschleicht wahrscheinlich nur Hartgesottene kein ungutes Gefühl; die Straße verengt sich, der Asphalt wird rauer und der Übergang in den Wald hinein sieht aus wie der Eingang in einen dieser Terrortunnels auf dem Jahrmarkt. Aber wir haben es ja nicht anders gewollt!
Jedenfalls ist jetzt die Suche nach dem niedrigsten Gang angesagt, es wird steil. Das Sträßchen windet sich im Wald hinauf, über weite Strecken begrenzt von einem rostigen Geländer. Wo sich der Wald öffnet, sehen wir wieder den Monte Cingla rechts von uns. Es lohnt sich, dann auch mal dicht an das Geländer heranzufahren und nach unten zu schauen – es geht tief runter. Meistens werden wir aber kein großes Interesse an solchen Nachforschungen haben, weil die Straße volle Konzentration erfordert. Immer wieder tauchen heftige Rampen auf, die wir erklimmen müssen.
Auf dem achten Kilometer ködert uns die Straße mit einem Flachstück von zwei- oder dreihundert Metern, das wir zum Durchschnaufen und zur Vorbereitung auf die übelste Rampe des Anstiegs nutzen sollten. Diese folgt nämlich stante pede: Aus dem dunklen Wald klettern wir auf Beton über eine Serpentine, für die das Attribut „steil” nicht ganz ausreicht (siehe Fotos), zwischen Felswänden hindurch. Den Steigungsgrad dieser Rampe kann ich nicht genau bestimmen, er dürfte bei fast 30 % liegen. Tatsächlich stand ich dort fast still, weil mein Hinterrad bei einer Geschwindigkeit von 4 km/h auf dem feuchten Beton durchrutschte. Irgendwie kam ich mit einem Ruck nach vorne aus der Patsche heraus. Viel länger hätte diese Rampe nicht sein dürfen; der Klick aus den Pedalen war ganz nah.
Damit ist das Schlimmste überstanden, sprich viel mehr als punktuelle 15 % Steigung sind nicht mehr zu erwarten. Auf dem neunten Kilometer öffnet sich die Landschaft, und von einer Kehre aus haben wir einen tollen Blick auf den Lago d’Idro. Für den Blick allein lohnt sich die Auffahrt fast schon. Es wird ein bißchen flacher, wir sehen ein paar Häuser auf der Alm und ein Holzschild mit dem Namen des Rifugios. Um zu dem Rifugio, welches nicht nur aus einem Haus besteht, sondern ein ganzer Weiler ist, zu gelangen, müssen wir noch mal eine ziemlich steile Rampe bezwingen, die ein Stück hinter dem Holzschild links abbiegt. Die Straße führt über eine zerbröckelnde Serpentine noch einige Meter hinter dem Rifugio hoch und geht dort in eine Piste über.

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Schnellste Zeit
Mittlere Zeit
00:56:15 | 07.07.2011
Jens Berger
Dolce Vita

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