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Valico di Monte Cristo (1767 m)

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Auffahrten

Von AP – Von L’Aquila her kommend beginnt die Auffahrt in dem kleinen Ort Paganica, der durch das Erdbeben von 2009 ebenfalls hart getroffen wurde. Zunächst steigt die Straße kaum spürbar an und schlängelt sich durch eine Schlucht (Valle Verde), vorbei am Santuario della Madonna d’Appari. Vor dem Weiler Camarda steigt die Straße stärker an. Die Schlucht weitet sich vor Assergi, das auf einem Felssporn direkt vor der Südseite des Massivs des Gran Sasso liegt.
Kaum hat man den Ort hinter sich gelassen, verbreitert sich die Straße ungemein und überquert die Autobahn A24, die zur rechten Seite in einem Tunnel verschwindet. Wo man weiter unten in der Schlucht den Eindruck hatte, auf dem Weg in eine ganz abgeschiedene Gegend zu sein, ist es nun ein eigenartiges Erlebnis, plötzlich auf fast 1000 m Höhe mit einer Autobahn konfrontiert zu werden.
Die Straße verengt sich aber schnell wieder, und man gelangt direkt am Fuß der gewaltigen Mauer des Bergmassivs an eine Kreuzung, an der von links eine Straße aus dem Nirgendwo der weiten Mitte Italiens heraufkommt. Dementsprechend hält man sich rechts in Richtung Campo Imperatore. Schon bald kommt Fonte Cerreto in Sicht, eine kleine Ansiedlung mit ein paar Hotels neben Bergkiefern, gegründet als faschistisches Tourismusförderungs-Vorzeigeprojekt in der Zeit vor dem zweiten Weltkrieg. Von der Ansiedlung aus führt die Seilbahn zum Hotel Campo Imperatore hinauf.
In Fonte Cerreto hat man ungefähr die Hälfte des Anstiegs hinter sich, und nun wird es richtig einsam (falls man nicht an einem Urlaubswochenende im Sommer unterwegs ist) und herzerwärmend schön. Immer höher zieht sich die Straße nach Osten, mal durch kleine Wälder, mal über offene Flächen. Die Steigung ist nicht durchgehend, es gibt immer mal wieder längere Flachstücke, die manchmal auch kurz abfallen. Ab einer Höhe von etwa 1300 m weicht die höhere Vegetation zurück, nur noch vereinzelt stehen Büsche und Kiefern in der Landschaft, und man hat weite Blicke über die Bergwiesen auf die Gran-Sasso-Südseite zur Linken und den Sirente-Velino zur Rechten.
Nach ungefähr 18 km Fahrt passiert man eine Kreuzung, an der eine asphaltierte Piste nach rechts in Richtung Filetto abfällt (siehe Variante der Südanfahrt) und nach links eine Straße zum Rifugio Monte Cristo in ein Seitental kriecht. Man hält sich geradeaus, die Vorfreude auf den Campo Imperatore wächst. Die letzten Kilometer bis zum Scheitelpunkt fliegen nur so vorbei, es sein denn man hat Pech mit dem Wind wie der Kollege Droopy weiter unten......
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Von Droopy – Ein Blick auf die altmodische Landkarte verrät, dass die Nebenstrecke auf den Gran Sasso d’Italia in gerader Luftlinie den Weg etwas verkürzt. Die vielen Kurven auf dem Papier versprechen gleichzeitig aber auch mehr Kurzweil als die Hauptstraße über Assergi.
In der Praxis kann sich das bestätigen. Wir folgen also der Ausschilderung Pescomaggiore und können auf einer ziemlich breiten Straße die ersten Meter nach oben klettern. Leider ist der Asphalt hier etwas rau, so dass es nicht so gut rollt. Nach Querung eines Steinbruchs wird es aber besser, da die Straße offensichtlich nur im unteren Teil durch die Baufahrzeuge malträtiert wird. Für mehr Kopfzerbrechen sorgt hier stattdessen der ein oder andere Hofhund, der unangeleint vor der Einfahrt seines Grundstücks hockt und anschlägt. Mit einer bewussten Schleichfahrt an diesen Stellen und kühlem Kopf hat der Autor aber diese Klippe umschifft.
Dafür ist die Strecke hinter Pescomaggiore wirklich schön. Eine Art felsige Heidelandschaft mit niedrigem Baumbewuchs, umgeben von zahlreichen Bergkuppen des Gran Sasso. Und ruhig ist es natürlich auch, die Messeinheit dürfte ab hier keine fünf Fiat Panda die Stunde betragen. Die zweite Ortschaft auf der Strecke heißt Filetto, hier halten wir uns rechts, umfahren den Cima della Croce (1124 m) und kommen auf eine Art asphaltierten Forstweg, der uns kurvenreich nach oben führt.
Nach einigen Kehren gelangen wir auf dieser Strecke auf eine zartgrüne Hochterrasse, die den Eindruck einer Heidelandschaft abermals verstärkt. Es ist hier so ruhig, dass sich das Vogelgezwitscher unterscheiden lässt. Ein Rastplatz für Goethes Frühlingsspaziergang. Hieran können wir uns weiter kletternd noch lange Zeit satt sehen, bevor wir durch eine Furche gelangen, die bereits einen Scheitelpunkt markiert. Doch die Freude währt zu früh, wir verlieren vielleicht 50 Hm und befinden uns auf einmal in einem zweiten saftigen Hochtal, dem Piano di Fugno. Im Wonnemonat Mai bildeten hier auf diesem Feuchtgebiet nebst kleinem Tümpel gelbe Butterblumen ein kleines Meer.
Nach einem Rechtsschwenk sehen wir dann die Felswände des Gran Sasso und kommen wenig später auf die Hauptstraße (SS17bis). Die ab diesem Punkt überbreite Straße sorgt allerdings für den einen oder anderen Kontrast, denn wir sind bereits oberhalb der Baumgrenze. Ringsum nur kahle grüne Bergkuppen und wer Pech hat, wie der Autor, dem bläst ein kalter Wind entgegen, der es in sich hat. Die Steigungsprozente für die verbleibenden sechs Kilometer hätten eine schnelle Fahrt versprechen können, so aber stemmte sich eine unsichtbare Hand dagegen. Erst am Abzweig zum Campo Imperatore wurde es wieder ruhiger, denn auch die rund zwei Kilometer Abfahrt vom Scheitel gestalteten sich noch wie ein Ritt durch einen Kamin.
Ein Tipp noch am Rande: Problematisch auf dem gesamten Weg und auch später in Richtung Campo Imperatore ist die Wasserversorgung. Wer bei heißem Wetter hier eine Trinkflasche extra ins Trikot packt, ist daher gut beraten.
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