Valico di Olmo di Bobbi (1225 m)

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Valico di Olmo di Bobbi (1225 m)
Kuhkakketunnelpass

Apennin, Mittlerer Apennin, Abruzzen.
Südanfahrt: Flachstück unterhalb von Cocullo.
Kennt jemand den Valico di Olmo di Bobbi? Nein?
Nun, der Autor der Beschreibung hatte auch nie etwas von diesem Pass gehört und ihn dann befahren, weil er sich bei einer Pässerunde durch den Parco Nazionale d’Abruzzo, Lazio e Molise quasi aufdrängt als Verbindung zwischen dem Valico di Monte Godi und dem Passo del Diavolo.
Dabei führt die Strecke über den Pass gar nicht durch den Nationalpark. Aber wo ist der Pass überhaupt? Man findet ihn in den einsamen Bergen zwischen Pescina (an der Piana del Fucino) und dem Hinterland von Sulmona, mittendrin in der italienischen Halbinsel und gleichzeitig am östlichen Rand der Marsica. So nennt man die Unterregion der Provinz von L’Aquila um Avezzano herum, weil dort in antiker Zeit das Volk der Marser lebte.

Ungefähr 300 Jahre vor Christus wurden die Marser Bundesgenossen der Römer und erhielten nach dem Bundesgenossenkrieg zwei Jahrhunderte später das römische Bürgerrecht. Die Marser praktizierten einige seltsame Riten, zum Beispiel die Schlangenbeschwörung. Dieser Brauch hat sich noch in Cocullo erhalten, einem Bergdorf, an dem man auf der Südanfahrt zum Olmo di Bobbi vorbeikommt. Dort findet jedes Jahr in der ersten Maiwoche ein Fest zu Ehren des heiligen Domenico di Sora statt, bei dem die Einwohner eine Figur des Heiligen durch die Straßen tragen, die mit Schlangen behängt ist. Manche Leute schlingen sich die Schlangen auch um den Hals. Natürlich benutzt man für dieses Treiben keine Kobras oder Mambas, sondern ungiftige Nattern, die in den Bergen gefangen und später wieder laufen bzw. schlängeln gelassen werden. Das Fest ist in Italien ein so großer Anziehungspunkt, dass man an der Autobahn, die von Pescara nach Rom durch den Mittleren Apennin und an dem Dorf führt, eine Auf- und Abfahrt gebaut hat.

Der Pass kann von drei Seiten angefahren werden, denn neben den weiter oben angedeuteten Anfahrten von Pescina und aus der Conca di Sulmona gibt es eine dritte Variante von Goriano Siculo nördlich der Passhöhe her. Diese Variante macht es möglich, den Olmo di Bobbi mit Pässen im südlichen Teil des Parco Naturale Regionale Sirente Velino zu verknüpfen, wie zum Beispiel dem Monte Urano oder der Forca Caruso.
Die Gegend um den Pass herum ist ziemlich kahl, so dass man die namensgebenden Ulmen vergebens sucht. Gewarnt sei vor dem kurzen Tunnel auf der Passhöhe, der von frei umherstreifenden Kühen als Latrine missbraucht wird. Dieser Umstand hat einen Kollegen aus dem Redaktionsteam, der sich gerne einmal an der Heimatdichtung versucht, zu einem kleinen Poem inspiriert, das wir dem geneigten Leser nicht vorenthalten wollen:

Es kommt AP in einen Tunnel
der da liegt im Apennin
Und die Kuh, die blöde Hummel
kackt da vorher schnell noch hin ...

Armer AP, so ein Pech
So, nun hast du den Salat
Ohne helfendes Schutzblech
Klebt die Scheiße voll am Rad.

Für die Beschreibung danken wir AP Mail an Absender

Liste der Auffahrten

Südanfahrt von Anversa degli Abruzzi13,7 km646 HmSchön: 3 SterneHart: 2 Sterne
Westanfahrt von Pescina13 km520 HmSchönheit nicht bewertetHärte nicht bewertet

Südanfahrt von Anversa degli Abruzzi  13,7 km / 646 Hm Schön: 3 Sterne Hart: 2 Sterne

Profile und Tracks

Profil der Auffahrt Südanfahrt von Anversa degli Abruzzi
Im schmucken Bergdorf Anversa degli Abruzzi, wildromantisch gelegen am Ausgang der Gola di Sagittario, beginnt die Südanfahrt zum Valico di Olmo di Bobbi. Jedenfalls beginnt sie dort für diejenigen, die vom Valico di Monte Godi herabkommen; wer von Sulmona über Bugnara anreist, der kommt schon mit über 100 Hm ab Bugnara im Gepäck in Anversa an. Im Ortskern ausgeschildert sind u.a. die Autobahn und Cocullo, aber den Weg nicht zu finden ist fast unmöglich.
Die Steigung der gesamten Anfahrt ist sehr regelmäßig und liegt bis auf wenige Ausnahmen bei ungefähr 5 %. Man fährt mit der Autobahn zur Rechten durch eine offene, landwirtschaftlich genutzte Gegend an Casale vorbei und wundert sich über den gigantischen Autobahnzubringer unterhalb von Cocullo. Dort verschwindet die Trasse der Autobahn in einem Tunnel.
Direkt vor Cocullo fällt die Straße kurz ab und schwingt sich hinter dem Dorf in einem ungeheuer weiten Bogen an der Flanke eines Bergkessels hinauf. Nach etwas mehr als der Hälfte der Auffahrt ist man wieder direkt über Cocullo angekommen und hat einen weiten Blick nach Süden. Die Landschaft ist ziemlich kahl und trocken, auf einem Bergrücken stehen Windkraftanlagen wie einsame Wächter. Man merkt den abgeholzten Hängen an, dass sie nicht in den Schutz des Nationalparks gekommen sind.
Ein wenig später kommt man an dem Abzweig der Straße nach Goriano Siculo vorbei und sieht die Berge des Sirente-Velino-Massivs am nördlichen Horizont. Über mangelnde Aussicht während der Auffahrt kann man sich wahrlich nicht beschweren, aber für den Geschmack des Autors wirkt die Gegend zu karg und leblos. Man fühlt sich erinnert an manche vom Raubbau geschundenen und vom Regen gemiedenen Landschaften in Griechenland oder in Südostspanien…
Der Tunnel auf der Passhöhe rückt dann recht schnell ins Blickfeld. Wie schon oben angedeutet, aufpassen bei der Durchfahrt! Die Abfahrt in Richtung Pescina bringt im oberen Teil bis Rivoli viel Spaß, danach wird es etwas langweilig.
Für die Beschreibung danken wir AP Mail an Absender

Highscores

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Westanfahrt von Pescina  13 km / 520 Hm Schönheit nicht bewertet Härte nicht bewertet

Profile und Tracks

Profil der Auffahrt Westanfahrt von Pescina
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