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Weißsee (2365 m)
Mölltaler Gletscherstraße

Alpen, Hohe Tauern, Kärnten.
Herbstidylle, Blick talabwärts
Der Weißsee liegt im österreichischen Bundesland Kärnten östlich der Großglocknerstraße und westlich von Mallnitz. Er gehört zu den in englischsprachigen Radkreisen bekannten „Monsters of Carinthia“: Straßen, welche meist im Zuge der Realisierung von Stauseeprojekten gebaut wurden. Auch dient die Straße als Zufahrt zur Mölltaler Gletscherbahn.
Zwar eine Sackgasse, gibt es mindestens zwei Gründe, sie doch zu besuchen. Erstens, weil die letzten vierzehn Kilometer für den Verkehr gesperrt sind, aber Radfahren ausdrücklich erlaubt ist, was fast die einmalige Chance ergibt, eine Bergstraße ohne Autoverkehr zu genießen.
Zweitens, weil es nach der Website salite.ch von über 8000 Bergstrassen bloß zwei gibt, die noch mehr Härtepunkte bekommen als die Weißsee-Straße (eine liegt auf Madeira, die andere eine nicht mit dem Rennrad befahrbare Straße südlich von Rovereto). Das heißt, dass der Weißsee die härteste mit dem Rennrad befahrbare Straße des europäischen Festlands sein soll. Ob das stimmt...
Jedenfalls gehört die Auffahrt auf eine Stufe mit dem Pragelpass, dem Mortirolo und dem Zoncolan.
Für die Beschreibung danken wir Renko Mail an Absender

Liste der Auffahrten

Südrampe von Außerfragant22 km1800 HmSchön: 3 SterneHart: 5 Sterne

Südrampe von Außerfragant  22 km / 1800 Hm Schön: 3 Sterne Hart: 5 Sterne

Die Auffahrt beginnt in Außerfragant oder im Nachbardorf Flattach, welche im Mölltal liegen, auf 725 m Höhe. Schon am Anfang kündigt sich die erste Steigung an. Liegt die Steigung zuerst bei knapp 10%, so steigt sie bald auf 14% an, und dies während eines knappen Kilometers. Nach drei Kilometern erreicht man einen ersten Höhepunkt: bei knapp über 1000 m Höhe beginnt eine zwei Kilometer andauernde Abfahrt. Dann beginnt eine moderate Steigung, und nach genau sechs Kilometern erreicht man die erste und letzte Ortschaft der Straße, Innerfragant. Hier gehts wieder steil bergauf: in einem Kilometer werden genau 100 Meter an Höhe gewonnen.
Dann lässt die Steigung wieder nach, und bald biegt eine kleine Straße nach rechts ab. Auf einem Straßenschild steht „Privatstraße Schranke geschlossen“. Dies ist nichts anderes als die superschwere Straße zum Großen Oscheniksee, auch einer der Kärntner Monster. Er misst ab hier 9,3 Kilometer, ist durchgehend asphaltiert, und gewinnt sage und schreibe 1220 Meter an Höhe (Durchschnitt 12.8%!).
Unsere Straße geht aber nur sanft nach oben, bis man nach acht Kilometern die Mölltaler Gletscherbahn erreicht. Hier sperrt eine Schranke die Weiterfahrt: ab hier ist die Straße nur für Werksverkehr, Radfahrer und Wanderer geöffnet.
Die 14 Kilometer lange Weiterfahrt wird von kurzen Abfahrten in vier Teilstücke aufgeteilt. Bereits nach der Sperre nimmt die Steigung massiv zu. Es folgt eine lange Strecke, welche zum Glück von regelmäßigen Kurven unterbrochen wird. Aber die Steigung ist ziemlich brutal: nur in den Kurven geht sie unter zehn Prozent zurück. Die Strecke liegt im Wald, so dass man zumindest von der Sonne geschützt ist.
Nach zwölfeinhalb Kilometern ist die erste Steigung beendet. Man fährt weiter, nur leicht an Höhe verlierend, die Straße biegt nach rechts, überquert eine Brücke, dann nochmal nach rechts. Hier beginnt die zweite und härteste Rampe. In den nächsten dreieinhalb Kilometern werden 460 Höhenmeter gewonnen. Die Steigungen liegen meist bei der 15% Marke: da und dort noch deutlich darüber. Hier scheint die Sonne, was Ende Oktober 2005 nicht unwillkommen war, aber im Hochsommer die Hölle sein dürfte. Zumindest ist die Straße auch hier in zwar nicht neuem, aber jedoch gutem Zustand, und ist auch breit genug für zwei Fahrzeuge, oder einen im Zickzackkurs fahrenden Radfahrer...
Nach 17 Kilometern folgt eine Abfahrt von 1 km Länge, teilweise in einer Lawinengalerie. Die dritte Rampe misst ebenfalls einen Kilometer und hat eine Steigung von etwa 10%. Rampe vier ist am Anfang sehr steil, flacht ab bei der Zwischenstation der Gletscherbahn, und bleibt danach bei 12%. Nach insgesamt 22 Kilometern erreicht man das Ende der asphaltierten Straße. Für Mountainbiker kann man aber von hier auch weiter fahren, in Richtung Gletscherskigebiet.
Im Allgemeinen befindet sich die Straße in recht gutem Zustand. Es gibt aber da und dort Schlaglöcher, sodass der Fahrer insbesondere bei der Abfahrt aufpassen sollte. Der erste Tunnel ist sehr dunkel: hier wegen Schlaglöchern links oder rechts bleiben. Es gibt auch etwa alle 20 Metern Rinnen im Straßenbelag, damit Regen- oder Schmelzwasser abfließt: dies macht die Abfahrt ziemlich mühsam. Tipp: oben die Wasserflaschen auffüllen, damit man bei der Abfahrt die Felgen bei Bedarf abkühlen kann, denn die Bremsen müssen viel Arbeit leisten...
Ab der Straßensperre, wenn nicht gerade oberhalb Außerfragant, ist es dem Radfahrer klar, daß er eine ganz bestimmt nicht für den Tourismusverkehr gebaute Straße gewählt hat. Während 14 Kilometern ab Sperre gibt es effektiv keine Flachstücke, wo seine Beine durch lockere Bewegung entspannt werden können, sondern eher nutzlose Abfahrten, an denen er nur Höhe einbüßt. Die Länge der Rampen, kombiniert mit den fast nur im zweistelligen Bereich liegenden Steigungsprozenten, bedingen eine für den Rennradfahrer äußerst anstrengende Auffahrt. Mit einem zwei-Kranz-Rennrad müsste der Fahrer über eine exzellente Kondition verfügen. Mit drei Kränzen, aber vor allem wegen frischen Beinen und (dank eines großen Frühstücks) ausreichenden Energiereserven, war es für diesen Fahrer nicht ganz die ultimative Härteprobe, die man nach der Bewertung von salite.ch erwartet hätte.
Eine andere Website stellt nicht der Weißsee, sondern die schreckliche Westanfahrt zum Monte Zoncolan an die Spitze der Härteliga. Am besten probiert man die zwei selber, denn von der Ostseite des Zoncolan bis Außerfragant sind es nur 101 Kilometer: man kann die zwei in einer Tour machen. Buon viaggio!
Für die Beschreibung danken wir Renko Mail an Absender

Highscores

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Platz   Fahrer     Zeit                    Datum            Aktion
1.hdoerschlag Mail an Absender2 h 06 m 00 s03.10.2009
2.gyorgyigabor Mail an Absender2 h 37 m 16 s30.06.2007
3.Renko Mail an Absender2 h 55 m 00 s26.10.2005
getri Mail an Absenderohne Zeit18.08.2000