VERY important message

Pässe Blaubeurer Alb

Alle Pässe | Deutschland | Baden-Württemberg | Schwäbische Alb | Blaubeurer Alb

Regionsbeschreibung

Von Kletterkönig120 – Blaubeuren befindet sich etwa 15 km westlich von Ulm im Tal der Blau. Die Blaubeurer Alb erstreckt sich vom Schmiechtal im Westen bis Laichingen im Norden. Im Osten trennt das kleine Lautertal die Blaubeurer Alb von der Ulmer Alb. Den Südrand bilden die Blau und die Ach, deren Täler den gegenüberliegenden Hochsträß vom Hauptteil der Alb trennen.
Die Ausdehnung der Blaubeurer Alb beträgt etwa 20 km in Ost-West-Richtung und rund 10 km in Nord-Süd-Richtung. Die höchsten Erhebungen mit fast 800 m befinden sich an der Grenze zur benachbarten Münsinger Alb bei Ingstetten und Suppingen, sonst werden überwiegend Höhen um die 700 m erreicht, der niedrigste Punkt der Blaubeurer Alb befindet sich bei Herrlingen, wo die Lauter in die Blau mündet, mit einer Höhe von rund 500 m.

Die Täler der Blau und Ach wurden durch die Ur-Donau geschaffen, bevor diese sich während der Riß-Eiszeit weiter südlich einen neuen Verlauf suchte. Rund um Schelklingen zeugen mehrere Umlaufberge von älteren Flussschleifen, die von kleinen Flüssen wie der Ach und Blau unmöglich ausgeräumt worden sein können. In Blaubeuren wurde kein vollständiger Umlaufberg geschaffen, dort ist der Ruckberg noch über einen schmalen Grat mit dem Hochsträß verbunden.
Einer der bekanntesten Orte nicht nur der Blaubeurer Alb, sondern der gesamten Schwäbischen Alb ist der Blautopf, der neben dem Aachtopf im Hegau eine der mächtigsten Quellen Deutschlands ist. Bei klarem Wasser scheint der Blautopf keinen Grund zu haben, tatsächlich öffnet sich in ca. 25 m Metern Tiefe eine der längsten Höhlen Deutschlands, die bereits in den 1980er-Jahren auf einer Länge von über einem Kilometer erforscht wurde. Gespeist wird der Blautopf von einem weit verzweigten Höhlensystem, in dem sich das auf der Alb versickerte Oberflächenwasser sammelt und dem Blautopf zufließt, dessen rund 160 m² großes Einzugsgebiet bis ins rund 15 km entfernte, auf der Münsinger Alb gelegene Westerheim reicht.
Während Blaubeuren mit Wasser reich gesegnet war, mussten die Bewohner der Albhochfläche in früheren Zeiten infolge der Verkarstung in ständiger Wasserknappheit leben. Erst durch die Einführung der Albwasserversorgung konnte dieses große Problem überwunden werden. Die erste Versorgungsgruppe ging 1871 in Justingen oberhalb des Schmiechtals in Betrieb und versorgte die drei Dörfer Justingen, Hausen ob Urspring und Ingstetten mit frischem Trinkwasser, dass zuvor teilweise noch mit Ochsenkarren auf die Alb befördert werden musste. In der Folgezeit entwickelte sich Justingen regelrecht zum Wallfahrtsort, da sich viele andere Albgemeinden über dieses technische Wunderwerk informieren wollten. Das alte Pumpwerk dient seit 1996 als Museum und kann sonntags besichtigt werden.
Entlang des Blau- und auch Achtals finden sich eine Reihe großer Steinbrüche, in denen das berühmte Ulmer Weiss, ein hochreiner Kalkstein, gewonnen wird, der u.a. in der Zementherstellung und chemischen Industrie Verwendung findet.

Die Hauptverkehrsachsen führen entlang der Blau und Ach, sowie von Blaubeuren in nordwestlicher Richtung auf die Alb und weiter nach Urach. Im Blau- und Achtal sollte man deshalb besser den auf der anderen Talseite verlaufenden Radweg benutzen, auf der Alb finden sich dagegen genug kleinere, ruhigere Sträßchen abseits des großen Verkehrs, so dass man auch die Blaubeurer Alb weitestgehend ungestört befahren kann.

Größere Höhenunterschiede finden sich lediglich am Südrand der Blaubeurer Alb, hier sind bei den Auffahrten aus den Tälern ca. 150 Hm zu überwinden, wie z.B. bei den Anstiegen aus dem Schmiechtal nach Justingen oder von Schelklingen nach Hausen ob Urspring. Wesentlich beschaulicher geht es dagegen im landschaftlich sehr reizvollen Kleinen Lautertal zu, das man sehr schön mit einer Auffahrt über die Wippinger Seitensteige kombinieren kann.
Am Südrand der Blaubeurer Alb verläuft die Donautalbahn mit Bahnhöfen in Herrlingen, Gerhausen, Blaubeuren, Schelklingen und Schmiechen mit Anbindungen nach Ulm bzw. Ehingen und Sigmaringen. Im Schmiechtal existiert zwar eine Bahnstrecke nach Münsingen, auf der jedoch kein regelmäßiger Betrieb mehr stattfindet. Alle 6 Pässe der Region ansehen