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Pässe Les Grands Causses

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Regionsbeschreibung

Von immerrauf – Das Gebiet der Grands Causses liegt im südlichen Zentralmassiv, bereits teilweise in den Midi-Pyrénées, überwiegend im Languedoc-Roussillon. Es grenzt unmittelbar an die Cevennen.
Die Causses liegen zum Teil im Parc naturel regional des Grands Causses oder im Parc National des Cévennes sowie im Grenzbereich verschiedener Départements: Die Causse du Comtal und die Causse de Sévérac liegen im Département Aveyron. Die Causse du Larzac, auch Plateau du Larzac genannt, liegt in den Départements Aveyron und Hérault. Die Causse Noir wiederum liegt im Grenzgebiet der drei Départements Aveyron, Lozère und Gard. Die Causses de Sauveterre und Méjean liegen im Département Lozère. Letztere gilt mit 340 km² als die Größte der Causses.

Als Causses bezeichnet man mächtige Kalkhochflächen, die zum Teil durch tiefe Schluchten und Täler voneinander getrennt werden. Bekannt sind vor allem die Tarn- und die Jonte-Schlucht sowie das Tal des Lot. Teilweise ragen die Kalkwände der Causses bis zu 500 m steil aus diesen Schluchten hinauf.
Unter den karstigen Kalkhochflächen bildeten sich im Laufe der Erdgeschichte große Tropfsteinhöhlen. So die Karsthöhle Aven Armand auf der Causse Méjean in der Nähe des Ortes Meyrueis oder die Grotte de Dargilan auf der Causse Noir.
Die schluchtseitigen Flanken der Causses verwitterten an vielen Stellen zu schroffen zerklüfteten Felsformationen, Corniches genannt.
In den Corniches der Causse de Méjan und der Causse Noir im Tal der Jonte wurden in der Nähe des Ortes Le Roziere Gänse- und Mönchsgeier erfolgreich angesiedelt, nachdem diese großen Vogelarten um 1940 vollständig ausgerottet waren. Der ägyptische Geier, auch Schmutzgeier genannt, fand sich unlängst selbst zu Sommerzeit hier ein, zieht aber ein Winterquartier in Nordafrika vor. Man kann das illustre Geiervolk vom Informationszentrum des Belvédère des Vautours aus beobachten.

Das Klima auf den Hochflächen ist rekordverdächtig. Die Temperaturen reichen von plus 40 Grad im Sommer mit monatelanger Trockenheit bis minus 30 Grad im Winter. Der Wind erreicht Geschwindigkeiten von bis zu 170 km/h.
Bis vor 60.000 Jahren lassen sich Spuren von Menschen auf den Causses nachweisen. Vor 3000–4000 Jahren wurden die Täler besiedelt. Dolmen, Menhire und Tumulusgräber zeugen von dieser Zeit. Später kamen die Römer und schufen mit ihren zahlreichen Töpferöfen in La Graufesenque, zwei Kilometer südöstlich der Stadt Millau die bedeutendste Industrie auf gallischen Boden.

Die Römer kannten auch schon den hier hergestellten grün-blau marmorierten Roquefort-Käse, hergestellt ausschließlich aus der Milch der hier heimischen Lacaune-Schafe und benannt nach dem Dorf Roquefort-sur-Soulzon mitten im Parc naturel regional des Grands Causses .
Heute sind neben dem weltbekannten schimmeligen Käse die Schafszucht und der Tourismus, vor allem aber im Sommer die Kanuten im Gorges du Tarn, Haupterwerbsquellen auf den Causses und in den Schluchten. Dabei gelten die Bewohner der Region als aufmüpfiges und couragiertes Völkchen. Weltweit bekannt wurde diese Eigenschaft beispielsweise, als sich die Bewohner der Causse du Larzac in langwierigen Aktionen 1973 bis 1981, letztendlich aber erfolgreich, gegen die Ausweitung des dort vorhandenen Truppenübungsplatzes wehrten. Oder 1999, als Schafszüchter die McDonald’s-Filiale in Millau fachgerecht in ihre Einzelteile zerlegten. Einer der damaligen Aktivisten, José Bové, zählt zu den Gründungsmitgliedern der Organisation Attac. Er schuf im Zusammenhang mit den Protestaktionen um die Fastfood-Kette den in Frankreich heute üblichen Begriff malbouffe für Fastfood, was sinngemäß „Schweinefraß“ bedeutet.

Radfahren in den Grand Causes ist überaus anspruchsvoll. Einerseits müssen zum Teil ernorme Steigungen auf eindrucksvollen Sträßchen überwunden werden, um aus den Schluchten auf die Hochflächen zu gelangen. Andererseits sind Hochflächen hier nicht gleichzusetzen mit Hochebenen, denn auch auf den Causses müssen größere Steigungen und Höhenunterschiede überwunden werden, die denen von Mittelgebirgen nahe kommen. Die klimatischen Bedingungen hier oben tun ihr Übriges: Sowohl sengende und flirrende Hitze als auch ein scharfer unbarmherziger eisiger Wind, der aus allen Himmelsrichtungen gleichzeitig zu blasen scheint, fordern schnell ihren Tribut.
Kein Wunder, dass die Causses zu den dünn besiedelten Gebieten Frankreichs zählen, und wer hier sportlich Rad bergauf und ab fährt, hört nicht selten ein anerkennendes freundliches quelle courage! aus einheimischen Mund. Wenn dann noch mit etwas Glück Gänse- und Mönchsgeier über dem abgekämpften Pedaleur kreisen, schafft das ein ganz einzigartiges, höchst abenteuerliches Flair.
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