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Eine Zeitlang war der Maresme im 20. Jahrhundert Vorreiter des neuen Spaniens der Nach-Franco-Zeit. Das manifestierte sich zum Beispiel darin, dass in den 70er und frühen 80er Jahren Calella zu einer der ersten Hochburgen des Massentourismus wurde, wovon bis heute sein Beiname zeugt: Calella dels Alemanys. Eine Übersetzung erübrigt sich. Ebenso fanden in Canet de Mar in den 70er Jahren einige der ersten Rockfestivals auf spanischem Boden statt... man nannte es auch das katalanische Woodstock.
Was bleibt heute vom Maresme? Wo einmal ein stiller grüner Wald war, wuchern jetzt gesichtslose Siedlungen (urbanizaciones) und breiten sich Industriegebiete oder mit Plastik bedeckte Gemüsefelder aus. Die Fischerdörfer sind zu mehr oder weniger großen Städten angewachsen. Die Gegend ist auch im Ausland touristisch nicht mehr richtig angesagt. Es gibt aber ein paar Ecken, wo man im Sommer ganz nett an den Strand gehen kann, wie etwa in Caldes d´Estrac. Zudem findet man im Maresme mit dem Restaurant Sant Pau in Sant Pol de Mar eines der besten spanischen Restaurants. Seine Besitzerin heißt Carme Ruscalleda und ist eine der wenigen Frauen in der europäischen Spitzengastronomie.
Es geht los im Ortszentrum von Sant Fost an der Kreuzung der Carretera de Sant Adrià mit der Carretera de Badalona. Letztgenannte Carretera fährt man in Richtung Badalona/Tiana und sind direkt im Anstieg zum ersten Pass des Tages, dem Alt de la Conreria, auch Coll de Montalegre genannt. Zunächst gibt es immer mal ein paar Flachstücke, ab Kilometer 3,5 geht es dann kontinuierlich mit etwa 5 bis 6% Steigung nach oben. Man hat gar nicht das Gefühl, Sant Fost zu verlassen, denn oberhalb des Ortes schließen sich sofort urbanizaciones an. Die am höchsten gelegene heißt dann auch Conreria, weswegen der Name Coll de Montalegre aus der Mode gekommen ist. Nach etwas mehr als 6 km überquert man wir die Passhöhe. Nun folgt die Abfahrt zur Küste hinunter durch eine fast baumlose Landschaft mit Feldern und Weingärten. Etwa 1,5 km hinter der Paßhöhe biegt man links ab in Richtung Tiana, das schnell erreicht ist. In Tiana folgt man der Beschilderung in Richtung Montgat und unterquert die Küstenautobahn C-32. Weiter unten biegt man in Montgat direkt an der Küste auf die Nacional N-II in Richtung El Masnou ab.
Die folgenden 4 bis 5 km an der Küste entlang nach Nordosten sind wegen des starken Verkehrs ein wenig unangenehm zu fahren. Überraschenderweise ist das Stück auch nicht flach, sondern es geht bergauf und -ab. In El Masnou nimmt man dann die Abzweigung nach links in Richtung Alella und schon steht der Anstieg zum Alt de la Font de Cera an. Zunächst geht die Straße bei einer Steigung von 3 bis 4% einfach nur gerade aus El Masnou heraus und unterquert wieder die Küstenautobahn. Dahinter durchfährt man den nächsten Ort, Alella, mit einer schmucken urbanización am Hang oberhalb. Aber Alella hat mehr als nur urbanizaciones zu bieten, es ist gleichzeitig ein kleines Weinanbaugebiet mit einer Handvoll Weingüter und in Katalonien bekannt für den trockenen Weißwein aus der Pansa-Traube. Etwa bei Kilometer 3 des Anstiegs läßt die Bebauung nach, es wird kurviger, und die Steigung zieht auf 6 bis 7% an. Nach fast 6 km steht man dann an der bewaldeten Paßhöhe. Die etwas mehr als 5 km lange Abfahrt nach Vilanova del Vallès ist im oberen Teil ziemlich steil und wird dann hinter einer Tankstelle schnell flacher. Es geht über mehr als 2 km an einem Golfplatz vorbei.
In Vilanova angekommen, folgt man der Beschilderung in Richtung La Roca del Vallès und fährt auf der BV-5001 nach Norden. Die Straße ist unangenehm zu befahren, da der Belag an den Rändern sehr rissig und holprig ist. Zum Glück ist La Roca schnell erreicht, und dort biegt man noch vor dem Ortszentrum in Richtung Òrrius ab. Das Schild ist nur schwer zu sehen. Wer hier in den Ort hineinprügelt, hat gute Chancen, die Abzweigung zu verpassen. Direkt dahinter beginnt der Anstieg zum Coll de Sant Bartomeu (auch Alt de Òrrius genannt). Das ist zwar der schwerste Anstieg dieser Tour, aber auch gleichzeitig der mit dem geringsten Verkehrsaufkommen. Es geht oberhalb von La Roca mit etwa 7% Steigung auf einer engen Straße in den Wald hinein, der sich im folgenden immer wieder lichtet. Nach etwa 4 sehr gleichmäßigen Kilometern ist der Pass bezwungen. Schon nach 2 km Abfahrt durchquert man das Dorf Òrrius, dann gibt es einen kurzen 400m langen Gegenanstieg. Die Landschaft wird wieder offener und es geht abwärts in Richtung Argentona/Mataró. Nach 6,5 km erreicht man eine Straßenkreuzung unterhalb einer Autobahn, welche die Küstenautobahn mit der Inlandsautobahn verbindet. Man hält sich rechts, passiert ein paar Firmengebäude und später dann den Ort Argentona.
Die Straße fällt nach der oben erwähnten Kreuzung nur noch unmerklich ab. Hinter Argentona unterquert man die Verbindungsautobahn und gleich danach wieder einmal die Küstenautobahn. In einem Kreisverkehr geht es nicht halblinks in Richtung Zentrum Mataró, sondern geradeaus weiter auf der Via de Sèrgia hinein in ein Industriegebiet. Dort ist der Verkehr nicht so stark. Nach etwas mehr als 2 km hält man sich dann links und fährt auf der Avenida Cabrera in Richtung Ortszentrum Mataró. Ein wenig weiter biegt man rechts ab und erreicht wieder die N-II, auf der es dann am Hafen vorbei nach Norden weiter geht. Mataró ist die größte Stadt des Maresme und – wenig verwundernd– auch dessen Verwaltungszentrum.
Beinahe am nördlichsten Ortsende von Mataró biegt nach links eine Straße in Richtung Sant Andreu de Llavaneres ab. Das ist dann schon der Anstieg zum Pass Nummer 4, dem Coll del Pollastre. Ein schöner Name, denn pollastre al ast ist das, was man in unseren Breiten gemeinhin als Brathähnchen bezeichnet. Die Strecke zum Hendl hoch ist die längste und gleichzeitig leichteste Auffahrt dieser Rundtour. Eine durchgehende Steigung gibt es nur auf den ersten 3,5 Kilometern an Mataró vorbei und ins Hinterland hinein. Ein letztes Mal unterquert man die inzwischen liebgewonnene Küstenautobahn. Danach ist es ein gemäßigtes Auf und Ab durch Sant Andreu de Llavaneres und den nächsten Ort Sant Vicenç de Montalt, wobei man in der Summe mehr Höhenmeter gewinnt als verliert. Übrigens ist der Coll del Pollastre der einzige der Pässe, der wirklich komplett im Maresme liegt - wie schon oben gesagt, fast alle Pässe der Gegend verbinden den Maresme mit dem Hinterland. Im oberen Teil sind dann zwischen den Ortschaften auch ein paar Waldstücke eingestreut. Nach etwa 15 km erreicht man den Gipfel, um den herum sich noch eine urbanización namens Mas Gabana ausbreitet. Dahinter gibt es dann aber erst einmal keine Bebauung mehr, sondern eine 3,5 km lange Abfahrt durch eine recht grüne Landschaft mit kleinen Waldstücken, Plastikfeldern und Hecken. Schließlich erreicht man den nächsten Ort, Arenys de Munt.
Man durchquert den lokalen Wasserlauf, eine sogenannte Riera im oberen Teil des Ortes. Hier wurde die Straße direkt durch das Bachbett gebaut, welches gleichzeitig auch noch als Parkplatz dient. Bei heftigem Regen wälzt sich dort der Schlamm herunter und reißt alles mit, so dass schon manch einer, der den Wetterbericht nicht verinnerlicht hatte, sein Auto weiter unten in Arenys de Mar suchen mußte. Jedenfalls geht es hinter dieser Furt sofort bergauf und der Anstieg zum Collsacreu, dem nördlichsten Pass dieser Tour, ist erreicht. Zunächst ziemlich steil, dann flacher, geht es in Arenys bergauf, bis man auf die Hauptstraße einbiegt, die von der Küste nach Sant Celoni führt. Hinter Arenys kurvt die Straße dann bei etwa 5% und wenig Verkehr im Pinienwald nach oben. Das Passschild steht merkwürdigerweise ein ganzes Stück unterhalb der Passhöhe, noch vor der letzten Kurve. Oben liegt rechts eine urbanización im Wald versteckt. Auf der Abfahrt wird es dann mystisch. Nach ein paar Kilometern im Wald erreicht man das Dorf Vallgorguina (Tal der Hexen), in dessen Nähe der Dolmen Pedra Gentil zu finden ist, der vor mehr als 4000 Jahren aufgestellt wurde. Wahrscheinlich gab es in dieser Gegend in iberokeltischer Zeit religiöse Kultstätten. Hinter Vallgorguina wird die Landschaft wieder offener, das Gefälle reduziert sich und man sieht den Montseny vor sich.
Schon beinahe in Sant Celoni angekommen passiert man zwei Kreisel unterhalb der Inlandsautobahn, hält sich in Richtung Cardedeu und sollte sich mental bereits auf den schlimmsten Abschnitt der Tour vorbereiten. Die folgenden 5,5 km führen nämlich in Richtung Westen an der stark befahrenen C-35 entlang. Zwar gibt es eine Art Standstreifen, auf dem man wenigstens ein paar Meter von den Autos entfernt ist, aber trotzdem donnert hier unter der Woche ein Lastwagen nach dem anderen Granollers, einem der industriellen Zentren des Vallès, entgegen. Der Höhepunkt ist dann der stickige, dröhnende Tunnel in dem Ort Villalba Sassera, hinter dem es zum Glück einfacher wird, da hier die Straße leicht abfällt. Schließlich überquert man die Autobahn wieder, fährt in Richtung Llinars del Vallès von der C-35 ab und nimmt in dem anschließenden Kreisel die Abzweigung nach Dosrius.
Der Verkehr und der Lärm bleiben zurück und der Anstieg zum Coll de Can Bordoi empfängt einen mit einer Rampe im zweistelligen Bereich. Dahinter führt die Straße wieder flacher werdend in den Wald hinein und schon nach 2,4 Kilometern bezwingt man den Pass Nummer 6. Es folgt ein längeres Gefälle in den Ort Dosrius hinein, zunächst recht steil und dann flacher. Dahinter gehts es dann weiter in Richtung Argentona. Die Straße ist auf diesem Abschnitt zum Zeitpunkt des Besuchs des Autors in keinem guten Zustand, soll aber wohl im späten Frühjahr 2007 frisch geteert worden sein. Etwa 3 km hinter Dosrius gelangt man an eine Kreuzung unterhalb der Verbindungsautobahn, an der es links nach Argentona/Mataró und rechts in Richtung La Roca/Autobahnauffahrt geht. Beinahe schließt sich an dieser Stelle schon der Kreis dieser Rundfahrt, denn die Kreuzung, an der man nach der Abfahrt vom Coll de Sant Bartomeu vorbeigekommen ist, liegt nur ein paar hundert Meter weiter südlich.
Jedenfalls biegt man nach rechts ab und fährt für etwa einen halben Kilometer an der Autobahn entlang, bevor die weitere Strecke nach rechts in den Wald abzweigt. Dort ist man schon auf dem Weg zum letzten Pass der Tour, dem Coll de Parpers. Ähnlich wie beim Collsacreu geht es ziemlich kurvig mit 5% Steigung nach oben. Der Verkehr glänzt erfreulicherweise durch Abwesenheit, so dass man ungestört die Passhöhe mit der verlassenen Tankstelle erreicht. Von der Autobahn hört man nichts, da sie in einem Tunnel unter dem Pass hindurch führt. Und das war es auch schon beinahe. Es folgt eine letzte Abfahrt nach La Roca, bei der man noch mal die Verbindungsautobahn unterquert. Über einen kurzen Gegenanstieg gelangt man in den Ort. Weiter geht es in Richtung Montornès del Vallès und schliesslich ist man dann wieder auf der BV-5001, die man ja schon einmal gesehen hat. Vilanova del Vallès ist schnell erreicht. Von hier aus fehlen noch etwas mehr als 6 km, zum Teil an einem Waldstück entlang, bis man wieder in Sant Fost ankommt und die Beine ausstrecken kann.
Natürlich kann man diese Strecke auch abkürzen, indem man zum Beispiel nur Teilstücke (z.B. Alt de la Conreria-Alt de la Font de Cera-Coll de Sant Bartomeu-Coll de Parpers oder Coll de Parpers-Coll del Pollastre-Collsacreu-Coll de Can Bordoi-Coll de Parpers) fährt. Da hier viele Auffahrten auf engem Raum zu finden sind, ist der Spielraum groß. Man könnte die Tour auch noch um einen Pass erweitern, denn oberhalb von Badalona liegt der Collet de la Vallençana (253 m Höhe). Diesen Pass wurde hier aber nicht aufgenommen, da er zum einen nicht im Maresme liegt, sondern zu Barcelona gehört, und man sich zum anderen auf seiner Küstenanfahrt durch die Großstadt Badalona quälen muß.
Zu guter Letzt ist noch zu sagen, daß man auf diesem Rundkurs den schwierigsten Anstieg des Maresme nicht bewältigt. Das ist die Auffahrt zur urbanización „La font de Montnegre”, die nordöstlich von Arenys de Munt liegt und von Sant Iscle de Vallalta aus auf ca. 5,5 km über einige knapp 20-prozentige Rampen etwa 460 Höhenmeter überwindet.
Maresme
Info
1. Allgemeine Informationen
Zwischen Badalona, nur ein paar Kilometer nördlich von Barcelona gelegen, und der Costa Brava erstreckt sich die Küstenregion des Maresme. Es muss früher eine schöne Gegend gewesen sein, eine mediterrane Mittelgebirgslandschaft mit Pinien, Steineichen und Zypressen, die bis an die kleinen Fischerdörfer an den langen Sandstränden heranreichten. Für die Menschen dort war das Leben nicht ganz einfach. Davon zeugt die Tatsache, daß es viele Orte doppelt gibt, nämlich einmal am Meer (Ort „de Mar”), ein anderes Mal ein Stück im Hinterland (Ort „de Munt” oder „de Dalt”) - in den weiter oben gelegenen Orten suchte man Zuflucht vor Piratenüberfällen. Während der Industrialisierung Kataloniens Ende des 19. Jahrhunderts fing man dann an, den Maresme umzugestalten. Immer mehr Flächen wurden landwirtschaftlich oder industriell genutzt, und die Ortschaften wurden größer und größer, da die Bevölkerungszahlen explodierten (um 1900 lebten dort etwa 72.000 Menschen, heute weit über 300.000).Eine Zeitlang war der Maresme im 20. Jahrhundert Vorreiter des neuen Spaniens der Nach-Franco-Zeit. Das manifestierte sich zum Beispiel darin, dass in den 70er und frühen 80er Jahren Calella zu einer der ersten Hochburgen des Massentourismus wurde, wovon bis heute sein Beiname zeugt: Calella dels Alemanys. Eine Übersetzung erübrigt sich. Ebenso fanden in Canet de Mar in den 70er Jahren einige der ersten Rockfestivals auf spanischem Boden statt... man nannte es auch das katalanische Woodstock.
Was bleibt heute vom Maresme? Wo einmal ein stiller grüner Wald war, wuchern jetzt gesichtslose Siedlungen (urbanizaciones) und breiten sich Industriegebiete oder mit Plastik bedeckte Gemüsefelder aus. Die Fischerdörfer sind zu mehr oder weniger großen Städten angewachsen. Die Gegend ist auch im Ausland touristisch nicht mehr richtig angesagt. Es gibt aber ein paar Ecken, wo man im Sommer ganz nett an den Strand gehen kann, wie etwa in Caldes d´Estrac. Zudem findet man im Maresme mit dem Restaurant Sant Pau in Sant Pol de Mar eines der besten spanischen Restaurants. Seine Besitzerin heißt Carme Ruscalleda und ist eine der wenigen Frauen in der europäischen Spitzengastronomie.
2. Geographische Informationen
Vom Hinterland, sprich der Comarca Vallès Oriental, ist der Küstenstreifen des Maresme durch zwei Bergketten getrennt, der Serra de Marina und der Serra del Montnegre-Corredor, die beide zur Serralada Prelitoral zählen. Die Serra de Marina wird gemeinhin unterteilt in Sant Mateu und Conreria, grenzt im Süden an den meist trockenen Flußlauf des Besós zwischen Barcelona und Badalona und reicht im Norden bis zum Coll de Can Bordoi. Ab diesem Punkt heißt das Gebirge dann Serra del Montnegre-Corredor, unterteilt in Corredor und Montnegre, und grenzt im Norden an den Flußlauf des Tordera, der sozusagen den Maresme von der Costa Brava trennt. Im Montnegre-Corredor erhebt sich der Turó Gros, der mit 773 m Höhe zwar kein Riese, aber dennoch der höchste Berg der Serralada Litoral ist. Das Gebiet um den Berg herum ist als Naturpark ausgewiesen.3. Radfahren im Maresme
Mit dem Radfahren im Maresme ist es eine zwiespältige Sache. Zwar ist der Verkehr streckenweise sehr stark und die Landschaft gerade im südlichen Teil in der Nähe von Badalona kaum ansehenswert, aber es sind viele kleine Pässe zu finden, welche bis auf den Collsacreu alle in der Serra de Marina liegen. Aufgrund des milden Klimas können sie das ganze Jahr über befahren werden. Im oberen Teil der Pässe ist es dann mit dem Verkehr auch nicht mehr so schlimm. Also, einen Besuch ist die Gegend wert, und wenn auch nur um zu sehen, was aus einer Landschaft wird, wenn man zu achtlos mit ihr umgeht.4. Streckenvorschlag
Der hier vorgestellte Rundkurs über 7 Pässe ist etwa 122 km lang und hat 1870 Höhenmeter. Natürlich kann man einen Rundkurs an jeder beliebigen Stelle beginnen. In dieser Beschreibung liegt der Start im ziemlich langweiligen Ort Sant Fost de Campsentelles in der Nähe von Granollers an der Inlandsautobahn AP-7, die zur französischen Grenze führt. Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, sollte in einem Küstenort starten, denn die Zugverbindungen nach Barcelona sind sehr gut.Es geht los im Ortszentrum von Sant Fost an der Kreuzung der Carretera de Sant Adrià mit der Carretera de Badalona. Letztgenannte Carretera fährt man in Richtung Badalona/Tiana und sind direkt im Anstieg zum ersten Pass des Tages, dem Alt de la Conreria, auch Coll de Montalegre genannt. Zunächst gibt es immer mal ein paar Flachstücke, ab Kilometer 3,5 geht es dann kontinuierlich mit etwa 5 bis 6% Steigung nach oben. Man hat gar nicht das Gefühl, Sant Fost zu verlassen, denn oberhalb des Ortes schließen sich sofort urbanizaciones an. Die am höchsten gelegene heißt dann auch Conreria, weswegen der Name Coll de Montalegre aus der Mode gekommen ist. Nach etwas mehr als 6 km überquert man wir die Passhöhe. Nun folgt die Abfahrt zur Küste hinunter durch eine fast baumlose Landschaft mit Feldern und Weingärten. Etwa 1,5 km hinter der Paßhöhe biegt man links ab in Richtung Tiana, das schnell erreicht ist. In Tiana folgt man der Beschilderung in Richtung Montgat und unterquert die Küstenautobahn C-32. Weiter unten biegt man in Montgat direkt an der Küste auf die Nacional N-II in Richtung El Masnou ab.
Die folgenden 4 bis 5 km an der Küste entlang nach Nordosten sind wegen des starken Verkehrs ein wenig unangenehm zu fahren. Überraschenderweise ist das Stück auch nicht flach, sondern es geht bergauf und -ab. In El Masnou nimmt man dann die Abzweigung nach links in Richtung Alella und schon steht der Anstieg zum Alt de la Font de Cera an. Zunächst geht die Straße bei einer Steigung von 3 bis 4% einfach nur gerade aus El Masnou heraus und unterquert wieder die Küstenautobahn. Dahinter durchfährt man den nächsten Ort, Alella, mit einer schmucken urbanización am Hang oberhalb. Aber Alella hat mehr als nur urbanizaciones zu bieten, es ist gleichzeitig ein kleines Weinanbaugebiet mit einer Handvoll Weingüter und in Katalonien bekannt für den trockenen Weißwein aus der Pansa-Traube. Etwa bei Kilometer 3 des Anstiegs läßt die Bebauung nach, es wird kurviger, und die Steigung zieht auf 6 bis 7% an. Nach fast 6 km steht man dann an der bewaldeten Paßhöhe. Die etwas mehr als 5 km lange Abfahrt nach Vilanova del Vallès ist im oberen Teil ziemlich steil und wird dann hinter einer Tankstelle schnell flacher. Es geht über mehr als 2 km an einem Golfplatz vorbei.
In Vilanova angekommen, folgt man der Beschilderung in Richtung La Roca del Vallès und fährt auf der BV-5001 nach Norden. Die Straße ist unangenehm zu befahren, da der Belag an den Rändern sehr rissig und holprig ist. Zum Glück ist La Roca schnell erreicht, und dort biegt man noch vor dem Ortszentrum in Richtung Òrrius ab. Das Schild ist nur schwer zu sehen. Wer hier in den Ort hineinprügelt, hat gute Chancen, die Abzweigung zu verpassen. Direkt dahinter beginnt der Anstieg zum Coll de Sant Bartomeu (auch Alt de Òrrius genannt). Das ist zwar der schwerste Anstieg dieser Tour, aber auch gleichzeitig der mit dem geringsten Verkehrsaufkommen. Es geht oberhalb von La Roca mit etwa 7% Steigung auf einer engen Straße in den Wald hinein, der sich im folgenden immer wieder lichtet. Nach etwa 4 sehr gleichmäßigen Kilometern ist der Pass bezwungen. Schon nach 2 km Abfahrt durchquert man das Dorf Òrrius, dann gibt es einen kurzen 400m langen Gegenanstieg. Die Landschaft wird wieder offener und es geht abwärts in Richtung Argentona/Mataró. Nach 6,5 km erreicht man eine Straßenkreuzung unterhalb einer Autobahn, welche die Küstenautobahn mit der Inlandsautobahn verbindet. Man hält sich rechts, passiert ein paar Firmengebäude und später dann den Ort Argentona.
Die Straße fällt nach der oben erwähnten Kreuzung nur noch unmerklich ab. Hinter Argentona unterquert man die Verbindungsautobahn und gleich danach wieder einmal die Küstenautobahn. In einem Kreisverkehr geht es nicht halblinks in Richtung Zentrum Mataró, sondern geradeaus weiter auf der Via de Sèrgia hinein in ein Industriegebiet. Dort ist der Verkehr nicht so stark. Nach etwas mehr als 2 km hält man sich dann links und fährt auf der Avenida Cabrera in Richtung Ortszentrum Mataró. Ein wenig weiter biegt man rechts ab und erreicht wieder die N-II, auf der es dann am Hafen vorbei nach Norden weiter geht. Mataró ist die größte Stadt des Maresme und – wenig verwundernd– auch dessen Verwaltungszentrum.
Beinahe am nördlichsten Ortsende von Mataró biegt nach links eine Straße in Richtung Sant Andreu de Llavaneres ab. Das ist dann schon der Anstieg zum Pass Nummer 4, dem Coll del Pollastre. Ein schöner Name, denn pollastre al ast ist das, was man in unseren Breiten gemeinhin als Brathähnchen bezeichnet. Die Strecke zum Hendl hoch ist die längste und gleichzeitig leichteste Auffahrt dieser Rundtour. Eine durchgehende Steigung gibt es nur auf den ersten 3,5 Kilometern an Mataró vorbei und ins Hinterland hinein. Ein letztes Mal unterquert man die inzwischen liebgewonnene Küstenautobahn. Danach ist es ein gemäßigtes Auf und Ab durch Sant Andreu de Llavaneres und den nächsten Ort Sant Vicenç de Montalt, wobei man in der Summe mehr Höhenmeter gewinnt als verliert. Übrigens ist der Coll del Pollastre der einzige der Pässe, der wirklich komplett im Maresme liegt - wie schon oben gesagt, fast alle Pässe der Gegend verbinden den Maresme mit dem Hinterland. Im oberen Teil sind dann zwischen den Ortschaften auch ein paar Waldstücke eingestreut. Nach etwa 15 km erreicht man den Gipfel, um den herum sich noch eine urbanización namens Mas Gabana ausbreitet. Dahinter gibt es dann aber erst einmal keine Bebauung mehr, sondern eine 3,5 km lange Abfahrt durch eine recht grüne Landschaft mit kleinen Waldstücken, Plastikfeldern und Hecken. Schließlich erreicht man den nächsten Ort, Arenys de Munt.
Man durchquert den lokalen Wasserlauf, eine sogenannte Riera im oberen Teil des Ortes. Hier wurde die Straße direkt durch das Bachbett gebaut, welches gleichzeitig auch noch als Parkplatz dient. Bei heftigem Regen wälzt sich dort der Schlamm herunter und reißt alles mit, so dass schon manch einer, der den Wetterbericht nicht verinnerlicht hatte, sein Auto weiter unten in Arenys de Mar suchen mußte. Jedenfalls geht es hinter dieser Furt sofort bergauf und der Anstieg zum Collsacreu, dem nördlichsten Pass dieser Tour, ist erreicht. Zunächst ziemlich steil, dann flacher, geht es in Arenys bergauf, bis man auf die Hauptstraße einbiegt, die von der Küste nach Sant Celoni führt. Hinter Arenys kurvt die Straße dann bei etwa 5% und wenig Verkehr im Pinienwald nach oben. Das Passschild steht merkwürdigerweise ein ganzes Stück unterhalb der Passhöhe, noch vor der letzten Kurve. Oben liegt rechts eine urbanización im Wald versteckt. Auf der Abfahrt wird es dann mystisch. Nach ein paar Kilometern im Wald erreicht man das Dorf Vallgorguina (Tal der Hexen), in dessen Nähe der Dolmen Pedra Gentil zu finden ist, der vor mehr als 4000 Jahren aufgestellt wurde. Wahrscheinlich gab es in dieser Gegend in iberokeltischer Zeit religiöse Kultstätten. Hinter Vallgorguina wird die Landschaft wieder offener, das Gefälle reduziert sich und man sieht den Montseny vor sich.
Schon beinahe in Sant Celoni angekommen passiert man zwei Kreisel unterhalb der Inlandsautobahn, hält sich in Richtung Cardedeu und sollte sich mental bereits auf den schlimmsten Abschnitt der Tour vorbereiten. Die folgenden 5,5 km führen nämlich in Richtung Westen an der stark befahrenen C-35 entlang. Zwar gibt es eine Art Standstreifen, auf dem man wenigstens ein paar Meter von den Autos entfernt ist, aber trotzdem donnert hier unter der Woche ein Lastwagen nach dem anderen Granollers, einem der industriellen Zentren des Vallès, entgegen. Der Höhepunkt ist dann der stickige, dröhnende Tunnel in dem Ort Villalba Sassera, hinter dem es zum Glück einfacher wird, da hier die Straße leicht abfällt. Schließlich überquert man die Autobahn wieder, fährt in Richtung Llinars del Vallès von der C-35 ab und nimmt in dem anschließenden Kreisel die Abzweigung nach Dosrius.
Der Verkehr und der Lärm bleiben zurück und der Anstieg zum Coll de Can Bordoi empfängt einen mit einer Rampe im zweistelligen Bereich. Dahinter führt die Straße wieder flacher werdend in den Wald hinein und schon nach 2,4 Kilometern bezwingt man den Pass Nummer 6. Es folgt ein längeres Gefälle in den Ort Dosrius hinein, zunächst recht steil und dann flacher. Dahinter gehts es dann weiter in Richtung Argentona. Die Straße ist auf diesem Abschnitt zum Zeitpunkt des Besuchs des Autors in keinem guten Zustand, soll aber wohl im späten Frühjahr 2007 frisch geteert worden sein. Etwa 3 km hinter Dosrius gelangt man an eine Kreuzung unterhalb der Verbindungsautobahn, an der es links nach Argentona/Mataró und rechts in Richtung La Roca/Autobahnauffahrt geht. Beinahe schließt sich an dieser Stelle schon der Kreis dieser Rundfahrt, denn die Kreuzung, an der man nach der Abfahrt vom Coll de Sant Bartomeu vorbeigekommen ist, liegt nur ein paar hundert Meter weiter südlich.
Jedenfalls biegt man nach rechts ab und fährt für etwa einen halben Kilometer an der Autobahn entlang, bevor die weitere Strecke nach rechts in den Wald abzweigt. Dort ist man schon auf dem Weg zum letzten Pass der Tour, dem Coll de Parpers. Ähnlich wie beim Collsacreu geht es ziemlich kurvig mit 5% Steigung nach oben. Der Verkehr glänzt erfreulicherweise durch Abwesenheit, so dass man ungestört die Passhöhe mit der verlassenen Tankstelle erreicht. Von der Autobahn hört man nichts, da sie in einem Tunnel unter dem Pass hindurch führt. Und das war es auch schon beinahe. Es folgt eine letzte Abfahrt nach La Roca, bei der man noch mal die Verbindungsautobahn unterquert. Über einen kurzen Gegenanstieg gelangt man in den Ort. Weiter geht es in Richtung Montornès del Vallès und schliesslich ist man dann wieder auf der BV-5001, die man ja schon einmal gesehen hat. Vilanova del Vallès ist schnell erreicht. Von hier aus fehlen noch etwas mehr als 6 km, zum Teil an einem Waldstück entlang, bis man wieder in Sant Fost ankommt und die Beine ausstrecken kann.
Natürlich kann man diese Strecke auch abkürzen, indem man zum Beispiel nur Teilstücke (z.B. Alt de la Conreria-Alt de la Font de Cera-Coll de Sant Bartomeu-Coll de Parpers oder Coll de Parpers-Coll del Pollastre-Collsacreu-Coll de Can Bordoi-Coll de Parpers) fährt. Da hier viele Auffahrten auf engem Raum zu finden sind, ist der Spielraum groß. Man könnte die Tour auch noch um einen Pass erweitern, denn oberhalb von Badalona liegt der Collet de la Vallençana (253 m Höhe). Diesen Pass wurde hier aber nicht aufgenommen, da er zum einen nicht im Maresme liegt, sondern zu Barcelona gehört, und man sich zum anderen auf seiner Küstenanfahrt durch die Großstadt Badalona quälen muß.
Zu guter Letzt ist noch zu sagen, daß man auf diesem Rundkurs den schwierigsten Anstieg des Maresme nicht bewältigt. Das ist die Auffahrt zur urbanización „La font de Montnegre”, die nordöstlich von Arenys de Munt liegt und von Sant Iscle de Vallalta aus auf ca. 5,5 km über einige knapp 20-prozentige Rampen etwa 460 Höhenmeter überwindet.
Für die Beschreibung danken wir AP 


