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Pässe Rothaargebirge

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Regionsbeschreibung

Von Uwe – Das Rothaargebirge ist ein Teil des Rheinischen Schiefergebirges und liegt zum größten Teil in Nordrhein-Westfalen, und ein kleinerer Teil gehört zu Hessen. Wenn auch viele Leute glauben, der Kahle Asten (841,9 m) sei der höchste Berg, so sind doch immer noch der Langenberg (843,2 m) und der Hegekopf (842,9 m) etwas höher. Der Kahle Asten ist aber der höchste auf Asphalt anfahrbare Punkt im Rothaargebirge und deshalb für Radfahrer relevant.

Das Rothaargebirge erstreckt sich ungefähr von Brilon im Norden bis zur Autobahn A 45, der Sauerlandlinie, im Süden. Im Westen gehören die Gebiete von Schmallenberg und teilweise Lennestadt dazu, die Grenze bildet hier der Lennefluss, und im Osten endet das Rothaargebirge mit der Sackpfeife (673,5 m) und seinen Trabanten in Hessen.
Der ehemalige Landkreis Wittgenstein (BLB, bis Ende 1974, jetzt SI, Siegen-Wittgenstein) befindet sich komplett im Rothaargebirge. Im Norden und Westen haben wir Teile des Hochsauerlandkreises (HSK), im Südwesten Teile des Kreises Olpe (OE), im Süden das Siegerland (SI), Teile des Lahn-Dill-Kreises (LDK, Hessen), einen relativ kleinen Teil des Kreises Marburg-Biedenkopf (MR, Hessen), im Osten ein Stück Waldeck-Frankenberg (KB, Hessen). Zu gewissen Ferienzeiten ist das Rothaargebirge auch eine Niederländische Provinz, dann begegnet man vielen Autos mit gelben Nummernschildern.

Hinter den Kulissen hatte der Autor schon einmal eine längere Unterhaltung über die Regionszugehörigkeit des Rothaargebirges in der Quaeldich-Welt. Das Rothaargebirge überschneidet sich mit der Region Sauerland, den Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Hessen. Einzig das Wittgensteiner Land ist zu 100% auch Rothaargebirge, wobei Sauerland und Wittgenstein (100% NRW) sich nicht überschneiden. Diese „Nicht-Überschneidung” Sauerland/Wittgenstein hat eine Jahrhunderte alte Geschichte: Das Sauerland ist von alters her katholisch und Wittgenstein seit Jahrhunderten evangelisch und in der Geschichte immer nach Osten orientiert gewesen.

Einige für die Region bedeutende Flüsse entspringen im Rothaargebirge: die Ruhr nördlich von Winterberg, die Lenne am Kahlen Asten, die Sieg und die Lahn im südlichen Teil, ebenso die Eder, des weiteren auch noch ungezählte kleinere Flüsse. Die meisten genannten Flüsse fließen dem Rhein zu, einzig die Eder mit ihren Zuflüssen gehört zu den Zubringern der Weser.

Mit der Wasserscheide zwischen Rhein und Weser haben wir auch eine Wetter- und Klimascheide. Der Osten des Rothaargebirges, nämlich das Edertal, ist viel kälter und trockener als die Westseite. Die Temperaturunterschiede zwischen Sommer und Winter, bzw. zwischen Tag und Nacht sind hier größer. Der Frühling beginnt später, aber heftiger. Der Autor (gebürtiger Wittgensteiner aus dem Edertal) kann sich außer in Julimonaten, an Nachtfröste zu jeder Jahreszeit erinnern!

Im Rothaargebirge gibt es etliche touristisch aktive Orte. Am bekanntesten ist vielleicht Winterberg mit seinen Winterportattraktionen, sogar im internationalen Wintersport finden hier Aktionen statt. Auch im Sommer ist hier relativ viel Betrieb, überwiegend kommen die Gäste aus den Niederlanden oder aus dem nahen Ruhrgebiet und dem Münsterland. Auch die meisten anderen Städte und Gemeinden haben in Sachen Tourismus einiges zu bieten.

Verkehrstechnisch ist das Rothaargebirge bisher vom Autobahnbau verschont geblieben, so haben aber einige Bundesstraßen größere Verkehrsbedeutung für die Region und darüber hinaus. Dazu gehören besonders die B62 im Lahntal und auch Richtung Siegen und die B236 im Lennetal und einige Abschnitte im Bereich Winterberg. Ebenso ist die B480 im Bereich Winterberg/Brilon stark befahren. Die restlichen Bundesstraßenabschnitte sind nicht so schlimm und können bei der Planung von Rennradtouren getrost eingebaut werden. Selbst die genannten stärker befahrenen Bundesstraßen sind nicht so schlimm, dass man sie meiden müsste, es ist nur so, dass man eventuell Alternativen vorziehen sollte, wenn man mehr von der Landschaft genießen will.

Das Rothaargebirge ist aber besonders ein Wanderparadies, speziell gefördert und hervorragend erschlossen mit dem Rothaarsteig und seinen Zubringern. Dort finden sich perfekte Beschilderungen mit Kilometerangaben und weiteren Hinweisen. Leider sind diese Wanderwege aber maximal MTB-tauglich. Der Autor ist zwar auch mit dem Rennrad schon hier und da durch den Wald gefahren, was aber nicht unbedingt zur Nachahmung geeignet ist.

Wer mit der Bahn ins Rothaargebirge anreisen möchte, hat es nicht so einfach. Man kann über Siegen, bzw. Kreuztal mit der Rothaarbahn bis Bad Berleburg fahren (Sackgasse), von Schwerte kann man durchs Ruhrtal nach Winterberg fahren, oder von Marburg nach Bad Laasphe im Lahntal oder auch weiter über Erndtebrück nach Kreuztal/Siegen. Sonst schneidet die Bahnlinie Hagen–Lennestadt–Siegen die Südwestecke des Gebietes und die Bahnlinie Siegen–Dillenburg den äußersten Süden.

Als Karte für die Region kann man die Generalkarte von Marco Polo (1:200.000) empfehlen. Man kann auch mit topografischen Karten 1:50.000 etwas anfangen, läuft aber dann schon Gefahr, auf Wegen zu planen, die nicht befestigt sind, denn die Wald- und Feldwege in der Region sind in der Regel nicht asphaltiert!

Pässe gibt es hier auch, manche auch sehr schön, manche steil, aber kein Vergleich zu den Alpen, den Pyrenäen oder zum Schwarzwald. Wie oben schon genannt, ist der Kahle Asten (841,9 m) der höchste mit dem Renner anfahrbare Punkt, aber viele andere Hochpunkte sind schöner und verkehrsärmer. Die schönsten Übergänge liegen nach dem Geschmack des Autors am Hauptkamm, also an der Grenze SI / HSK bzw. OE, auf dem Nebenkamm zwischen Eder und Lahn und im Quellgebiet Eder, Sieg, Lahn. Noch hat der Tourenplaner besonders im letztgenannten Gebiet noch Lücken, aber das kann sich plötzlich ändern. Einige Täler mit ihren kleinen Kuhdörfern sind völlig verschlafen, und wenn man zur richtigen Jahreszeit beim richtigen Wetter hier unterwegs ist, fragt man sich, warum man denn immer so weit ins Ausland fahren muss, um so etwas zu erleben. Hier ist die Welt (scheinbar) noch in Ordnung!
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