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Pässe Savoyer Alpen

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Regionsbeschreibung

Von majortom

1. Einleitung

Savoyen ist eine historische Region in Frankreich, die sich etwa zwischen dem Rhônetal im Westen, dem Genfersee im Norden, der Maurienne im Süden und der italienischen Grenze im Osten erstreckt. Es liegt innerhalb der Region Rhône-Alpes und umfasst die Départements Savoie und Haute-Savoie.

Wenn man – sei es aus der Schweiz, aus Italien, oder aus anderen französichen Départements – die Grenze überschreitet, so wird man vielleicht an der einen oder anderen Stelle verwundert sein. Häufig sieht man hier Hinweisschilder, auf denen „Département Savoie“ übermalt ist. Stattdessen findet man gerne mal den Schriftzug Savoie libre (also „freies Savoyen“) auf die Straße gemalt. Wie auch in verschiedenen anderen Regionen Frankreichs (z.B. Bretagne, Korsika, Provence) hat sich Savoyen eine gewisse eigene Identität bewahrt, was dazu führt, dass manchen Quellen zufolge bis zu 40 % der Savoyarden die Abspaltung von Frankreich bevorzugen würden. Die Sprache arpitan, ein eigenständiger französischer Dialekt, früher neben Savoyen auch noch in der Romandie, in Teilen der Franche-Comté und dem Aostatal verbreitet, spielt heutzutage dagegen kaum noch eine Rolle.
Die ganze Debatte zum „freien Savoyen“ geht zurück auf das ehemalige Herzogtum Savoyen, das eine bewegte Geschichte durchgemacht hat. Im Mittelalter umfasste es neben dem heutigen Savoyen auch das Aostatal, Teile des Piemont sowie die Grafschaft Nizza. Das Herrscherhaus Savoyen stellte somit auch die Könige des 1720 vereinigten Königreichs Piemont-Sardinien. Als im Zuge der Einigung Italiens die Könige von Sardinien zu Königen von Italien wurden, wurde Savoyen im Vertrag von Turin 1860 an Frankreich abgetreten – und ist bis heute Teil von Frankreich geblieben. Die savoyardische Separatistenbewegung jedoch erkennt den Vertrag von Turin nicht an – bleibt natürlich die Frage zu klären, ob Savoyen dann nicht viel eher zu Italien gehören müsste? Ihr Widerstand gegen den Zentralstaat beschränkt sich jedoch weitestgehend auf das Sprühen von Parolen wie den oben erwähnten.

Soweit ein kurzer historischer Abriss, der möglicherweise erklärt, warum man hier so häufig die mit Stolz gehisste Savoyardische Flagge sieht – ein weißes Kreuz auf rotem Grund. Die Region Savoyen ist vor allem durch ihre Topographie geprägt, denn der Großteil des Gebiets entfällt auf die Alpengruppen, die gemäß der französisch-italienischen Übereinkunft SOIUSA als Savoyer Voralpen und Grajische Alpen genannt werden.
Savoyen ist also eine alpine Region und lebt dementsprechend größtenteils vom Tourismus und der Landwirtschaft. Ersterem verdanken wir Skistationen wie Portes du Soleil, Chamonix-Mont-Blanc oder Trois Vallées, zweiterem bekannte Käsesorten wie Reblochon, Tomme de Savoie oder Beaufort. Für Touristen außerdem interessant sind die Seen Lac d’Annecy, Lac de Bourget und Lac Léman (Genfersee), die Weinbauregion Savoyen oder die Stadt Annecy, die sich selbst auch als das Venedig der Alpen bezeichnet.

2. Rennradfahren in Savoyen

Bislang haben wir in unserer Betrachtung der Savoyer Alpen diesen Begriff einfach mit der Landschaft Savoyens gleich gesetzt. Diesen Luxus gönnen wir uns auch weiterhin, schließlich soll es hier weder um historische noch geografische Genauigkeit gehen, sondern um eine Beschreibung von Savoyen als Rennraddestination.

Savoyen nimmt einen Großteil der nördlichen französischen Alpen ein, vom Genfersee im Norden bis zur Maurienne im Süden. Auch die Pässe, die aus der Maurienne nach Süden führen, wie Galibier, Croix de Fer und Glandon, müssen wir noch Savoyen zuordnen. Nimmt man dann noch den Col de la Madeleine, den Col de Joux-Plane und den höchsten Alpenpass überhaupt, den Col de l’Iséran hinzu, so wird schnell klar, dass wir hier von den ganz großen Klassikern der Tour de France reden. Keine Frage: wer prestigeträchtige Höhenmeter in den Hochalpen sucht, wird hier fündig werden.
Auch die bekannte Route des Grandes Alpes führt vom Genfer See aus nach Süden und klappert dabei die bekanntesten Pässe der Savoyer Alpen ab: Col de la Colombières, Col des Aravis, Col des Saisies, Cormet de Roselend, Col de l’Iséran, um dann über den Col du Galibier die Savoyer Alpen zu verlassen.
Nicht unterschätzen darf man jedoch auch die diversen Voralpenmassive, die zugegebenermaßen weniger klangvolle Namen bieten, jedoch insbesondere um die oben erwähnten Seen herum oft wunderschöne Panoramen bieten – und nicht zuletzt auch sportlich in der ersten Liga spielen. Als Beispiele nennen wir hier den Crêt de Chatillon und den Col de la Forclaz am Lac d’Annecy, den Mont Revard als Hausberg von Aix-les-Bains, oder den Mont Salève, der sich als markante Silhouette oberhalb von Genf erhebt. Dazu kommen dann noch Geheimtipps wie das Plateau des Glières im Bornes-Massiv, der Col de Joux-Verte im Chablais, oder der Col des Annes als Stichstraße zum Fuß der Chaine des Aravis.

Weitere Informationen finden sich auch in den Beschreibungen der Unterregionen Chablais, Bornes-Aravis und Bauges.

3. geführte Rennradreise

quaeldich.de bietet im Sommer eine geführte Rennradreise in die Savoyer Alpen an, die in sieben Etappen mit Start und Ziel in Genf alle namhaften Pässe der Region besucht.
Nähere Informationen dazu finden sich hier.

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