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Pässe Schwäbische Alb

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Regionsbeschreibung

Von Kletterkönig120

Geografische Lage und Gliederung

Die Schwäbische Alb ist ein Mittelgebirgszug in Baden-Württemberg, der sich im engeren Sinne auf einer Länge von ca. 200 km und eine Breite von etwa 50 km vom Dreifaltigkeitsberg bei Spaichingen im Südwesten bis zum Ipf bei Bopfingen und dem Nördlinger Ries im Nordosten erstreckt, das die Schwäbische von der Fränkischen Alb trennt. Betrachtet man den Randen als Verbindung des Schwäbischen zum Schweizer Jura hinzu, so beträgt die Gesamtlänge vom Hochrhein bei Schaffhausen bis zum Nördlinger Ries rund 250 km. Im Norden wird die Schwäbische Alb vom Neckar mit seinen Nebenflüssen begrenzt, im Süden von der Donau.

Aufgrund der Ausdehnung und der damit verbundenen großen Anzahl an Paßauffahrten erfolgt eine weiter Gliederung in Unterregionen, die sich hauptsächlich an den geografischen Bezeichnungen im gängigen amtlichen Kartenwerk orientiert.
Im äußersten Südwesten der Alb befindet sich der Große Heuberg, der sich bis Albstadt und dem Schmeietal erstreckt. Jenseits des Schmeietals bis etwa zum Laucherttal schließt sich die Zollernalb an, die weitestgehend die früheren Hohenzollerischen Landesteile beinhaltet. Die weiteren Unterregionen wie Reutlinger Alb, Uracher Alb, Zwiefalter Alb, Blaubeurer Alb sind in der Regel nach in der Nähe liegenden Hauptorten benannt und bilden zusammen mit der Münsinger Alb und dem Großen Lautertal die sogenannte Mittlere Alb. Nordöstlich der Linie Geislingen–Ulm schließt sich die Ostalb an, eine weitläufige und gängige Bezeichnung, die den Albuch, die Stubersheimer Alb, Heidenheimer Alb sowie das Härtsfeld umfaßt.

Entstehung

Der Albtrauf mit seinen harten Kalkablagerungen des weißen Jura Alb bildet die oberste Schicht der südwestdeutschen Schichtstufenlandschaft, die durch die Aufwölbung und späteren Grabenbruch des Oberrheingrabens entstanden ist. Das so entstandene starke Gefälle zum Rhein und seinen Nebenflüssen bewirkte eine rückschreitende Erosion der gekippten Schichten von Nordwesten her, dabei entstand die ca. 200 – 400 m hohe Steilstufe über dem aus den weicheren Tonen des braunen Jura bestehenden Albvorland, während die Hochfläche der Schwäbischen Alb langsam zur Donau hin abfällt.

Topographie

Aufgrund dieses pultförmigen Aufbaus nimmt die Schwäbische Alb eine Sonderstellung unter den Mittelgebirgszügen ein. Die höchste Erhebungen finden sich mit den „Zehn-Tausendern“ im Südwesten, mit 10 Bergen, die eine Höhe von über 1000 m erreichen, darunter der Lemberg mit 1015 m.
Vom Großen Heuberg nimmt die Höhe entlang des Albtraufs nach Nordosten hin kontinuierlich ab, der Albuch und das Härtsfeld weisen nur noch Höhen um ca. 600 m auf. Die Albhochfläche ist in der Nähe des Albtraufs eher wellig ausgebildet (Kuppenalb), während der südöstliche Teil eher gleichmäßig und eben verläuft (Flächenalb). Einige Seitenflüsse des Neckar haben tiefe Täler in die Albhochfläche geschnitten, so z.B. das obere Filstal zwischen Geislingen und Wiesensteig, das Lenninger Tal, oder das Ermstal bei Bad Urach. Bei Beuron hat die Donau einen über 100 m tiefes, enges Durchbruchstal geschaffen, das von steilen Kalksteinklippen gesäumt wird.

Die Schwäbische Alb bildet eine Teil der Europäischen Hauptwasserscheide zwischen Rhein und Donau. Die Albhochfläche ist aufgrund der starken Verkarstung sehr wasserarm. Die zur Donau fliessenden Gewässer wie Bära, Schmeie, Lauchert, Große Lauter und Brenz führen oft nur wenig Wasser, das größtenteils im wasserdurchlässigen Untergrund aus Kalkgesteinen versickert und durch ausgedehnte Höhlensysteme fließt, bis es an Karstquellen wie z.B. dem bekannten Blautopf bei Blaubeuren wieder zutage tritt. Weitere typische Karsterscheinungen wie Trockentäler, Dolinen und Höhlen sind auf der Schwäbischen Alb immer wieder anzutreffen. Bei Immendingen und Fridingen versickert die noch junge Donau im Sommer oft vollständig, das Wasser fließt über ca. 12 km unterirdisch und speist den Aachtopf, eine der stärksten Quellen Deutschlands.

Klima und Vegetation

Aufgrund der geographischen Lage ist das Klima auf der Schwäbischen Alb rauer und meistens ca. 3 – 5°C kälter als im Vorland. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt auf der Alb zwischen 6 und 8°C, im Januar liegt das langjährige Mittel bei -2°C, im Juli bei rund 16°C. Da die bevorzugte Wetterseite der Nordwesten ist, verzeichnet der Albtrauf durch den Steigungsregen deutlich höhere Niederschlagsmengen als das tiefer gelegene Albvorland, dabei nehmen die Niederschläge Richtung Ostalb aufgrund der geringeren Höhen eher ab. Der Große Heuberg fällt diesbezüglich etwas aus dem Rahmen, denn trotz der höheren Lage fallen dort kaum mehr Niederschläge als auf der mittleren Alb zwischen Reutlingen und Göppingen. Dies erklärt sich durch die Nähe zum Schwarzwald und dem daraus resultierenden Regenschatten, der eben bis zum Heuberg reicht. Durch die exponierte Lage ist es auf der Alb ist es nicht selten recht windig.
Im Herbst und Winter stellen sich manchmal sogenannte Inversionswetterlagen ein, bei denen es auf der Albhochfläche dann sonnig und wärmer ist, während das Neckarvorland bzw. das Donautal im kalten Nebel liegt. An solchen Tagen wird man auf der Alb dann oft mit einer Fernsicht bis zu den Alpen belohnt.
Die Landschaft der Schwäbischen Alb hat einen eher rauen, herben Charakter und ist auf der Hochfläche hauptsächlich von Wäldern, Wiesen und den durch die Schäferei entstandenen Wachholderheiden geprägt, während sich der steil über dem nördlichen Vorland aufragende Albtrauf eher mit schroffen Felsabbrüchen präsentiert. Die kargen, steinigen Böden der Alb gelten im Allgemeinen als nicht sonderlich ertragreich, trotzdem wird in einigen Teilen der Schwäbischen Alb auch großflächiger Ackerbau betrieben, besonders im Bereich der Niederen und Ulmer Alb, aber auch auf dem Großen Heuberg.

Infrastruktur und Sehenswürdigkeiten

Wegen der Wasserarmut und des kargen Bodens ist die Albhochfläche von alters her relativ dünn besiedelt, es gibt meistens nur kleine Dörfer. Größere Städte finden sich eher am Rand der Alb, wie z.B. Sigmaringen, Reutlingen, Göppingen, Ulm. Insbesondere am Albtrauf reihen sich unzählig viele Burgen und Schlösser aneinander, die bekanntesten und größten davon sind die Burg Hohenzollern, Schloß Lichtenstein, Burg Teck und der Hohenneuffen. Entlang des Albtraufs gibt es auch über zwei Dutzend Segelflugplätze, wie z.B. auf dem Klippeneck, denn die Alb ist ein hervorragendes Revier für Segelflieger. Sehenswert sind auch eine ganze Reihe von Karsthöhlen, wie z.B. die Nebelhöhle, Bärenhöhle, die Laichinger Tiefenhöhle, die Wimsener Höhle oder die Falkensteiner Höhle.
Im Mai 2009 wurde ein Teil der Mitteleren Alb um Münsingen zum Biosphärenreservat erklärt.

Radfahren auf der Schwäbischen Alb

Das Straßen- und Wegenetz ist sehr gut, es gibt viele kleine Straßen und unzählige asphaltierte Wirtschaftswege, die auch für Rennräder bestens geeignet sind. Abseits der Bundesstraßen ist das Verkehrsaufkommen eher gering. Die großen Hauptstraßen führen meistens quer zur Alb entlang der Flußtäler zur Donau hin, während in Längsrichtung oft nur kleinere, dafür ruhigere Straßen vorzufinden sind.
Aufgrund der topographischen Verhältnisse sind größere Anstiege mit einer Länge von ca. 2–5 km und Steigungen zwischen 6 und bis zu 20 % vorwiegend am Albtrauf im Nordwesten zu finden, obwohl auch von der Donau und deren Seitentälern durchaus lohnenswerte, aber eben kürzere Steigungen auf die Albhochfläche führen. Doch selbst auf der vermeintlich flachen Albhochfläche kann man durch den welligen Charakter der Landschaft immer noch genügend Höhenmeter sammeln.

Durch die dünne Besiedelung, das gute und weitestgehend verkehrsarme Straßennetz und die weitläufige Landschaft bietet sich die Schwäbische Alb hervorragend für Rennradtouren an. Einen guten Eindruck von der schönen Landschaft der Schwäbischen Alb vermitteln auch verschiedene RTF-Veranstaltungen, darunter das über die Grenzen Baden-Württembergs bekannte Alb-Extrem in Ottenbach. Ebenfalls sehr zu empfehlen sind die Albuch-Lone-Rundfahrt in Kuchen, die Leinenwebertour in Laichingen oder auch die Neckar-Alb-Rundfahrt in Nürtingen. Alle 176 Pässe der Region ansehen