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Pässe Schwarzatal

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Regionsbeschreibung

Von Kletterkönig120 – Das Schwarzatal ist – vom Saaletal einmal abgesehen – eines der längsten und auch schönsten Täler im Thüringer Wald. Die Schwarza entspringt unweit des Rennsteigs bei Scheibe-Alsbach und mündet nach über 50 km bei Rudolstadt-Schwarza in die Saale.
Bereits kurz nach der Quelle wird die Schwarza, der goldreichste Fluss Deutschlands, für das Pumpspeicherwerk Goldisthal aufgestaut, danach folgt von Katzhütte bis Bad Blankenburg der wohl schönste Abschnitt des Tals, auf dem sich enge, schluchtartige Abschnitte mit (relativ) weiten Tallagen abwechseln.
In Sitzendorf gründete Georg Heinrich Macheleid 1760 die erste Porzellanmanufaktur auf dem heutigen Gebiet des Freistaats Thüringen, verlegte diese jedoch nur zwei Jahre später nach Volkstedt bei Rudolstadt, während die Sitzendorfer Porzellanmanufaktur 1850 neu gegründet wurde und auch heute noch für Besucher geöffnet ist.
In einem Seitental der Schwarza bei Unterweißbach kann die imposante Staumauer der 2006 in Betrieb genommenen Talsperre Leibis-Lichte besichtigt werden, während wenige Kilometer talabwärts das hoch über der Schwarza gelegene Schwarzburger Schloss zu einem Besuch einlädt.
Auf dem rund 10 km langen Abschnitt zwischen Schwarzburg und Bad Blankenburg hat sich die Schwarza tief in das Thüringer Schiefergebirge eingeschnitten, das Tal ist hier so schmal, dass lediglich die Straße sowie ein Rad- bzw. Wanderweg beidseits der Schwarza Platz gefunden haben. Mit Ausnahme des Schweizer Hauses gibt es hier auch keine weitere Siedlung.

Im unteren Schwarzatal zwischen Bad Blankenburg und der Mündung in die Saale bei Rudolstadt-Schwarza dagegen zeigt sich der Fluß gezähmter, in der deutlich breiteren Tallage finden sich dementsprechend mehr Siedlungs- und Industrieflächen.
Neben der Straße führt auch die Bahnstrecke von Rottenbach nach Katzhütte durch das Tal, allerdings nur auf dem Abschnitt Schwarzburg – Katzhütte. Am Haltepunkt Obstfelderschmiede besteht Anschluss an die Oberweißbacher Bergbahn, eine Standseilbahn, die mit einer Neigung von 1:4 die rund 323 Höhenmeter hinauf nach Lichtenhain überwindet. Zwischen der Bergstation in Lichtenhain und Cursdorf verkehren auf der sogenannten Flachstrecke wiederum normalspurige, elektrisch betriebene Züge.
Mit dem Bau der Bahnstrecke in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts sollten vor allem die Gemeinden Lichtenhain, Oberweißbach, Cursdorf und Deesbach besser an die Region zwischen Ilmenau und Rudolstadt angeschlossen werden, um den Handel und Transport von Waren und Industriegütern zu verbessern, da die Wege im Winter oft nicht passierbar waren und die Menschen in den Dörfern oft in bitterer Armut lebten. In früheren Zeiten bestand die Haupterwerbsquelle in der Metallgewinnung und -verarbeitung in Mühlen und Hüttenwerken, Sägewerken, der Köhlerei und Glasbläserei. Heutzutage spielt der Tourismus eine große Rolle, demzufolge befördert die Schwarzatal- und Oberweißbacher Bergbahn auch hauptsächlich Touristen und Naherholungssuchende, wobei die Bergbahn an sich schon ein herausragendes und sehenswertes technisches Denkmal ist.

Rund um das Schwarzatal finden sich mindestens ein Dutzend interessante und schöne Anstiege, die teilweise auch sehr steil ausfallen, wie zum Beispiel die Ostanfahrt zum Barigauer Turm oder nach Oberweißbach – also genau das Richtige fürs bergbegeisterte Radlerherz. Wer es kürzer, dafür umso steiler mag, sollte sich in Deesbach an der mit rund 23 % angeblich steilsten Ortstraße Thüringens versuchen, die früher noch gepflastert war, inzwischen aber bestens asphaltiert ist. Nicht weniger Spaß bereitet jedoch die lange Fahrt durch das Tal hinunter nach Bad Blankenburg am Ende einer Tour durch den Thüringer Wald. Die von Jena nach Coburg führende 3. Etappe der 2. quaeldich.de-Deutschland-Rundfahrt führte zwischen Bad Blankenburg und Unterweißbach durch das Schwarzatal, bevor es über diesen Anstieg nach Neuhaus am Rennweg hinaufging, wo der Rennsteig überquert wurde. Alle 12 Pässe der Region ansehen